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Die Hauptstadt der Provinz Morona Santiago, etwa 600m über
dem Meeresspiegel gelegen, hätte eine Auszeichnung für
das aufgeräumteste Straßenbild des ekuadorianischen Oriente
verdient. Außer im noch kleineren Zamora geht es in keiner
Amazonas-Stadt so beschaulich zu wie im vorherrschend feucht-tropischen
Macas, daß durch die Nähe zur östlichen Andenkordillere
manchmal auch erfrischend kühle Tage aufweisen kann. Die Menschen
sind freundlich und heißen Reisende willkommen. Die breiten
Straßen im Zentrum sind gepflastert und frei von stinkenden
Abfällen oder herumschreienden Verkäufern.
Durch die gleichzeitige Nähe zu lohnenswerten Dschungelzielen
im Shuar- u. Achuarterritorium, sowie zum feuerspeienden Sangay-Vulkan
(5.230m) im gleichnamigen Nationalpark der Ostkordillere, bietet
sich das Städtchen für mehr als nur einen sympathischen
Zwischenstop an. Als großer Vorteil für Naturfreunde
und Abenteuerlustige erweist sich hierbei, daß es im weiten
Umland von Macas keine Erdölquellen, Auffangbecken, Pipelines
und deren pechschwarze Folgererscheinungen gibt. Da die umstrittene
peruanische Grenze jedoch nicht allzu weit entfernt liegt, muß
dafür hin und wieder die Gegenwart von uniformierten Soldaten
oder nordamerikanischem Militärpersonal in Kauf genommen werden.
Was manchmal sogar zu äußerst anregendem wie aufschlußreichem
Geplauder Anlaß geben kann - “Nice to meet you”!
Auf dem Landwege gibt es bisher zwei Möglichkeiten nach Macas
zu gelangen:
Einmal vom südlichen Cuenca aus über eine wunderschöne
Staub- u. Schlammpiste über die östliche Andenkordillere
hinweg (mind. 10 Std.). Schwindelfreie und auf Gott Vertrauende
sollten wegen dem Abschnitt zwischen Gualaceo u. Limón links
sitzen - von Macas in umgekehrter Richtung rechts!
Eine andere, weit weniger aufregende Möglichkeit, stellt die
Holperstrasse vom nördlichen Puyo dar (5 Std.), welche alle
aus Baños oder Tena kommenden Reisende benutzen.
Als dritte Möglichkeit wird in Bälde eine neue spektakuläre
Straße mitten durch den Sangay-Nationalpark dem Verkehr übergeben,
von Riobamba - Guamote kommend. Ein Projekt daß von Ökologen
aufs heftigste kritisiert wurde! Aber einmal geschaffene Tatsachen
sind leider nicht mehr rückgängig zu machen. Der Streckenverlauf
entspricht in etwa dem legendären Camino de Zuñac, ein
zuerst von den spanischen Eroberern und später von Jesuiten-
und Salesianermissionaren benutzter Trampelpfad. Bemerkenswert hierbei
auch, daß die einst völlig isolierte Lage von Macas die
Einwohnerzahl bis Anfang dieses Jh. gerademal auf 260 Seelen beschränkte.
Eine viel bequemere Art von oder nach Macas zu reisen ist das Flugzeug.
Sowohl Quito (TAME) als
auch Cuenca (AUSTRO AEREO) unterhalten
regelmässige Verbindungen mit der Stadt am wasserreichen Río
Upano. Eine Kombination aus Land- u. Luftweg stellt zudem eine interessante
Alternative für eine Reise von der Landeshauptstadt ins südliche
Cuenca o. umgekehrt dar. Der Umweg über den Oriente lohnt vor
allem wegen der Shuar-Indianer und ihren sakralen Wasserfällen
im Dschungel, den schroffen, mit dichten Regen- u. Nebelwäldern
bewachsenen Höhenrücken und Taleinschnitten, sowie dem
vermutlich aktivsten Vulkankegel beider Amerikas. Diesem können
sich Bergsteiger über die unwegsamen Ostflanken jedoch nur
nähern. Wer ganz hinauf möchte, vielleicht sogar bis zu
den herumfliegenden heißen Steinbrocken am Kraterrand, sollte
die Mammut-Tour von Riobamba oder Quito
aus organisieren.
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