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Flora und Fauna
Ecuador ist aufgrund seiner gegensätzlichen Topographie eines
der variationsreichsten Länder der Erde. Trotz seiner eindeutig
innertropischen Äquatorlage stellt der kleinste unter den Andenstaaten
eine Art “Landschaftsmuseum” dar, dass ein geradezu
kontinentales Mosaik an Biozonen aufzuweisen hat. Die natürlichen
Kontraste dieses “tropandinen” Relief-Puzzles stehen
in direktem Zusammenhang mit der jeweiligen Höhenlage. Um sich
in eine ganz andere Gegend zu versetzen, braucht man nicht wie in
anderen südamerikanischen Staaten Hunderte von Strassenkilometern
zurückzulegen. Spektakulär wechselnde Landstriche sind
in Ecuador oftmals nur eine Frage von wenigen Minuten. Wer es sich
leisten kann, verspürt vielleicht den Wunsch, in jedem der
äquatorialen “Klima-Stockwerke” ein Wochenendhäuschen
bauen zu wollen: Unter Palmen am Sandstrand, in labyrinthartigen
Mangrovensümpfen, im tropischen Regenwald, im dornigen Trockenurwald,
im dampfenden Nebelwald, zwischen Baumkakteen in der Halbwüste,
im Eukalyptuswäldchen eines saftig grünen Hochland-Tales,
oder zwischen Pampagräsern auf windgepeitschtem páramo.
Alle diese geniesserischen Ziele können von Quito aus mit dem
Auto in wenigen Stunden erreicht werden!
Vier Planeten und Dutzende von Landschaftsformen
Das im Nordwesten von Südamerika gelegene Äquatorland
kann auf den ersten Blick in vier geographische Hauptregionen
eingeteilt werden: Küste (costa), Andenhochland (sierra),
Amazonastiefland (Oriente), und die pazifischen, etwa 1.000 km vom
Festland entfernten Galápagos-Inseln. Aber auch innerhalb
dieser vier “landschaftlichen Farbkästen” existieren
ganz unterschiedliche, ineinander verschachtelte makro- u. mikroklimatische
Ökosysteme mit ihren jeweils voneinander abhängigen Vegetationsnischen.
Hierbei spielen sowohl jahreszeitlich bedingte Wechselbeziehungen
aus Niederschlägen, Winden und Meeresströmungen, als auch
lokale und regionale Bodenverhältnisse eine Rolle. Dies wusste
bereits ein faszinierter Alexander v. Humboldt vor 200 Jahren zu
bestätigen. Das einzig regelmässige an Ekuadors vielfältigen
geographischen, meterologischen und faunistischen Gegebenheiten
ist schlussendlich seine Unregelmässigkeit!
Da ist einmal die sogenannte Tierra Caliente oder Tierra Tropical,
Oberbegriff für die von Meereshöhe bis etwa 1.000 Höhenmeter
reichende “Heisse Erde”, die sich wiederum aus verschiedenen
Klimazonen zusammensetzt: Feucht-tropisches Klima (Amazonien, nördl.
Esmeraldas-Küste), Tropisches Monsunklima (südl. Esmeraldas-Küste,
nördl. Manabí-Provinz, innere Provinz Guayas u. Los
Ríos), Tropisches Savannenklima (Portoviejo, Guayaquil, Naranjal,
Machala), Tropisches Trockenklima (Manta, Puerto López, Montañita,
Salinas, Playas). Die warme Tierra Templada oder Tierra Montañosa
reicht von etwa 1.000 bis über 2.000m: Subtropisch-feuchtes
Klima (Zamora, Baeza, Noroccidente), Subtropisch-halbfeuchtes Klima
(Baños), Subtropisches Trockenklima (Chota-Tal, Guayllabamba,
Huigra, Vilcabamba, Macará, Zaruma). Die gemässigt kalte
Tierra Fría oder Tierra Andina umfasst Höhenlagen von
etwa 2.000 bis über 3.000m: Gemässigt-feuchtes Klima (Quito,
Latacunga, Riobamba), Gemässigt-halbfeuchtes
Klima (Otavalo, Guaranda, Cuenca), Gemässigtes Trockenklima
(Ibarra, Ambato). Die nachtfrostige Tierra Helada beginnt bei über
3.000 m (bis etwa 4.800m): Feucht-kaltes Hochlandklima (Tulcán,
El Angel, Laguna Cuicocha, Laguna Mojanda, Laguna Quilotoa, Cotopaxi-Nationalpark,
El Cajas), sowie über 4.800m die Tierra Nevada mit ihrem ausgesprochenem
Winterklima (alle 5.000er Gipfel der beiden Kordillerenstränge).
