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Volker Feser

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Quito Colonial

Tell a friend
 

Schon während des 16. Jh. entstanden in den nahe umliegenden Hügeln von Quito zahlreiche Steinbrüche, die es den Konquistadoren erleichterten, innerhalb kurzer Zeit ihre eigenste, auf Teufel komm raus versessene Projektion europäischen Kulturgutes über den ausgebrannten Inkaruinen zu verwirklichen.

Von der zentralgelegenen, rechtwinkligen Plaza Mayor (Plaza Grande) aus wurden parallel in alle Himmelsrichtungen die heutzutage abgasverstopften Straßen angelegt. Noch im Gründungsjahr, Ende 1534, gelangten bereits die ersten Ordensbrüder, Franziskanermönche, in die “Stadt des ewigen Frühlings”. Ihnen folgten Dominikaner, Augustiner und Jesuiten. Es entstanden etliche katholische Klöster mit Dutzenden von Kirchen, Kapellen u. and. Sakralbauten, welche im Laufe der Jhte. erweitert und verfeinert wurden. Die Orientierung der Gotteshäuser entsprach dabei nicht unbedingt der des im Mittelalter üblichen, d. h. Jerusalem zugewandt, sondern den gegebenen topographischen Verhältnissen. So orientieren sich z. B. die Kirche San Francisco und La Compañia an der aufgehenden, Santo Domingo an der untergehenden Sonne. Prunkvolle religiöse Architektur, unterbrochen von Plätzen, Treppen, Trinkwasserbrunnen, Arkaden und mahnenden Kreuzen, bestimmte weitgehenst das Stadtbild.

Die ehemalige Hauptstadt des nördlichen Inkareiches verwandelte sich praktisch in ein strenges Klostergewölbe.

Herzstück eines jeden Konvents war der von römischen Bogengängen, und auffallend bauchigen Steinsäulen umschlossene patio (Innenhof), letzterer Säulentyp ist übrigens ganz typisch für den im 18. Jh. aufkommenden Barroco Quiteño. So mancher dieser patios verbirgt einen herrlich ausgeschmückten Garten mit zentralem Brunnen, und strömt eine fast transzendentale Ruhe aus, die jedweden Verkehrslärm von außen völlig vergeßen läßt.

Hinter den grösstenteils bis heute erhalten gebliebenen kolonialen Häuserzeilen mit ihren rotbraunen Dachziegeln, nobel dekorierten Fassaden, geschnitzten Holzbalkonen und Balustraden, verbergen sich oft finstere lichtscheue Zimmer, die einst von spanischen Edelmännern und ihren Angehörigen bewohnt wurden.

Während des 19. Jhs. vermischten sich neoklassizistische Elemente unter die alte Bausubstanz, was die innere Struktur der Gebäude jedoch nicht weiter beeinflußte. Allerdings ließ das eine oder andere Erdbeben so manche Baulücke entstehen, welche nicht immer adäquat geschlossen wurde.

Ein flüchtiger Blick durch die ab und zu mit einem verblaßten Familienwappen verzierten Eingangsportale reicht meist nicht aus um eine genaue Vorstellung von der Dimension der dahinterliegenden, mitunter ineinander verschachtelten patios zu bekommen. Die von pseudo-griechischen Säulen und schweren Holzbalken getragenen Galeriengänge, welche zu den Zimmern führen, befinden sich teils in arg renovierungsbedürftigen Zustand. Mehrköpfige Familien, Handwerker, Studenten, Rentner, und Leute aus weniger privilegierten Schichten, nehmen heutzutage den gleichen Wohnraum ein, der früher meist nur von einer einzigen Familie und ihren folgsamen Angestellten beansprucht wurde.

Zur Straße hin befinden sich neben vielerlei kleinen Einzelhandelsläden auch billige Restaurants u. Imbißbuden, während in den Innenhöfen oftmals Schneider, Schuster, Uhrmacher, Optiker, Friseure, Masseure, Zahnärzte, tintenschwache Kopiergeräte, illegale Abtreiber, oder dubiose Anwaltspraxen untergebracht sind.



Andere koloniale Gebäude, meist in recht gutem Zustand, wurden in Museen, Hotels, oder kleine Einkaufszentren umgewandelt, sowie Stiftungen, Bildungsinstituten, Banken und Verwaltungsämtern überlassen. Die Stadt Quito (el municipio) hat in den letzten Jahren zahlreiche Restaurations- u. Wiederaufbauarbeiten im Centro Colonial in Angriff genommen, und überdies versucht, touristisch attraktive, bisher völlig vernachlässigte Pflasterstein-Zonen, “sicher” zu gestalten. Hilfreiche Unterstützung finden die amtierenden Stadtvertreter des neu geschaffenen Distrito Metropolitano de Quito bei Jamil Mahuad Witt (Bürgermeister, alcalde), einigen wenigen privaten heimatliebenden Sponsoren, sowie ausländischen Kultur-Institutionen (insbesonders aus Spanien).

Ein Rundgang durch Quito Colonial
Der hier vorgeschlagene, ausgedehnte Rundgang durch die Altstadt Quitos, muß nicht unbedingt vollständig durchgezogen werden. Manch einem wird das Rumgelaufe im Gewusel des stickigen centro colonial vielleicht auf die Nerven gehen. Die Tour kann somit an vielen Stellen abgekürzt, unterbrochen, oder auch anders herum unternommen werden. Ein Altstadtbesuch gehört jedoch mit zu den obligatorischen Leckerbissen eines Ecuador-Aufentaltes. Wer niemals die mit eineinhalb Tonnen Gold geschmückte Compañia - Kirche betrat, die himmlisch beflügelte Jungfrau von San Francisco sah, die geweihte Ruhe im Innenhof des Augustinerklosters genoß, oder die Nostalgie weckende Calle Ronda nicht durchstreift hat, wird hinterher kaum behaupten können, daß er das kontrastreiche Äquatorland kennengelernt hätte. Die hier aufgeführte Route verläuft außerdem durch ganz besonders pittoreske Strassen u. gepflasterte Gassen (wenn auch nicht immer frei von Dieben u. Prostituierten), beinhaltet die mitunter prachtvollsten Kirchen, Klösterhöfe, Paläste u. Plätze des ehemaligen “Reino de Quito”, sowie mehrere Museen und viel authentisches Marktgeschehen.

Es geht zunächst mit dem Trole-Oberleitungsbus von der Neustadt über die langgezogene Avenida 10 de Agosto in Richtung Süden über die Calle Guayaquil bis hin zur Plaza e Iglesia Santo Domingo, wo wir unseren ausgiebigen Altstadt-Rundgang so früh wie möglich starten (am besten um 8 Uhr morgens!). Ein ganzer Tag muß dafür schon veranschlagt werden (eventuell auch zwei), und die vorherrschend dicke Abgas-Luft in den engen steilen Sträßchen kann mitunter leichte Kopfschmerzen oder kurzfristige Atembeschwerden bereiten. Dabei gilt es zu bedenken, daß der Benzingestank vor wenigen Jahren noch unerträglicher war als heute. Der neue AEG-Elektrobus (seit Ende 1996) und zusätzliche Verkehrsregelungen für Privatfahrzeuge konnten diesbezüglich inzwischen Abhilfe schaffen. Weiterführende Pläne zur Verkehrsberuhigung liegen vor.

Außerdem sollte bei diesem hochinteressanten Jahrhundert-Rundgang durch die quirligen Altstadtgassen auch unbedingt auf die persönlichen Wertsachen geachtet werden. In vielen Nischen, vor Kircheneingängen, zwischen geschäftigen Marktständen und überlebenshungrigen Menschenansammlungen, lauern fixe Taschendiebe den meist entzückt umherspazierenden Touristengruppen auf. Darüberhinaus sollte das koloniale Zentrum mit der einbrechenden Dunkelheit von vorne herein gemieden werden. Siehe dazu das Kapitel “Sicherheit”!

Die Konstruktion der Iglesia de Santo Domingo wurde 1581 begonnen und gegen 1650 beendet. Der Klosterbau wurde um 1680 fertiggestellt. Aber lediglich die dazugehörende barocke Rosenkranz-Kapelle El Rosario mit ihren zwei achteckigen Kuppeln (rechts vom Mittelschiff über dem Torbogen) und die Kirchendecke sind im Originalzustand erhalten geblieben. Im Falle von Santo Domingo wurden die barocken Wandtäfelungen im Laufe der Zeit durch neugotische Elemente ersetzt. Die Originalmalereien in den Kuppeln stammen hingegen von den bekannten Escuela Quiteño - Künstlern Luis Cadena und Brigida Salas. Die Kapellenjungfrau Virgen del Rosario über dem Rokoko-Altar wurde der Stadt einst von König Karl V. geschenkt.

