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Die nachfolgend beschriebenen, und von der ekuadorianischen Regierung
zur Besichtigung freigegebenen Inseln, sind der einfachen Übersicht
halber von Ost nach West - unter Berücksichtigung ihrer Größe
und Bedeutung für den Tourismus - eingeteilt. Die Hauptinseln
mit ausreichend vorhandener touristischer Infrastruktur sind Santa
Cruz und San Cristóbal, von wo aus fast alle Galápagos-Kreuzfahrten
organisiert werden.
Insgesamt fünf Inseln des insgesamt 8.000 qkm großen
Archipels sind bewohnt: Santa Cruz (13.000 Einw.), San Cristóbal
(9.000 Einw.), Isabela (2.000 Einw.), Baltra (150 Einw., ausschließlich
Militärpersonal), Floreana (70 Einw.). Auf der Hauptinsel Santa
Cruz stammen 95 % der Bewohner vom Festland, auf San Cristóbal
75 %. Von den unbewohnten Inseln sind Fernandina und Santiago die
größten. Die abgelegensten Inseln, gleichzeitig auch
die besten Taucherreviere, sind Wolf und Darwin im äußersten
Nordwestzipfel der knapp 50.000 qkm großen Pazifik-Region
am Äquator. Die mit Abstand größte Insel ist Isabela
mit 4.588 qkm. Die kleinsten Inselchen mit Besucherstandort sind
Mosquera (0,07 qkm) und der 52m hohe “Chinesenhut” (Sombrero
Chino) mit 0,23 qkm.
Die vulkanischen Galápagos-Inseln unterscheiden sich nicht
nur in Größe und Höhe, sondern auch durch ihr Alter,
ihre Form, ihre bizarren Landschaften, ihre endemische Tier-, Pflanzen-,
und Unterwasserwelt. Keine Insel gleicht der anderen, jede hat ihren
eigenen besonderen Charakter. Bei der Weitläufigkeit des Archipels
würde es jedoch viel Zeit brauchen um alle 48 Besucherstandorte
auf den insgesamt 18 beschriebenen Inseln erleben zu können.
Eilande, die in der folgenden Aufzählung nicht erwähnt
wurden, sind für den Besucherstrom gesperrt. Sie wurden ganz
allein der Natur und der Wissenschaft überlassen!
San Cristóbal (558 qkm, max. Höhe 730m)
San Cristóbal wird seit über 100 Jahren ständig
bewohnt. Grund dafür sind hauptsächlich die vielen Süßwasserquellen.
Im inneren Bergland gibt es auf über 700m Höhe sogar einen
kleinen Süßwasser-Kratersee (El Junco) - übrigens
dem einzigen auf ganz Galápagos. Dieser füllt sich während
der Regenzeit stark an, da kaum Wasser durch die Kraterwände
durchfiltert. Die Bevölkerung von San Cristóbal versorgt
sich jedoch ausschließlich aus den mineralhaltigen Quellen
von “La Toma”.
Auf San Cristóbal ist vor allem Plantagenanbau (Bananen,
Maracuja, Guaven, Mangos, Zuckerrohr etc.) und Viehzucht vorherrschend.
Rein touristisch betrachtet hat die Insel weniger an ursprünglicher
Natur als die anderen islas des Archipels anzubieten. Zu den interessantesten
der insgesamt sechs Besucherstandorte zählt Punta Pitt am nordöstlichsten
Punkt der Insel. Hier können die sonst nur auf Genovesa zu
beobachtenden Rotfußtölpel besucht werden. Die zahlreichen
lautstarken Seelöwen, die bei der Lobería (eine halbe
Stunde zu Fuß vom Flughafen), oder schon im blaugrünen
Hafenbecken von Baquerizo Moreno umhertauchen und sogar in den kleinen
Fischerbooten übernachten, sind vor allem auf San Cristóbal
ständig zu hören.
Am südwestlichen Ende der 48 km langen und bis zu 14 km breiten
Insel, befindet sich die Provinzhauptstadt und der gleichzeitig
zweitgrößte Galápagos-Marinehafen von Puerto Baquerizo
Moreno. Das knapp 8.000 Einwohner zählende Städtchen hat
im Gegensatz zum Touristenzentrum Puerto Ayora auf Santa Cruz viel
von seinem ursprünglichen verschlafenen Fischer-Charme bewahren
können. Das Straßenbild von Baquerizo Moreno ist ruhiger
und gemütlicher, und auch die Kriminalitätsrate liegt
nochmals etwas niedriger als im 43 Seemeilen entfernten Puerto Ayora,
von dem sonst auch nicht allzu viel schlechtes berichtet wird. Durch
die direkte Nähe des 1988 eröffneten Flughafens (wenige
Minuten per Taxi zum Bootshafen) stellt der Ort eine willkommene
Alternative als Ausgangsbasis für Galápagos-Kreuzfahrten
dar. Das moderne Informationszentrum “Centro de Interpretation”
von Baquerizo Moreno gibt zudem einen hervorragenden ersten Einblick
in die faszinierende Geschichte und Naturwelt der Galápagos-Inseln.
Falls sich es einrichten läßt, bietet sich ein Hinflug
nach San Cristóbal, und ein späterer Rückflug vom
vergnüglicheren Santa Cruz (via Baltra) an. Nach einwöchiger
Kreuzfahrt von San Cristóbal aus, kommt ein zwei- bis dreitägiger
Abschiedsfeier-Aufenthalt in Puerto Ayora dann wie gelegen. Siehe
dazu auch unter “Reisen zu und zwischen den Inseln”!
Sehenswürdigkeiten im Ort - Besucherstandorte auf der Insel
Die einzige Sehenswürdigkeit im Ort selbst ist das moderne
wie schöne Centro de Interpretación, welches ausschließlich
von der spanischen Regierung finanziert wurde. Es befindet sich
am nördl. Ende des Städtchens, und ist tägl. von
6-18 Uhr geöffnet, Eintritt frei! Das “Interpretationszentrum”
gibt nicht nur detaillierte chronologische Eindrücke über
die Natur- u.
Siedlergeschichte des Archipels, sondern verfügt über
autogeführte Spazierpfade und Laufstege, ein der Bevölkerung
zur Verfügung gestelltes Freiluft-Auditorium, originellen Floß-
u. Schiffsmodellen, sowie einer sensationellen Galápagos-Reliefkarte
im Maßstab 1:50.000. Zukünftig ist ein neuer Pfad zum
Besucherstandort La Galápagera geplant, wo riesige Landschildkröten
in freier Wildbahn beobachtet werden können. Ein unbedingtes
Muß für alle San Cristóbal - Besucher!
In dem kleinen Naturkundemuseum direkt neben der Kirche (Av. Alsacio
Northia y Manuel Julio Cobos) gibt es recht wenig zu sehen. Vor
toten ausgestopften Galápagos-Tieren, einer lebend dahinsiechenden
Riesenschildkröte, und einer
Eintrittsgebühr von einem Dollar sei gewarnt!
Wenige Fahrminuten vom Flughafen entfernt, befindet sich in südöstlicher
Richtung die Lobería, wo unzählige Seelöwen auf
dem weißen Sandstrand oder den schwarzen Lavasteinen herumtollen.
Vorsicht vor den Bullen (machos), sie können ihren vielen Weibchen
zuliebe bei aufdringlichem Zunahekommen fest zubeißen! Ein
sehr guter Ort um auf bequemste Art und Weise Seelöwen zu beobachten.
Es gibt dort zudem große schwarze Meeresleguane mit dicken
Salzkrusten auf der vorsintflutlichen Schädeldecke. Ein schöner
lehrreicher Kurzaususflug für San Cristóbal - Besucher!
Es gibt insgesamt sieben Besucherstandorte auf San Cristóbal,
die größtenteils nur per Boot erreicht werden können.
Der nächstgelegene, der sogenannte Cerro de las Tijeretas (1)
oder “Fregattvogelfelsen”, ist allerdings von Puerto
Baquerizo Moreno aus sehr gut zu Fuß erreichbar (etwa 2 km).
Binden- u. Prachtfregattvögel nisten bei schöner Aussicht
über die Wreck Bay und das Städtchen.
Die von Fregattvögeln überflogene, und von Teichhühnern
und “Bahama”-Enten durchkreuzte, 700m hoch gelegene
Süßwasser-Kraterlagune El Junco (2) gilt als einzigste
ihrer Art auf ganz Galápagos. Sie liegt eine halbe Autofahrstunde
östlich von Puerto Baquerizo Moreno im präriehaften Hochland
der Insel. Eine schöne Aussicht auf die Küste und die
blaue See, sowie eine frische Brise, sind den Besuch wert.
Eine knappe Bootsstunde nordöstlich von Puerto Baquerizo Moreno
befindet das kleine Eiland Isla Lobos (3). Wie der Name schon sagt,
trifft der Besucher hier auf viele Kolonien von Seelöwen, die
sich auf dem kleinen Strand herumwälzen, oder unter einem einsamen
Mangrovenbaum auf der faulen Haut liegen. Blaufußtölpel
watscheln zwischen den teils schlüpfrigen Steinen umher. Guter
Einstieg für Galápagos-Besucher und Fotographen. Von
der panga (Beiboot) aus ist die mitunter glitschige Trockenlandung
mit Vorsicht zu genießen!
Zwei Bootsstunden nordöstlich von Baquerizo Moreno sticht der
zersplitterte Tuffkegel León Dormido (4), oder auch Kicker
Rock, wie eine Galápagos-Variante des Gibraltar-Felsens aus
dem indigoblauen Ozean. Erfahrene Kapitäne meistern die haarspalterische
Durchfahrt ohne Probleme. Seevögel nisten auf dem “schlafenden
Löwen”. Sporttaucher und Dämmerlicht- Fotografen
kommen hier besonders auf ihre Kosten. Anlegen ist nicht möglich.