Siehe zu Wetter & Klima auch unter “Reisezeiten”
bei A - Z / Praktische Hinweise!
Die geographische Wirbelsäule Ekuadors bilden die beiden parallelen,
von Norden nach Süden verlaufenden Andenkordilleren. Zwischen
diesen Gebirgssträngen, mit ihren schneebedeckten, bis zu 6.300m
hohen Vulkangipfeln in der Cordillera Occidental und Cordillera
Oriental (o. a. Cordillera Real), zieht sich das innerandine Hochlandbecken
hin, auch als altiplano bezeichnet. Dieses fruchtbare, beide Hemisphärenhälften
kreuzende Längstal, die nach Alexander v. Humboldt benannte
“Strasse der Vulkane”, liegt im Durchschnitt auf 1.800-3.200m
Höhe, ist ungefähr 500 km lang, 20-30 km breit, und wird
durch geographische nudos (Knoten o. Querrücken) in mehrere
hoyas o. cuencas (Becken, Talböden) unterteilt. Von Norden
nach Süden die hoyas Chota (bei Ibarra), Guayllabamba, Pastaza,
Paute, Chimbo, Girón u. Catamayo (bei Loja). Im Norden der
grossartigen “Avenida de los Volcanes” befindet sich
das 2.800m hohe Quito,
nach dem bolivianischen La Paz die zweithöchste Landeshauptstadt
der Welt!
Beide Kordillerenketten sind zum Westen und Osten hin von mitunter
schroffen Durchbruchstälern eingeschnitten. Hier sammeln sich
sich die tosenden, in den Anden entsprungenen Quellflüsse,
auf ihrem Weg zum pazifischen oder atlantischen Ozean. Über
manche dieser Talschluchten windet sich eine vielbefahrene Passtrasse
in endlosen Serpentinen vom Hochland in die Tropen hinunter (z.
B. Aloag - Santo Domingo oder Baños - Puyo). Wobei die zur
Küstenebene abfallenden Andenhänge meist viel steiler
sind als die zum Oriente hin. Wohin es jedoch auch runter geht,
bereits nach wenigen Stunden werden transandine Reisende immer eines
zu spüren bekommen: Schwüle Wärme!
Zu den andinen Naturschutzgebieten gehören die drei Nationalparks
Cotopaxi, Sangay und Podocarpus, sowie die flächen- u. verwaltungsmässig
ganz unterschiedlichen Naturreservate von El Angel, Cerro Golondrinas,
Cotacachi-Cayapas, Cayambe-Coca, Intag, Pululahua, Maquipucuna,
Mindo-Nambillo, Bellavista, Pichincha, Pasochoa, Antisana, El Boliche,
Los Llanganates, Chimborazo, El Cajas, Mazán, Puyango.
Die Küstenregion nimmt mit 80.000 qkm über ein Viertel
der gesamten Landesfläche ein, und besteht zum grössten
Teil aus einer wasserreichen Schwemmlandebene, die etwa 500 km lang
und bis zu 200 km breit ist. Weiter westlich zum Meer hin wird diese
llanura von einem bis zu 900m hohen Gebirgszug, der Cordillera Costañera,
unterbrochen.
Breite Flüsse durchziehen die Ebene und münden schliesslich
in den Ozean: Im Norden der Esmeraldas, Santiago-Cayapas u. Mataje,
in Manabí der salzige Meeresarm des Río Chone (entspringt
in der Küstenkordillere), ganz im Süden der Río
Jubones, und im Innern von Norden nach Süden verlaufend, das
mächtige Delta des Río Guayas, dem grössten Wassereinzugsgebiet
der amerikanischen Pazifikküste. Wirtschaftlicher Knotenpunkt
der Küstenebene wie des restlichen Landes ist die Hafenstadt
Guayaquil.
