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Der am 26. Juli 1979 ins Leben gerufene, 55.000 ha große Nationalpark,
dem einzigen an der ekuad. Küste, besteht in der Hauptsache
aus drei Vegetations- bzw. faunistischen Zonen: Tropischer Trockenurwald
entlang des hügeligen Küstenstreifens, feucht-tropischer
Regenwald in den Höhenlagen, und der maritime Bereich um die
Isla de la Plata. Das Klima wird im Wesentlichen von den Meeresströmungen
und der äquatorialen Lage bestimmt. Die durchschnittliche Jahrestemperatur
beträgt 24 Grad, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 84%.
Die zeitweise ausgetrockneten Flußniederungen im Parkbereich
können in der Regenzeit innerhalb weniger Minuten zu reißenden
Sturzbächen anschwellen. Eine schlammigbraune Masse von Wasser,
Sedimenten, Baumstämmen und Unterholz, schießt dann wie
eine Flutwelle in Richtung Meer hinab.
Zur typischen Flora des Parks gehören neben den charakteristischen
Karpokbäumen (Ceibos) und Tuna-Kakteen auch Algarrobo, Palo
Santo (Sandelholz), Ficus, Guayacán, Muyuyo, Balsa, Laurel
u. Barbasco. Zur Tierwelt zählen neben guantas u. guatusas
(Agouti) auch Brüllaffen (mono aullador) und Ameisenbären
(oso hormiguero). Unter den zahlreichen Vogelarten befinden sich
Papageien, Tukane, Kaziken u. Habichte, sowie Pelikane u. Fregattvögel
im Küstenbereich.
Agua Blanca heißt das weitverstreute, aus 43 Familien bestehende
“Western”-Dörfchen, dab bereits im Bereich des
Nationalparks liegt. Die Zufahrt dorthin befindet sich 7 km nördlich
von Puerto López. Es geht rechts weg von der Marginal de
la Costa. Nach weiteren sechs Kilometern erreicht man schließlich
die idyllisch-verschlafene Häuseransammlung auf einer holprigen
Straße durch Dornengestrüpp u. Tuna-Kakteen. Von Agua
Blanca aus (auf 40 M.ü.d.M.) starten die meisten Touren in
die inneren u. höher gelegenen Bereiche des Nationalparks.
Hier kann auf Pferde umgesattelt werden. Nach etwa fünf Stunden
anstrengendem Ritt o. Fußmarsch, erreicht man San Sebastián,
einem versteckten Urwald-”Refugio” in einem dichtbewachsenen,
nach Süden hin geöffneten Krater gelegen. Auf dem Weg
dorthin gilt es einen 800 Meter hohen Höhenrücken zu überwinden.
Für Reiter bedeutet dies oftmals absteigen!
Die bis dahin trockene Urwaldzone geht hinter dem Pass auf unfaßbare
Weise in feucht-tropischen Dschungel über, der sich beim Betrachter
kaum von dem “Oriente”-Dschungel im Amazonastiefland
unterscheidet.
Eine archäologische Ausgrabungsstätte, etwa eine Dreiviertelstunde
von Agua Blanca entfernt, gibt die Reste der antiken Ortschaft Salangome
frei, einst Tempel- u. Beerdigungsstätte der Manteño-Kultur.
Auffallend sind die vielen Fragmente in Form eines U. Aus diesem
Grund befindet sich im Dorf auch ein kleines archäologisches
Museum (geringe Eintrittsgebühr).
La poza azufrada, ein schlammiger schwefel- u. kaliumhaltiger Quellteich,
liegt etwa 10 Min. Fußweg vom Dorf entfernt, und bietet an
heißen Tagen eine heilsam erfrischende Abwechslung.
Agua Blanca verfügt über zwei ganz einfache Schlafräume,
sowie Dusch- u. Kloeinrichtungen, einem “Lebensmittel-Lädele”
und einer Bambus-Bar. Strom gibt es keinen, aber die Cocas und das
Pilsener-Bier sind trotzdem schön kalt.
Ein großer Eimer voller Eisblöcke erweist sich nach einer
anstrengenden Tour durch den Nationalpark meist als krönender
Abschluß für die abenteuerlichen Strapazen.
Nicht nur zu den Hauptattraktionen des Machalilla-Parks, sondern
der Pazifikküste überhaupt, zählt der feinkörnige
Playa de los Frailes, das bezaubernste Stück Strand im kontinentalen
Ecuador. Der in einer kleinen idyllischen Meeresbucht gelegene,
naturbelassene Sandstrand, darf auf einer Reise ins südliche
Manabí auf gar keinen Fall ausgelassen werden. Kamera, Trinkwasser,
Badetuch, Sonnencreme u. Mückenstift sollten bei einem Tagesbesuch
nicht vergessen werden! Ein mirador (Aussichtspunkt) wurde kürzlich
eingeweiht. Feuermachen ist hier strengstens untersagt. Camping
ist eventuell mit einer Erlaubnis der Nationalpark-Behörde
in Puerto López möglich, wird aber normalerweise selbst
bei hartnäckiger Anfrage nicht gestattet.