Der berühmte Bogen von Santo Domingo stellt ein Unikum im kolonialen Quito dar. Er hat zwei Daseinsgründe: Nach Anordnung des damaligen Stadtrates war es zum einen verboten eine Straße zu schließen, und zum anderen war der beauftragte Architekt Francisco Becerra auch ein großartiger Brückenbauer. Der Extremadure hatte sich vorher bereits durch seine brillianten und bombastischen Sakralbauten in Mexiko ausgezeichnet. Das Museum des Dominikanerklosters besitzt neben Gemälden von Samaniego, Goríbar, Miguel de Santiago, Padre Pedro Bedón u. Diego de Robles eine der reichhaltigsten und ältesten Bibliotheken der Stadt. Der Klosterhof hat im Erdgeschoß achteckige Steinsäulen und im oberen Stockwerk Galerienbögen, die weitläufige Korridore freigeben.



Links vor der Kirche ist das Denkmal des “Befreiers” Mariscal Sucre, dessen Geste auf den einstigen Schlachthügel vom Pichincha zeigt, dort wo sich heute das Militärmuseum Templete de los Heroes befindet. Auf dem Platz vor der Kirchenfassade findet des öfteren populäres Strassen- u. Mimiktheater für die Vorbeiziehenden statt, wozu das Bauwerk selbst dann einen schönen Hintergrundrahmen bildet. Die Besuchszeiten für das Kircheninnere und das Klostermuseum sind Mo - Fr von 15-17 Uhr. Somit bleibt Frühaufstehern eine ausgiebige Besichtigung leider verwehrt. Wer es dennoch genau wissen möchte, sollte diese Altstadt-Tour vielleicht umgekehrt machen. Am Abend und zu noch späterer Stunde gilt die Gegend wegen Raubüberfällen jedoch als potentiell gefahrvoll, und früh morgens ist sicherlich die beste Tageszeit um sich dort in aller Ruhe umschauen zu können.

Auch der nächste Programmpunkt, die frühkoloniale Calle La Ronda (La Calle de los Milagros o. Calle Juan de Dios Morales), gilt als relativ unsicher. Das sevillanische Gäßchen gehört aber schlichtweg mit zu den Höhepunkten einer authentischen Quito Colonial - Tour! Besonders hierbei ist es aufgrund des bestehenden Risikos ausgeraubt zu werden, sehr wichtig am Morgen ohne viel Aufhebens an den lieblich anmutenden adobe-Häuserfronten vorbeizulaufen. Dies ist die älteste und traditionsreichste Gasse von ganz Quito (16 Jh.), und man kann nur hoffen daß sich die Stadtväter in Zukunft ihrer annehmen. Geranienpötte u. Lampen schmücken beidseitig die gußeisernen Balkone, welche auf die abgewetzten Pflastersteine hinabschauen, und auf denen sich leider auch die abgetakelsten unter den vielen “Bordsteinschwalben” der Gegend die Zeit mit Herumtratschen verbringen. Dabei erhielt das Sträßchen seinen Namen “Runde” durch längst verstummte Serenaden-Ständchen, die einst unter jenen Balkönchen irgendeiner kokett lächelnden Jungfrau mit elegantem Plüsch-Sonnenschirm abgehalten wurden. Trotz angebrachter Bedenken sollte sich der Tourist die nostalgische Ronda nicht entgehen lassen. Nach 14 Uhr ist das Gäßchen dann aus bereits erwähnten Gründen leider nicht mehr zu empfehlen.

Es geht von der Kirche Santo Domingo zunächst rechts weg in Richtung Süden (Terminal Terrestre), am Torbogen rechts vorbei, und dann nur wenige hundert Meter die Avenida Pedro Vicente Maldonado hinunter. Auf der linken Strassenseite befindet sich das frisch renovierte Casa de la Virgen. Kurz vor der Brücke, beim Hotel “Interamericano”, führt rechterhand eine gepflasterte Steige in die etwas versteckt gelegene Ronda unterhalb der Calle Maldonado.

Links durch den steinernen, nach Urin stinkendem Brückenbogen hindurch, geht es zum Terminal Terrestre, rechts führt die Ronda stetig ansteigend in Richtung Nordwesten (Pichincha-Vulkan), über die Guayaquil hinweg (Calle de las Churretas o. Calle del Comercio Bajo), unter dem Torbogen der Venezuela hindurch (hier auch Calle de Solanda), bis hin zum breiten Gassenende in der García Moreno (Calle de las Siete Cruces). Hier geht es dann rechts die García Moreno leicht ansteigend bis zum Museo Historico de la Ciudad. Das bis Redaktionsschluß noch nicht eröffnete Museum im ehemaligen Hospital San Juan de Dios wird zukünftig archäologische, koloniale u. republikanische Schmuckstücke beherbergen. Der gesamte Gebäudekomplex sowie der schöne Innenhof wurden von Grund auf renoviert.

Nach dem Museumsbesuch geht es durch den Torbogen Arco de la Reina bei der Karmeliterkirche und dem dazugehörigen Kloster von Carmen Alto. Dieser Durchgang bildete im 17. u. 18 Jh. die südliche Stadtgrenze. Die Kirche hat nur ein Schiff und einen goldgeblätteten Hochaltar. Das Mitte des 17. Jh. fertiggestellte Kloster besitzt einen typischen Garten im Innenhof sowie Kolonnaden mit viereckigen Säulen. Im oberen Verlauf folgen weitere Höfe, die aufgrund des ansteigenden Terrains versetzt angelegt wurden. In ihrer Gesamtheit enthalten diese patios zumindest für damalige Verhältnisse geradezu meisterliche urbanische und architektonische Lösungen. Im Konvent der Karmeliterinnen lebte einst die Stadtheilige Mariana de Jesús, die sich insbesonders der verwaisten Strassenkinder annahm.

Von hier aus geht es links die Rocafuerte (Calle del Hospital) zwei cuadras hoch und dann an der Cuenca (hier auch Calle de Santa Clara) rechts rein. An dieser Ecke befindet sich die aus dem 17, Jh. stammende Iglesia Santa Clara mit ihrem anmutigenden Turm, den großen Steinportalen, und den hohen weißen adobe-Mauern zur einstigen “Straße des Steinbruchs” hin (Calle Rocafuerte). Das dem Kirchenschiff angegliederte Nonnenkloster gilt als eines der besten der Stadt. Um dies bestätigen zu können, müßte man aber erst mal seine eigene Tochter dorthin schicken. Der gesamte Komplex bleibt dem Publikumsverkehr leider meist verschlossen.

Der Calle de Santa Clara (Cuenca) einen Block folgend (bei Hausnummer 335 links gibt es einen nostalgischen patio zu sehen), erreicht man den für koloniale Verhältnisse weltmännisch anmutenden “Franziskaner-Platz”.

Wer aus (teils übertriebenen) Sicherheitsgründen die Calle Ronda am liebsten meiden möchte, kann auch auf direktem Wege von der Plaza Santo Domingo aus zur Plaza San Francisco gelangen. Dabei geht es gegenüber der Kirche von Santo Domingo die Rocafuerte (Calle del Hospital) vier cuadras hoch (nach 50m kommt linkerhand ein hübsch renovierter Innenhof, Hausnummer 1459), dann über die Venezuela rüber, an der Capilla del Hospital, dem königlichen Torbogen und dem Karmelitenkloster vorbei, über die Benalcázar rüber, und schräg gegenüber der Santa Clara - Kirche rechts in die Calle Cuenca (Calle de Santa Clara) rein. Von dort aus sind es dann nur noch wenige Schritte bis zur Plaza San Francisco.