Ganz in der Nähe des Kicker Rock befindet sich die kleine Mangrovenbucht
Caleta Sappho (5), oder auch Puerto Grande genannt.
Im nordöstlichen Teil von San Cristóbal befindet sich
La Galápagera (6), wo freilebende Riesenschildkröten
beobachtet werden können. Nach längerer Bootsfahrt muß
eine mehrstündige Wanderung hinauf ins Schildkrötenreservat
in Kauf genommen werden.
Der nordöstlichste Besucherstandort der Insel ist der Vulkankegel
Punta Pitt (7). Dies ist außer der Genovesa-Insel der einzige
Standort um Rotfußtölpel beim Brüten und bei der
Nahrungsaufnahme zu beobachten. Auch Blaufuß- u.
Maskentölpel, Fregattvögel, Gabelschwanzmöwen, Tropicvögel
und Madeira-Wellenläufer, gehen jeder auf seine Art dem Fischfang
nach. Tölpel tauchen von hoch oben pfeilgleich in den Ozean
ein. Gabelschwanzmöwen stellen nachts den zur Oberfläche
aufschwimmenden Tintenfischchen nach. Wellenläufer schnappen
geschwind kleinere Fische von der Wasseroberfläche weg, während
Tropicvögel weit draußen auf offener See tiefer untertauchen.
Fregattvögel hingegen sind echte Luftpiraten. Sie beobachten
auf ihren “Aufklärungsflügen” andere Seevögel
um ihnen im passenden Augenblick die Beute in der Luft zu rauben.
Española (61 qkm, max. Höhe 206m)
Die südlichste der Galápagos-Inseln gilt vor allem unter
Ornithologen als eine der aufregensten Beobachtungsplätze.
Mehrtägige Touren, die von San Cristóbal aus starten,
steuern die 14 km lange und 7 km breite Insel meistens zuerst an.
Es gibt auf Española zwei sehr lohnenswerte Besucherstandorte
- den atemberaubend schönen Muschelstaub-Strand der türkisfarbenen
Bahía Gardner (8) im Nordosten, und die felsig-grasige Klippen-Landzunge
Punta Suárez (9) am äußersten Westzipfel der Insel,
deren ansonsten grüne Vegetation besonders in den Monaten von
Juli bis September furztrocken erscheint.
In der paradiesischen Gardner-Bucht, die ihren Namen dem vorgeschobenen
Felsinselchen am Zugang zur Bucht verdankt, ist von der panga aus
eine Naßlandung angesagt. Schnorchelfreunde kommen in den
ruhigen Gewässern voll auf ihre Kosten. Neben Hundshaien können
Engels- u. Pufferfische, sowie zahlreiche Seeigel und andere buntschillernde
“Aquariumbewohner” beobachtet werden. Seelöwen
tummeln sich am langen Strand, der zu einem sinnenfreudigen Spaziergang
einlädt. Vorsicht bei den Bullen! Man sollte den nackenstarken
“Haremsbesitzern” (bis zu 25 Weibchen) auf keinen Fall
zu nahe kommen. Die Hauerzähne eines ausgewachsenen Seelöwen
könnten eine bösartig klaffende Wunde verursachen. Von
Unfällen mit allzu aufdringlichen Touristen wird hin und wieder
berichtet.
Endemische Hood-Spottdrosseln und Darwinfinken trillern in der stacheligen
Buschlandschaft hinter dem Strand, oder untersuchen neugierig die
Tagesrucksäcke der Touristen. Große Meerechsen und flinke
Klippenkrabben sonnen sich auf den Steinen. Die schwarzen Punkte
im weißen Babypuder-Sand sind übrigens winzige Basaltpartikelchen,
die sich im Lauf der Entstehungsgeschichte mit dem feinen Muschel-
u. Korallenstaub vermischten. Unter strahlend blauem Himmel bleibt
diese herrliche Bilderbuch-Bucht sicherlich einem jeden Touristen
für immer und ewig im Gedächnis hängen.
Die westliche Suárez-Spitze gehört mit zu den Höhepunkten
einer jeden Galápagos-Kreuzfahrt. Nach einer Trockenlandung
inmitten einer Seelöwenkolonie führt ein etwa 2 km langer
Rundwanderweg den Besucher auf die andere Seite der Landzunge. Der
steinige Pfad wird von nistenden Blaufußtölpeln und teils
rotgrau-gefärbten Hood-Meerechsen in Anspruch genommen. Es
bedarf einigen Ausweichmanövern um nicht auf die Tiere zu treten.
Nicht mal die vielen Lava-Eidechsen fürchten sich vor den Fußstapfen
der Touristengruppen.
Die in Löchern brütenden Urzeit-Leguane scheinen den Besuchern
vor die Füße zu spucken. Dies ist nicht persönlich
zu nehmen - sie versprühen in Wirklichkeit aus ihren Nasenlöchern
überschüssiges Salz. Die trägen Meerechsen suchen
nur Schatten auf, wenn ihre Körpertemperatur auf über
38 Grad ansteigt. Die Männchen können bis zu 100m weit
rausschwimmen um Futter zu suchen.
Die Maskentölpel, welche etwas größer als ihre blaufüßigen
Kollegen sind, nisten nur auf den Klippen, da sie nicht von Land
aus starten können. Sie müssen beim Abflug immer zuerst
von den Felsen ins Wasser springen. Die Nester der Blaufußtölpel
hingegen befinden sich mehr landeinwärts. Alle 7-9 Monate liegen
zwei bis drei unterschiedlich große Eier unmittelbar auf dem
Boden. Somit findet man das ganze Jahr über brütende Paare
vor. Die Männchen sind von den Weibchen leicht an ihren kleineren
Pupillen zu unterscheiden. Während der Balz leiten die Paare
einen entzückenden Liebestanz ein. Dabei schnarrt das Weibchen
verführerisch, während das Männchen elegant pfeifend
um seine Angebetete herumstolziert!
Neben den zahlreichen Blaufußtölpel-Kolonien trifft der
Besucher an der Punta Suárez von Mitte März bis Ende
Dezember auch auf die großen Galápagos-Albatrose. Española
ist fast der einzige Ort auf der ganzen Welt, wo die größten
unter den tropischen Pazifik-Seevögeln brüten - etwa 12.000
Paare. Einige wenige Brutpaare wurden inzwischen auch auf der Isla
del Muerto im Guayas-Delta entdeckt. Die am Boden behäbigen
Albatrose benötigen eine lange “Landepiste”. Die
flache Española-Insel kommt ihnen da wie gelegen, wo sie
vor jeder Landung erst mehrere Schleifen drehen müssen. Beim
Start gehen sie meist “zu Fuß” an den Rand der
Klippen, wo sie sich dann “Hals über Kopf” in die
tragenden Aufwinde stürzen.
Ihre Flügelspannweite kann bis zu 2,40m betragen. Auf ihren
weiten Reisen gelangen sie zwischen Januar und März auch an
die peruanische Küste.
Zu den weiteren Natursehenswürdigkeiten auf Española
zählen ebenso die vielen Gabelschwanzmöwen, Galápagos-Tauben,
Rotschnäbelige Tropicvögel und frechen Hood-Spottdrosseln.
Auch der Galápagos-Bussard kann ganzjährig auf Española
angetroffen werden. Der größte Tiervertilger auf dem
Archipel ernährt sich auf dieser Insel hauptsächlich von
den Jungvögeln der Blaufußtölpel, von kleinen Leguanen
und auch größeren Lava-Eidechsen.
Eine zusätzliche Attraktion der Suárez-Spitze ist eine
10-20m hohe Wasserfontäne, das sogenannte “Blasloch”,
um das sich ganz besonders gerne Meerechsen scharren. Dieses hueco
soplador entsteht durch den Druck der anbranndenden Wellen zwischen
den Klippen. Es gibt übrigens noch ein zweites, mit dem Fernglas
leicht auszumachendes Blasloch im weiteren Klippenverlauf.
Santa Fé (24 qkm, max. Höhe 259m)
Ein bis zwei Bootsstunden (je nach Motorkraft) östlich von
Puerto Ayora auf Santa Cruz, liegt die meist von Opuntia-Kakteenwäldchen
und Palo Santo-Bäumchen überzogene Felseninsel (10) des
“Heiligen Glaubens”. Die Ausflugsboote ankern in einer
herrlich blau-grünen Bucht, die zum baden und schnorcheln mit
tropischen “Aquariumfischen”, friedliebenden Weißspitzenhaien,
Adlerrochen, Meeresschildkröten oder verspielten Seelöwen
einlädt. Eine Naßlandung an einem schönen Sandstrand
führt zu einem kurzen Rundwanderpfad. Große gelbe Landleguane,
wie sie mit ihrer hellen Farbschattierung nur auf Santa Fé
zu sehen sind, kreuzen den Weg. Die Opuntia-Kakteen direkt über
den Klippen erreichen auf dieser Insel die beachtliche Höhe
von über 6 Metern, und können bis zu 80 Jahre alt werden.
Außer ein paar Blaufußtölpeln und Pelikanen gibt
es auf Santa Fé fast keine Vögel. In der Regenzeit von
Ende Dezember bis Anfang Juni wimmelt es allerdings von plagenden
Moskitos. Auch der zutrauliche Galápagos-Bussard oder die
ungiftige Galápagos-Schlange können hier gesichtet werden.
Die ebenfalls endemische Galápagos-Ratte ist hingegen nur
nachts aktiv.
Santa Cruz (986 qkm, max. Höhe 864m)
Die geographisch zentrale und am meisten bevölkerte Santa Cruz
- Insel ist zugleich die zweitgrößte des Archipels. Vierfünftel
von allen Galápagos-Kreuzfahrten starten vom Hauptstädtchen
Puerto Ayora aus, daß an der südlichen Küste der
Insel liegt. Alle im Inselreich verkehrenden Touristen-Boote gelangen
früher oder später in die Academy Bay, dem natürlichen
Hafenbecken von Puerto Ayora - mit über 10.000 Einwohnern der
größte Ort des Archipels, und gleichzeitig auch der touristisch
aufgemotzteste.
