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Wellenreiter, Gleitschirmflieger und Hängematten
Eine halbe Fahrtstunde nördl. v. San Vicente liegt das armseelig-attraktive
Stranddorf Canoa. Baden ist hier besonders schön, da der Sandstrand
extrem weitläufig und flach zum Meer hin abfällt (bei
Ebbe bis zu 800m).
Gefährliche Unterströmungen wie z. B. in Atacames gibt
es keine, und an Wochenenden angereiste Surfer schwören auf
den gleichmässig abrollenden Wellengang. Drei sympathische
Hotels lassen erholungssuchenden Rucksackreisenden eigentlich keinerlei
Wünsche offen, es sei denn dass “Luxus”, “Schnelligkeit”
oder “Effekthascherei” verlangt würde. Das gibt
es im geruhsam tropischen Canoa Gottseidank nicht. Stattdessen reihen
sich improvisierte, strohbedeckte Bretterbuden entlang der versandeten
Uferpromenade, ohne Palmenrauschen! Da wird gefaulenzt, gebräunt,
getratscht, geplanscht, gesurft, geliebt, gekifft, und in den Tag
u. die Nacht hineingelebt. Mit der Süsswasserversorgung sieht
es nicht allzu ergiebig aus.
Das lebensnotwendige Nass wird fast täglich mit dem verspäteten
Tankwagen herangebracht, und ist in den Hotels nicht immer 24 Std.
lang zu haben. Somit sollten erfrischende Kurzduschen zu bestimmten
Uhrzeiten ausreichend sein!
Zu den Annehmlichkeiten von Canoa, einer Art “alternatives
wiederauferstandens Montañita”, gehören neben
Bade- u.
Wellenbretterfreuden, die bei Flut überschwemmten Blaufusstölpel-Höhlen
im nördlichen Klippenbereich (las cavernas), ein paar schmuddelige
Fisch-Restaurants, breite Hotel-Hängematten, und äusserst
günstige Wind-Voraussetzungen für angehende u. passionierte
Gleitschirmflieger. Zu Verleihen gibt es die Flugapparate Marke
“Schneider von Ulm” im Cabaña-Hotel “Pacific
Fun”, wo auch preiswerte Kurse für Anfänger durchgeführt
werden. Surfbretter stellt u. a. die “Posada de Daniel”
zur Verfügung. Ansonsten ist Canoa eine sympathische Ausgangsbasis
für Ausflüge in die Umgebung, darunter aufregende Reitausflüge
auf der Öko-Hacienda “Don Juan”, etwa eine knappe
Stunde nördl. v. Canoa gelegen, oder eine beeindruckende Strandfahrt
entlang der kilometerweiten Kokospalmenhaine zwischen Pedernales
u. Cojimíes, dem nördlichsten Mangrovenkaff der Provinz
Manabí (etwa 4 Std. v. Canoa).
Etwa 1 Std. nördl. von Don Juan, bzw. 2 Std. nördl. von
Canoa, kreuzt die asphaltierte Marginal de la Costa bei Punta Palmar
/ Coaque die Äquatorlinie, und endet kurz darauf im unattraktiven
Shrimp-Farm Zentrum Pedernales. Dort gibt es eine Reihe verkommener
Basic-Unterkünfte, wobei das Hotel Pedernales durchaus noch
empfehlenswert ist (Eloy Alfaro y Manabí). Das weitaus beste
Hotel ist jedoch das komfortable América auf dem Weg z. Strand
(Calle García Moreno, um die 20 USD das DZ). Ebenso etwas
ausserhalb befinden sich die familiären Cabañas Las
Palmitas, empfehlenswert für anspruchslose Rucksackreisende!
Bei der plaza im Ortskern gibt es an den Soda Bar - Ständen
tolle Milkshakes für weniger empfindliche europäische
Mägen (z. B. ganz lecker mit aguacate zubereitet).
Von Pedernales aus geht es entweder ostwärts auf der neuen
Aspaltstrasse über die Küstenkordillere hinweg nach El
Carmen (94 km) und Santo Domingo de los Colorados (130 km) in Richtung
Hochland nach Quito (260
km), oder weiter nach Norden am Strand entlang bis Cojimíes
(40 km), und im Anschluss mit dem Boot durch den von Mangrovenwäldern
umsäumten estuario nach Daule o. Muisne in der Provinz Esmeraldas
(2 Std. Überfahrt, etwa 7 USD). Auf der camioneta-Fahrt von
Pedernales nach Cojimíes flitzt man bei Ebbe über weitläufige
menschenleere Sandstrände mit viel angespülten Muscheln
und kilometerlangen Palmenhainen.
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