Die morgens folkloristisch belebte Plaza de San Francisco kontrastiert mit der klassisch-eleganten Linienführung der gleichnamigen Iglesia und dem angrenzenden Monasterio, welche zusammen die gesamte Nordwestseite des weitläufigen gepflasterten Platzes einnehmen. Das wenige Jahre nach der conquista begonnene Monumentalwerk ist eines der ältesten und sicherlich das größte Gotteshaus des kolonialen “Reino de Quito”. Der Franziskanermönch Jodoko Ricke begann zwischen 1536 u. 1550 (die Meinungen darüber gehen auseinander) mit dem Bau des dreiteiligen, insgesamt mit 104 dorischen Säulen versehenen Komplexes, der aus der Kirche, dem Kloster und der berühmten Cantuña-Kapelle besteht. Der flämische Glaubensbruder brachte übrigens auch die ersten Weizenkörner mit ins Land, die er auf der heutigen plaza anpflanzte. Die herrliche Brüstung zum Platz hin ist Teil der aufgeschütteten wie abgetragenen Fläche, die einen horizontalen Grundriß ermöglichte. Die Kirchenwände wurden aus dem Schutt des Inkapalastes von Huayna Capac errichtet, welcher sich einstmals an gleicher Stelle befand. Eine phantasievolle konzentrische Steintreppe führt zum Hauptportal der Kirche, über dessen dunkler Spätrenaissance-Fassade zwei weiße Turmspitzen herausragen, die von jeweils vier übereinander stehenden Kalksteinsäulen eingerahmt sind. Rechts davon befindet sich das Kloster, daß 1605 beendet wurde, und die erste religiöse Kunstschule für auserwählte indianische Maler u. Bildhauer - das berühmte Colegio de San Andrés - beherbergte.

Aufgrund des einen oder anderen Erdbebenschadens wurden weite Teile des für ganz Amerika vorbildhaften architektonischen Komplexes im Laufe der Jahrhunderte rekonstruiert. Als letztes die beiden Türme, sie stammen aus dem Jahre 1893. Dadurch weist San Francisco heute eine ganze Palette von unterschiedlichen Elementen aus dem Barock und der Renaissance auf, und verbindet diese mit dem Spätgotischen und Klassizistischen. Die maurischen, indianischen und angeblich auch fernöstlichen Einflüsse, verlieren sich jedoch für den Durchschnittsbetrachter innerhalb der aufdringlichen katholizistischen Monstrosität.

Beim Betreten der grandiosen Kirche fallen dem Betrachter zuerst die herrlichen Blattgoldarbeiten ins Auge. Unterhalb der Chorempore und auch entlang der Seitenschiffe sind finstere, im italienischen Stil gehaltene Gemälde einiger Meisterschüler des Colegio San Andrés (u. a. von Manuel Samaniego) zu bewundern. Die tänzelnde Virgen Imaculada de Quito von Bernardo Legarda auf dem Hauptaltar, gilt weltweit als die einzig bekannte “geflügelte” Jungfrau. Der vergoldete, bombastisch herausgeschnitzte Tisch des Herrn selbst, ist eine verschwenderische Stilvermischung von andalusischem Barock und éstilo churrigueresco - überladene ornamentale Verschnörkelungen (so benannt nach dem kastilianischen Architekten Churriguera). Die zwölf Apostel in diesem Ehrfurcht einflößenden, fast schwindelerregenden Altarraum, stammen von Manuel Chili Caspicara. Der versilberte Altar im linken Querschiff (Capilla del Santísimo) ist dem Heiligen Francisco gewidmet. Sein Antlitz wurde ebenfalls von Caspicara geschaffen. Der barocke Altar im rechten Flügel des Querschiffs (Capilla de Villacis) gehört dem Heiligen Antonius von Padua, über dessen Haupt Caspicaras Himmelfahrtsjungfrau schwebt. Die großartig herausgeschnitzte Kanzel stammt aus dem 16. Jh. und wird von anthropomorphen Pfeilern gestützt. Die Deckenmalereien in der Kuppel stellen die Sonne dar - den Gott der Inkas! Die Franziskanerkirche ist Mo - Sa v. 9-11 u. 15-18 Uhr geöffnet. Ein fantastischer Quito-Höhepunkt!

Das Franziskanermuseum und der wunderschöne palmbestandene Haupthof des Klosters (auf der rechten Seite des Gesamtkomplexes) kann über einen Eingang rechts neben dem Kirchenportal betreten werden. In der Mitte des von einem geradezu himmlischen Frieden beherrschten Hofes steht ein blütenförmiger Brunnen aus dem eiskaltes Wasser vom Pichincha-Vulkan sprudelt. Das Rascheln der Palmwedel in der leichten Brise intuiert Glückseligkeit. Entlang der doppelstöckigen, von dorischen Säulen getragenen Kolonnaden, hängen große Ölgemälde und Steintafeln. Ganz besonders erwähneswert ist hierbei der gewaltig große Stammbaum Arból Genealógico de la Comunidad Franciscana von einem anonymen Maler aus dem 18. Jh.. In jeder Ecke des Haupthofes steht ein goldgeblätteter Altar. Es gibt außerdem noch einen kleinen, sehr reizvollen Seitenhof mit ebenso hohen Palmen, sowie insgesamt sieben Konvente.

Das im Hauptkloster untergebrachte Museum enthält unschätzbare Werte an kolonialen Kunstwerken, welche von den bedeutendsten Meisterschülern der Escuela Quiteña erschaffen wurden. Von Mo bis Sa finden zw. 9 u. 18 Uhr, sonntags zw. 9 u. 12 Uhr, Führungen durch die erhabenen Räumlichkeiten statt. Eine saubere öffentliche Toilette gibt es auch.

Eintritt: 1,5 USD.
Links vom Kirchenportal befinden sich noch zwei weitere Kapellen, die Capilla de San Buena Ventura o. Capilla de la Vera Cruz de los Españoles, sowie an der äußersten Ecke zur Calle Bolívar hin die Capilla de Cantuña o. Capilla de la Vera Cruz de los Naturales, die reich dekorierte Kapelle der armen indios aus dem 17. Jh. Geöffnet ist die Kapelle tägl. v. 10-12 u. 16-18 Uhr.

Der indio Cantuña, Sohn von Hualca (einem Waffenkameraden Rumiñahuis), gab sein Wort innerhalb einer bestimmten Zeitfrist eine Kapelle zu errichten. Als er später feststellte, daß dies ein menschenunmögliches Unterfangen war, bat er den Teufel um Hilfe und bot ihm als Gegenleistung seine Seele an. Der Teufel ging freudig auf das Tauschgeschäft ein und versprach Cantuña die Kapelle rechtzeitig zu beenden. Aber als das Werk dann fast fertig war, bereute Cantuña den diabolischen Pakt und flehte die Jungfrau von Quito um Rettung an. Die Stadtheilige erhörte seine verzweifelten Bitten.

Als die Kapelle mit dem ersten verfrühten Hahnenschrei schließlich eingeweiht wurde, blieb dem lichtscheuen Teufel plötzlich keine Zeit mehr den letzten Stein im Mauerwerk zu setzen. Er hatte somit sein Wort nicht eingehalten, und Cantuña konnte seine Seele retten.

Foto von San Francisco!

La Escuela Quiteña
Katholische Missionare familiarisierten die begabtesten unter den indios und mestizos mit einem ausufernden religiösen Kunststil von verklärter Erleuchtung und schwerer Symbolik. Religion war dabei keineswegs ein Lernprozeß, sondern eine Bürde. Die Hauptvertreter dieser sogenannten Escuela Quiteña sahen sich gezwungen in barocken Höllenfeuern und verstümmelten Paradiesen eine neue Form der Selbstdarstellung zu entdeckten. Dank dieser einheimischer Meisterschüler, welche teilweise kometengleich aus der Anonymität aufstiegen oder auch darin wieder verschwanden, konnte das koloniale Quito innerhalb kurzer Zeit zu einer verschwenderischen Symbiose aus christlichen Idealen, griechisch-römischen Stilelementen, barocken Ausuferungen, sowie indianischer Kreativität und Arbeitskraft heranwachsen.

Die geistigen Urheber der grandiosen Sakralbauten und prunkvollen Oratorien waren Europäer, aber die Wunder vollbringenden Hände und bewegte Seele der Eingeborenen empfingen jenen eingepflanzten göttlichen Samen mit großer künstlerischer Begeisterung. In der bis zu 25.000 Einwohner zählenden Hauptstadt des ehemaligen “Reino de Quito” wurde gleichzeitig an etwa dreißig großen Gotteshäusern gebaut. Ein Gewimmel von talleres (Kunsthandwerkstätten) machte es sich zur Aufgabe aus der ländlich primitiven Ansiedlung ein zweites Rom, einen neuen Nabel der Christenheit, ein monumentales Himmelfahrtszentrum auferstehen zu lassen. Nicht zuletzt diesen indianischen Schülern verdankt jenes “ewige” Quito die Kirchen, Klöster, Kuppeln, Kreuze, Kolonnaden, Galerien und Reliquenschreine, welche den unablässigen Anprall der Zeiten und die unverhohlene Verständnislosigkeit des Menschen bis heute überstanden haben.