Erstes Ziel der ankernden Yachten ist die berühmte Charles
Darwin Station (11). Aufgrund des geringeren Touristenandrangs empfiehlt
es sich die Charles Darwin Research Station so früh wie möglich
zu besuchen. Geöffnet wird werktags von 8-12, bzw. 13-16 Uhr.
An Samstagen ist die Station von 8-12 Uhr dem Publikumsverkehr freigegeben.
Der kurze Weg vom Ort (oder vom eigens dafür bestimmten Anlegesteg),
führt zunächst durch dichte “rote” und “schwarze”
Mangrovenwäldchen. Die Blätter des mangle rojo sind breit
und fleischig grün, während die Blätter des mangle
negro schmal und grau-grün sind. Im weiteren Verlauf geht der
mit Lavasplittern ausgelegte Weg durch einen endemischen Wald voller
langstachliger Feigen- (opuntia) u. Kandelaberkakteen (tuna), behaarten
Muyuyo-, dornigen Akazien (algarrobo) und giftigen Manzanillo-Bäumchen,
sowie vielen anderen für Galápagos
charakteristische Pflanzenarten. Einem informativen Besucherzentrum,
einem Museum, und einer Schildkröten-Aufzuchtstation gehört
allerdings das Hauptaugenmerk der Touristen. Publikumsliebling der
Station ist der “einsame Georg” (“Lonesome George”
o. “Jorge Solitario”). Georg ist der einzige traurige
Überlebende einer von der Pinta-Insel stammenden Riesenschildkrötenart.
Alle Versuche das über 50 Jahre alte Männchen mit Weibchen
ähnlicher Unterarten zu kreuzen, sind bisher fehl geschlagen.
Georg zeigt kein besonderes Interesse an seinen Gespielinnen.
Auch die künstliche Besamung, welche bei Reptilien äußerst
schwierig erscheint, hat leider zu keinem Ergebnis geführt.
Mit dem Tod des einsamen Panzertieres wird auch diese Schildkrötenrasse
aussterben, womit von ursprünglich 14 Unterarten nur noch 10
übrigbleiben werden (drei wurden bereits im letzten Jahrhundert
von massakrierenden Seefahrern ausgerottet). Für das Auffinden
einer gleichrassigen Partnerin ist eine Belohnung von 10.000 Dollar
ausgesetzt. Nicht wenige Besucher und Naturforscher sind widerum
der Meinung den “einsamen Georg” auf seine Heimatinsel
Pinta zurückzubringen, wo er zumindest in seiner natürlichen
Umgebung einen langen Lebensabend verbringen soll, und dabei eventuell
auf eine bisher unbekannte Partnerin stoßen könnte.
Auf Santa Cruz trifft der Besucher auf alle im Galápagos-Archipel
vorherrschenden Vegetationszonen. Eine neue Straße, die teils
schnurstracks mitten durch die Insel verläuft, und Puerto Ayora
mit dem Flughafen auf der Insel Baltra verbindet, ermöglicht
bereits bei der Ankunft einen groben Eindruck von der Kakteen- und
Palo Santo-Landschaft im unteren trockenen Bereich und den Scalesia-Wäldern
(Baumsonnenblumen) im feuchten Hochland, von den Einheimischen Zona
Alta genannt.
Eine für landwirtschaftliche Zwecke freigegebene Zone wird
im Süden der Insel von der durchgehend asphaltieren Straße
durchkreuzt, bevor diese dann wieder zur Küste nach Puerto
Ayora abfällt.
Puerto Ayora
ist ein sauberes Städtchen mit teils gepflasterten Sträßchen,
an dessen geschwungener Uferpromenade Avenida Charles Darwin entlang
des Yachthafens sich Tourbüros, Andenkenläden, Restaurants,
Kneipen, Diskotheken und Hotels ein Stelldichein geben. Der vor
allem in den letzten fünf Jahren rasch angewachsene Ort ist
Hauptausgangspunkt für mehrtägige Inselausflüge.
Weltensegler aus allen Kontinenten machen in der Academy Bay Halt.
Von einfachen “Nußschalen” aus Holz, Gummi und
Glasfiber, über halbverrostete Fischkutter, bis hin zu den
fantastischsten, mit allen Schikanen ausgestatteten Luxusyachten,
können in der von Seelöwen und großen braunen Pelikanen
heimgesuchten Bucht bestaunt werden.
Übernachten
Der in Puerto Ayora gebotene Hotel-Komfort kann praktisch in drei
Preisklassen unterteilt werden: teuer, sehr teuer, oder ökonomisch.
Bereits für 10 USD gibt es schon anständige Übernachtungsmöglichkeiten.
Wer allerdings auf etwas Genießerisches wert legt, muß
meist gleich viel tiefer in die Tasche greifen. Dabei rechtfertigt
ein 80 o. 100 USD-Hotel nicht unbedingt die hohe Ausgabe - denn
Luxushotels gibt es auf Galápagos bislang noch keine (ein
millionenschweres “Moby Dick” ist in Planung). Die Preise
der angenehmsten Santa Cruz - Hotels entsprechen nichtsdestotrotz
den teuersten Etablissements auf dem Festland. Wer es sich leisten
kann, sollte sich dennoch den meist kurzen Aufenthalt so angenehm
wie möglich gestalten. Mit Sparen kommt man auf den Inseln
sowieso nicht allzu weit!
Essen
Gute Auswahl und gesalzene Preise bestimmen in erster Linie die
Gourmet-Kultur von Puerto Ayora. Nichtsdestotrotz gibt es auch ein
paar preiswerte Speiselokale, die durchaus schmackhafte Mahlzeiten
anbieten - meist aus den Tiefen des Ozeans oder dem Innern eines
abgeschlachteten Schweines. Das beste und teuerste Essen wird mitunter
in den “genießerischen” Hotels auf Vorbestellung
serviert. Dabei wird aufgrund seines filtrierten Frischwassers ganz
besonders das “Hotel Galápagos” empfohlen. Salate
können dort bedenkenlos verzehrt werden!
Tauchen & Schnorcheln
Mit dem Tauchsport geht es auf Galápagos jetzt erst richtig
los. Mehrere Spezialanbieter bemühen sich inzwischen um den
immer größer werdenden Kundenkreis.
Besucherstandorte auf Santa Cruz
Es gibt auf Santa Cruz insgesamt zehn Besucherstandpunkte, die entweder
auf dem Land- oder Seeweg (bzw. auch kombiniert) zu erreichen sind:
Neben der seit Jahrzehnten erfolgreich betriebenen Schildkrötenaufzucht
gilt das heutige Hauptaugenmerk der bereits erwähnten Charles
Darwin Research Station (11), am Ortsrand von Puerto Ayora, vor
allem der Ausrottung eingeschleppter Tierarten wie den etwa 100.000
Ziegen auf der Insel Isabela, welche eine ernsthafte Gefährdung
des ökologischen Gleichgewichts darstellen. Während die
in den letzten Jahrhunderten von Piraten und Walfängern als
Proviantstütze eingeführten Ziegen auf dieser größten
der Galápagos-Inseln die Elefantenschildkröten und andere
endemische Tierarten um ihre Nahrungsplätze berauben, konnten
sie auf sechs kleineren Inseln des Archipels bereits erfolgreich
ausgemerzt werden. Mindestens fünf Millionen US-Dollar werden
benötigt um Isabela von der Ziegenplage zu befreien. Ein natürlicher,
scheinbar unüberwindbarer Lavasteinwall, der den Norden vom
Süden der Insel trennt, und den Aktionsradius der Ziegen zumindest
bisher auf die südlichen Zonen beschränkt hatte, wurde
von den kletterfreudigen “Vegetationszerstörern”
vor einigen Jahren überwunden. Somit sind heute auch tausende
von Riesenschildkröten, die sich auf dem urzeitlich-fantastischen
Kraterboden des gewaltigen Alcedo-Schildvulkans im zentralen Bereich
der Insel seit Jahrtausenden geruhsam in den Schlammtümpeln
suhlen, durch die einfallenden, alles kahl fressenden “Wüstenschaffer”
in ihrer Existenz bedroht.
Sämtliche bisherigen Versuche - unter anderem organisierte
Jagdexpeditionen oder der geplante Bau einer quer durch die Insel
gezogenen Mauer zur Abwendung der marodenden Ziegen, Esel, Schweine
u. verwilderten Hunde - scheiterten in erster Linie an finanziellen
Barrieren. Ein gemütsbewegender Dokumentarstreifen über
dieses hartnäckige Problem kann auf Wunsch im Informationszentrum
der “Charles Darwin Station” gesehen werden. Schießwütigen
Touristen werden diesbezüglich Tür und Tor geöffnet.
Das massenhafte Ausmerzen insbesonders der Ziegenhorden auf der
unwirtlichen Isabela-Insel dient schließlich nur der Erhaltung
ihrer zauberhaften, einzigartigen, und unwiderbringlichen Flora
und Fauna.
Wenige Kilometer südwestlich von Puerto Ayora befindet sich
der wunderbar weiße wie feinsandige Badestrand der Tortuga
Bay (12). Eine gute Dreiviertelstunde muß für den herrlichen
Spaziergang vom Ortszentrum zur “Schildkrötenbucht”
veranschlagt werden. Der etwa 5 km lange, teils mit Lavasteinen
gepflasterte Weg, beginnt an der linken Straßenecke Padre
Julio Herrera u. Charles Binford (vom Malecón kommend), schräg
gegenüber dem staatlichen Colegio Galápagos - ist ausgeschildert!
Die schöne, mit Opuntia-Kakteen durchzogene typische Galápagos-Landschaft
auf dem Weg zum Strand, ist allein schon die kleine Mühe wert.