Zu den Naturschutzgebieten der Küstenregion gehören die
beiden Nationalparks Machalilla und El Salado (Los Esteros / Poza
Honda), sowie die unterschiedlich grossen Naturreservate Cayapas-Mataje,
Awa, Cotacachi-Cayapas, La Perla, Río Palenque, Yauneche,
Cerro Blanco, Chongón-Colonche, Manglares de Churute, Jambelí.
Der ekuadorianische Teil des gewaltigen Amazonasbeckens, der grünen
Lunge des Planeten, nimmt mit über 100.000 qkm fast die Hälfte
des gesamten Landesterritoriums ein. Und dies trotz bitterer Vertragsverluste
in Kriegs- u. Friedenszeiten, zugunsten eines okkupationsfreudigen
Nachbarn namens Perú. Der sagenumwobene Oriente (o. a. Amazonía
Ecuatoriana) ist noch weitgehenst von jungfräulichen, immergrünen
Regenwäldern überzogen, welche jedoch heute durch skrupellose
Ölförderung und unkontrollierte Kolonisierung ernsthaft
bedroht sind.
Der “Osten” lässt sich prinzipiell in zwei geographische
Regionen einteilen: Einmal die dichtbewaldeten Andenausläufer
der Subkordilleren Napo-Galeras, Cutucú u. Cóndor
(bis zu 3.700m hohe Vulkankegel), sowie das meist topfebene Tiefland
im Einzugsbereich der behäbig vor sich hin mäandernden
Amazonas-Zuflüsse Napo und Pastaza (auf etwa 400-300 Höhenmeter).
Zu den Naturschutzgebieten des Oriente gehören der Nationalpark
Yasuní (mit 980.000 ha der grösste in Ecuador), sowie
die östlichen Bereiche der Nationalparks Sangay und Podocarpus,
und die Naturreservate Cuyabeno, Yatunsacha, Limoncocha, Lagarto
Cocha, Cayambe-Coca, Sumaco, Cutucú.
Zu den Galápagos-Inseln siehe im Routenteil!
Flora und Fauna
Ecuador kann mit nahezu 25.000 verschiedenen Pflanzen u. Bäumen
aufwarten. Wobei fast 10.000 Arten u. Unterarten in Amazonien, weitere
10.000 in der Andenregion, und über 5.000 an der Küste
beheimatet sind. Etwa 20 % der gesamten Flora ist endemisch, d.
h. nur in Teilbereichen oder vereinzelten Vegetationsschichten dieser
Hauptregionen anzutreffen. Um das facettenreiche Spektrum der ekuadorianischen
Flora und Fauna besser verstehen zu können, gilt es zunächst
den bereits erwähnten thermischen Stufen zu folgen. Nur so
kann sich der Beobacher ein zusammenhängendes Bild von den
komplizierten Wechselwirkungen zwischen Klima, Temperatur u. Feuchtigkeit,
ihren dazugehörigen biologischen Lebensräumen, und ihrem
mannigfaltigen Artenbestand zu verschaffen.
Es gibt in Ecuador über 320 Säugetierarten, wovon 25 endemisch
sind. Unter ihnen 17 Affenarten, eine unglaubliche Vielzahl an Nagern
und Fledermäusen, 3 Tapirarten (eine davon ist das grösste
Landsäugetier Südamerikas), 3 verschd. Ameisenbären,
sowie Brillenbären, Pumas, Jaguare, Ozelote, Otterkatzen, Dachse,
Wiesel, Rotwild, Wölfe, Füchse, Gürteltiere, Wasserschweine,
Waldhunde, Seelöwen, Walhaie, oder die rosafarbenen Flussdelphine.