Die beiden Nebenstrände von “Los Frailes” sind
der schwarzsandige Playa de arena feroza (o. “La Playita”)
u. der kleine Playa de la Tortuguita. Da diese fantastische Strandregion
zum Nationalpark gehört, ist auch hier das Eintrittsticket
v. etwa 10 USD nötig. Selbst wer nur den Strand von “Los
Frailes” besuchen möchte, und ansonsten wenig Interesse
am Hinterland des Naturparks zeigt, sollte das Ticket vom centro
de visitantes in Pto. López bei der Hand haben, oder auch
direkt am Posten an der Strandzufahrt kaufen. Die Isla de la Plata
gilt besonders unter Ornithologen als eine Art “Galápagos
in Miniaturausgabe”. Eine ähnlich spröde Vegetation,
nistende Blaufuß-, Rotfuß-, u. Maskentölpel, um
die Steilklippen kreisende Albatrosse u. Fregattvögel, sowie
die Seehundkolonien um die Punta Machete, lassen den Vergleich plausibel
erscheinen. Nichtsdestotrotz gilt die zum Machalilla-Nationalpark
gehörige wüstenhafte Felseninsel als eigenständige
Bio-Zone, welche in Bälde den “Schlüssel”
für das Erscheinen des Artenreichtums auf Galápagos
liefern könnte.
Die 1.200 Hektar große und bis zu 167m hohe “Silberinsel”
befindet sich 36 km vom Festland in Puerto López entfernt.
Zu Manteño- u. Inkazeiten war der Ort eine wichtige Zeremonienstätte.
Der Name “de la Plata” hängt aber direkt mit den
Totenkopf beflaggten Freibeuterseglern zusammen, die das Eiland
in früheren Jahrhunderten als Unterschlupf und Schatzversteck
nutzten, allen voran der berüchtigte Freibeuter Sir Francis
Drake.
Zwischen Mitte Juni und Ende September werden die Küstengewässer
vor der Insel von riesigen, aus antarktischen Regionen eingewanderten
Buckelwalen, als vorübergehende Paarungsstätte aufgesucht.
Ein- o. zweitägige Bootsfahrten zur Isla de la Plata können
von Puerto López aus unternommen werden (Übernachtung
im Zelt). Eine Süßwasserquelle gibt es auf der Insel
nicht. Baden ist möglich. Zwei Rundwege von jew. 3-4 Stunden
Dauer (sendero Punta Escalera u. sendero Punta Machete) geben dem
Besucher einen guten Einblick in die einzigartige Flora u. Fauna.
Der kleine Fischerort Machalilla war in präkolumbianischen
Zeiten ein wichtiges Handels- u. Warenaustauschzentrum. Der Ort
mit dem antiken Namen Sercapez, befindet sich genau zwischen den
beiden Kontinentalbereichen des Nationalparks Machalilla. Das staubige
Nest wurde zu Beginn dieses Jahrhunderts in erster Linie durch den
florierenden Export von Taguanüssen, vor allem von deutschen
Reedereien angesteuert. Leider wurde das bis vor kurzem noch bestehende
und aus dieser Zeit stammende “Casa de la Tagua” (Handelshaus)
inzwischen abgerissen. Somit verlor der Ort seinen einzigen touristischen
Anziehungspunkt. Die langen Hakennasen der Bewohner, welche in den
jahrhundertealten Figuren der Manteño-Kultur wiederzufinden
sind, stellen heute die wahren Markenzeichen von Machalilla.
Bei Puerto Cayo, am nördlichen Rande des Machalilla-Parks gelegen
(16 km v. Ort Machalilla), führt die Küstenstraße
wieder ins Hinterland zurück nach Jipijapa. Somit ist der Fischerhafen
mit dem unsauberen Strand (viel Scherben, auf- u. ab fahrende Kipplaster),
sowie den etwas schäbigen Ferienhäuschen mittelständischer
Ekuadorianer, der letzte, bzw. erste Pazifikstrand, den der Tourist
auf einer Guayaquil-Quito
bzw. Quito-Guayaquil Rundreise zu sehen bekommt. Dies wird sich
aber sehr bald ändern, da die neue Küstenverlängerung
Marginal de la Costa bald in Richtung Norden nach Manta fertiggestellt
sein wird, und damit eine interessante Alternative zur Route über
Jipijapa-Portoviejo darstellt.
Von der Durchgangsstraße, die oberhalb des Ortes vorbei führt,
genießt man eine schöne Sicht auf die kilometerlange
Meeresbucht und die naheliegende Felseninsel Sucre, auch Islote
de las Brujas genannt.
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