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Volker Feser

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Montañita

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Surf, Sand, Sonne, Brandung und “Bikini-Open”
Die ehemalige ekuadorianische Hippie-Hochburg, das pazifische “Woodstock” der Guayacos, wird auch heute noch viel von Marihuana rauchendem Jungvolk mit Rastalöckchen aufgesucht. Trotzdem hat sich seit den 70-ziger Jahren einiges an dem kilometerlangen Sandstrand getan. Wer dabei an Hochhäuser denkt, hat allerdings weit gefehlt!

Überall sind zwar neue Cabañas und kleine bis mittelgroße Hotels entstanden, aber Holz, Bambus, Stroh, mit Muscheln verkleideter Zement, und Steine aus dem Meer, gehören nachwievor zu den weitgehenst verwendeten Baumaterialien.

Das gastronomische Angebot hält sich in Grenzen. Lockeres Strandleben, ein paar offene Palmdach-Restaurants mit Meeresblick, sowie eine Handvoll rustikaler Eßkneipen, stellen den Reisenden aber soweit zufrieden. An Wochenenden ist der Strand bei der nördlichen “Felsnadel” (punta), dort wo sich die interessantesten Hotels befinden, meist überlaufen und laut.

Den Unterschied zu früheren “Flying Tea Pot” - Zeiten machen hauptsächlich die zahlreichen Surfer mit ihren schicken Autos aus. Die einheimischen “Beach Boys” zockeln meist mit dem Fieberglas-Brett unterm Arm und dem baumelnden Handy um den Hals, gekleidet in bunten Shorts und Klettsandalen, über den Strand - oft von einer tangatragenden Schönheit oder einem sonnenstichverdächtigen Rassehund mit heraushängender Zunge begleitet. Surfgerechter Seegang, drei nationale und eine internationale Surfmeisterschaft zur Faschingszeit, sowie ein sexistisches Bikini-Spektakel, locken die wahrhaftig eleganten Wellenreiter in Scharen an die Punta, dem charakteristischen Felsenkap von Baja Montañita, und dem weitaus interessanteren Teil des Ortes.

Montañita besteht nämlich aus zwei Ortschaften, dem eigentlichen Ortskern von Alta Montañita, etwa einen Kilometer südlich vom eigentlichen Strandrummel entfernt (5 Min. nördl. v. Manglaralto), und dem etwas “tiefer” gelegenen “Baja” am nördlichen Ende des Strandes, dort wo sich die Surfer u. Bodysurfer ein nachmittägliches Stelldichein geben.

Die Pelikane im triangelförmigen Staffelflug, und die darauffolgende lila-farbene Abenddämmerung mit der gezackten “Punta”- Nadel im Vordergrund, sind zweifelsohne ein schönes Erlebnis. Eine Übernachtung oder einen erfrischenden Badeaufenthalt ist Montañita allemal wert. Einen der in Ecuador sehr seltenen Campingplätze gibt es dort auch, und wer noch nie auf einem Surfbrett gestanden hat, kann sich hier billig eins leihen und Unterrichtsstunden nehmen. Wer das Brett aus Versehen zerbricht, muß aber ein neues kaufen. Und wer nach drei Wochen immernoch nicht auf dem Ding stehen kann, läßt es besser bleiben - der Sport ist zum Zuschauen wie geschaffen!

Wenige Kilometer nördlich der “Punta” von Baja Montañita, kommt das Ferien-Stranddorf Olón, wo sich die einkommensstarken Schichten Guayaquils ein Wochenendhäuschen gebaut haben. Oloncito nennt sich eines der neuen eingemauerten Ferienanlagen. Hinter Olón sticht unter all den Villen am kilometerlangen Strand eine “Hundertwasser”-ähnliche Mansion ins Auge.



Kurz darauf beginnt hinter dem Ort La Entrada der kurvenreiche Aufstieg über einen bewaldeten Ausläufer der Cordillera Chongón-Colonche hinweg. Dieses Küstengebirge fällt zwischen den verzackten, von teils senkrechten Steilklippen umringten Buchten, in den blauen Ozean ab. Dies ist einer der schönsten Küstenabschnitte in Ecuador. Auf dem etwa 10 km langen Abschnitt an der Provinzgrenze zwischen Guayas und Manabí verändert sich das Landschaftsbild schlagartig. Feucht-tropischer Regenwald beginnt plötzlich neben dem Straßenrand zu wuchern. Von einem Punkt auf dem “Pass” oben (von Süden kommend kurz vor einer Rechtskurve), hat der Betrachter bei klarem Himmel eine überwältigende Aussicht über die Hügelkette Cinco Cerros de Ayampe und die Brandung an der zerklüfteten Pazifikküste. Ein Fototermin ist angesagt, so etwas schönes bekommt man nicht alle Tage zu sehen!

Wenige Minuten hinter dem Aussichtspunkt (“El Mirador”) der “Fünf Gipfel von Ayampe”, befindet sich linkerhand eine 1,5 km lange, mit einem weißen Kolibrí-Steinschild versehene Einfahrt zur Hostería Atamari, der schönsten und exklusivsten Ferienanlage an der ekuadorianischen Küste. Zwölf erlesene, meist separate Cabañas auf einem gewaltigen Felsvorsprung über dem Pazifik, umringt von tropischer Bepflanzung und einem spektakulären Rundum-Panorama über die Bucht von Ayampe, die Felszacken der “Erhängten” (Los Ahorcados), und die vielen Seevögel über dem aufschäumenden Ozean. Die elegante Möblierung, der rustikale Steinfußboden, und die riesigen Badezimmer sprechen für sich. Der zentrale Swimmingpool und die sehr ansprechende Cocktail-Bar sind eine Wucht, das hochgelobte Gourmet-Restaurant hat schlichtweg Weltklasse. Hier stimmt einfach alles, außer daß man in den felsigen Mini-Strandbuchten weit unterhalb der Lodge zwar nackt sonnenbaden, aber aufgrund der scharfen Riffkanten nicht schwimmen sollte. Ein sehr steiler, nach Regen schlüpfrig-klebriger Pfad, führt zum Meer hinunter (bei Ebbe schön zum spazierengehen).

Weiter in Richtung Norden, nach der Abzweigung zur “Atamari-Lodge”, fällt die hier gut asphaltierte Marginal de la Costa wieder in Kurven zum Meer ab. Beim Überqueren der Brücke über den Grenzfluß Río Ayampe beginnt die Provinz Manabí.

Etwas weiter nördlich liegt das Fischerdörfchen Salango, vor dessen sandiger Bucht sich die gleichnamige Pelikan-Insel befindet, die bereits zum Machalilla-Nationalpark gehört. Neben einem sehr hübschen Strand, einer kleinen stinkenden Fischmehlfabrik, und einem archäologischen Museum mit Originalfiguren der unterschiedlichen Kulturphasen der Region, hat dieses ansonsten eher verschlafene Nest noch ein hervorragendes Meeresfrüchte-Restaurant zu bieten, das Delfín Mágico.

 

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