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Volker Feser

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Manta

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Grösster Fischereihafen der ekuadorianischen Pazifikküste
Nach Guayaquil stellt das inzwischen aus allen Nähten platzende Manta den zweitwichtigsten Hafen Ekuadors (zusammen mit Machala). Eine Art Klein-Guayaquil, dass in vielerlei Hinsicht seiner grösseren Schwester ähnelt, und dessen durchnummerierte Strassenzüge mit ihren ausgefransten Häuserzeilen den Eindruck eines von Katzenkrallen zerzausten Wollknäuls erwecken. Hinzu kommen zahlreiche Fischkonserven- u. Fischmehlfabriken, Kakao-, Kaffee-, Zucker-, Nudel-, Speiseöl- u. Tagua verarbeitende Industriebetriebe, viel chaotische Geschäftstüchtigkeit, ein völlig verdreckter Río Manta, löchrige Asphaltbeläge und staubige Armenviertel, sowie eine überdurchschnittlich hohe Raubüberfallsrate.

An Sehenswürdigkeiten bietet das tropisch warme Manta zwei städtische Sandstrände: Im Osten den populären Playa de Tarqui mit seinen frühmorgens einlaufenden Fischerbooten (zum Verkauf ausgelegte Schwert- u. Haifische), den angrenzenden Meeresfrüchte-Buden, Restaurants u. Parkplätzen an der Uferpromenade, und im Westen den etwas ruhigeren u. exklusiveren Playa de Murciélago, welcher aufgrund fehlender künstlicher Wellenbrecher mehr Badespass erlaubt. Der rasche Diebstahl von unbeaufsichtigtem Strandzubehör ist an diesen beiden playas leider an der Tagesordnung!

Darüberhinaus besitzt Manta eine sehr beeindruckende Fischfangflotte mit jeder auch nur erdenklichen Art von Kähnen, Kuttern, Barkassen, Jollen, Nachen u. Nusschalen. Wobei die grossen Schiffe im Puerto Marítimo (Hochseehafen) anlegen, und die kleinen Boote sich im Hafenbecken des benachbarten Puerto Pesquero Artesanal zu bunten Ketten aneinanderreihen. Ein Monumento al Pescador, an der Mündung des Río Manta, spricht Bände über die seit jeher maritime Lebensgrundlage der Manteños.

Hochseefischen und Surfen gehören zu den weiteren touristischen Attraktionen. Alles in allem jedoch, hat Manta selbst vorurteilsfreien Reisenden recht wenig zu bieten. Ein Abstecher ist kaum lohnenswert, da es der dynamischen Hafenstadt im Gegensatz zur geruhsameren Provinzhauptstadt Portoviejo an einer gewissen architektonischen Authentizität mangelt.

Manta wurde nur wenige Tage vor der Gründung Portoviejos vom spanischen Konquistador Francisco Pacheco erneut ins Leben gerufen. Am gleichen Ort befand sich vormals die sagenhafte Stadt Jocay der Manteño-Kultur, welche sich einst kilometerweit am Strand entlang streckte. Das Museo del Banco Central unterhält eine kleine, aber feine Kollektion archäologischer Fundstücke dieses verwegenen Seefahrervölkchens, dass den vom Hochland einfallenden Inkas bis zur Hinrichtung Atahualpas erfolgreich widerstehen konnte.

 

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