Vom San Francisco - Platz, wo sich auch das von Sonnenschirmen beschattete Café Tianguez befindet (eine Pause ist angesagt!), geht es weiter die Cuenca (hier auch Calle del Cajón de Agua) in Richtung Norden. Auf diesem märktlichen und vielbelebten Abschnitt muß unbedingt auf “Langfinger” und deren trickreiche Aktivitäten hingewiesen werden.

Haltet einfach die Augen offen und paßt auf eure Kameras auf, dann kann eigentlich nichts passieren! Diese Straße, sowie das nach wenigen Metern links einbiegende Sträßchen Mideros (Calle de la Subída del Placer), gehören bereits zum populären Ipiales-Altstadtmarkt. Es werden hauptsächlich Gebrauchsartikel wie Kleidung, Schuhe, Shampoos, Gardinen o. Gürtel angeboten. Darunter viele, in heimischen “Fabriken” hergestellte Markenartikel aus den USA und Ostasien, bahnbrechend billig versteht sich! Eine “original Levis” gibt es bereits ab 6 USD. Sieht super aus das Teil (auf der Straße anprobieren!), der Stoff fühlt sich aber ein wenig wie Recycling-Karton an. Auch die bunten Strandtücher sind berauschend preisgünstig, saugen dafür aber kaum das Wasser von der Haut. Andererseits sind die Ein-Dollar camisetas, Zwei-Dollar Chicago Bulls - Schirmmützen und Fünf-Dollar Klettsandalen widerum ein guter Deal. Jeder wird hier irgendwie fündig werden, und sei dies auch nur ein schmaler Plastikkamm für die enge Jeanstasche oder ein extra langes Paar Schnürsenkel für die Bergstiefel. Viele Leute leben direkt u. indirekt vom Ipiales-Markt. Arbeitsplätze sind rar und zudem schlecht bezahlt. Der Kauf irgendeiner Kleinigkeit gehört somit fast schon zum guten Anstand. Handeln ist angesagt! Immer schön hartnäckig und freundlich bleiben, aber auch nicht gerade den abschätzigen Gringo-Geizhals raushängen lassen. Lohn der äußerst unterhaltsamen Preisdebatten sind oftmals 30-100 prozentige Nachlässe. Bei einer Kaufabsicht sollte in Betracht gezogen werden, daß die Gewinnspannen für die Anbieter relativ gering sind.

Etwas versteckt hinter den Marktbuden, an der Plazoleta de la Merced (Ecke Cuenca u. Chile), befindet sich die 1737 fertiggestellte Basílica La Merced, welche des öfteren zu offiziellen Staatsanlässen gebraucht wird. Ihr Turm ist mit 47m der höchste von Kolonial-Quito. Er dient als Hintergrund um das steinerne Kreuz auf dem Vorplatz hervorzuheben. Die Frontfassade ist mit bärtigen Gesichtern dekoriert. Um den Eingang herum sind Abbildungen von Sonne und Mond zu sehen - undeutliche Spuren präkolumbischer Kulturen.



Im Innern der Kirche, dem Eingang zugewandt, befindet sich eine trennende Steinwand (ganz unüblich für die damalige religiöse Architektur), die eine farbenprächtige, beidseitig von Manuel Samaniego bemalte Tür aufweist (18. Jh.).

Entlang der Seitenschiffe sind die realistischen Kreuzweg - Bilder von Joaquín Pinto zu sehen, dem herausragensten ekuad. Kunstmaler der letzten Jahrhundertwende. Die tropisch angehauchten Gemälde von Victor Mideros wundersamer Nuestra Señora de la Merced (20. Jh.) hängen an den Säulen. Die aus Andesit-Gestein erschaffene Jungfrauenskulptur über dem Hauptaltar stammt aus dem 16. Jh.. und erhielt ihre Schaffenseingebung in der heidnischen Küstengöttin María Meseia.

Der zweistöckige, gänzlich im maurischen Stil gehaltene Klosterhof ist von viereckigen Wandelhallen umgeben. Er beherbergt in seinem Innenhof einen achteckigen Steinbrunnen, auf dem sich Neptun, einen Dreizack haltend, auf Delphine stützt. Der obere Teil der Kirche krönt im Süden die höchste Linie des durchgehend von Arkadenbögen umschlossenen Klosterhofes. Dies erzeugt einen interessanten rhythmischen Kontrast (Morgenland-Abendland).

Geöffnet wird Mo - Sa v. 15 bis 18 Uhr!

Wer jetzt noch tiefer ins Marktgeschehen eindringen möchte (vielleicht mit Kaufabsichten), geht eine lange cuadra die Chile hoch (Calle de la Merced). An der nächsten Ecke gibt es einen breiten Eingang zu einem abgegrenzten, etwas anspruchsvolleren Teil des Ipiales-Marktes. Auf einem kleinen Freiluftgelände wie auch darunter im Tiefgeschoß eines ehemaligen Parkhauses werden in Dutzenden von Boutiquen qualitativ gute Imitationen von Markenjeans, Jacken, Hemden, Sweatern u. Schuhen aus Kolumbien, Panamá u. and. Ländern Lateinamerikas angeboten. Die Preise bewegen sich dabei über denen des Strassenmarktes, liegen aber immernoch weit unter den Preisen für Original-Importware (z. B. aus den USA).

Wer keine Kaufabsichten hat, folgt von der Kirche Merced aus der Cuenca (Calle del Cajón de Agua) in Richtung Norden, wo sich an der nächsten linken Ecke, Calle Mejía, das Museo de Arte Colonial befindet. Das Gebäude mit seinen eingelassenen Hunde-Rückenknochen, Perlmuscheln u. Schildkrötenpanzern im gepflasterten Innenhof gilt als eines der herausragensten Beispiele nobler spanischer Kolonialarchitektur. Das Museum mit seinen großen Räumlichkeiten und langgezogenen Korridoren unterhält eine schöne wie repräsentative Kollektion von Gemälden, Skulpturen und Möbelstücken aus 300 Jahren religiös-fanatischem Eroberungsfeldzug. Besonders hervorzuheben sind hierbei die Schaffenswerke der indianischen Escuela Quiteña - Künstler Manuel Chili Caspicara, Miguel de Santiago, Goríbar, Bernardo Legarda o. José Olmos Pampite. Geöffnet wird Mo - Fr von 10-18 Uhr, Sa bis 15 u. So bis 14 Uhr. Eintritt 1,5 USD.

Nach dem Museumsbesuch geht es in Richtung Norden die Calle Cuenca einen Block weiter vor bis zur Olmedo (Cuesta del Beaterio o. Cuesta del Suspiro), und diese einen Block rechts runter. An dieser Ecke befindet sich das Casa de Benalcázar, ehemaliges Wohnhaus des spanischen Stadtgründers von Quito. Das vom Instituto Ecuatoriano de Cultura Hispánica frisch renovierte und kürzlich wiedereröffnete Gebäude, hat einen hübschen, von 11 Steinsäulen und ihren hölzernen Verlängerungen getragenen patio. Das Gebäude stellt ein sehr repräsentatives Modell eines frühkolonialen Wohnhauses der eben einmarschierten Konquistadoren dar. Heute besitzt der glasüberdachte Innenhof an einer Seite eine Shakespeare-artige Schaubühne für historische Theateraufführungen. Eingelegte Hundeknochen zieren die Korridore im Erdgeschoß, während der 2. Stock von lieblichen hölzernen Balustraden umrahmt ist. Schräg gegenüber des Benalcázar-Hauses steht ein Denkmal des bärtigen dickbäuchigen Eroberers. Sein Schwert wurde ihm allerdings schon vor langer Zeit von Unbekannten aus der Hand herausgebrochen - und ist bisher auch nicht wieder eingesetzt worden.

Von hier aus geht es die Benalcázar einen Block in Richtung Süden, dann die Mejía links hinunter, und an der García Moreno (Calle de las Siete Cruces) rechts rein. Rechterhand zieht sich jetzt die ursprünglich im Jahre 1577 eingeweihte Iglesia La Conepción bis zum Unabhängigkeitsplatz hin (Ecke García Moreno y Chile). Die Kirche der “Makellosen Empfängnis” war einstmals eines der schönsten Gotteshäuser der Stadt, welches 1878 durch eine Brandkatastrophe verwüstet wurde. Das Kloster ist von außen von großer Strenge, besitzt innen aber vier großartige Innenhöfe, die dem Publikumsverkehr bisher leider vorenthalten geblieben sind.

