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Volker Feser

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Ecuador > Indigene Kulturen

Wenn wir von präkolumbischen Kulturen sprechen, meinen wir die ethnischen Gruppen die in Amerika lebten vor der Ankunft von Kolumbus.

Amerika ist nicht nur der „neue“ Kontinent, den Kolumbus und sein europäisches Gefolge angetroffen haben, es hat auch eine eigene Geschichte von Tausenden von Jahren. Wir beziehen uns auf diese Völker die das präkolumbische Amerika bewohnt haben nicht als „Stämme“, denn in Wirklichkeit sind es Kulturen, ethnische Gruppen. Nord-, Zentral- und Südamerika waren in jener Zeit von Zivilisationen bewohnt, die sich während Jahrhunderten entwickelt haben, nichts desto trotz waren sie in den Augen der Spanier unterentwickelt und primitiv. In Wirklichkeit waren es Kulturen, -einige sind es heute noch -, die die Welt und das Leben auf verschiedenartigste Weise interpretierten und sich verschieden entwickelt haben. Einige dieser Kulturen sind isoliert geblieben und haben ihre eigenen Formen bezüglich Kleidung, artistischem Ausdruck und religiösem Glauben entwickelt.

Im 16. Jahrhundert haben mit dem Vormarsch des Christentums viele dieser Kulturen ihre religiösen, sprachlichen und künstlerischen Wurzeln verloren. Die Spanier haben den Katholizismus oft gewaltsam eingeführt und bis heute sind viele indianische Kulturen von dieser Religion bestimmt, wenn auch einige ihre Eigenheiten bezüglich Kleidung, Sprache und Musik bewahren konnten. Wenige Kulturen leben heute noch relativ isoliert, vermeiden den Kontakt mit der westlichen Kultur und bewahren die Lebensweise ihrer Vorfahren vor über 500 Jahren.

Wenn wir in Ecuador von Megadiversität sprechen beziehen wir uns nicht nur auf unsere eindrückliche biologische Diversität sondern auch auf den Faktor Mensch. Unsere biologische und ethnische Vielfalt ist in ihrer Ausprägung bedingt durch die natürlichen Lebensräume Küste, Hochland und Regenwald.

Küstenkulturen
Die ältesten bekannten Kulturen Amerikas lebten im ecuadorianischen Küstengebiet um 8800 bis 3500 v.Chr.

Heute gibt es noch drei ethnische Gruppen in dieser Region: die Awá, die Chachis (Cayapas) und die Tsachilas (Colorados). Sie leben im tropischen Regenwald der Westanden und haben diese Rückzugsgebiete wahrscheinlich erst im Zusammenhang mit der Invasion der Inkas im 15. Jh und der Spanier im 16 Jh. besiedelt.

Amazonaskulturen
Viele Archäologen gehen davon aus, dass einige der ältesten Kulturen die bis in die heutige Zeit überlebten (über 10'000 Jahre) aus diesem tropischen feuchten während Jahrhunderten unerschlossenen Regenwald stammen.

In der Weltanschauung dieser Völker ist der Mensch ein Bestanteil des „Amazanga“ (Regenwald) und die menschliche Seele wandert bei Dämmerung durch den Wald. Der menschliche Geist kann Einswerden mit dem des Jaguars, der Schlange und dem Adler, jeweils mit der ureigenen naturbedingten Symbolik.

Der Regenwald liefert Nahrung, Medizinalpflanzen und spirituelle Nahrung.

Für diese Menschen ist der Regenwald Haus, Apotheke, Supermarkt und Religion in einem, daraus folgt ihr ausgeprägter Respekt für das ökologische Gleichgewicht, sie sind weder Naturfreaks noch Konsumenten.

Gemessen am ökonomischen Weltstandard scheinen diese Leute arm, doch haben sie ein reiches spirituelles Leben und leben in Frieden umgeben von ihren Familien und nehmen von der Natur nur was sie zum Überleben brauchen.

Es ist eine bereichernde Erfahrung einige Tage den Alltag mit ihnen zu teilen. Das Kapawi Projekt hat dies zum Ziel und bietet eine fantastische Reiseerfahrung. Die Ashuar Kommune betreibt das Projekt zusammen mit einem Turismus Veranstalter.

Hochlandkulturen
Die Kulturen des Hochlands sind bei weitem nicht die ältesten, wegen ihrer geografischen Lage im Anden Hochland und ihrer guten Erreichbarkeit sind sie aber am bekanntesten und werden am meisten besucht. Viele dieser Kommunen teilen ihren Lebensraum mit anderen ecuadorianischen Kulturen und es ist erstaunlich und faszinierend wie sie trotz allen Einflüssen an ihren kulturellen Eigenheiten wie Kleidung, Sprache (Quichua) und Festen festhalten.

Nur 100 km im Norden von Quito sollten Sie den Indianer Markt von Otavalo besuchen, ein Muss für jeden Touristen der Ecuador besucht. Dieser Markt bietet wunderschöne oft handgewobene Textilien, wie Wandteppiche, Taschen, Kleider und andere Produkte der hart arbeitenden mehrheitlich indianischen Bevölkerung von Otavalo und den umliegenden Dörfern Peguche, Illuman, Imbaya, Natabuela, San Pablo usw.

Diese Leute sind sehr geschickt und künstlerisch. Die Familien arbeiten zusammen und verkaufen dann gemeinsam auf dem Markt. Die Geschäfte werden äusserst ruhig abgewickelt, natürlich wird gehandelt und gefeilscht.

Diese Menschen sind sehr stolz und haben ihre kulturelle Identität nicht verloren, obwohl fast alle Otavaleños per TV und Internet der modernen, globalisierten Welt ausgesetzt sind und die Stadt Otavalo von vielen Mestizen und Weissen bewohnt und besucht wird. Otavalo Indianer reisen um die Welt und bieten überall ihre Kunsthandwerk Produkte an, so ist es nicht erstaunlich, wenn Sie sie auf Ihren Reisen durch die Europäischen Städte antreffen, sie sind 100% sicher zu erkennen dank ihrer einzigartigen Kleidung.

 

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