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Volker Feser

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Atacames

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Grünes Meer, blauer Himmel & pausenloser Rumba
Der populärste Badeort der Quiteños liegt 30 km südwestlich von der Provinzhauptstadt Esmeraldas an einem langen sandigen Strand. Die Fahrt von Esmeraldas dauert mit einem altersschwachen Bus der COOP. COSTEÑITA oder COOP. PACIFICO etwa eine dreiviertel Stunde. Am Verkehrskreisel, wenige Kilometer vor dem Stadtzentrum von Esmeraldas, kann bereits in die Busse nach Atacames zugestiegen werden.

An verlängerten Wochenenden und zu Ferienzeiten, füllt sich der Ort gleich familienweise mit Sommerfrischlern. Sämtliche Hotelbetten sind dann schlagartig belegt, und dutzende der nach allen Seiten hin offenen Rundhütten-Bars entlang des Strandes, drehen gleichzeitig die “Ghettoblaster” auf volle Lautstärke: Salsa, Rock, Motown, Merengue, und “Sunshine-Reggae” der norddeutschen 70er Jahre-Gruppe Lake, einfach alles wunderbar wild durcheinander!

Vor 20 Jahren war Atacames noch ein kleines vergessenes Fischernest, zwischen feucht-heißen Mangrovensümpfen und der auf viele Kilometer Länge hingezogenen ensenada (Meeresbucht) gelegen. Durchschnittliche Jahrestemperaturen von 25 Grad, ein fast pudelwarmer Ozean und der feinkörnige Badestrand, verwandelten den Ort dann bald in eine Touristenmeile für einheimische Ausflügler und ausländische Rucksackreisende. Heute gilt Atacames vor allem in der Hauptsaison als überteuert, unsicher, und zudem von drückenden Abwasser- und Trinkwasserproblemen geplagt. Die Stadtverwalter haben in ihrem Drang, ein florierendes Paradies für Urlauber zu schaffen, das dazugehörige Kanalisationssystem völlig übersehen. Andere infrastrukturelle Mängel wie das gänzliche Fehlen einfacher Süßwasserduschen am Strand, öffentlicher Toiletten, oder einer vertrauenserweckenden Tourismuspolizei, kommen hinzu.

Zu den Höhepunkten von Atacames zählen die vielen, über dem Landesdurchschnitt liegenden, sonnigen Nachmittage mit abschließender Abendrotdämmerung. Die Scharen von barfüßigen “Strandkickern” (fútbol playero), über dem Meer gleitende Möwen und Pelikane, die eingehängten Bambusrohrliegen vor den strohbedeckten Strandbars, sowie die dazugehörigen, geradezu festlich bestückten Cocktails Piña Colada oder Batido de Coco, sind ein typischer Teil des Atacames-Repertoires. Zum Faulenzen und Rumhängen ist der Ort lange nicht so übel wie vielfach behauptet. Verwöhnte “Beach-Touristen” aber, die eine schöne tropische Strandidylle erwarten, sollten eher ins 20 Minuten entfernte Same, nach Muisne, oder in die Karibik weiterreisen.

uAufgrund von tückischen Gegenströmungen (bei rückläufiger Flut), wird vor weitem Hinausschwimmen aufs Meer eindringlichst gewarnt! Nicht wenige einheimische und ausländische Touristen sind beim Baden in Atacames ertrunken.



Der Bereich Atacames und seine unmittelbare Umgebung verfügt über 100 Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen u. Cabaña-Anlagen. Die meisten davon sind aber in einem einheitlich langweiligen Stil konstruiert, oft mit fleckig weißen Zellenwänden und schmuckloser Innenausstattung. Manche von den hauptsächlich auf einheimischem Tourismus ausgerichteten Ferienanlagen erinnern an die Baracken eines Straßenbautrupps, oder einem vorgeschobenen Grenzposten irgendwo im thailändisch-burmesischen Hinterland. Die preislich teurere Hauptsaison fällt auf die Hochland-Schulferien v. Anfang Juli bis Ende September, sowie die Monate Dezember und Januar.