Fast 1.600 Vogelarten geben sich landesweit ein Stelldichein, und
damit etwa die Hälfte aller in Südamerika vorkommenden
Arten. In vereinzelten Biozonen Ekuadors ist es möglich über
400 gefiederten Unterarten aufspüren zu können, mitunter
bis zu 20 verschiedenen Papageien oder 30 Raubvogelarten. Zu den
vielen Besonderheiten gehören neben dem Kondor, den Felsenhähnen,
Zigeunerhühnern (Hoatzín), Ziegenmelkern (Madre Luna),
Kaziken (ein Webervogel), Baumsteigern, Fliegenschnappern, Tangaren,
Motmots, Mirlos, Quetzals, Tukanen, Aras, Albatrosen, Pelikanen,
Fregattvögeln, Darwinfinken oder Flugunfähigen Kormoranen
(um nur einige zu nennen), auch die bezaubernden Kolibris, von denen
es allein in Ecuador 124 Arten gibt. Darunter die allerkleinste
Zweieinhalbzentimeterausgabe, sowie Gabelschwänzige, Langgeschweifte,
Schwertgeschnäbelte, oder der 22 Gramm schwere Colibrí
Gigante. Die nur in der “Neuen Welt” beheimateten “Blumenstecher”
(picaflores) leben in allen Klimazonen, von Meereshöhe bis
hinauf zur Schneegrenze bei 4.800m. Mit bis zu 78 Flügelschlägen
pro Sekunde, bzw. 1.260 Herzschlägen pro Minute, besitzen sie
nicht nur die Fähigkeit bei der Nektarsuche in der Luft zu
stehen, sondern auch rückwärts zu fliegen. Das einzige,
was Kolibris im Gegensatz zu anderen Vögeln nicht können,
ist auf dem Boden landen!
Unter den 350 Reptilienarten befinden sich allein 200 Schlangentypen,
wobei etwa 40 davon giftig sind! Mit zu den gefährlichsten
culebras venenosas zählen alle Unterarten der sogenannten Equis
(Bothrops atrox), einer neugierigen wie angriffslustigen Grubenotter,
die sich durch ihr X-förmiges Kreuzbandmuster auszeichnet.
Es gibt sie im Küsten- u. Amazonasbereich in unterschiedlichen
Farbschattierungen und Grössen, von 25cm bis hin zu 2.50m,
sowohl auf dem Boden als auch in Bäumen lebend. Hingegen kann
die hübsch anzuschauende, jedoch hochgradig giftige Korallenschlange,
nicht zubeissen. Man müsste ihr diesbezüglich schon den
Finger ins Maul stecken, da die Zähne fast hinten im Rachen
liegen. In andinen Höhenlagen von mindestens 2.000m und auf
den Galápagos-Inseln gibt es keinerlei Giftschlangen. Bis
zu 8m lange ungiftige Riesenschlangen wie die Anakonda oder die
Boa Konstriktor sind im Amazonastiefland manchmal in Lagunen und
Sümpfen anzutreffen. Wer sich genaustens über Schlangen
oder ihrem jeweiligen Gegenserum informieren möchte, sollte
unbedingt dem Vivarium in Quito einen Besuch abstatten!
Ebenso gibt es im trop. u. subtropischen Küstenbereich ganz
unterschiedlich grosse und farblich variierte Leguane (iguanas),
sowie auf Landesebene unzählige Arten von Eidechsen (lagartíjas),
Geckos und Blindschleichen. Im Amazonastiefland leben in seichten
Gewässern und an überwucherten Lagunenufern mitunter Brillenkaimane
(bis zu 3m). Wogegen von den grossen Küstenkrokodilen (bis
zu 6m) in Sumpfgebieten, Flüssen und Mangrovenwäldern,
heute wahrscheinlich keine 500 Exemplare mehr anzutreffen sind.
Weiterhin gibt es sowohl westl. wie östl. der Anden eine Vielzahl
an tropischen Land- u. Wasserschildkröten, vor der nördl.
Festlandküste u. den Galápagos-Inseln auch Meereschildkröten.
Bei den Amphibien sind vor allem 375 Froscharten zu erwähnen.
Der auffälligste ist der orange-rot-grün-schwarz farbene
Pfeilgiftfrosch, mit dessen tödlicher Hautflüssigkeit
die Urwaldindianer bis vor kurzem noch ihre lautlosen Pfeilspitzen
beträufelten.