Etwas weiter oben an der Ecke Chile - Benalcázar (gegenüber dem wuchtigen Seitenflügel des Präsidentenpalastes) befindet sich das populäre Café El Madrilón mit seinen glänzenden Eisenrohrstühlen und den zugezogenen Vorhängen. Der seit Jahrzehnten beliebte Treffpunkt unter der Altstadtbevölkerung liegt etwas versteckt unter dem Korridor.

Im Bereich der Plaza Grande o. Plaza de la Independencia können gleich eine ganze Reihe von architektonischen Sehenswürdigkeiten bestaunt werden. Der Platz selbst wirkt sehr gepflegt, wird teils von Palmen überschattet, und ist mit schmiedeeisernen Lampen dekoriert. In seiner Mitte befindet sich ein Heldenmonument in Erinnerung an die gefallenen Märtyrer der ersten Unabhängigkeitserklärung vom 10. August 1809. Die vielen Bänke laden zu einem äußerst genüßlichen Verweilen ein. Sie sind sehr begehrt und daher oft besetzt. Es ist eine Freude den Vorbeiziehenden und Ausruhenden aller Klassen und Rassen und jeden Alters zuzuschauen. Wobei die Plaza Grande insbesonders auch von vielen ehrwürdigen Pensionären in korrekten Streifenanzügen als Plaudertreff aufgesucht wird. Dies hat ihr mitunter sogar die spitzbübische Bezeichnung plaza de los pájaros caidos eingebracht - “Platz der heruntergefallenen Vögel”.

Die quadratische Plaza wird im Osten vom Municipio (Rathaus) begrenzt, im Norden vom Palacio Arzobispal (Bischofssitz), im Westen vom Palacio de Gobierno (Regierungspalast), und gegen Süden hin von der Catédral, der zweitältesten Kirche von Quito (o. a. ältesten - die Meinungen gehen darüber auseinander). Oben auf dem nahen semmelförmigen Panecillo-Hügel wacht derweil die Schutzherrin von Quito (La Virgen) über die Geschicke seiner Bewohner, und bietet jedem Fotofreund von der nordöstlichen Ecke des Platzes aus ein reizvolles Hintergrundmotiv (Chile y Venezuela). Hier befindet sich auch das elegante Restaurant La Cueva del Oso. Es gibt in der ganzen Altstadt sicherlich kein angenehmeres Lokal um einheimische u. intern. Gourmetfreuden zu köstigen. Geöffnet wird die “Bärenhöhle” Mo - Sa von 12.30-0.30 Uhr, sonntags von 12.30-16 Uhr.

Jeden Mittwoch, direkt vor dem Regierungspalast in der Calle García Moreno, klagt Vater Restrepo seine von der Polizei auf brutalste Weise gefolterten u. ermordeten Söhne ein. Der Strohhut tragende Kolumbianer wird dies nach eigenen Angaben ein ganzes Leben lang tun, denn er hat alles verloren was ihm das Leben einst geschenkt hatte. Bei den verzweifelten Nachforschungen der von staatlicher Seite an-der-Nase-herumgeführten Eltern verunglückte auch seine Ehefrau Luz Helena bei einem undurchsichtigen Autounfall. Zusammen mit einigen seiner Leidensgenossen, alles Familienangehörige von politischen wie versehentlichen Mordopfern sadistischer Menschenrechtsschänder, bringt Padre Restrepo die am Präsidentenpalast vorbeifahrenden Autos in übereinstimmendem Protest zum Hupen. Die meisten tun dies auch ganz spontan!

Der Palacio Arzobispal besitzt gleich mehrere sehenswerte Innenhöfe mit bis zu 2m dicken adobe-Wänden, die jeweils mit einem zentralen Brunnen o. einem Kreuz geschmückt sind. Der Bau wurde ursprünglich im spanischen Stil errichtet, und im 19. Jh. durch klassizistische Elemente ergänzt. In seinen Räumlichkeiten befinden sich die städtischen Büros der Kurie, eine Cafetería im Erdgeschoss, sowie ein paar kleine Geschäfte.

Der Palacio de Gobierno (o. Palacio Presidencial) wird zur plaza hin von einer langgezogenen Säulenkolonnade eingerahmt, die ein interessantes Spiel von Licht und Schatten auf dem Steinboden aus Quadern erzeugt. Zwei bewaffnete Wachsoldaten in schicken Originaluniformen aus dem 19. Jh., mit königsblauen Schwalbenschwänzen, hochglanzpolierten Stiefeln mit Silbersporen sowie weißen Samthandschuhen, stehen vor dem Haupteingang in der Galerie. Sie lassen sich auf freundliche Anfrage hin auch gerne fotografieren. Die schmiedeeiserenen Geländer der Galerie stammen von den Revolutions-Überbleibseln der Pariser Tullerien. Das Bauwerk, daß nach seinem blaublütigen Urheber auch Palacio de Carondelet benannt wird, wurde 1960 zum letzten Mal restauriert. In seiner Eingangshalle befindet sich ein mural über die glorreiche Entdeckung des Río Amazonas. Aus Sicherheitsgründen bleibt der Zutritt für Besucher allerdings nur auf diesen Bereich beschränkt.

Der Eingang zum Museo Municipal de Arte e Historia Alberto Mena Caamaño befindet sich in der Calle Espejo, gegenüber dem linken Seitenflügel des Regierungspalastes. In diesem Gebäude war einst das Kartell der königlichen Brigade von Lima untergebracht. In seinen finsteren Verließen wurden am 2. August 1810 die Unabhängigkeitsausrufer vom 10. August 1809, allesamt noble Kreolen, auf Anweisung der kolonialen Machthaber ermordet. Eine beeindruckend realistische, in Wachs nachgestellte Szene, erinnert auf schaurige Weise an die damaligen Ereignisse.



In den oberen Räumen finden sowohl Ausstellungen zeitgenössischer wie auch vergangener einheimischer u. internationaler Künstler statt. Zudem wird hier das Stadtarchiv mit der Gründungsurkunde Quitos aufbewahrt. Geöffnet ist das Museum Di bis Fr von 9-16 Uhr, Sa u. So meist nur vormittags bis 12 Uhr. Dies könnte sich nach den gegenwärtigen Renovierungsarbeiten jedoch ändern. Die Telefonnummer lautet 214018/210863. Sehr schöne wie preiswerte Poster u. a. Quito Colonial - Karten werden manchmal am Eingang verkauft.

La Catédral ist im Vergleich zu anderen Kolonialkirchen Quitos eher spartanisch eingerichtet. Der Körper des rechteckigen Gotteshauses besitzt drei Schiffe. Die beiden Seitenschiffe verbinden sich und umgeben den Chor und den vorderen Altar. Bevor mit dem Bau der Kathedrale 1566 begonnen wurde, soll vorher an gleicher Stelle eine Kirche aus ungebrannten Lehmziegeln (adobe), mit einem hölzernen Dachstuhl und einem Strohdach gestanden haben. Der Erzbischof Díaz Arias machte es sich zur Aufgabe die alte Kirche zu verändern. Nach seinem Tode führte der Kathedralenmeister Don Pedro Rodríguez de Aguayo die Arbeiten fort.

Der Gesamtkomplex (einschl. des Sakramentshäuschens) ist das Ergebnis von ganz unterschiedlichen Schaffensperioden. Die schöne, im mudejar-Stil gehaltene Decke des gotischen Mittelschiffs, ist aus feinen Zedernhölzern. Die Stützbögen sind mit Fresken aus dem 18. Jh. verziert. Über den Kirchstühlen des Hauptaltars hängt ein großes Gemälde der Coronación de la Virgen von Manuel Samaniego. Der neoklassizistische Eingang zur plaza hin wurde erst Anfang des 19. Jh. konstruiert. Über ihn wurde ein Bogen mit einer zierlichen halbkugelförmigen Kuppel gestülpt. Breite fächerförmige Stufen führen vom Kordon hinunter. Das eigentliche Hauptportal führt jedoch auf die Calle García Moreno hinaus, welche nach dem 1875 ermordeten Präsidenten benannt ist. Seine sterblichen Überreste ruhen tief unten in den Katakomben der Kirche. Die Gruft kann einmal pro Jahr an jedem Totensonntag besichtigt werden. In einem Seitenschiff befinden sich auch vier Kapellen mit den Totenschreinen des Mariscal Antonio José de Sucre (aus dem Fels des Pichincha-Vulkans gehauen), sowie drei renommierter Kunstmaler des 19. bzw. 20. Jh. - Joaquín Pinto, Rafael Salas u. Juan Manosalvas. Geöffnet wird Mo - Sa v. 8-10 u. 14-16 Uhr.