Etwa 5 km südlich von Atacames liegt rechts von der Hauptstrasse, in einer hübschen Pelikan-Bucht, der etwas ruhigere Fischerort Súa. Der dortige Sandstrand ist jedoch lange nicht so attraktiv wie in Atacames. Palmen gibt es auch keine, aber der markante, aus dem Ozean ragende Felszacken, ergibt ein schönes Hintergrundmotiv. Eine Handvoll Hotels in Strandnähe laden zum Verweilen ein. Die attraktivsten sind das Chagra Ramos, das Buganvillas direkt am Strand (beide um 10 USD pro Pers.), sowie das preiswertere Hostal Villa Hermosa (2 Blocks v. Strand entfernt, Nähe plaza, Tel. 731014).

Same
Im Vergleich zu Atacames, hat der im totalen Umbruch begriffene Strand des ehemals winzigen Fischerdörfchens, eine knappe Viertelstunde südlich des populären Badeortes der Quiteños, von seiner Exklusivität noch nicht allzu viel eingebüßt. Kokosnußpalmen, Pelikane und eine pazifische Ruhe prägen nachwievor diesen Ort. Durch hohe Investitionen dubioser Finanziers scheint hier jedoch ein zukünftiges Mini-Marbella im Entstehen zu sein. So mancher Bambushüttenbesitzer konnte seine kleine Sandstrandparzelle für einen sechsstelligen Dollarbetrag an den (“Schnee”)-Mann bringen. Die luxuriösen Eigentumswohnungen wohlhabender Quiteños in den neuentstehenden, mehrstöckigen “Frankensteinburgen”, stehen noch im Hintergrund des Geschehens. Das völlige Fehlen einer Uferpromenade mit dem dazugehörigen lautstarken Vergnügungsrummel kann diese Symbiose aus Beton, Bambus und feinkörnigem Sand auch in Zukunft nur begünstigen. Wer allerdings auf jeden Pfennig schauen muß, oder Hochhäuser am Strand nicht ausstehen kann, sollte lieber gleich nach Muisne weiterfahren.

Nichtsdestotrotz ist der schöne Sandstrand von Same einen Aufenthalt wert. Der Ort ist allerdings nicht gerade das billigste, was die Provinz Esmeraldas zu bieten hat. Die meisten Sonnenstunden verspricht ausgerechnet der “Winter” von Jan. bis Mai. Wenn es nachts gern regnet, reißt es dann am späten Vormittag meist auf. In den Sommermonaten (von Juni bis Sept.) ist Same trocken und oft bewölkt.

Wenige Kilometer südlich von Same liegt das Fischerdörfchen Tonchigüe. Keine 2 km hinter Tonchigüe (nahe der Tankstelle), führt rechts ein nicht-asphaltiertes Strässchen nach Punta Galera, während es auf der geteerten Hauptstrasse durch das hügelige Hinterland auf schnellstem Wege nach Muisne weitergeht. Diese wenig benutzte Abzweigung hingegen, stellte früher die alte Küstenstrasse dar. Nach etwa 13 km auf dem holprigen Abzweig, noch vor dem Fischerort Galera, befindet sich die idyllische Cabaña-Anlage von Playa Escondida (rechts zum Meer runter - ist ausgeschildert!). Einfach ausgestattete, beeindruckend asiatisch anmutende Bambushäuser, ein toller Privatstrand, eine Süsswassermündung, viel Vogelleben, und sehr schmackhafte Mahlzeiten im offenen Barbeque-Restaurant (nur auf Vorbestellung). Camping ist möglich! Langjährige Hüterin des versteckten Öko-Strandes ist die Kanadierin Judith. Keine übertriebenen Preise! Wers gerne völlig abgeschieden mag, sollte hier mal vorbeischauen. Ein paar wenige Busse nach Galera gibt es sowohl von Esmeraldas als auch von Atacames.



Im weiteren Verlauf führt diese ausgesprochen schöne, wenn auch teils sehr schlechte und kaum benutzte Küstenstrasse, über die bunten Stranddörfer Quingüe und San Francisco bis ins trostlose Bunche. Dort kann ein Boot durch den breiten Mangrovenarm bis zur Muisne-Insel genommen werden.

Sicherlich eine Zeit aufwendige, für tropentaugliche Reisefreaks jedoch lohnenswerte Alternativroute zur Hauptstrasse nach Muisne!

 

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