Wer noch eine weitere Dreiviertelstunde dranhängen möchte,
kommt sogar noch an einen exklusiveren Strand, wo im nahen Hinterland
auch Flamingos zu beobachten sind.
Der angeblich gröbte Lavatunnel (13) der Welt liegt etwa 8
km nordöstlich von Puerto Ayora an einem Ort namens Salasaca.
Es geht vom Dörfchen Bellavista noch einen Kilometer weiter
nach Osten (rechts) weg. Die tuneles sind über 2 km lang, teils
wild verzweigt, und auf mehrere Stockwerke verteilt. Gutes Schuhwerk
und starke Stirnlampen sind unbedingt erforderlich.
Nichts für herkömmliche Touristen - die Begleitung eines
Führers wird empfohlen! Trekkingerfahrene können den Tunnel
allerdings auch auf eigene Faust besuchen. Es geht entweder mit
dem Bus bis Bellavista, und dann bis zur finca von Herrn Miguel
Angel Arias zu Fuß - oder mit einer Camioneta-Taxi von Puerto
Ayora, bzw. mit dem geliehenen Fahrrad. Nähere Informationen
gibt der Tunnel-Grundstücksbesitzer Miguel Angel Arias und
seine Frau Bolivia. Er wohnt am Ende der Calle 61, jeder Camioneta-Taxifahrer
kennt ihn!
Ein weiterer Besucherstandort in der Hochland-Region bei Bellavista
ist der halbmondförmige Krater Media Luna oder Puntudo (14),
etwa eineinhalb Stunden in nördlicher Richtung von dem Dörfchen
entfernt. Ebenso in der Zona Alta, 4 km vor dem Dörfchen Santa
Rosa, liegen die beiden Zwillingskrater Caldera Los Gemelos (15).
Neben den dort beheimateten Farnen (es gibt auf Galápagos
etwa 300 Arten), befindet sich in der näheren Umgebung der
bis zu 70m tiefen und 280m langen Trichterkessel ein sehr hübscher
Scalesia-Wald. Der beeindruckendere der beiden senkrecht einfallenden
Zwillinge liegt von Puerto Ayora aus betrachtet auf der linken Seite
der Asphaltstraße, und ist bereits nach wenigen Minuten Fußweg
zu erreichen.
Riesenschildkröten in ihrer natürlichen Umgebung können
im Reservat von El Chato (16) - auch als La Caseta bezeichnet -
beobachtet werden. Es geht zunächst mit einem Bus o. einer
Taxi-Camioneta bis ins Dörfchen Santa Rosa im Bergland. Von
hier aus führt ein etwa zweistündiger Pfad (einfache Wegstrecke!)
bis hinunter zum Reservat. Festes Schuhwerk anziehen! Die Mitnahme
eines Führers ist empfehlenswert, da sich schon Leute verlaufen
haben. Der Pfad führt anfangs durch landwirtschaftliche Nutzflächen,
bevor der immergrüne Nebelwald des Schildkröten-Reservates
beginnt.
Zwei weitere, weniger angesteuerte Besucherstandorte, die nur mit
dem Boot erreicht werden können, sind an der Westküste
die Bahía Ballena (17) - die “Walfischbucht”,
und die etwas weiter nördlich davon gelegene Conway Bay (18).
Letzterer ist kein besonders spektakulärer Standort, sodoch
ausgezeichnet um Gabelschwanzmöwen und wiederausgesetzte Landleguane
an den nahen Hügeln Cerro Dragón u. Cerro Montura zu
beobachten. Ein erfolgreiches Programm zur Ausrottung verwilderter
Hunde, die der dortigen Leguankolonie einst größten Schaden
zufügten, ist in vollem Gange. Es gibt in dieser Gegend heute
wieder mehr denn je von den prähistorischen Echsen. Neben einer
Lagune, wo man eventuell auf Flamigos trifft, befinden sich bei
der Conway-Bucht noch die sogenannten Canales de Venecia (“Kanäle
von Venedig”), einem Mangrovengebiet ähnlich der von
“Caleta Tortuga Negra” an der Nordküste der Insel
Santa Cruz.
An der Nordküste liegt der hübsche Meeresschildkröten-Strand
Playa de las Bachas (19), der eintreffenden Neuankömmlingen
am Flughafen von Baltra manchmal zuerst vorgeführt wird. Ebenso
an der Nordküste, ganz in der Nähe des Itabaca-Kanals
zwischen Santa Cruz und Baltra, befindet sich die herrlich unberührte
Mangrovenbucht Caleta Tortuga Negra (20). In dem vielverzweigten
mangle-System können von der panga aus schwarze Meeresschildkröten,
Weißspitzenhaie, Adlerrochen oder Kuhnasenrochen, in aller
Ruhe beobachtet werden. In der Regenzeit wird ein starkes Insektenmittel
gegen die zahlreichen Bremsen (tabanos) benötigt. Dieser faszinierende
Besucherstandort kann sowohl mit einer Tagestour von Puerto Ayora
aus, als auch während einer mehrtägigen Kreuzfahrt angesteuert
werden.
Baltra (27 qkm, max. Höhe 80m)
Die meisten Galápagos-Besucher werden mit dem TAME-Flugzeug
auf der militarisierten Baltra-Insel eintreffen. Spätestens
im Flughafengebäude muß die Nationalparkgebühr von
80 USD, sowie eine einmalige Gemeindesteuer von 12 USD (impuesto
municipal) entrichtet werden. Die beiden dafür ausgestellten
Quittungen sollten möglichst nicht verloren gehen.
Sie gelten für die gesamte Aufenthaltsdauer auf den Inseln.
Von hier aus geht es mit dem Bus der “Transportes Aereos Militares
del Ecuador” in wenigen Minuten bis zum Itabaca-Kanal weiter
(unverschämte 2.50 USD), wo auf das Fährboot zur Santa
Cruz - Insel umgestiegen wird. Die kurze Überfahrt mit dem
transbordador kostet nicht mehr als 0.50 USD. Am anderen Ufer wartet
bereits der CITTAG-Bus um die Touristen in etwa einer Stunde ins
etwa 40 km entfernte Puerto Ayora an der südlichen Küste
von Santa Cruz zu bringen (2.50 USD).
Individualreisende müssen für die drei Tickets selbst
bezahlen. Bei organisierten Reisegruppen erledigt sich dies eventuell
von selbst. Nach einem Besuch der “Charles Darwin Station”
in Puerto Ayora werden Pauschalreisende dann in der dortigen Academy
Bay sogleich auf ihre Yacht steigen und in See stechen.
Plaza Sur (1.100 x 200m, max. Höhe 25m)
Nur die südlichere der beiden Plaza-Eilande, direkt gegenüber
den östlichen Steilklippen von Santa Cruz gelegen, ist als
Besucherstandort (21) ausgeschrieben. Er gilt als einer der interessantesten
Plätze auf Galápagos. Die von Ende Juni bis Anfang Januar
recht trockene Insel nimmt mit seinen auffälligen Sesuvium-Mattengeflechten
(Hauswurz o. Roter Korallenstrauch) während der Regenzeit einen
grün-gelben, geradezu sommerlich “schottischen”
Charakter an. In der Trockenzeit hingegen bildet das Pflanzengeflecht
einen roten Teppich über weite Teile des Eilandes. Lediglich
der Opuntia-Kakteenwald, der bereits am von Seelöwen beanspruchten
Landungssteg beginnt, und von trillernden Darwinfinken und großen
gelb-rotbraunen Landleguanen beheimatet wird, kann über das
farbenprächtige “nordisch-schärenhafte” Flair
dieser außergewöhnlichen Fels- u. Kliffinsel hinwegtäuschen.
Über den südlichen Klippenwänden von Plaza Sur befinden
sich die Brutplätze von Gabelschwanzmöwen, Fregattvögeln,
Tropicvögeln, Audubons-Sturmtauchern und Maskentölpeln.
Die Hauptattraktion der Insel sind jedoch die vielen Seelöwen.
Diese haben dort sogar einen Badetümpel, der von allen Mitgliedern
der Kolonie ohne jegliche Territorialansprüche genutzt wird.
Die eifersüchtigen Bullen machen nur in direkter Nähe
zum Wasser oder auch im Wasser selbst Ärger. Es ist ein herrliches
Schauspiel den Jungtieren bei ihrem Geplansche zuzusehen!
Eine andere Seelöwenkolonie lebt oben auf dem Hügel über
der Klippe. Sie besteht nur aus Junggesellen und Alten, d. h. machos,
die kein einziges Weibchen mehr auftreiben konnten. Diese zwangspensionierten
Bullen gelten als besonders aggressiv, man sollte sich ihnen nur
mit einem gewissen Sicherheitsabstand nähern. Lautes “In-die-Hände-klatschen”
wirkt bei besonders aufdringlichen Bullen, die es auf noch aufdringlichere
Touristen abgesehen haben, manchmal Wunder. Sie machen meist verunsichert
eine Kehrtwende. Eine Garantie dafür kann bei dem häufigen
Geklatsche jedoch auf keinen Fall gegeben werden!
Seymour Norte (1,9 qkm, max. Höhe 30m)
Das kleine, aus dem Ozean hochgeliftete Lavaplateau der nördlichen
Seymour-Insel, ist nur durch eine schmale Meeresenge von der südlicher
gelegenen Baltra-Insel (früher “South Seymour”)
getrennt. Eine mitunter etwas schlüpfrige Trockenlandung ist
auf den schwarzen Lavafelsen des von Seelöwen und Klippenkrabben
bevölkerten Ufers angesagt! Ein eineinhalb Kilometer langer
Rundweg führt die Besucher über die steinige, windig flache
Insel, die vor allem an der Spritzwasserzone (insbesonders während
der Regenzeit) von Salzbüschen (monte salado) überzogen
und mit Schlammpfützen übersäat ist.