In der Calle García Moreno verschmilzt die Iglesia El Sagrario zusammen mit der Kathedrale zu einer einzigen Gebäudeeinheit. Diese Kirche stellte einst die Hauptkapelle des gesamten religiösen Ensembles dar. Mit der Konstruktion wurde Mitte des 17. Jh. begonnen. Dabei wurde zum ersten Mal in der kolonialen Baugeschichte der Stadt ein Erdbebengraben zugeschüttet, der direkt neben der Kathedrale vorbeilief. Das Kircheninnere ist kleiner als bei anderen Sakralbauten Quitos, jedoch nicht weniger attraktiv. Die Räumlichkeiten des Bauwerks stellten vor knapp 200 Jahren eines der ersten heimlichen Treffpunkte der Unabhängigkeitsverschwörer dar.

Die Kirche zählt heute zu den bevorzugten Gotteshäusern unter frommen Hauptstädtern. Die imposante, mit Erzengeln dekorierte Kuppel, stammt von Francisco Albán (18. Jh.) und wurde erst kürzlich restauriert. Die hohen Deckenfenster lassen zur Mittagszeit weiche mysteriöse Lichtstrahlen auf den üppig verzierten Hauptaltar herabfallen. Das innere, mit Gold überzogene Eingangsportal (la mampara), wurde von Bernardo Legarda 1747 fertiggestellt und nahm allein sieben Jahre Arbeit in Anspruch. Es gilt als eines der Meisterwerke quitenischer Barockkunst. Auf jeder Seite des prachtvollen Himmelstores geben wuchtige antropomorphe Stützen auf graziöse Weise einem geblümten Aufsatz Halt. Geöffnet wird Mo - Sa v. 8-11 u. 13-18 Uhr.

Ganz in der Nähe liegt die aus Vulkansteinblöcken geschaffene Iglesia La Compañia de Jesús. Mit ihrem kreuzförmigen Grundriß, den zwei Kuppeln über Querschiff und Altarraum, dem tunnelartigen adobe-Dach, den salomonischen Säulen und ornamentalen Blattgoldaltären, gehört diese geradezu kompakt wirkende Kirche nicht nur für gläubige Katholiken mit zu den schönsten kolonialen Gotteshäusern im gesamten hispano-amerikanischen Raum. Sie befindet sich an der Ecke García Moreno u. Sucre, nur wenige Schritte vom Unabhängigkeitsplatz entfernt. Wer bei der San Francisco-Kirche bereits nicht mehr aus dem Staunen heraus kam, wird der überwältigenden Pracht der Compañia dann vollends erliegen.

Ein absolutes Muß - auch für die hartnäckigsten unter den Atheisten!

Mit dem Bau der illuminösen Jesuitenkirche wurde im Jahre 1605 begonnen. Urheber dieses beeindruckendsten Sakralwerkes des längst vergangenen “Reino de Quito” war der Pater Baltazar Piñas, der im Juli 1586 an dieser Stelle einen Orden gegründet hatte. Die Bauleitung unterlag zunächst Francisco Ayerdy, und ab 1636 dem Mönchsbruder Marcos Guerra. Der letzte Stein wurde allerdings erst 162 Jahre später gesetzt, genau zu dem Zeitpunkt als die rechtschaffenden Jesuiten in Scharen das Land verlassen mussten. Per Dekret wurden die größten Schätze von La Compañia dann zwecks Kriegsschuldenbezahlung nach Spanien verfrachtet. Der restliche verbliebene Silberschmuck wurde der Bevölkerung zum Kauf feilgeboten, aber die frommen Quiteños weigerten sich die Stücke zu erstehen, da sie angeblich Gott gehörten. Unglaublicherweise konnte dieser offizielle Kirchenraub der Großartigkeit dieses Meisterwerkes der Neuen Welt heute keinen Abbruch antun. Experten behaupten, daß sich die Erbauer in der Iglesia de Jesú in Rom inspirierten, die für viele Jesuiten damals als eine Art Modellvorlage für sakrale Baukunst angesehen wurde.

Die reichverzierte, maurisch-barokkige Frontfassade mit der “Unbefleckten Jungfrau” in einer Nische über dem von jeweils drei girlandenartigen Säulen eingerahmten Portal, wurde 1722 von dem Bamberger Pater Leonard Deubler begonnen, und 1765 von Bruder Gandolfi fertiggestellt. Diesen beiden Künstlern, sowie dem indianischen Genie, dass liebvoll den Stein bearbeitete, haben wir die wunderbare Fassade zu verdanken, in der die amerikanische Barockkunst des 18. Jh. seinen höchsten Ausdruck findet. Das zentrale, den Haupteingang begrenzende Element, bilden die salomonischen Säulen. Sie scheinen der ästhetischen Stärke der verschnörkelten Bildhauereien nicht standhalten zu können. Die Kelche und Kronen wechseln mit Statuen von Aposteln und Heiligen aus dem harten Antisana-Gestein. Ebenso bewundernswert sind ein symbolisches Lamm, ein Hahn, sowie eingemeißelte Sterne, Früchte und Blätter.

Wohin das Auge auch blickt, überladen filigrane Blattgoldarbeiten fast das gesamte im múdeja-Stil gehaltene Kircheninnere. Kunstwerke aus der höchsten Blütezeit der Escuela Quiteña können in der von zwei Kuppeln gekrönten Kirche bewundert werden. Die Beichtstühle sind aus feingeschnitztem Tropenholz. Die prachtvolle Kanzel ist ein Werk des indio Juan Bautista Menacho. An den wuchtig quadratischen, fast morgenländisch anmutenden Säulen des Mittelschiffs, hängen die prophetischen Gemälde des Meisters Nicolás Goríbar. In der zweiten Kapelle rechterhand befindet sich die Skulptur La Passión de Cristo von Manuel Chili Caspicara. Im Zentrum des Hauptaltars ist die Statue der “Lilie von Quito”, Mariana de Jesús, zu sehen. Die sterblichen Überreste dieser Stadtheiligen liegen zu Füßen des Altars. Ihre Gitarre und ihr Nähkästchen befinden sich im linken Seitenschiff. Die “Lilie” soll die Stadt 1645 von einer Maser- u. Diphteriekatastrophe befreit haben, der 15.000 Menschen zum Opfer fielen - fast die gesamte damalige Bevölkerung! Bei Marianas rettendem Freitod wurde ihr Blut in ihrem Garten verschüttet. Es wird behauptet, daß dort wo das Blut die Erde berührte, eine Lilie wuchs. Die Besuchszeiten der Compañia sind täglich von 9.30-11, bzw. 13-18 Uhr.

Der Sucre (Calle del Algodón) hinunter folgend, gelangt man nach einem Block an das Casa de Sucre. Dies war zwischen 1828 u. 1830 das ehemalige Wohnhaus des Marschalls Antonio José de Sucre, welcher an jenem denkwürdigen 24. Mai 1822 die königlich spanische Armee an den Hängen des Pichincha-Vulkans in die Flucht schlug.

Das originalgetreu restaurierte Gebäude enthält eine bescheidene Sammlung von Möbeln, Uniformen, Waffen, Reitsätteln, Dokumenten, eine Ahnengalerie, sowie eine am 27. Februar 1829 in der Schlacht von Tarqui eroberte peruanische Flagge. Ein kurzer Spaziergang durch die prachtvollen kolonialen Räumlichkeiten lohnt sich allemal. Die Pflastersteine im Museumseingang sind mit Hundeknochen verziert. Der quadratische Innenhof wird von einem Münzbrunnen geschmückt. Eine öffentliche Toilette gibt es auch (event. kein Klopapier!). Die Öffnungszeiten variieren ein wenig. Von Di bis Fr ist das Museum meistens von 8-12.30 Uhr bzw. 13.30-16 Uhr geöffnet, an Samstagen nur vormittags (Eintrittspreis 1,5 USD). Im Parterre befindet sich auch ein kleines kartographisches Geschäft, wo Stadtpläne und andere mapas erstanden werden können. Tel. 512860.