Der ausserordentliche Fischreichtum Ekuadors ist bis heute noch
nicht detailliert erforscht worden. Neben 450 Ozeanfischen gibt
es etwa 800 Süsswasserarten. Bei den letzteren zählt das
herausgeschnittene rasierklingenscharfe Gebiss eines selbstgeangelten
Pirañha mit zu den begehrtesten Souvenirs von Dschungelreisenden.
Auch das Fleisch dieser berüchtigten Raubfische schmeckt ausgezeichnet.
Die vielen kleinen Gräten machen einem jedoch einiges zu schaffen!
Wahrscheinlich 80 % aller in Ecuador vorkommenden Tierarten sind
Insekten. Wobei in einer einzigen Urwaldbaumkrone bis zu 2.000 Arten
angetroffen werden können, und lediglich 100 davon der Wissenschaft
namentlich bekannt sind! Zu den kreuchenden und fleuchenden Gesellen
bei einer Dschungelwanderung gehören mitunter fleissigste Blattschneideameisen,
futuristisch anmutende Gottesanbeterinnen, 30cm lange Stabheuschrecken,
propellerschwingende Riesenlibellen, säurespritzende Hundertfüssler,
haarige Vogelspinnen, oder eine vereinzelt umherstreifende Conga,
eine giftige Riesenameise, deren Biss einen erwachsenen Menschen
für mehrere Tage in einen äusserst schmerzhaften Fieberwahn
versetzt. Hingegen können die wohlschmeckenden Zitronenameisen
ohne weiteres gleich lebend verzehrt werden. Absolute Höhepunkte
im Insektenreich stellen zweifelsohne die ungezählten bunten
Schmetterlingsarten (mariposas) dar. Besonders hervorzuheben ist
hierbei z. B. der berühmte blauschimmernde Morphofalter, oder
auch eine weitere Art mit völlig durchsichtigen Flügeln!
Direkt vom Aussterben bedrohte Tierarten in Ecuador (streng genommen
könnte die Liste noch viel länger ausfallen):
Anaconda (Anakonda, bis zu 8m Länge, Oriente), Armadillo Gigante
(Riesengürteltier), Ballena Azul (Blauwal, bis zu 30m Länge,
Galápagos), Boa Constrictor (Boa, Oriente u. Küste),
Cachalote (Pottwal, bis zu 18m Länge, Galápagos), Caimán
Anteojos (Brillenkaiman, Oriente), Ciervo Enano (Zwerghirsch), Cocodrilo
de la Costa (Küstenkrokodil, z. B. Awa-Reservat u. innere Küstenregion),
Comadreja (Marder, Wiesel), Cóndor (Kondor, Wappentier, grösster
Flugvogel der Welt, keine 80 Paare im Cayambe-, Antisana-, Cotopaxi-
u. El Cajas Bereich), Cormorán No Volador (Flugunfähiger
Kormoran von Galápagos), Cusumbo (eine Art Nasenbär),
Chorongo (Wollaffe, Küste u. Oriente), Chucuri (blutrünstiger
Fleischfresser), Danta del Monte (kuhgrosses Bergtapir, grösstes
Landsäugetier in Südamerika), Delfín Amazónico
o. Delfín Rosado (Flussdelphin im Oriente), Gallinazo Rey
(Königsgeier), Gallo de la Peña (brillantroter Andenfelsenhahn
des Nebelwaldes), Gavilán (Sperber), Guacamayo (grosser roter
o. blaugelber Ara), Halcón Peregrino (Wanderfalke), Harpía
(Harpien- o. Affenadler), Hoacín (Hoatzin, urzeitlicher Prachtvogel
im Oriente), Jaguar (blond gesprenkelter o. schwarzer Jaguar, braucht
mind. 25 qkm ungestörtes Territorium), Jaguarundi (Otter-Katze),
Langosta (Languste, sehr begehrte Speise), Lobo Estepario (Steppenwolf,
bis zu 1.70m Länge, vor allem nördl. Andenprovinz Carchi),
Manatí (Seekuh), Mono Araña (Spinnen- o. Klammeraffe),
Mono Aullador de la Costa (seltener Brüllaffe der Küstenregion),