Besonders aufregend erscheint dieser Besucherstandort (22) aufgrund
der vielen Prachtfregattvögel, deren Männchen während
der Balzrituale ihren schillerndroten Kehlsack zu einer beachtlichen
Größe aufblasen. Dabei ergattern die Männchen mit
dem schönsten und dicksten Blasebalg auch am schnellsten eine
Geliebte. Um ihrer unumstrittenen Potenz noch mehr Ausdruck zu verleihen,
schütteln sie oftmals würdevoll ihren luftgefüllten
Sack, spreizen aufgeregt ihr Federkleid, und rasseln verführerisch
mit dem Schnabel. Die Weibchen haben einheitlich schwarze Federn,
die Babies hingegen einen weißen “punkigen” Flaum.
Neben anderen Fregattvogelarten gibt es außerdem noch Kolonien
von Blaufußtölpeln und Seelöwen, sowie jede Menge
roter Klippenkrabben. Bei den zahlreichen schwarzen Meeresechsen
handelt es sich übrigens um die einzigen ihrer Art auf Galápagos.
Man kann ihnen auch beim Landgang beim fressen zuschauen. Andere
Unterarten tun dies sonst ausschließlich auf dem Meeresgrund.
Mosquera (120 x 600m, max. Höhe 2m)
Das kleine, direkt der Seymour Norte - Insel vorgelagerte Eiland
(23), bietet in erster Linie einen hübschen Badestrand mit
hunderten von blökenden Seelöwen. Wie bei anderen Kolonien
sollte auch hier beim Schwimmen nach heranpreschenden Bullen mit
“Stiernacken” Ausschau gehalten werden. Für kurze
Schnorchelausflüge wird Mosquera manchmal von den Kreuzfahrt-Yachten
angesteuert. Kein sensationeller Besucherstandort, sodoch gut genug
um sich wenigstens für ein Weilchen von den vielen buntgekleideten
Touristengruppen auf Seymour und Plaza Sur zu erholen.
Daphné Mayor (650 x 800m, max. Höhe 120m)
Die beiden islotes der Daphne-Kraterkegel Mayor und Menor ragen
etwa 10 km westlich von Baltra eindrucksvoll aus dem Ozean hervor.
Als Besucherstandort ist lediglich die größere der von
roten Korallensträuchern, Feigenkakteen und Weißgummibäumen
überzogenen Eilande (24) freigegeben. Wobei die strenge Nationalparkverwaltung
eine Landung auf Daphne Mayor nur einmal pro Monat erlauben kann,
und dies dann auch nur einem einzigen Boot gestattet. Die kleine
Insel gilt als wichtiger, und aufgrund des stark erodierenden Gesteins
(durch zuviele Touristen-Fußtritte) leicht zu gefährdenter
Brutplatz von Blaufuß- u. Maskentölpeln. Bei besonders
rauhem Seegang wird dort ohnehin nicht angelegt.
Ein steiler, etwa halbstündiger Pfad, führt im Zickzack
bis hoch auf den Tuffkegel, und verläuft dann auf dem Kraterrand
weiter. Auf versehentliche Fehltritte sollte bei dem extrem lockeren
Gestein besonders geachtet werden.
Diese “Ausrutscher” könnten u. U. die Nistplätze
der Vögel zerstören! Nach dem Aufstieg bleibt der faszinierende
Blick auf den flachen Kratergrund zuerst auf den vielen brütenden
Blaufußtölpeln hängen, die hier ein völlig
ungestörtes Dasein führen. Neben Maskentölpeln, Rotschnabel-Tropicvögeln,
Gabelschwanzmöwen und Fregattvögeln, kann der privilegierte
Besucher zwischen den Opuntia-Kakteen auch auf eine Reihe von Darwin-
u. Kaktusfinken stoßen.
Zwei amerikanischen Naturwissenschaftlern der Princeton University
gelang es hier nach zwanzigjähriger Forschungsarbeit an den
Finken zum erstenmal, den Evolutionsprozess sichtbar zu messen und
zu dokumentieren.
Nach Ausmessung eines jeden einzelnen Finkenschnabels, im Zusammenhang
mit der Größe der aufgepickten Nahrungsbrocken, konnte
ihre Anpassung an eine sich ständig verändernde Umweltsituation
erfolgreich dokumentiert werden. Mit den Wechselwirkungen der Regenfälle
verändert sich auch die Zugänglichkeit zu den unterschiedlichen
Nahrungs-Samen. Finken mit den dafür jeweils optimal angepaßten
Schnäbeln haben somit die weitaus besseren Überlebenschancen.
Sombrero Chino (700 x 450m, max. Höhe 52m)
Der scheinbar auf dem Wasser schwimmende “Chinesenhut”,
wenige Meter vor der bizarren rotbraunen Kegel- u. Kakteenküste
der mächtigen Santiago-Insel gelegen, wirkt fast zu fantastisch
und unwirklich, als daß man ihn mit Worten beschreiben könnte.
Das winzige hutförmige Eiland ist sicherlich einer der ganz
großen Höhepunkte eines jeden Galápagos-Besuches.
Die geradezu “außerplanetarische” Beschaffenheit
dieses vulkanischen Naturmonuments, mit seiner rauhen, teils messerscharfen
Oberfläche, und der brilliantklaren blaugrünen Meeresbucht
(die den Chinesenhut von Santiago trennt), macht diesen außergewöhnlichen
Besucherstandort (25) zu einem obligatorischen Stop für alle
Boote und Yachten.
Nach einer Naßlandung an einem “gepuderten” Miniatur-Sandstrand
auf der nördlichen Seite des Eilandes, führt ein knapp
500m langer Pfad - entlang des mit Lavatunneln und Pommessteinen
bespickten Ufers - bis an die dem offenen Ozean vorgelagerte Kliffküste.
Dieser himmlische Spaziergang ist besonders am späten Nachmittag
zu empfehlen, wenn die satten Strahlen des Farbdia-gleichen Tageslichts
in die aufschäumenden Wellenbrecher eintauchen, und sich hunderte
von “mariguanas” (Meeresechsen) eine erfrischende Dusche
auf den Klippen gönnen.
Unter den vielen Seelöwen sticht vor allem ein gewaltig schimpfender
supermacho mit langen Schnauzbarthaaren und einem enormen “Stiernacken”
ins Auge. Er ist etwa dreimal so groß wie seine zahlreichen
Weibchen.
Weitere Bewohner des Hut-Eilandes sind die abertausenden von Lava-Eidechsen,
einige scharfsichtige Galápagos-Bussarde, sowie Lava-Reiher,
Pelikane und Pinguine. In der kleinen Bucht geben sich Hammerhaie,
Manta-Rochen, tropische Zierfische und weiße Ausflugsyachten,
ein mitunter sensationelles Rendevous.
Bartolomé (1,2 qkm o. 900 x 2.200m, max. Höhe 114m)
Das herrliche Panorama vom Bartolomé-Aussichtsfelsen (26)
auf die Sullivan Bay mit ihrer charakteristischen Felsnadel Pinnacle
Rock (27), und der gegenüberliegenden Santiago-Insel im Hintergrund,
ist wohl die meist verkaufteste Ansichtskarten-Impression des Galápagos-Archipels.
Hier oben hüpft die Herzen der Fotografen, und das allein schon
der 374 Stufen wegen, die es nach einer Trockenlandung bei der 40-minütigen
Besteigung des staubigen Vulkanfelsens zu bewältigen gilt.
Die junge unwirkliche Kraterlandschaft im direkten Umfeld des Aussichtspunktes,
läßt für “Ufologen” keinerlei Wünsche
offen. Man fühlt sich wie auf einen fremden sauerstoffhaltigen
Planeten an irgendeiner entlegenen Ausfahrt der Milchstraße
versetzt! Die 60.000 Touristen, die alljährlich auf Bartolomé
eintreffen (praktisch alle Galápagos-Besucher), können
dies nur bestätigen!
Für die Besteigung des Panoramafelsens wird der frühe
Vormittag empfohlen. Am Nachmittag schaut der Betrachter vom Gipfel
aus der untergehenden Sonne entgegen. Weit unterhalb des mirador
(Aussichtspunkt) streckt sich die fischförmige Bartolomé-Insel
mit ihren beiden feinkörnigen Zwillings-Sandstränden und
den dazwischen liegenden Mangroven hin. Die berühmte “Zinnenspitze”
rechts davon nimmt mit ihrer leichten Schräglage die etwaige
Form des “Turm von Pisa” ein. Sehr beeindruckend ist
auch ein kreisrunder Unterwasserkrater, der ein natürliches
Schwimmbecken im Ozean bildet.
Beim Auf- und Abstieg begegnet man flinken Lava-Eidechsen, die von
den endemischen, auf nackter Lava gedeihenden Kakteen, und den grauen,
extrem trockenheitsresistenten Coldenia-Büscheln fressen. Tiere
sind auf Bartolomé jedoch sehr wenig zu sehen.Unter Wasser
gibt es dafür umso mehr! Schnorchelfreunde werden an dem für
Anfänger idealen Tauchgang um den Pinnacle Rock herum ihre
Freude haben. Auch Badebesucher kommen hier voll auf ihre Kosten.
Ein kurzer Pfad verbindet die Dünen der beiden Zwillingsstrände
miteinander.
Am Strand auf der anderen Seite der Anlegebucht ist Schwimmen allerdings
nicht erlaubt. Er lädt dafür zu einem genußreichen
Spaziergang ein. In den Monaten von Dezember bis März können
hier ausruhende Meeresschildkröten beobachtet werden. Sie warten
auf den Einbruch der Dunkelheit, um in den Dünen ihre Eier
abzulegen. Ein gewisser Abstand zu den Tieren sollte unbedingt gewahrt
werden. Ziehen sich die Weibchen aus Furcht vor dem Menschen ins
Wasser zurück, laufen sie sogar Gefahr zu ertrinken. Die kopulationsfreudigen
Männchen “patrullieren” direkt vor der Küste.
