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Volker Feser

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Bahia de Caraquez

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Zehnstöckige Beton-Phantasien “a la Miami” an der Vorzeige-Uferpromenade, dahinter breite saubere Strassen ohne Verkehrslärm, schattenspendende Kolonnadengänge, verwitterte Balustraden, wurmstichige Fensterläden, altbackene Gepflogenheiten, und freundlich einhergrüssende Bewohner, die sich ihrer behaglichen Stadt bewusst sind - der friedfertigsten an der ekuadorianischen Pazifikküste!

Bahía wurde von den Spaniern erstmals 1624 weiter landeinwärts im Chone-Delta gegründet. Sein ursprünglicher Name San Antonio de las Caracas wies auf eine typische Baumsorte der Umgebung hin. Die Bewohner sprechen daher heute auch scherzhaft von der “ciudad de las dos caras” (“Stadt der zwei Gesichter”), da diese einen starken architektonischen Gegensatz zwischen modernen Hochhäusern und traditionellen Bauten aufweist. Wobei die schnieken Apartments in den eleganten Swimmingpool-Wohntürmen des malecón hauptsächlich gutgestellten Sommerfrischlern aus dem Hochland gehören, die meiste Zeit über leerstehen, und den Einheimischen grösstenteils die sandige Strandidylle zubetonierten.

Im warmen Ozean zu planschen und äquatoriale Sonne zu tanken, gilt für die Bahieños jedoch nachwievor als privilegierter Zeitvertreib, trotz einer immer weiter eingeschränkten, und bei Flut völlig verschwindenden Liegefläche.

Schon bald nach seiner Gründung begann der kleine Hafen eine Pionierstellung im Balsaholz-Export einzunehmen. Zwischen 1908 u. 1912 gab es deshalb sogar eine Eisenbahnverbindung zwischen Chone und Bahía. Zu jener Zeit konnte der von Mangroven umsäumte estuario des Río Chone u. Río Carrizal noch zu Fuss, mitsamt den Rinderherden, bis ans gegenüberliegende Ufer in San Vicente durchquert werden, bevor die breite Trichtermündung dann ausgebaggert wurde. Auf den einstmals starken italienischen Immigranten-Einfluss in der Bahía-Chone Region weisen heute noch viele hellhäutige Hauttypen, grossgewachsene Bewohner, und angesehene Familiennamen wie Ruperti, Viteri, o. Belletini hin.

Das geruhsame Urlaubs-Städtchen ist inzwischen zu einem bedeutenden Zentrum der Krabben-Industrie aufgestiegen, dessen flächendeckende Aufzuchtbecken weitgehenst die vogelreichen Mangrovenwälder des estuario ersetzten. Trotz dieses und anderer ökologischer Notstände, kann Bahía als attraktiver und wohl behüteter Ausgangspunkt für allerlei Unternehmungen in die schöne Umgebung empfohlen werden. Die Kriminalitätsrate ist im Vergleich zu allen anderen ekuadorianischen Küstenstädten erstaunlich niedrig, einen aufreizenden Vergnügungsrummel gibt es auch keinen, und für das leibliche Wohl sorgen eine ganze Reihe von Speiselokalen (manche haben abends geschlossen).



Zu den Sehenswürdigkeiten von Bahía gehören das auffallend schöne Casa de la Cultura (auch “Casa Americana”) mit seinem archäologischen Museum am Malecón Alberto Santos, der grossartige Panorama-Aussichtspunkt Colina de la Cruz (jedoch einziger Unsicherheitsfaktor v. Bahía), und die von exotischster Flora umgebene Vogel-Aufzuchtstation Saiananda bei km 6 in Richtung Chone (80 ha Reservat, Bootsanlegesteg, Orchideengarten, spirituelles vegetarisches Rest. in einem prächtigen Rancho-Haus am breiten Flussufer).

Zu den interessantesten Ausflugszielen gehören die winzige Mangroveninsel Isla de las Fragatas, der südlich angrenzende Trockenurwald Cerro Seco, die feucht-heissen Humedales del Estuario, die unverfälschten Einblicke in das bäuerliche Leben am Río Muchacho und bei San Isidro, der unter Rucksacktouristen beliebte Bade- u. Wassersport-Ort Canoa, der kilometerlange Sandstrand bei Punta Napo u. Boca de Briceño, die herrlich gelegenen Strand-Bungalows von Chirije mit ihren hochinteressanten archäologischen Ausgrabungsstätten und der leibhaftigen Möglichkeit nackt zu baden, sowie die ehrwürdige Hacienda Don Juan mit ihren gutgefütterten Reitpferden und in Dschungelbäumen herumturnenden Brüllaffen. Wobei der einsame Pazifikstrand u. antike Unterwasser-Seehafen v.

Chirije zusammen mit der bewaldeten Hazienda Don Juan zu den absoluten Höhepunkten der Bahía-Region zählen!

Klima: In den “Sommermonaten” von Mai bis November herrschen trockenere u. verhältnismässig kühle Lufttemperaturen vor (Durchschnittstemperaturen um die 20 Grad, ein leichtes Jäckchen ist manchmal vonnöten). In den “Wintermonaten” hingegen, von Dezember bis April, brennt die tropisch-äquatoriale Sonne gnadenlos herunter, während es nachts oftmals starke Regenschauer gibt (Durchschnittstemperaturen um die 26 Grad, aber auch schwüle 36 Grad sind keine Seltenheit). Leichte Meeresbrisen und ein lauwarmer Pazifik sorgen dann für erfrischende Erquickung.

Bräunungshungrige kommen zu dieser Jahreszeit voll auf ihre Kosten.

Unter “Faktor 24” geht da jedoch überhaupt nichts! Die eventuell in der farmacia (Apotheke) erhältlichen Kokosnussöl-Fläschchen für einen halben USD sind zwar ein effektiver “Haut-Grill-Hit”, bieten jedoch keinerlei Schutz vor folgenschweren Sonnenbränden.

 

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