Nutria Gigante (grosser Fischotter o. “Wasserwolf”),
Oso de Anteojos (Brillenbär, westl u. östl. Andenausläufer),
Oso Hormiguero Gigante (Riesenameisenbär), Oso Perezoso (Faultier,
2 Arten), Pájaro Paraguas (amazonischer Schirmhutvogel),
Papagayo Guayaquileño (Grüner Ara, verbleiben ein halbes
Dutzend Exemplare am Cerro Blanco), Pava del Monte (einst sehr häufiger
Bergfasan), Capibara (Wasserschwein, grösstes Nagetier der
Welt), Perro del Monte (sehr seltener trop. Wildhund, Küste
u. Oriente), Pingüino de Galápagos (Galápagos-Pinguin),
Puerco Espín (Stachelschwein), Puma (Berg- o. Silberlöwe,
westl. u. östl. Andenausläufer), Rana Atelopus (Hochland-Frosch,
Cotopaxi-Nationalpark), Tapir de la Costa (extrem seltenes Küstentapir,
Naturreservat Cotacachi-Cayapas), Tigrillo (Ozelot, Oriente u. Küste),
Tejón (Dachs o. Vielfrass), Tortuga Gigante de Galápagos
(elefantöse Riesenschildkröte, 11 Unterarten), Tucán
(Tukan, alle 19 Unterarten der Küsten-, Oriente- u. Andenregion),
Zorro o. Zorrillo de orejas cortas (Kurzohrfuchs).
Urwälder
In den immergrünen tropischen Regenwäldern des Amazonastieflandes,
sowie auch seinen hügeligen Randzonen, den immergrünen
tropischen Bergurwäldern der östlichen Kordillerenausläufer,
von Humboldt auch Hylaea genannt (800-900m), sorgen heftige Niederschlagsperioden
für eine weithin definierte, d. h. relativ ausgeglichene Flora
und Fauna.
Der flache Regenwald besteht zum grössten Teil aus nährstoffarmer,
ausgeschwemmter tierra firme (fester Erde), ständig sumpfigen
pantanos, oder zeitlich überfluteten Laub- u. Palmwäldern,
welche von braunfarbenen Flüssen und stillen Lagunen durchzogen
sind. Bei den Bergurwäldern am Fusse der Andenkordillere ist
die Niederschlagshäufigkeit noch höher als im Tiefland..
Hier regnen sich die aufgestauten Amazonaswolken an den Hängen
ab. Auch der Artenreichtum fällt in diesen hügeligen Berichen
sogar noch höher aus.
Lediglich 1 % des Sonnenlichtes kann die dichten Baumkronen durchdringen,
wo sich auch ein Grossteil der Dschungeltiere verborgen hält.
Unterhalb dieses Blätterteppichs von bis zu 60m hohen “Urwald-Kathedralen”
ringen Kräuter, Sträucher, Büsche und Baumfarne um
das spärlich einfallende Licht. Bis zu 100 überlebenshungrige
Pflanzenarten aus ganz unterschiedlichen Familien können sich
um den Stamm eines Regenwaldbaumes reihen, an ihm hochwinden, in
seinem Geäst festsetzen, oder seine flachen Wurzeln anzapfen.
Der Kampf um Sonne, Wasser und Nährstoffe zwecks Photosynthese
findet aufgrund des humusarmen Urwaldbodens meist in der Höhe
statt! Würgefeigen umschlingen die dicksten Stämme, bis
diese ersticken, absterben, und somit Platz für neues Leben
schaffen. Lianen hängen von den Wipfeln herab. Bromelien sitzen
völlig losgelöst vom Boden auf den dicksten Ästen.
In ihren ananasgleichen Kelchstauden sammelt sich Regenwasser, dass
wiederum von Insekten und Fröschen als Miniatur-Tümpel
zur Fortentwicklung genutzt wird. Wobei letztere gerne von ebenso
gut getarnten Baumschlangen heimgesucht werden. Aus den mossigen
Stöcken, Rinden o. Brettwurzeln spriessen manchmal vereinzelte
Orchideen hervor.