Ein wiederholtes Besteigen der völlig entkräfteten Weibchen
hat für diese manchmal fatale Folgen.
Santiago (585 qkm, max. Höhe 907m)
Santiago, auch San Salvador genannt, ist die viertgrößte
Galápagos-Insel, und nach Isabela und Fernandina auch die
dritthöchste. Die von teils mondartiger Kraterlandschaft durchzogene
isla verfügt über insgesamt vier Besucherstandorte, die
allerdings nicht mit allen Ausflugsbooten angesteuert werden können.
In der wunderschönen Sullivan Bay (28), genau gegenüber
des vielbesuchten Bartolomé-Inselfelsens. gibt es zwei sehr
kleine Sandstrände, die in der Brutzeit von Meeresschildkröten
aufgesucht werden. Seelöwen tauchen zur Begrüssung der
Touristen auf. Hauptattraktion dieses Besucherstandortes ist jedoch
ein sehr breiter, etwa 100 Jahre “junger” Lava-Ausfluß.
Rötliche Schlackenkegel, sowie erkaltete Strudel, Schlingen,
Schleifen und Kräusel prägen die bizarre Oberfläche.
Der 2 km lange Pfad über die “frische” Lava nimmt
über eine Stunde in Anspruch.
Besonderer Leckerbissen von Santiago ist der Sugarloaf Mountain
in der nordwestlichen James Bay (29). Charles Darwin ging in dieser
Bucht vor etwa 150 Jahren vor Anker. Nach einer Naßlandung
im ehemals bevölkerten Puerto Egas, an einem schwarzen Strand
voller Meeresechsen, führt ein ca. einstündiger Pfad auf
den knapp 400m hohen “Zuckerhut” - aus dessen Krater
früher Salz gewonnen wurde. Von dort aus genießt man
einen fantastischen Rundblick auf die Kegelgrüppchen und Lavafelder
dieser extrem vegetationsarmen Vulkaninsel. Die Verlängerung
des Pfades führt nach einer weiteren Stunde zu einer ebenso
von Darwin besuchten Salzlagune.
Ein anderer, etwa zwei km langer Pfad, führt von Puerto Egas
aus in südlicher Richtung an der Küste entlang. Die traurigen
Reste der alten Salzminengebäude von Puerto Egas sind noch
zu sehen. Seelöwenkolonien, Klippenkrabben, Lava-Eidechsen,
Galápagos-Bussarde und Lava-Reiher, bewohnen den Uferbereich.
Ziel des schönen Spazierganges sind die verspielten Galápagos-Pelzrobben.
Sie durchtauchen besonders gerne die berühmte Pelzrobbengrotte
(“la gruta de las focas”). Schnorcheln ist angesagt!
Im Gegensatz zu den Seelöwenbullen, zeigen die neugierigen
Pelzrobben auch unter der Wasseroberfläche keinerlei Revierverhalten.
Daher kann gefahrlos mit ihnen um die Wette geschnorchelt werden.
Dies ist wahrscheinlich die einzige Stelle auf Galápagos,
wo sie für Besucher so leicht aus nächster Nähe zu
beobachten sind.
Pelzrobben haben im Vergleich zu Seelöwen keine “abstehenden”
Ohren. Sie sind zudem kleiner und geschmeidiger, besitzen stumpfe
Nasen, haben längere Schnauzbarthaare, und können sich
nicht mit ihren Vorderflossen aufrichten, wie dies ihre mitunter
angriffslustigen Verwandten zu tun pflegen.
Ein weiterer Besucherstandort liegt wenige Kilometer nordöstlich
von Puerto Egas. Der schwarz-sandige Playa Espumilla (30) ist lediglich
durch eine Naßlandung erreichbar. Aggressive Seelöwenbullen
machen manchmal den Badestrand unsicher! Ein kurzer Spaziergang
führt zu zwei kleinen Flamingo-Lagunen. Da die rosaroten Stelzvögel
aber während der Nahrungssuche die Inseln abfliegen, um so
von Lagune zu Lagune zu wandern (Lebershrimps sind ihre Lieblingsspeise),
kann keine Garantie über deren Verbleib gegeben werden. Flamingos
sind somit nicht ganzjährig an diesem Standort anzutreffen.
Als vierter Besucherstandort ist die selten besuchte Bucaneer Cove
(31) am nordwestlichen Klippenzipfel von Santiago ausgeschrieben.
Seevögel kreisen über dem mit weißem guano vollgeschissenen
Felsufer. Das vorgelagerte Eiland nennt sich Albany. Ganz in der
Nähe zur “Seeräuber-Bucht” befindet sich eine
ausgetrocknete Quelle, die anno dazumal von den berüchtigten
“Totenkopfkapitänen” zur Frischwasserversorgung
genutzt wurde.
Rábida (5 qkm, max. Höhe 367m)
Eine Naßlandung bringt die Besucher an einen eisenoxidhaltigen
rotgetünchten Strand (32) des südlich von Santiago gelegenen
Vulkaninselchens. Auch hier die Seelöwen Dauerbadegäste.
Ein Pfad führt zu einer kleinen Lagune, in der gelegentlich
Flamingos zu beobachten sind. Zwischen dem Strand und der Lagune
nisten auf Augenhöhe Braune Pelikane in den Salzbüschen
(Chala o. Galápagos Croton).
Die im geographischen Zentrum des Archipels gelegene Rábida-Insel
gilt zudem als einer der besten Schnorchelplätze. Eine schier
unglaubliche Vielfalt an Fischen läßt sich allein schon
entlang des Ufers beobachten.
Floreana (173 qkm, max. Höhe 640m )
Die exotischste unter den zahlreichen Galápagos-Inseln und
Inselchen erhebt sich wie ein trügerisches Traumgebilde aus
dem türkisblauen Ozean. “Floreana!” - hört
man sich fast unweigerlich flüstern. Urzeitlich schön
von einem perfekt geformten Vulkankegel überragt - dem Cerro
Pajas - und eingerahmt von ein paar herrlichen feinsandigen Badebuchten,
wird der Ankommende kaum mehr den Blick von der sirenenhaften Insel
lösen können!
Im prähistorischen Vergleich mit anderen Eilanden des Archipels
hat die tropische Bilderbuch-Landschaft von Floreana (auch “Santa
María” genannt) ein sehr hohes Alter aufzuweisen -
fast drei Millionen Jahre. Die weitaus jüngere menschliche
Geschichte hingegen würde jedem angehenden Filmregisseur genügend
Stoff für ein spannungsgeladenes Aussteiger-Drama bieten: Eine
revolverschwingende Diva, nachbarliche Verschwörungen, mysteriöses
Verschwinden, mutmaßliche Mordfälle, ein herausnehmbares
Stahlgebiß, splitternackte Männer am Strand, Hungertod,
Höhlenbewohner, und so berühmte Besucher wie Thor Heyerdahl
und Walt Disney. Als tragikomische Textvorlage zu einem eventuell
preisgekrönten Streifen eignet sich dazu der 1960 erschienene
Bestseller “Floreana - Postlagernd!” der Kölnerin
Margot Wittmer, die seit 65 Jahren am “schwarzen Strand”
von Floreana lebt. Das Buch kann als aufregende Kajütenlektüre
jedem Galápagos-Reisenden empfohlen werden.
Kegelförmige Hügel und trockene Vegetation bestimmen das
geschwungene Landschaftsbild dieser magisch anziehenden Insel. Für
draufgängerische Wanderfreunde gibt es jede Menge Rätselhaftes
zu entdecken - wie z. B. alte Piraten-Schatzhöhlen! Es finden
sich auf Floreana (bzw. vor der Insel) auch drei sehr schöne
Besucherstandorte: Die Schnorchel-Felsarena Devil’s Crown
oder Corona del Diablo (33), die gegenüber liegende Kraterzunge
Punta Cormoran (34), und die seit Jahrhunderten von Seefahrern angesteuerte
Post Office Bay (35) mit dem berühmten Holzfaß zur weltweit
kostenlosen Briefbeförderung. Die meisten der 70 Inselbewohner
leben jedoch in der Nähe des “Schwarzen Strandes”
an der Westküste der Insel - und das im sicherlich verschlafensten
Hafenort des gesamten Galápagos-Archipels: Puerto Velasco
Ibarra.
Besucherstandorte auf und um Floreana
Direkt off shore vor der Kormoran-Spitze befindet sich einer der
schönsten Tauch- u. Schnorchelplätze von Galápagos
- ein rundgezackter, auseinandergebrochener Vulkankegel, der einer
“Teufelskrone” gleich aus dem Wasser ragt: La Corona
del Diablo (33). Schwärme von Riffhaien, Seesternen, Meeresschildkröten,
und zahlreiche Exponenten tropisch-bunter Zierfischschulen können
hier aus allernächster Nähe beobachtet werden. Die Freude
ist riesig neben haken- und pirouettenschlagenden Seelöwenjungen
einherzutauchen und ihnen dabei aus wenigen Zentimetern Entfernung
in die neugierigen Augen zu schauen.
Ein Beiboot bringt die submarinen Besucher von der Ausflugsyacht
in wenigen Minuten bis zur “Corona del Diablo”.
Auch völlig unerfahrene Wassersportler sollten sich das Naturspektakel
auf gar keinen Fall entgehen lassen. Nur das Schwimmen sollte man
noch nicht verlernt haben! Fortgeschrittene Schnorchler können
(mit Hilfe von Flossen) in der Strömung außerhalb der
“Krone” umherschwimmen - oder gar einen der Unterwassertunnels
durchtauchen. Totale Anfänger hingegen beginnen am besten im
sandigen inneren Bereich des geschützten Hufeisenrundes.
