|
Feiertage bedeuten auch in Ecuador Ferientage. Die interprovinziellen
Busse sind dann oft proppenvoll mit Heimkehrern von Familientreffen,
die größeren Städte erscheinen wie ausgestorben.
Über die Weihnachts- u. Neujahrszeit, sowie in den Karnevalsferien
(Feb./März) und in der Osterwoche (April), sind einige Strände
an der Pazifikküste aufgrund des Andrangs eher zu meiden -
hauptsächlich Atacames, Salinas, Playas, Crucita o. Jambelí.
Die Hauptstraßen des Landes sind zu diesen Zeiten mit erhöhter
Achtsamkeit zu bewältigen.
Sämtliche Banken, Ämter, und andere öffentliche Institutionen
bleiben an folgenden staatlichen Feiertagen geschlossen, wobei die
regionalen Unabhängigkeitstage (Quito,
Guayaquil, Cuenca)
landesweit eingehalten werden:
1. Januar: Año Nuevo (Neujahrstag); Der verkatertste
Tag des Jahres, absolut tote Hose auf Landesniveau. So manch liegengebliebener
Zecher auf dem Gehweg!
Der Karfreitag (Viernes Santo) ist ein beweglicher Feiertag im April.
Viele Großstädter flüchten in dieser Woche (Schulferien)
zu den Stränden.
1. Mai: Día del Trabajador (Tag der Arbeit); Von den
Gewerkschaften organisierte Arbeiterparaden in allen größeren
Städten des Landes, vor allem Quito u. Guayaquil.
24. Mai: Batalla del Pichincha (Schlacht vom Pichincha);
Der dramatische Sieg über die Spanier wird hauptsächlich
in Quito gefeiert. Siehe unter "Geschichte"!
10. August: Primer Grito de la Independencia (erste Unabhängigkeitserklärung
von Quito). Siehe dazu "Geschichte"!
9. Oktober: Independencia de Guayaquil (Unabhängigkeitstag
von Guayaquil); Ganz große Party in Guayaquil, landesweit
dagegen lediglich am Bildschirm. Siehe auch unter "Guayaquil"!
2. November: Día de los Difuntos (Allerseelen); Familientreffen
auf allen Friedhöfen des Landes. Am Totensonntag säubern
die Hinterbliebenen die Gräber und schmücken sie mit Blumen.
Man serviert den Verstorbenen ihre Lieblingsspeise am Grab, und
konsumiert alkoholische Getränke wie Chicha, Bier, Wein oder
Schnaps. Bei Einbruch der Dunkelheit zieht sich die Familie dann
zufrieden (und betrunken) nach Hause zurück.
3. November: Independencia de Cuenca (Unabhängigkeitstag
von Cuenca); Straßenparaden in Cuenca.
6. Dezember: Fundación de Quito (Gründungstag
von Quito); siehe dazu "Quito"!
25. Dezember: Zweiter Weihnachtsfeiertag.
Andere Feiertage, Volksfeste u. Messen:
An diesen Tagen bleiben viele Geschäfte, Banken und Ämter
geöffnet. Vor allem, da sich manche Festtage nur auf bestimmte
Regionen des Landes beschränken.
6. Januar: Día de los Reyes, Heilige Drei Könige;
rein religiöser Feiertag.
12. Februar: Día del Oriente (Entdeckung des Amazonas
durch Francisco de Orellana); Landwirtschaftl. Ausstellungen u.
folkloristische Paraden in den Provinzhauptstädten des Oriente
(Tena, Puyo, Macas u. Zamora).
12. Februar: Galápagos: Día de la Provincia;
Bunte Paraden u. andere Feierlichkeiten auf den verzauberten Inseln.
14. Februar: Fiesta de San Valentín (Valentinstag);
Der Gringo (o. die Gringa), welcher an diesem Tag seinem ekuadorianischen
"Häschen" keine Blumen schenkt, wird als "ungehobelter
Wüstling" angesehen!
27. Februar: Día del Ejercito (Tag der Armee), bzw.
Batalla de Tarqui (Schlacht von Tarqui); Dieser Tag im Jahre
1829 ging als glorreicher Sieg der großkolumbianischen Armee
in die Geschichte ein. Bei Tarqui, in der Nähe von Guayaquil,
wurden 8.000 Soldaten der peruanischen Invasions-Streitkräfte
von 4.000 Ekuadorianern erfolgreich in die Flucht geschlagen. Die
Schlacht stellt damit den größten Triumpf über den
südlichen Nachbarn dar. Auf peruanischer Seite wurden insgesamt
2.500 Tote, Verletzte, Gefangene u. Verschollene gezählt. Auf
ekuad. Seite waren es gerademal 154 Tote u. 206 Verletzte.
Mitte Februar: Landesweite Karnevalswoche; Schon mehrere
Tage vorher, wie im ekuadorianischen Fasching so üblich, wird
mit viel Wasser herumgespritzt. Auch Touristen bilden bei dem ziemlich
dämlichen Spiel, jedweden Vorbeigehenden mit Wassereimern oder
Wasserbomben naß zu machen, keinerlei Ausnahme. Trotz jährlich
wiederholter Verbote seitens der Stadtverwaltung in Quito,
bleibt der rüde Spaß bestehen. Dagegen soll Ambato, die
Hauptstadt der zentralen Provinz Tungurahua, die einzig "trockene"
Ausnahme in ganz Ecuador darstellen.