Angefaulte Stämme dienen unter anderem Spechten und Tukanen
als ideale Schlupfwinkel zur Eierablage, während die grossen
Aras bis in den höchsten Kronen aufsteigen. Die scheuen Affen
können jedoch meist nur von Ufernähe aus zwischen den
Wipfeln umherturnend beobachtet werden. Unter ihnen Brüllaffen,
Wollaffen, Spinnenaffen, Kapuzineraffen, Nachtaffen oder winzige
Pygmäenäffchen. Sie leben wie z. B. auch die Faultiere
(Blätter) von Früchten, steigen aber nicht wie diese kuroserweise
von den Bäumen um am Boden ihre Notdurft zu verrichten. Was
übrigens der “Düngung” der angestammten Behausung
dienen soll. Zu den grössten Feinden dieser Baumbewohner gehört
neben dem Menschen auch der Harpienadler.
Noch vor 100 Jahren war auch die gesamte Küstenregion (El Litoral)
von dichten Urwäldern bedeckt, die mit dem Voranschreiten grossflächigen
Plantagenanbaus (erst Kakao, dann Bananen) inzwischen fast völlig
verschwunden sind. Lediglich in der nördlichen Provinz Esmeraldas
gibt es noch zusammenhängende feucht-heisse Dschungelgebiete
(im Bereich des Cotacachi-Cayapas Reservat, im Awa-Reservat an der
kolumbianischen Grenze, und im hügeligen Hinterland von Muisne).
Auch den gezeitenabhängigen, an Salzwasser gebundenen Mangrovenwäldern
im Uferbereich zwischen Meer und Hinterland, wurde in den letzten
25 Jahren der Garaus gemacht. Über 80 % der manglares sind
inzwischen den camaroneras (Shrimp-Farmen) zum Opfer gefallen. Allein
im Chone-Delta (Provinz Manabí) gab es 1969 noch etwa 12.000
ha, 1997 verblieben gerademal 1.000 ha. Mehr o. weniger intakte
Stelzwurzel-Urwaldsümpfe findet man heute noch in der Provinz
Guayas u. Puná-Insel (keine 50.000 ha), im nördl. Esmeraldas
(weniger als 15.000 ha), südl. von Muisne (Esmeraldas/Manabí),
und im Archipel von Jambelí (nahe der peruanischen Grenze
bei Machala). Siehe zu Mangrovenwäldern und seinen vier verschiedenen
Baumformationen im detaillierten Galápagos-Routenteil!
Der Süden der Küstenprovinz Manabí (Machalilla-Nationalpark),
sowie die sanften Hänge entlang der Küstenkordillere Chongón-Colonche
(Provinz Guayas), sind zu einem Grossteil noch mit savannenartigen
Trockenurwäldern überzogen, die sich in der Regenperiode
von Mai bis November in grüne undurchdringliche Dickichte verwandeln.
Wobei sich die Niederschläge in dieser Region weniger durch
ihre Heftigkeit, als vielmehr durch ihre Beharrlichkeit auszeichnen
(garúa = dauerhafter Nieselregen). Während der Trockenzeit
werfen die Bäume u. Sträucher dann allmählich alle
ihre Blätter ab, und geben den Anschein einer Dornbuschsteppe.
Der einzige, weithin sichtbare Baum, der aus diesem niedrigen Busch-
u. Kakteenwald herausragt, ist der bis zu 50m hohe, Flaschenhals-bauchige
Ceibo (Kapokbaum). Diese wunderschön anzuschauenden Brettwurzelbäume
stehen niemals dicht beieinander, sondern gewahren immer einen gewissen
Abstand zum Nachbarn. Ihre vielarmigen Kronen sind zur Blütezeit
mit elfenbeinfarbig-flauschigen Wollbüscheln gespickt, aus
denen in Portoviejo u. Guayaquil “orthopädische”
Matrazen und Kopfkissen hergestellt werden. Weitere Vertreter dieser
halbgrünen Landstriche sind der kontrastreiche, zur Trockenzeit
leuchtend gelb-rötlich blühende Guayacan (durch Möbelherstellung
leider im Aussterben begriffen), sowie zierliche Palo Santo - Bäumchen,
verschiedene Ficus- u. Algarrobo - Arten, und auch Tuna-Kakteen
(Kaktusfeigen), deren Früchte sehr nahrhaft sind.