Eine Naßlandung an einem hellen olivgrünen Badestrand
erfordert der Besucherstandort Punta Cormoran (34). Ein 100m langer
Pfad führt zu einer seichten Mangrovenlagune, in der manchmal
Flamingos umherstolzieren. Es gibt auf Galápagos zw. 700
u. 1.000 Exemplare. Sie sind nicht endemisch, sondern stammen ursprünglich
aus karibischen Gefilden. Auch Galápagos-Enten, Stelzenläufer,
Austernfischer und Regenpfeifer sind in der Lagune heimisch. In
den Büschen und Bäumen im weiteren Uferbereich können
Galápagos-Bussarde und endemische Baumfinken angetroffen
werden.
Auf einem links von der Lagune wegführenden Pfad, über
einen kleinen staubigen Dünenhügel hinweg, gelangt der
Besucher an einen wunderschönen weißen Sandstrand. Zum
Barfußlaufen wie geschaffen! In den Monaten von Dezember bis
März legen grüne Meeresschildkröten des nachts ihre
zahlreichen Eier im hinteren Strandbereich ab. Man kann Monate später
noch ihre Löcher und Schleifspuren im Sande sehen. Während
dieser Inkubationszeit sind Spaziergänge nur in direkter Ufernähe
gestattet. Das Baden ist hier allein schon wegen der vielen Stachelrochen
nicht ratsam. Weißspitzhaie tummeln sich auf Sichtweite in
der Bucht. Trotz der täglich auftretenden Touristengruppen
ist dies ein sehr meditativer Strand. Eine kleine Sitzpause bietet
sich an. Obacht: Kippenrauchen ist hier übrigens genauso untersagt
wie an allen anderen Besucherstandorten des Naturschutzparkes!
Ein paar Kilometer von der “Kormoranzunge” in westlicher
Richtung, steht wenige Meter hinter einem feinen Sandstrand das
berühmte hölzerne Postfaß (35) von Floreana. Der
englische Kapitän und Walfänger James Colnett ließ
im Jahre 1793 an dieser einsamen Stelle im weiten Ozean den ersten
pazifischen Postzustellservice Ekuadors einrichten. Eine Naßlandung
ist auch heutzutage unumgänglich um einen ganz besonderen Brief
ins ferne Europa aufzugeben. Eine Briefmarke ist hierbei nicht vonnöten
- die Adresse reicht völlig aus! Einen Floreana-Sonderstempel
gibt es zudem beim Ansichtskartenkauf in der “Pension Wittmer”.
Bei dieser Gelegenheit kann gleichzeitig noch ein sich im Faß
befindliches Bündel mit zu verschickender Post durchgesehen
werden. Wer eine naheliegende Heimatadresse ausfindig machen sollte,
kann die Grußworte freundlicherweise weiterleiten.
Wie lange die eigene Briefsendung bis zum Ziel braucht, hängt
schlußendlich ganz allein von der Mitnahmebereitschaft anderer
Besucher ab!
Die verrosteten Riesen-Blechnäpfe hinter dem Holzfaß
sind die letzten Überbleibsel einer norwegischen Fischkonservenfabrik,
die hier in den 20-ziger Jahren für ein paar Monate Bestand
hatte. Weiter im Hinterland sollen sich die Wohnhöhlen der
Piraten und verrückten deutschen Aussteiger irgendwo im Gestrüpp
verbergen.
Genovesa (14 qkm, max. Höhe 76m)
Im nordöstlichsten Winkel des Archipels, genau 77 Seemeilen
bzw. 8 Bootsstunden von Puerto Ayora entfernt, liegt das selten
besuchte Vogelinsel-Paradies Genovesa (eine Seemeile = 1.852 km,
ein Knoten = eine Seemeile pro Std.). Nur seetauglichen Touristen
mit einer Vorliebe für Rotfußtölpel sei die anstrengende
Überfahrt über die Äquatorlinie zugemutet. Genovesa
gilt nicht zuletzt ihrer Abgelegenheit wegen als eine der wildesten
und unberührtesten Eilande innerhalb des Galápagos-Nationalparks.
Im Innern der rundlichen, größtenteils flachen Insel,
erhebt sich ein kleiner Schildvulkan mit seinem dazugehörigen
Kratersee. Im Süden von Genovesa - auch unter dem Namen “Tower”
bekannt - gibt es zwei außergewöhnliche Besucherstandorte.
Einer von ihnen ist die kreisrunde, von hohen Klippen umschlossene
Darwin Bay (36), einen durch Brandungserosion eingebrochenen Vulkankrater.
Die nächtliche Fahrt durch den schmalen Eingang zur windgeschützten
Ankerbucht ist bereits ein Erlebnis für sich. In ihrem Innern
ist das Wasser aufgrund der Millionen von mikroskopisch kleinen
Meeresorganismen erbsensuppengrün. Dieser Nahrungsreichtum
schlägt sich widerum am anderen Ende der Nahrungskette auf
die tausenden von Seevögeln nieder, die überall scharenweise
in den Salzbüschen und auf den Klippen brüten.
Eine Nablandung bringt die Besucher an einen schönen Korallenstrand.
Von dort aus beginnt ein etwa ein Kilometer langer Pfad zwischen
Mini-Lagunen und Küstenmangroven hindurch, und führt dabei
an den Nistplätzen von Rot- u. Blaufußtölpeln, Maskentölpeln,
Bindenfregattvögeln, Rotschnabel-Tropicvögel, Bahama-Enten,
Lava- u. Gabelschwanzmöwen vorbei. Da die kleinen Lagunen sehr
stark von den Gezeiten abhängig sind, verändert sich das
Landschaftsbild des Uferbereiches im Verlauf eines Vormittags und
Nachmittags schlagartig. Dies eröffnet dem Fotografen widerum
aufregende Möglichkeiten.
Kolonien von Rotfußtölpeln wie auf Genovesa können
sonst nirgendwo auf Galápagos beobachtet werden. Viel kleinere
Gruppen dieser putzigen Vögel nisten sonst nur auf San Cristóbal.
Sie haben alle rosafarbene Schnäbel und knallrote Watschelfüße.
Um der jagenden Konkurrenz der etwas größeren Blaufuß-
u. Maskentölpel auszuweichen, fischen die Rotfüßigen
gewöhnlich weit draußen auf dem offenen Meer. Dadurch
wird natürlich viel Energie für die Nahrungsbeschaffung
und deren Heimtransport beansprucht. Vielleicht aus diesem Grunde
legen sie immer nur zwei Eier. Die Jungen haben dafür eine
überdurchschnittlich hohe Überlebenschance.
Ein zweiter Besucherstandort, vom Korallenstrand aus gesehen auf
der gegenüberliegenden Buchtseite, führt über die
sogenannten Phillip’s Steps oder El Barranco (37) auf eine
etwa 25 m hohe Steilklippe. Oben angekommen, beginnt ein Rundweg
zwischen Tölpel-Nistplätzen, durch ein schmales Palo Santo
- Wäldchen hindurch, bis hin zu einer offenen Lavafläche.
Dort können hitzige Fregattvögel beobachtet werden, die
die Tölpel bei der Nahrungsaufnahme zu belästigen versuchen.
Unter dem Klippenrand brüten Wellenläufer und Sturmtaucher.
In der Darwin-Bucht können beim Schnorcheln und von der panga
aus friedfertige Hammerhai-Schulen beobachtet werden. Je tiefer
die Stelle in der Bucht ist, desto erbsengrüner und undurchsichtiger
wird jedoch auch das Wasser für Tauchsportler.
Isabela (4.588 qkm, max. Höhe 1.707m)
Die riesige Isabela-Insel nimmt mehr als die Hälfte der Galápagos-Landfläche
in Anspruch. Im Größen- und Höhenvergleich mit den
anderen islas des Archipels erscheint Isabela aus der Ferne betrachtet
wie der Festlandhorizont eines sagenhaften unbekannten Kontinents.
Ihre Entstehung hat die 132 km lange und bis zu 84 km breite Insel
der Verschmelzung von fünf aneinandergeketteten, aus dem Ozean
ragenden Schildvulkanen zu verdanken, deren breite Lavaströme
einst zu einer gewaltigen Landmasse zusammengeflossen sind. Alle
diese fünf Vulkane sind heute noch aktiv. Der höchste
von ihnen ist der ganz im Norden gelegene Volcán Wolf mit
über 1.700m Höhe. Durch seinen mächtigen Krater verläuft
die Äquatorlinie.
In den fruchtbaren, schlichtweg fantastisch anmutenden Kraterbecken
dieser jungen Kegelkette, lebt eine endemische Unterart der urzeitlichen
Galapagos-Elefantenschildkröten.
Die meisten dieser zyklopenhaften Fabeltiere bevölkern jedoch
den 4 km breiten und 350m tiefen Kraterboden des Volcán Alcedo
(1.200m) im mittleren Teil der Insel. Man schätzt ihre dortige
Zahl auf über 5000 Exemplare. Eine zwei- bis dreitägige
Wanderung ist für den anstrengenden Alcedo-Aufstieg jedoch
notwendig um sich auf eigenen Füssen in eine völlig andere
Welt zu begeben. Es scheint, daß der Herrgott hier sein erderschaffendes
Werk gerade eben erst vollendete, und es dabei auch belassen wollte.
Die wenigen Touristen, die sich auf den “dornigen” Weg
zum Alcedo-Vulkan aufmachen, können ihm dies bei der vorsintflutlichen
Schönheit der Landschaft sicherlich nachvollziehen.
