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Insgesamt fünf unterschiedliche Ökosysteme, variationsreichste
Botanik, Höhenlagen von 1.000 bis 3.600 Metern und Temperaturen
von etwas über Null bis hin zu tropisch schweißtreibenden
Graden, offeriert dieser 1982 geschaffene, 146.000 Hektar große
Nationalpark im Dreieck Loja - Zamora - peruanische Grenze. Das
steppenartige Grasland auf dem Paramo-Hochland, unterbrochen von
großen “Amphitheatern” aus brüchigem Fels,
geht abrupt in den oft nebligen Bergurwald über. Etwa hundert
eiskalte Lagunen, Überbleibsel einstiger Gletscher, speisen
in waghalsigem Gefälle die reißenden Bäche der schroffen
dichtbewachsenen Täler im unteren Verlauf des Naturschutzgebietes.
Auch die Regenquote fällt dementprechend aus, wobei in der
Region amazónica viel häufiger mit Niederschlägen
zu rechnen ist (März bis Anfang Mai). Mehrere Flußläufe
haben im Podocarpuspark ihren Ursprung und münden schlußendlich
im Amazonas oder Pazifik.
Die Flora sticht in den höheren Bereichen vor allem durch den
einzigen ursprünglichen Nadelbaum des nördl. Südamerika
hervor: den Podocarpus oder Romerillo. Die Malaria heilende Chininpflanze
(cascarilla), Baumfarne, Orchideen o. Bromelien zählen zum
mannigfaltigen Spektrum des Pflanzenreichtums.
Blaubrüstige Andentukane, brilliantrote Felsenhähne, Kolibris
in allen Farben u. Grössen, eine seltene Quetzal-Art namens
guajalito, und hunderte anderer Vögel. Füchse, Affen,
Bergtapire, Jaguare, Brillenbären, Wölfe und Pumas durchstreifen
zudem dieses gefährdete Paradies im äußersten Süden
des Landes.
Goldadern und illegale Jagd haben leider schon ihre Spuren hinterlassen.
Sämtliche Versuche die schwerbewaffneten Schürfer aus
dem Park zu vertreiben scheiterten bisher an Korruption und fehlender
Koordination seitens der Behörden.
Ein verstärktes Tourismusaufkommen könnte sich in diesem
Sinne vielleicht positiv auswirken.
Der Parque Nacional Podocarpus hat neben den vielen “inoffiziellen”
drei von INEFAN (Instituto Ecuatoriano Forestal de Areas Naturales
y Vida Silvestre) unterhaltene zahlungspflichtige Zugänge.
Zwei davon verfügen über ein kleines Verwaltungszentrum
mit einfacher Infrastruktur. Der Cajanuma-Zugang auf 2750 Höhenmetern,
13 Km südl. von Loja auf der Straße nach Vilcabamba,
ist der meistbenutzte. Nach dem Abzweig links am Wachhäuschen
vorbei geht es noch fast 9 km weiter bis zum Centro Administrativo.
Die dortige Herberge kann bis zu 20 Gäste aufnehmen.
Verpflegung muß vorher organisiert werden. Verschiedene, gut
markierte Pfade können für Wanderungen von einer halben
Stunde bis zu zwei Tagen (las Lagunas de El Compadre) unternommen
werden. Camping ist gestattet. Warme Kleidung, Regenschutz und solides
Schuhwerk nicht vergessen. Die letzten drei Monate des Jahres sind
generell die beste Zeit für diesen Teil des Parks. In den restlichen
Monaten muß mit schwermütigsten Wetterfronten und bösen
Erkältungen gerechnet werden.
Der Bombuscara-Zugang (950m) muß von Zamora aus in Angriff
genommen werden. Nach wenigen Kilometern auf einer in der Regenzeit
problematischen Straße vom Busbahnhof in Zamora entlang des
Río Bombuscara, beginnt ein 800m langer Dschungelweg bis
zum Verwaltungshaus. Campingplatz, Küche, eine kleine Schlafhütte
ohne jegliches Mobiliar, eine fabelhafte Badestelle im kristallklaren
Bombuscara und markierte Pfade zu wunderschönen Aussichtspunkten
gehören zu diesem Bereich. Freunde feuchtwarmer tropischer
Urlandschaft sollten unbedingt von hier aus in den Park hinein.
Der Romerillos-Zugang, 20 Km südl. von Zamora am rechten Ufer
des Río Jamboe, schließt eine 3-4 stündige Wanderung
bis zum Lager Quebrada Avioneta ein. Dies ist ein entlegener, manchmal
heimlich von so armseeligen wie auch finsteren Schürfergestalten
genutzter Zugang. Es gibt ranchera-Busse bis zum Dörfchen Romerillos.
Auskünfte über die augenblickliche Situation dieses Parkbereichs
kann im MAG-Büro (Ministerium für Landwirtschaft u. Viehzucht)
in Zamora eingeholt werden.
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