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Das im äußersten Nordosten Ekuadors gelegene “faunistische
Reservat” (Reserva de Producción Faunística)
von Cuyabeno wurde am 26. Juli 1979 ins Leben gerufen. Auf 600.000
ha Regenwald können neben verschiedenen Affenarten, Tapiren,
Riesengürteltieren, Kaimanen, Flußdelfinen oder gefährlichen
Conga-Ameisen auch ein Drittel aller Vogelarten des gesamten Amazonasbeckens
angetroffen werden. Über 240 verschiedene Baumsorten wurden
in dem teils von Überflutungen heimgesuchten, feucht-tropischen
Wildlife-Reservat bisher erfasst. Mit Höhenlagen zwischen 180
u. 300m, betragen die jährlichen Niederschlagsmengen zwischen
3.500 u. 4.000mm, die Luftfeuchtigkeit beträgt mindestens 96
%. Im Verlauf des Río Cuyabeno existieren 14 kleine, in Regenzeiten
stark anschwellende Lagunen, die zu den Hauptanziehungspunkten des
Gebietes gehören. Die Trockenzeit umfasst die Monate Dezember
bis März (im Gegensatz zum Hochland). Am meisten regnet es
zwischen April u. Juli, bzw. zw. August u. November, je nach den
klimatischen Wechselbedingungen. Manchmal fällt die Trockenperiode
auch sprichwörtlich ins Wasser!
In den frühen 80ziger Jahren wurden die ersten Erdölbohrungen
im Reservat durchgeführt. Im Laufe jenes Jahrzehntes sind dadurch
leider Teilbereiche zerstört oder beeinträchtigt worden
- besonders zwischen Lago Agrio und Tarapoa. Um die ansässigen
Indianerstämme für den Verlust von Wald und Wildtieren
zu entschädigen, wurden die Grenzen des Naturschutzgebietes
viel weiter nach Osten, bis zur peruanischen Grenze hin verschoben.
Damit wuchs auch die Größe des Reservates, von 255.000
ha bis auf über das Doppelte an. Weitere Bohrkonzessionen,
sowie fortschreitende Kolonisierung stellen jedoch nachwievor eine
ernsthafte Bedrohung für das auf Ökotourismus ausgerichtete,
weitgehenst jungfräuliche Regenwaldgebiet dar.
Mehrere indianische Kommunen leben inner- u. außerhalb des
Cuyabeno-Reservates, in erster Linie an den Ufern des Río
Aguarico und Río Cuyabeno. Die Siona-Indianer siedeln vornehmlich
in den “höheren Lagen”, zwischen Tarapuy und Puerto
Bolívar, ehemals Puerto Montúfar. Die orientalen Quichua-Indianer
leben im Bereich der Mündung des Cuyabeno in den Aguarico,
wie auch weiter östlich. Das ausgesprochen idyllische Dörfchen
San Pablo de Kantesiya am Río Aguarico ist das Gemeindezentrum
der Secoyas. Die Cofanes hingegen haben sich aufgrund der voranschreitenden
Kolonialisierung im Laufe der Zeit mehr u. mehr in Richtung Osten
abgesetzt, und besiedeln heute die Region um Zábalo und Zancudo
nahe der peruanischen Grenze. Aber auch in Dureno, gut 20 km östlich
von Lago Agrio, trifft man auf die federgeschmückten Mitglieder
dieses Stammes. In diesem Falle existiert die Tracht aber nur den
zahlungskräftigen Touristen zuliebe.
Leute mit Campingausrüstung können zwar auf eigene Faust
losziehen, viele Naturwunder des faszinierenden Tropengebietes bleiben
ihnen dabei allerdings vorenthalten. Die Campingplätze sind
lediglich auf ein paar Stellen im Bereich der Lagune u. des Flusses
Cuyabeno beschränkt. Zudem bewegen sich alle Touristengruppen
auf den labyrinthartigen Flußläufen per Kanu fort. Dieses
steht nur lizenzierten Agenturen zur Verfügung. Die meisten
Tiere bekommt man so oder so auch nur während der Kanuausflüge
zu sehen, z. B. Kaimane bei Nachtfahrten (ohne Motor), oder Affen
in den Baumkronen über der Uferböschung.
Drei Verwaltungszentren kümmern sich um das Naturschutzgebiet:
in Tarapoa, in Puerto Cuyabeno, und an der Mündung des Cuyabeno
in den Aguarico. Die jeweils dort zu entrichtende Eintrittsgebühr
beträgt für ausländische Touristen etwa 12 USD.
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