Ganz im Süden von Isabela leben etwa 2.000 Menschen. Die meisten
von ihnen sind Fischer aus dem geruhsamen Hafenort Puerto Villamil,
der westlichsten Kantonshauptstadt von Ecuador. Hier befinden sich
drei sehr empfehlenswerte wie preisgünstige Unterkünfte,
ein halbverwitterter Anlegesteg für Beiboote, ein nagelneuer
Flughafen, eine Flamingo-Lagune, ein alter Friedhof, sowie ein herrlich
langer und feinkörniger Sandstrand mit einer ganzen Reihe von
Kokosnußpalmen. Lava-Eidechsen flitzen über die verkehrsfreien
Dorfstraßen. Fliegenschwärme umkreisen die wackligen
Tische in der einzigen Essenskaschemme am Kai. Die dicke barfüßige
Bedienung hängt lieber vor der kühlenden Bierwerbung auf
dem flatternden Bildschirm als sich um die hungrigen Mägen
der Neuankömmlinge kümmern zu müssen. Galápagos
Rules O.K! Die Einheimischen sind sehr freundlich. Touristen sieht
man in Puerto Villamil schliesslich nicht das ganze Jahr über
(und noch weniger im Innern der Insel). Ausflugsboote legen kaum
an diesem Außenposten an. Zudem ist es bei stürmischer
See nicht unbedingt einfach in die Bucht zu fahren.
In Puerto Villamil gibt es drei gemütliche Hotels, die für
jeden Geldbeutel erschwinglich sind. Jede dieser freundlichen Pensionen
kann erholungssuchenden Reisenden mit jeweils unterschiedlichen
Ansprüchen ans Herz gelegt werden.
Sehenswürdigkeiten und Besucherstandorte auf und um Isabela
Das ergreifendste, von Menschenhand geschaffene Monument auf Isabela,
ist die in den späten 50-ziger Jahren von gepeinigten Strafgefangenen
errichtete Muro de las Lágrimas (“Mauer der Tränen”).
Der acht Meter hohe, am Sockel ebenso breite, und über 200m
lange Wall aus rauhen Basaltbrocken, ist das letzte traurige Zeugnis
von jahrzehntelang begangenen Menschenrechtsverletzungen an einem
Ort des Grauens, und das mitten auf einer paradiesischen Insel.
Viele der barfüßigen, aneinandergeketteten Gefangenen
der damaligen Strafkolonie Alemania, starben beim Bau des geplanten
Gefängnis-Quadrates an geschwürartigen Infektionen oder
den Revolverkugeln der Aufseher. Bei einem der blutigen Aufstände
gelang es einigen der Verzweifelten sogar ein Boot zu entführen,
ein weiteres auf See zu kapern, und bis nach Esmeraldas zu flüchten.
Eine wiederholte Revolte mit anschließender Massenerschießung
erzwang 1959 die Schließung des Lagers. Alle Gebäude
wurden in die Luft gesprengt. Nur die Mauer, ein völlig verrosteter
Wasserturm, und die Zellenböden blieben erhalten. Heute sonnen
sich zahlreiche Lava-Eidechsen auf den schwarzen Steinbrocken. Die
Aussicht vom Mauerrand über die Opuntia-Kakteen- und Manzanillo-Buschlandschaft
ist mehr als beeindruckend.
Von Puerto Villamil bis zur “Tränenmauer” sind
es etwa 7 km. Die insgesamt 4-5 stündige Wanderung führt
zunächst westwärts, und geht dabei immer am Strand oder
der linken Abzweigung der Uferstraße nach (ist ausgeschildert!).
Es kommt dann rechterhand ein alter zerfallener Friedhof. Der ständig
schmaler werdende Pfad führt im weiteren Verlauf an Mangrovenlagunen
voller Barsche und von Meerechsen heimgesuchten Lavatunnels vorbei.
Schilder weisen während der spannenden Wegstrecke auf die jeweiligen
Natur-Attraktionen hin. Rote Klippenkrabben, Seevögel, Darwin-Finken,
sowie wild herumflatternde Riesen-Heuschrecken, gibt es während
der Wanderung zu bestaunen. Bei den Mangrovenwäldchen biegt
der Pfad dann ins Hinterland zum ehemaligen Straflager ab. In der
Regenzeit und bei Flut können viele Pfützen das Gehen
vernässen. Auch Moskitos gibt es während der Monate von
Januar bis Juni zur Genüge. Bei starker Sonne sind ein Käppi
und ein UV-Blocker obligatorisch! Ausreichend Trinkwasser und die
Sandwiches nicht vergessen!
uVorsicht bei den Manzanillo-Bäumen! Nicht nur der milchige
Saft, sondern auch der Stamm, die sehr hellen dünnen Zweige,
die dunkelgrünen Blätter (mit heller Mittelader), die
kleinen Apfel-ähnlichen Früchte, sowie die herunterfallenden
Tropfen der Pflanze, sind giftig! Um böse Hautausschläge
zu vermeiden, sollte man mit dem Mancinellen-Baum auf keinen Fall
in Berührung kommen!
Neben einer attraktiven Riesenschildkröten-Aufzuchtstation
(wenige Kilometer außerhalb der Ortschaft), gibt es auf der
riesigen Insel zehn offizielle Besucherstandorte, die aufgrund ihrer
großen Entfernungen vom Touristenzentrum Puerto Ayora (Santa
Cruz) relativ selten besucht werden. Die meisten von ihnen liegen
auf der abgelegenen Westseite der Insel, und werden in erster Linie
auf 15-tägigen Kreuzfahrten von Santa Cruz aus angesteuert.
Nähere Information erteilt auch die Moonrise Agency in der
Av. Charles Darwin in Puerto Ayora.
Der Puerto Villamil am nächsten gelegene Besucherstandort,
der Flamingo-See Laguna de Villamil (38), ist bereits nach einem
kurzen Strandspaziergang in westlicher Richtung zu erreichen. Hier
können die eleganten pastellfarbenen Stelzvögel das ganze
Jahr über beobachtet werden!
Der zweitgröbte Kraterkegel der Welt, der aktive Volcán
Sierra Negra (39), ist vom Dörfchen Santo Tomás de Berlanga
aus in wenigen Stunden zu erreichen. Für die Tour sollten zwei
Tage veranschlagt werden. Das anstrengende Trekking-Terrain bis
hinauf zum 1.500m hohen und 10 km breiten Kraterrand erfordert festes
Schuhwerk und eine gute Kondition.
Rauchschwaden, eine bizarre Lavalandschaft, sowie eine grandiose
Aussicht auf Isabela und den Pazifik sind der Lohn der Mühe.
Siehe unter “Reiten, Wandern & Schnorcheln” mit
Antonio Gil!
Auch der 1.670m hohe Vulkan Cerro Azul, im äußersten
Südwesten der Insel, kann mit Hilfe eines erfahrenen Führers
bestiegen werden. Dieser Berg ist zwar nicht als Besucherstandort
ausgeschrieben, hat für abenteuerlustige Isabela-Langzeiturlauber
aber vielleicht gerade deshalb den ganz besonderen Reiz eine völlig
unbekannte wie unwegsame Gegend zu erforschen.
Ein anderer Riesenkrater-Besucherstandort ist der im Mittelteil
der Insel gelegene Volcán Alcedo (40), dem letzten großen
Lebensraum von bis zu 200 Jahre alten Elefantenschildkröten.
Mit einer mehrstündigen Hin- u. Rückfahrt im Boot, sowie
einer zwei- oder viel besser dreitägigen Wanderung, sollte
für den steilen Auf- u. Abstieg gerechnet werden. Ausreichend
Proviant und Wasser sind dabei selbst zu organisieren und auf Rucksäcken
zu tragen. Für Zelt- u.
Schlafsackübernachtungen auf dem Kraterrand, auf halbem Wege
oder am Anlegestrand, ist zudem eine Erlaubnis der Nationalparkverwaltung
von Santa Cruz notwendig. Nähere Infos erteilt z. B. die Moonrise
Agency in Puerto Ayora.
Nach einer Naßlandung in der Shipton Cove beginnt ein etwa
zehnstündiger Marsch in der Äquatorhitze. Es geht die
ersten drei Stunden immer sachte bergauf, durch zauberhafte Palo
Santo-Wälder hindurch bis zum Fuß des Kraters. Der eigentliche
Aufstieg zum Kraterrand hoch nimmt dann etwa zwei beschwerliche
Stunden in Anspruch. Nach weiteren vier bis fünf Stunden entlang
des Kraterrandes erreicht man den Campingplatz. Neben einem überwältigenden
Einblick in den 4 km breiten und 350m tiefen Krater, können
auf dem letzten Wegstück auch Spechtfinken beobachtet werden,
die lange Kaktusstacheln zu “Werkzeug” umfunktionieren.
Galápagos-Bussarde kreisen mit den warmen Aufwinden über
dem Krater.
Am nächsten Tag sollte der glitschig-feuchte Abstieg in das
urgewaltige Kraterbecken am besten noch vor Sonnenaufgang erfolgen.
Nur so kann ein optimales Licht für die “prähistorischen”
Fotoaufnahmen der sich in braunen Tümpeln suhlenden und paarenden
Riesenschildkröten garantiert werden. Mit der aufkommenden
Sonnenwärme verlassen die ersten der geruhsamen Panzer-Exemplare
dann bald ihre Schlacke und ziehen ihren Unterschlüpfen entgegen.
Der urwüchsige Kraterboden ist von weitverzweigten Schildkrötenpfaden
durchzogen.
Nach ein paar zeitlos aufregenden Stunden zu Gast in einer anderen
Welt beginnt am Nachmittag der Wiederaufstieg zum Zeltplatz auf
dem Kraterrand. Am darauffolgenden Morgen geht es auf den langen
Marsch zum Ankerplatz zurück.
Punta García (41) ist der einzige Besucherstandort an der
langgestreckten Ostküste der Insel. Nirgendwo sonst an den
felsgezackten Brandungsufern von Isabela lassen sich die Flugunfähigen
Kormorane so leicht aus nächster Nähe beobachten wie hier.
Man trifft die dunkelgroßen und tief im Wasser liegenden Vögel
selten außerhalb ihrer abgelegenen Brutgebiete an den nordwestlichen
Küsten von Fernandina und Isabela an. Die Gesamtpopulation
dieser endemischen Art beträgt gerademal etwas über 1.000
Exemplare. Da sich die García-Spitze nur wenige Kilomete |