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Von Quito aus entlang der “Strasse der Vulkane”, ist
nach etwa 3 Std. Ambato erreicht. Die 2.570m hoch gelegene Hauptstadt
der Provinz Tungurahua ist vor allem wegen ihrer vielen Obst- u.
Fruchtplantagen in der Umgebung bekannt, die nach den Regenmonaten
(von Sept. bis Dez.) in allen Farben, Formen u. Düften heranreifen:
Birnen, Äpfel, Kirschen, Pflaumen, Feigen, Mandarinen, Zitronen,
um nur einige zu nennen. Eine alljährlich zur Karnevalszeit
(Ende Feb.) stattfindende Feria de las Frutas y las Flores
zieht Besucherströme aus allen Landesteilen an. Von April bis
Juni hingegen verwandeln sich die Hügel um die Stadt in wüstenhafte
Gebilde. Starke Winde wirbeln dann viel Staub auf, und der “Garten
des Hochlandes” nimmt eher den Aspekt einer überdimensionalen
Abraumhalde an.
Von Früchten einmal abgesehen, ist Ambato (zusammen mit Santo
Domingo de los Colorados) ein Zentrum des Karosseriebaus. Viele
der Überland verkehrenden Busse wurden nicht zuletzt hier montiert,
wobei die Fahrgestelle aus Korea oder den USA stammen. Durch die
Aufhebung der Fahrzeug-Importzölle hat dieser Industriezweig
inzwischen jedoch schwere Einbussen erlitten, und die meisten Metallarbeiter
verloren ihren Job. Einige namhafte Kooperativen begannen mit brasilianischen
Luxusbussen zu glänzen. Diese verbesserten zwar beträchtlich
die antiquierte ekuad. “Flotte” , brachten die konkurrenzunfähigen
einheimischen Betriebe jedoch fast zum Erliegen. Der bislang ungleiche
Wettbewerb hatte zumindest einen Vorteil: In Ambato werden heute
andere Qualtätsstandards als noch vor 10 Jahren angelegt. Die
Karosserien gewannen eindeutig an Komfort!
Schon seit Urzeiten wurden die Uferbereiche des Río Ambato
besiedelt. Die ersten Bewohner der einstmals als Cashapamba bezeichneten
Region waren indios der Stämme Hambato, Huapante, Quisapincha
u. Izamba, welche zuerst von den aus Norden vorrückenden Caras,
und später von den Inkas aus dem Süden erobert wurden.
Letztere bauten Cashapamba zu einem tambo aus, einer Raststätte
auf der innerandinen Inkastrasse von Tomebamba (Cuenca) nach Quito.
Erst nach der Wiedergründung durch die Spanier im Jahre 1535,
erlangte Ambato eine gewisse Bedeutung als Handelsknotenpunkt zwischen
Sierra u. Costa, sowie später auch mit dem Oriente. Von der
kolonialen Architektur ist heute jedoch so gut wie nichts mehr zu
sehen. Ähnlich wie im 48 km nördlich gelegenen Latacunga,
wurde auch Ambato von den Naturgewalten nicht verschont. Das erste
katastrophale Erdbeben wurde im Jahre1698 registriert, das letzte
1949, als die Stadt von einer Minute zur anderen wie ein Kartenhaus
in sich zusammenfiel.
Zu den wenigen Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören drei
schöne Garten-Haziendas, die im 19. Jh. von namhaften Ambateños
bewohnt waren, und spätestens nach ihrem Tode zu nationalem
Ruf gelangten: Die Quinta des Schriftstellers u. liberalen Ideologen
Juan Montalvo (1832-1889, Av. Los Guaytambos im Stadtviertel Ficoa,
Info-Tel. 821024), die Quinta des Romanschreibers, Musikers u. Verfassers
der Nationalhymne, Juan León Mera (1832-1894, Av. Los Capulíes
im Viertel Atocha, Mo - Fr v. 9-12 bzw. 14-18 Uhr), sowie die Quinta
de la Liria des Anfang dieses Jh. in völliger Armut verstorbenen
Schriftstellers, Landschaftsmalers u. Bergsteigers Luis A. Martínez
(Av. Los Capulíes, Info-Tel. 821024). Diese in den barrios
Atocha u. Ficoa gelegenen Quintas sind vom Zentrum aus nach einem
halbstündigen Spaziergang über die Brücke Juan Montalvo
zu erreichen. Alle drei befinden sich auf der nordwestlichen Uferseite
des Río Ambato.