Ungefähr zur gleichen Zeit findet in Ambato alljährlich
ein großes Früchte- u. Blumenfest statt, die Fiesta
de las Frutas y Flores. Insofern lohnt es sich zur Karnevalszeit
der Stadt einen kleinen Besuch abzustatten.
4. - 10. März: Gualaceo; Pfirsichfest, eine Std. v.
Cuenca entfernt.
17. -21. April: Riobamba; Landwirtschaftliche- u. kunsthandwerkliche
Festtage.
13. Mai: Gründungstag der Republik (1830); In Ecuador
weiss dies so gut wie niemand!
24. Juni: Otavalo, Tabacundo u. Guamote; Fiesta de San Juan
(Johannisfest); Volkstümliche indianische Tänze u. Maskenparaden,
sowie traditionelle Besäufnisse in diesen Kleinstädten
und den Indio-Kommunen, bzw. haciendas (Gutshöfen) im Umland.
Absolut sehenswert!
1. Juli: Día Nacional del Pasillo; Tag der trad. nationalen
Musik, dem sogenannten Pasillo. Revival-Konzierte u. nostalgische
Radiosendungen in Erinnerung an Julio Jaramillo (J.J.), dem berühmtesten
Vertreter dieser Musikgattung.
24. Juli: Nacimiento de Simón Bolívar (Geburtstag
von Simón Bolívar); Zwei Tage lang dauern die Feierlichkeiten
an der Küste, einen Tag im Hochland.
25. Juli: Fundación de Guayaquil; Gründungstag
v. Guayaquil, siehe im Routenteil unter "Guayaquil"!
3. - 5. August: Fiestas de Esmeraldas (Unabhängigkeitsfeiern);
Salsa-, Marimba u. spektakuläre afro-latino Live-Konzerte in
der ekuadorianischen Hauptstadt der tropischen Musik. Außerdem
Ausstellungen verschiedener landwirtschaftlicher Produkte.
Ende August: Santa Rosa; Internationale Langusten- u. Krabbenmesse.
2. - 5. September: Otavalo, Fiesta del Yamor; Buntes Erntedankfest,
Folkloreshows u. Hahnenkämpfe.
Anfang September: Cotacachi, Fiesta de Jora; Erntedankfest mit Musik-
u. Tanzeinlagen.
8. - 9. September: Sangolquí; Volkstümliche
Stierkämpfe (corridas de toros), eine halbe Std. v. Quito entfernt.
Dritte Septemberwoche: Loja, Catamayo, El Cisne: Gläubigerprozession
der Virgen del Cisne, eine der größten u. beeindruckensten
in ganz Amerika. Siehe auch unter "Loja"!
20. - 26. September: Machala, Internationale Bananenmesse u.
Wahl der Bananenkönigin, siehe unter
"Machala"!
23. - 24. September: Latacunga, Fiesta de la Mama Negra; Eines
der traditionsreichsten Feste,
welche die Verschmelzung katholischer u. indianischer Elemente veranschaulicht.
Siehe unter "Latacunga"!
26. September: Día de la Bandera, "Tag der
Fahne"; Patriotischer Feiertag mit Ansprachen u. Fahnenküssen
auf den Schulhöfen des Landes.
Anfang Oktober: Durán (Eloy Alfaro), Internationale
Messe (Technik, Kunsthandwerk, Live-Konzerte). Siehe unter "Guayaquil"!
12. Oktober: Día de la Raza ("Tag der Rasse");
Entdeckung von Amerika durch Columbus. Sehr stark umstrittener Feiertag,
der womöglich bald umbenannt oder abgeschafft werden soll.
12. / 13. Oktober: In den Provinzen Guayas und Los
Rios finden in vielen Ortschaften traditionelle, farbenprächtige
Rodeos Montubios (spektakuläre Reitturniere m. viel
Zuckerrohrschnaps) statt. Da Pferde und Lasttiere in diesen tropisch-heißen
Landstrichen schon seit langen Zeiten eng mit den tägl. Aktivitäten
der Bevölkerung verknüpft waren, bilden diese touristisch
noch unentdeckten Festlichkeiten eine ganz besondere u. willkommene
Abwechslung für Küsten- u. Guayaquilbesucher. Die bekanntesten
Orte für die "Rodeos" sind: Samborondón,
Salitre, Daule u. Yaguachi (Prov. Guayas), sowie Vinces,
Baba u. Babahoyo (Prov. Los Ríos).
11. November: Unabhängigkeitstag von Latacunga.
21. November: El Quinche (Pichincha), Pilgerwanderung zur
Wallfahrtskirche der Jungfrau Reina del Quinche.
31. Dezember: Silvesternacht mit Knallkörpern;
Verbrennung von großen selbstgebastelten Papppuppen (viejos
oder monigotes), die meist unbeliebte Persönlichkeiten aus
Politik u. öffentlichem Leben, sowie mitunter auch den verhassten
Nachbarn o. die Schwiegermutter verkörpern.
|