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Volker Feser

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El Cajas Naturschutzgebiet

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Bereits von Cuenca aus ist der etwa 15 km westlich gelegene Gebirgszug des 1979 ins Leben gerufenen Area National de Recreación Cajas zu sehen. Das Tundra-artige Hochlandreservat liegt größtenteils über der Baumgrenze und umfasst ein topographisch sehr unregelmässiges Gebiet von 29.000 Hektar. Landschaftlich bietet diese großartige unberührte Páramo-Region neben ihren zerfurchten Höhenrücken und tiefeingeschnittenen schachtelförmigen Tälern (daher auch der Name “Cajas”) fast 240 dunkle, teils forellenreiche Lagunen wie der Toreadora, Llaviuco, Lagartococha, Osohuaycu, Quinuascocha, Riñoncocha, Cascarillas, Ventanas, Angas, Luspa, Burines, Mamamag oder Togllacocha. Die jeweils östlichen und westlichen Grenzbereiche des Reservates sind mit einem extrem feuchten jungfräulichen Bergurwald voller Moose, Pilze und Epiphyten überzogen.

Die höchste Erhebung von Cajas ist der Arquitectos mit 4.450m, der tiefste Punkt stellt die Lagune Llaviuco mit 3.150m dar. Das 34 km von Cuenca entfernte Informationszentrum bei der Lagune La Toreadora befindet sich auf 3.800m. An warme Kleidung, festes Schuhwerk, eine Wind- bzw. Regenjacke, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, sowie eventuell Pillen gegen Höhenkrankheit, sollte gedacht werden. Wer eine mehrtägige Trekkingtour in das Gebiet unternehmen möchte, sollte sich zudem an eine der Abenteuer-Agenturen in Cuenca richten. Auf eigene Faust in das unwegsame Reservat einzudringen ist nicht nur leichtsinnig, sondern es entgeht einem dabei auch viel von der teils endemischen Flora u. Fauna, die nur ein erfahrener Führer genau zu erklären weiß.

Tagesausflüglern hingegen sei ein mehrstündiger Rundwanderweg um die Lagune Toreadora empfohlen.

Von August bis Januar ist es bei meist klarer Sicht sehr windig, während die Temperaturen unter 16 Grad liegen. Bei Nacht fallen sie dann manchmal unter den Gefrierpunkt. Von Februar bis Juli ist es oft sehr wolkig, feucht und regnerisch, während bereits die Tagestemperaturen weit unter 10 Grad liegen können. Selbst Hagel- u. Schneestürme sind zu dieser Jahreszeit keine Seltenheit. Die nächtlichen Temperaturen können dann sogar auf Minus 20 Grad absinken. Campingfreunde seien hiermit ausdrücklich gewarnt!

Zur Fauna von Cajas gehören Brillenbären, Bergtapire, Rotwild, Füchse, Hasen, Pumas und Ozelote. Unter den gefiederten Bewohnern können Bergtukane, verschiedene Entenarten, Spechte, und mit viel Glück auch der majestätische Andenkondor angetroffen werden (in ganz Ecuador leben heute keine 80 Exemplare mehr). Zu den Besonderheiten unter den im Reservat lebenden Vögeln gehören der Curiquinga, ein schwarz-weißer Greifvogel, sowie der größte Kolibri der Welt, welcher sich ausschließlich von Agavenblumen ernährt.



Ebenso trifft der Besucher auf vielerlei Zeugnisse präkolumbischer Kulturen und intakte Überbleibsel einer alten Inkastraße, die sich auf mehrere Kilometer sogar fast im Originalzustand hinstreckt. Verschiedene Agenturen in Cuenca veranstalten entlang dieses Inka-Trails mehrtägige Trekking- u. Reittouren mit Zeltübernachtungen - siehe unter “Reiseagenturen”! Es gibt übrigens noch einen anderen Inka-Trail zwischen Ingapirca und Achupallas (etwa 100 km nördl. von Cuenca). Das geschichtsträchtige Hochland-Abenteuer über den “Cajas-Trail” führt bis zu den sagenumwobenen Ruinen von Paredones, die sich weiter westlich des eigentlichen Reservates auf den steilen Andenausläufern zur Küste hin befinden. Dieser schwer zu erreichende Ort diente den Inkas einst als Kontrollstelle für ihren Warenaustausch zwischen Hochland und Küste. Von dort aus ist es bei besonders klarer Sicht möglich gleichzeitig den schneebedeckten Chimborazo (6.310m) sowie den

Pazifischen Ozean zu sehen!

Bosque Protector de Mazán
Dieses vor allem für Ornithologen u. Orchideologen interessante Nebelwaldgebiet kann nur mit einer speziellen Erlaubnis der Wasserwerke und nur in Begleitung eines Führers besucht werden (z. B. Eduardo Astudillo - siehe dazu unter Reiseagenturen). Der 2.800 ha große und bis zu 3.200m hoch gelegene Mazán-Wald gilt unter Ökologen als kleiner Geheimtip. Eine Wissenschaftlergruppe der Universität von Oxford (England) war bis vor kurzem noch damit beschäftigt dem quirligen Vogelleben dieses nahezu unbekannten bosque neblina auf die Spur zukommen. Schon aus diesem Grunde wurde der Zugang für Touristen stark eingeschränkt. Mazán ist zudem der Hauptlieferant für Cuencas sauberes Trinkwasser. Der extrem schlechte Zufahrtsweg zweigt bereits mehrere Kilometer vor dem Reservatseingang nach Cajas fast unmerklich in Richtung Süden (links) ab.

 

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