Es geht die Sucre zwei Blocks weiter bergab in Richtung Osten, und dann nochmal die Flores (Calle de la Centaveria) drei Querstraßen links runter. Auf diesem Abschnitt liegt rechterhand die orangefarbene Kirche und das gleichnamige Kloster von Santa Catalina, welche in den Anfängen des 17. Jh. eingeweiht wurden. Um das Problem der Abhänge zu lösen, wurden eine Reihe von Gewölben und Bögen angelegt, die im Erdgeschoß einen Komlex von Hallen bilden. Die Kirche und das Kloster haben seit ihrem Bestehen tiefgreifende Veränderungen erfahren. Erstere bekam später eine neoklassizistische Fassade und ein Seitenportal, letzteres Fenster mit Gesims, daß diese in Form von kleinen gotischen Bögen einrahmt. Der zentrale Klosterhof mit seinem schlichten Kreuz aus Stein und dem altertümlichen Wasserbecken ist in Quito einzig in seiner Art. Er besitzt weder Korridore, Bögen noch viereckige Säulen. Die Besuchszeiten des lieblichen Ensembles sind sehr unregelmäßig!

Beim Hotel “Vienna” an der Ecke Flores u. Chile geht es links hoch bis zum Kloster und der Iglesia de San Augustín. Wer spätestens an dieser esquina (östlich von der Kirche) überhaupt keine Lust mehr auf sakrale Paläste und koloniale Häuserfronten zeigt, läßt San Augustín einfach links liegen und folgt der Trolebus-Oberleitung von der Calle Flores bis zur darunter gelegenen Calle Montúfar. Dort befindet sich neben einer Haltestelle auch der interessante “Diebesmarkt” (Calle Bustamante). Frisch geklaute Kameras und andere mechanisch-elektronischen Dinge können an den Flohmarkt-gleichen Ständen eventuell wiederentdeckt und erneut gekauft werden. Reklamationen wie “Das da gehört mir!” sind völlig zwecklos. Der Verkäufer hat das Teil schließlich nur erstanden und nicht gestohlen.



Garantiescheine werden genauso wenig ausgestellt. Auf dem Mercado de los Ladrones gibt es nur Hehlerware! Auch jede Menge Kisten mit entwendeten Compact Discs können dort in aller Ruhe durchstöbert werden. Ein Toleranzpunkt im ansonsten sittenstrengen Kolonialzentrum!

Der Bau der an maurischer und gotischer Architektur orientierten Konvente und Iglesia de San Augustín (an der Ecke Chile u. Guayaquil) wurde vom berühmten Kolonialarchitekten Francisco Becerra um das Jahr 1580 eingeleitet, gegen 1627 beendet, und 1868 wiederhergestellt - nachdem ein Erdbeben die Konstruktion stark erschüttert hatte. Die dicken Mauern haben im unteren Teil eine Stärke von zwei Metern. Die westliche Außenfassade der Kirche wurde niemals getüncht. Der breite Turm weist eindeutig manieristische, neoklassizistische und arabeske Züge auf, während die Giebelseite und die blattvergoldeten Altaraufbauten der Seitenschiffe aus der höchsten Blütezeit des Barock zu stammen scheinen. Wobei Gold in der San Augustín - Kirche eine viel geringere Rolle spielt als in anderen Sakralbauten des religiös berauschenden “Reino de Quito”.

Das Kircheninnere ist mit heiteren aquarellfarbenen Blau-, Grün- u. Gelbtönen an der Decke und den ionischen Säulen übertüncht. Große Gemälde des zwielichtigen Schattenmeisters Miguel de Santiago schmücken die Bögen des Mittelschiffes. Besonders hervorzuheben sind hierbei die monumentalen Werke La Regla, daß die streng zu befolgenden Normen des Augustinerordens widergibt, sowie die “Erscheinung des Heiligen Augustus”. Beide Gemälde wurden durch Stiche des flämischen Künstlers Schelte Bolswert inspiriert. Andere Arbeiten des düsteren Escuela Quiteña - Schülers schildern in den Seitenschiffen das Leben des Santo Augustín. Das Kirchengebäude ist tägl. v. 9-13 u. 15-18 Uhr geöffnet.

Der großartige Klosterinnenhof (viel intimer als bei San Francisco), mit seinen teils dreistöckigen Wandelhallen, den schlanken Säulen und dem mitunter herrlichen Deckenschmuck, wird von drei außerordentlichen Tagua-Palmen überschattet. Er gilt als einer der schönsten des christlichen Amerika. Seine Mitte ziert ein viereckiger Brunnen. Die Transparenz der unteren Wandelhallen steht im Kontrast zu den höheren Kolonnadengängen mit ihrer massiven Brüstung, worüber sich breite und kurze Steinsäulen erheben, zwei für jede Säule des unteren Stockwerks. In dem rechtwinkligen, an der Ostseite des patio gelegenen Kapitelsaales, wurde am 10. August 1809 die erste Unabhängigkeitsurkunde unterzeichnet. Sein beispielloses, im hojarasca-Stil gehaltenes Mobiliar (wie “gefallenes Laub”), stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der gekreuzigte Christus des patriotischen sala capitular wurde von José de Olmos Pampite herausgemeißelt, einem indianischen Escuela Quiteña - Künstler des 17. Jahrhunderts. Hinter der prachtvollen Altarwand versteckt befindet sich der Friedhof der Augustinermönche. In den Katakomben unter der Kapelle ruhen schließlich die Reste der Unabhängigkeitsmärtyrer. Die Gruft kann manchmal zu bestimmten Anlässen besichtigt werden. Die Eröffnung eines Museums, welches ausschließlich Bilder von Miguel de Santiago beinhalten wird, ist für das Jahr 2.000 geplant. Das Kloster ist tägl. v. 9-13 u. 15-18 Uhr geöffnet.

Von San Augustín geht es die Calle Guayaquil einen Block weiter in Richtung Norden, und an der nächsten Ecke die Mejía links hoch. An der Venezuela dann wieder rechts bis vor zur Olmedo (Cuesta del Suspiro o. Cuesta del Beaterio).

An dieser esquina erhebt sich fast wie eine Trutzburg über einem Kordon zur schmalen absackenden Straße hin die Kirche und das Kloster von El Carmen Bajo, welche um das Jahr 1723 begonnen wurden. Das anfangs von einem Gewölbe bedeckte Schiff wurde bei dem Erdbeben von 1868 zerstört. Erst danach wurde das flache Dach errichtet. Von dem früheren Dach existiert nur noch die Kuppel, welche den Voraltar krönt.

Das Kloster bildet ein schönes Zusammenspiel von ganz unterschiedlichen Proportionen, wie man es von außen niemals vermuten würde. Es besteht aus zwei Wandelhallen, einer Terrasse über dem Haupteingang, einer hübschen gewölbeartigen Treppe, dicken Säulen und winzigen Bögen, sowie einem rechtwinkligen Innenhof mit Obstgarten.

Besonders auffallend ist eine herrschaftliche Galerie im Erdgeschoß, die von großartiger Einfachheit bestimmt ist.

Einen Block weiter der Venezuela folgend (hier Calle de los Plateros) biegt der koloniale Rundweg dann links in die Manabí hoch (Calle del Teatro). Oben an der Kreuzung mit der García Moreno (Calle de las Siete Cruces) führt die weißblau getünchte Iglesia de Santa Barbara im Vergleich mit den anderen Sakralbauten ein sehr bescheidenes, geradezu stiefmütterliches Dasein. Vom Originalbau aus dem Jahre 1550 blieben durch Erdbebenkatastrophen allerdings nur noch die Grundmauern erhalten. Nichtsdestotrotz ist das im Vergleich lieblich erscheinende Kirchlein mit seinem von Schmiedeeisen eingefassten Miniatur-Vorplatz zumindest von außen ein sehenswerter Programmpunkt. Eine typische Kirche des barrio im damaligen Kleinstadt-Quito. Genau um die Ecke in der abfallenden Calle Manabí, gibt es eine öffentliche Toilette!

Von Santa Barbara aus geht es teils vier steile Blocks die García Moreno hoch, und dann die stark abfallende Calle Carchi hinunter. Einen Block vor der Carchi, auf dem linken Eckvorsprung über der Calle García Moreno mit Calle Galápagos, thront über wuchtig hohen adobe-Mauern das uralte Casa de la Peña, welches einen immens großen Garten verbergen muß.