Eine weitere nationale Persönlichkeit, welche die Stadt einst
hervorbrachte, war der Journalist, Politiker und sogenannte “Held
der Unterdrückten,” Juan Benigno Vela (1843-1920). Historisch
bewanderte Ambateños sprechen daher auch von der “Stadt
der drei Juanes und einem Luis”!
Ausgesprochenen Museumsfreunden seien das Casa de Montalvo (Bibliothek
u. Mausoleum), das Casa de la Cultura (Ambatos Geschichte) am Parque
Juan Montalvo, sowie das Museo de Ciencias Naturales des Colegio
Nacional Bolívar in der Calle Sucre u. Lalama, ganz in der
Nähe des Parque Cevallos, empfohlen. Letzteres hat mit einer
interessanten Sammlung ausgestopfter Tiere und einigen historischen
Eruptionsfotos des Cotopaxi aufzuwarten. Die Öffnungszeiten
sind Mo - Fr v. 9-12 u. 14-17 Uhr.
Etwa 14 km östl. von Ambato, auf der Asphaltstrasse nach Baños,
liegt das indianische Dorf Salasaca, dass nach jahrhundertelangen
Erdbebenerschütterungen zumindest im architektonischen Sinne
nicht viel “Uriges” aufzuweisen hat. Nichtsdestotrotz
sind die bodenständigen Salasacas eines der ursprünglichsten
und stolzesten Mikro-Völkchen innerhalb Ekuadors, einst von
den Inkas “herbeigeschleppte” mitimaes aus dem bolivianischen
Hochland. Die männlichen Mitglieder tragen schwarze Ponchos,
weisse Hosen, und einen breitkrempigen weissen Hut, angeblich in
ewiger Trauer um den Tod des Sonnenkönigs Atahualpa. Neben
dem traditionellen Feldbau leben die Salasacas von ihren handgefertigten
Webartikeln. Darunter flauschige, mit Tiersymbolen versehene Schafswollteppiche
im Tibeter-Stil. Handeln wie anderswo üblich ist jedoch fehl
am Platze. Die Preise für die guten Stücke werden streng
von der Kommune vorgeschrieben. Dafür ist die Auswahl umso
attraktiver.
Ausgehängte Musterstücke entlang der Durchgangsstrasse
Ambato-Baños, und eine kleine Verkaufshalle gegenüber
der Dorfkirche, können dies bestätigen.
Spezielle Design-Wünsche werden auf Anfrage erfüllt. Mehrwöchige
Wartezeiten müssen hierbei jedoch in Kauf genommen werden!
Jeder x-beliebige Bus von Ambato nach Baños geht durch Salasaca
hindurch. Aus- u. Einsteigen stellt somit eigentlich kein problema
dar. Ob sich dies auf irgendeine Art lohnt, muss einjeder für
sich selbst entscheiden. Neugierige haben bei einem kurzen Salasaca-Zwischenstop
eigentlich nur ihren Sitzplatz im Bus zu verlieren. Das nahe liegende
Ziel Baños ist sicherlich viel sehenswerter. Wen Teppiche
nicht interessieren sollten, bleibt deshalb am besten gleich im
Bus sitzen! Wer jedoch im multikulturellen Ecuador auch den eigenwilligen
Salasacas nachspüren möchte, schaut am besten mal kurz
vorbei. Die stammesbewussten Salasacas sind nach aussen hin meist
knallharte Geschäftsleute, und niemand könnte ihnen dies
weiter verübeln!
Pelileo
liegt zwischen Ambato u. Baños,
und ist ein Zentrum der ekuad. Jeans-Produktion. Hier werden die
gängigsten Marken wie Levis, Lee, Wrangler o. Calvin Klein,
imitiert. Wobei sich die den Vorbildern angepassten Designs durchaus
blicken lassen können, und dabei weitaus billiger als ihre
Originale ausfallen (u. überall im Lande zu kaufen sind). Die
massive Herstellung von Blue Jeans führte zwischenzeitlich
sogar soweit, dass sich so manche Rinnsale im Umkreis der Ortschaft
mit blaugefärbtem Wasser anfüllten. Was sich u. a. zum
Nachteil der Landwirtschaft ausgewirkt hat.
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