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Das kompakte Massiv des schneebedeckten Cayambe befindet sich etwa
65 km nordöstlich von Quito
und begleitet den Reisenden an besonders schönen Tagen auf
der gesamten Strecke von Quito nach Otavalo. Der längst erloschene
Vulkanriese ist nicht nur der dritthöchste Berg des Landes,
sondern auch der dritthöchste beider Amerikas nördlich
des Äquators. Die línea equinoccial verläuft genau
über seine Südflanken auf etwa 4.600m. Somit stellt der
Cayambe weltweit auch die höchste Erhebung auf der Äquatorlinie
dar.
Der erste Mensch auf dem Gipfel war vermutlich der Engländer
Edward Whymper im Jahre 1880. Seitdem hat der als berüchtigt
eingestufte Berg seine Opfer gefordert. Aufgrund unzähliger
Gletscherspalten, permanenter Lawinengefahr, extrem starken Winden
und überraschenden Schneestürmen, wird der Cayambe
hauptsächlich von erfahrenen andinistas mit Tip Top - Equipment
angegangen. Um nicht als Verunglücktenmeldung in den Tageszeitungen
zu erscheinen, sollten sich ausgesprochene “Hobby-Kraxler”
daher unbedingt an ein seriöses Kletterbüro in Quito
wenden.
Vor etwa 20 Jahren wurden z. B. die drei bekannten ekuadorianischen
Bergsteiger José Bergé, Carlos Oleas u. César
Ruales von einer gewaltigen Schneelawine getötet. Die 4.600m
hohe Schutzhütte an den Südwestflanken ist heute nach
ihnen benannt. Das refugio verfügt über 20 einfachste
Hochbetten, Kochnische, Toiletten, Kamin, Trinkwasser und einen
Speiseraum.
Anfahrt und Aufstieg: Um zur Schutzhütte zu gelangen muss in
Cayambe zuerst eine rechte Abzweigung von der Panamericana genommen
werden. Diese Kopfstein-gepflasterte Strasse beginnt im Bereich
des südlichen Stadtrandes - ganz in der Nähe des Coliseo
de Deportes - ist ausgeschildert! Von dort aus geht es bis zur 6
km entfernten Hacienda Piemonte (auch Hacienda Hato genannt). Dort
gabelt sich der Weg. Der linke Zweig führt zum Cayambe,
der rechte in Richtung des stark erodierten Bergmassives von Sara
Urcu. Nach weiteren 8 km trifft der Cayambe-Zweig auf eine T-Gabelung.
Hier geht es nach links weg, immer dem Schild Reserva Ecológica
Cayambe - Coca folgend. Bald darauf verwandelt sich die holprige
Pflasterstein-Strasse in einen rauhen Jeep-Weg, der direkt bis zum
refugio führt.
Auch Wanderfreunden sei diese schöne Route bis zur Berghütte
als zweitägiger Ausflug empfohlen. Selbst wenn keinerlei Absicht
besteht den sturmgepeitschen Gipfel zu krönen. Die Hütte
ist von der Pana etwa 26 km entfernt.
Der Aufstieg sollte so früh wie möglich beginnen, um somit
die Schneefestigkeit auszunützen. Bereits im Verlauf eines
Vormittags könnte der aufgeweichte Schnee Lawinen auslösen
und zu einem unkalkulierbaren Sicherheitsrisiko werden. Es geht
zunächst in nördlicher Richtung über den felsigen
Hügel hinter der Schutzhütte. Nach etwa einer Stunde ist
der Gletscher Hermoso erreicht. Beim langsamen Voranschreiten über
den glaciar muss auf zahlreiche Spalten geachtet werden! Nach weiteren
eineinhalb Stunden sind die Felsen Picos Jarrín erreicht,
wo die Route nach Osten abzweigt. Geradeaus (nach Norden) geht es
über den 4.237m hohen Chiri Dormida und der Hacienda La Chimba
nach Olmedo (18 km nördl. des Städtchens Cayambe), der
alten Aufstiegsroute zum Gipfel.
Von den Picos Jarrín an beginnt dann der weitaus steilste
u. schwierigste Teil des Aufstiegs , welcher die Teilnehmer nach
weiteren 3-4 Stunden bis zum Gipfel bringt. Unterhalb des Gipfels
befindet sich eine enorme überhängende Gletscherspalte,
die so mancher Seilschaft etliche Kopfzerbrechen bereiten dürfte.
Dieser grieta sollte eher nach links ausgewichen werden.
Wer schlussendlich völlig ausser Atem la cima o. el tope erreicht
hat und das fantastische Panorama geniesst, weiss dann warum ekuadorianische
Bergführer immer ganz grosse Augen bekommen wenn sie vom Abenteuer
“Cayambe” erzählen.
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