Eine Sonderstellung nimmt der immergrüne subtropische Nebelwald
ein (Bosque Neblina), der sich sowohl auf der westlichen wie auch
östlichen Andenkordillere in Höhenlagen zwischen 1.000
und 2.500m befindet (z. B im Noroccidente westl. v. Quito, im Reservat
Cayambe-Coca oder Sangay-Nationalpark). Wie der Name schon sagt,
zeichnet sich der Nebelwald durch tiefliegende, ständig auf-
u. absteigende Wolkenmassen, sowie ein verstärktes Temperaturgefälle
aus. Quirliges Vogelgezwitscher, geheimnisvoll einfallende Lichtstrahlen,
und sich durch den Forst kämmende Dunstschwaden, geben den
vor Feuchtigkeit “schwitzenden”, in gestrüppartige
Schmarotzergeflechte eingehüllten Bäume, den Anschein
eines verkexten Hänsel & Gretel - Waldes. Zu den auffälligsten
Pflanzen gehören Bromelien und andere Aufsitzerpflanzen (Epiphyten),
sowie Baumfarne u. Farne (helechos), Silberbäume (guarumo),
verschd. Palmstauden (z B. palmito o. bíjao), Elefantenohren
(cachaco), Lianen (mimbre), Lilien, Helikonien, Begonien, Fuchsien,
verschd. Moosgeflechte, und prachtvollste Orchideen. Im Gegensatz
zum tropischen Regenwald trifft der passionierte Wanderer hier auf
ein undurchdringliches Dickicht im Bodenbereich, und zwischen den
schroffen Höhenrücken auf tief eingeschnittene Felsschluchten,
mit glasklaren, herabpurzelnden Wildbächen und erfrischenden
Badetümpeln.
Lediglich ein paar Fleckchen intakter Hochlandurwälder sind
heute noch in durchschnittlichen Höhenlagen zwischen 3.000
u. 4.000m anzutreffen. Der stolze Rest musste im Zuge jahrhundertelanger
Abholzungssgeschichte den landwirtschaftlichen Nutzungsflächen
weichen. Zu den wenigen verbliebenen Urwaldzonen gehört z.
B. auch das nahe Quitos gelegene Pasochoa-Reservat.
Der Pflanzenwuchs im Hochgebirge gilt nicht zuletzt aufgrund der
vorherrschend starken Temperaturschwankungen (bis zu 30 Grad) als
einzigartig im tropischen Amerika. Die andine Flora hat sich in
den letzten 60 Millionen Jahren entwickelt, und charakterisiert
sich vor allem durch kleinere dickere Blätter, die den frostigen
Nächten, scharfen Winden, und der intensiven Sonnenstrahlung
problemlos widerstehen können. Die meisten Bäumchen, Sträucher,
Büschel u. Gräser des Hochlandes machen einen sehr knorrigen,
kompakten, und unverwüstlichen Eindruck. Andere wiederum gleichen
einer rauhen eingewachsten Teppichmatte (Moospolster). Typische
Hochland-Bäume sind die schnellwachsenden, wohlriechenden Eukalyptus
(erst im letzten Jh. zwecks Brennholz eingeführt), mächtige
Araukarien (vielfach auf den plazas der Dörfer u. Städte),
Zedern, Zypressen, und inzwischen selten gewordene, deformiert erscheinende,
dunkelrot-stämmige Quinua-Bäumchen, von den Indianern
auch colorados genannt (Podocarpus u. El Cajas Reservate), sowie
die überall im Cotopaxi-Nationalpark aufgeforsteten Pinien.
Unter den blütentragenden Pflanzen stechen die aussergewöhnlichen,
mehrere Meter hohen Frailejónes (Espeletien o. “Mönche”)
im El Angel-Reservat hervor. Zu den auffälligsten Pflanzen
in Höhenlagen von über 3.700m (páramo) zählt
die orangefarbene Chuquiragua, die streng unter Naturschutz steht,
und aus der ein nervenberuhigender Tee gewonnen werden kann (z.
B. im Umkreis des Guagua Pichincha - Vulkans bei Quito).
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