Die gänzlich in neugotischem Stil gehaltene, 140m lange u. 35m breite Básilica del Voto Nacional (Calle Carchi), ist im entfernteren Sinne eine Mischung aus dem Kölner Dom und der Notre Dame in Paris. Das riesige Gotteshaus aus Kalksandstein gehört zwar nicht zu den alten Baudenkmälern Quitos, stellt jedoch eine Fortführung althergebrachter Kirchenbautradition dar, ein modernes Beispiel religiöser quitenischer Architektur. Die Basilika enthält insgesamt 21 Altare, einen für jede ekuad. Provinz. Nach über 100 Jahren Bauzeit wurden die Arbeiten daran erst kürzlich beendet. Der linke der beiden 115m hohen Türme kann bestiegen werden (Panorama-Cafetería). Die Besichtigungszeiten sind tägl. v. 9-17 Uhr.

Unterhalb des Hügels, auf dem sich die Kirche und ein kleiner verwahrloster Park befinden, breitet sich zu Füßen des Betrachters die gesamte koloniale Altstadt in Richtung Süden aus. Das gymnasiale Gebäude mit dem großen Innenhof im vorderen Blickfeld ist das ehrwürdige Colegio La Salle.

Wer jetzt überhaupt keine Lust mehr hat die paar Ecken bis zum Theater-Platz (dem letzten Programmpunkt) runterzulaufen, kann mit einem herbeigewunkenen Taxi oder auch der populären Buslinie 3 Batán - Colmena, welche über die Av. Patria und die Av. 6 de Diciembre verläuft, wieder zurück in die Neustadt gelangen.

Zum Theaterplatz geht es zunächst die Venezuela drei Querstraßen hinunter (Hausnr. 1357 auf der rechten Seite hat einen “Knochen-Eingang”) und an der Esmeraldas (Calle de la Soledad) links rein. In dem kolonialen Gebäude an der Ecke war vor wenigen Jahren noch das städtische Museo Camilo Egas untergebracht. Heute befindet sich dort die Künstlerorganisation Fundación Cinco (Venezuela 1302 y Esmeraldas). Es stellt ein typisches, mit Innenhöfen und Springbrunnen versehenes Wohnhaus der damaligen nobleza dar, in dessen Salon zeitgenössische Bilder o. a. archäologische Schausstücke ausgestellt werden. Die Öffnungszeiten sind von Di bis So 10-18 Uhr, Tel. 514511. Von hier aus führt die Esmeraldas schnurstracks auf die Guayaquil hinunter (rechterhand befindet sich das Hare Krishna - Restaurant “Govinda”). Unten an der Calle Guayaquil angekommen, sind es bis zum Theaterplatz jetzt nur noch ganz wenige Schritte nach rechts in südlicher Richtung. Vorsicht vor dem lautlosen Oberleitungsbus aus nördlicher Richtung - von links kommend!

La Plaza del Teatro war zwischen 1540 u. 1790 ein Schlachthof und Marktplatz. Solche Handelsplätze wurden selbst im damaligen Kolonialstaat noch mit dem indianischen Wort tianguez bezeichnet. Ende des 18. Jh. u. fast im gesamten Verlauf des 19. Jh. wurden auf dem rechteckigen Platz die ersten corridas de toro (Stierkämpfe) des Landes ausgetragen. Im Jahre 1887 wurde dann das neoklassizistische Teatro Sucre eingeweiht, dessen Bauzeit insgesamt sieben Jahre in Anspruch nahm. Heute ziehen viele Passanten über den gepflasterten Platz mit seinem runden Steinbrunnen in der Mitte. Schuhputzer, Zeitschriftenverkäufer, Strassenmusiker u. Mimikkünstler tummeln sich vor der weißen griechisch-römischen Fassade des Gebäudes, daß einst vom Ex-Diktator Veintimilla in Auftrag gegeben wurde. Die Sphinx über den ionischen Säulen ist ein Abbild seiner Ehefrau.

Hier endet der marathonische Altstadt-Rundgang. An der Ecke Flores u. Manabí kann ein Taxi herangewunken werden, mit dem man für schlappe 2 USD wieder zurück in die Neustadt gelangt.

Andere Sehenswürdigkeiten im Altstadtbereich:
Der Parque Alameda ist die älteste Parkanlage von Quito. Er bildet seit jeher eine grüne Grenze zwischen dem kolonialen Zentrum und der Neustadt. Das astronomische Observatorium in seiner Mitte stammt a.d. 19. Jh. und wurde einst von García Moreno in Auftrag gegeben. Die Steinspirale El Churo (Schnecke) an der nordwestlichen Ecke stammt ebenfalls aus dem 19 Jh., und liegt schräg gegenüber der 1787 fertiggestellten Iglesia de El Belén. An dieser Stelle fand unter freiem Himmel die erste katholische Messe statt, nur wenige Tage nach der Stadtgründung und im Beisein der Indios. Der Cristo und die Skulpturengruppe über dem Hauptaltar sind Werke eines der vielgerühmtesten Exponenten der schaffensfreudigen Escuela Quiteña, Manuel Chili Caspicara.

Convento / Museo de San Diego (auch “la casa de las monjitas”, “Nönnchenhaus”, wie es oftmals ältere Taxifahrer namentlich kennen), ist ein 1597 von Franziskanermönchen gegründetes Kloster, dass sich direkt beim Hauptfriedhof (cementerio central), auf einer Anhöhe zwischen dem Panecillo-Hügel und den Ausläufern des Pichincha befindet (über dem Mercado San Roque in südl. Richtung). Der ansehliche Gebäudekomplex war anfangs eine “sakrale” Hazienda, die den Franziskanern unter dem Namen La Recoleta als eine Art Zufluchtssort zur Busse u. Sühne diente (penitencia).

Kirchen- u. Kolonialkunstbegeisterte werden in den meist original erhaltenen, mitunter etwas muffigen Räumlichkeiten, vielerlei hochinteressante Dinge entdecken, die das damalige Leben im geistlich-verklärten Quito auf einzigartige Weise zum Ausdruck bringen. Sowohl Kirche u. Kloster sind praktisch uneingeschränkt dem Besucherverkehr zur Besichtigung freigegeben.

Der im Vergleich zur monumentalen Iglesia de San Francisco niedliche Kirchenbau, weist verschiedene, zeitlich überlappende Einflüsse auf. So ist z. B. die Deckenverzierung über dem Altarraum im mudejar-Stil gehalten, während die Oberlichtschächte im Schiff rundherum mit goldigen Sonnenstrahlen versehen wurden, indianische Reminiszenzen an einen längst “vergewaltigten” Götterglauben. Rechts hinter dem Altar, einer kostbaren Verschmelzung aus tiefreligiösen Kunststilen dreier Jahrhunderte, führt eine extrem niedrige, fast rechteckige Steintüre, zum ehemaligen Friedhof und den nicht einsehbaren Grabstätten einer unterirdischen Katakombe. Die 25cm dicke Tür wiegt etwa eine Tonne!

Es gibt insgesamt vier Innenhöfe, wobei der liebliche patio de la pila mit seinem Brunnen (pileta), den gepflegten Blumenbeeten, und den kleinen, für das 17. Jh. so typischen Fensterchen, der hübscheste ist. Im vorangehenden patio de la cruz stürzte 1973 eine uralte Treppe ein, und schabte hierbei bislang unbekannte Wandmalereien aus dem 17. Jh. frei. Nach einer verherrenden Pest-Epidemie wurden diese grossartigen erzählerischen Fresken anscheinend aus Ansteckungsängsten weiss übertüncht. Ebenso zu besichtigen sind eine Kerzen-Werkstatt, die dunklen Holzbohlengänge im 2. Stock, ein echtes Nonnenschlafzimmer mit von Kuhhaut bespannten Bettgestellen, der ehrwürdige Speise- u. Empfangssaal, die Gemeinschaftsküche mit ihrem sensationellen “ojo del buey”, einem trichterförmigen “Büffelauge” in einer nahezu 2m dicken adobe-Wand, sowie die Bäckerei mit ihrem Ofen, den Holzfässern, Getreidemahlsteinen u. Bronzekrügen.

Zu den herausragenden Besonderheiten dieses “lebenden” Klostermuseums gehören neben wertvollen Gemälden u. Skulpturen der Escuela Quiteña auch eine ganze Reihe von ausdrucksstarken Kunstwerken der zeitlich analogen Escuela Cuzqueña, wie z. B. die überaus prachtvolle Kanzel, welche nach dem púlpito der Iglesia de San Blas in Cuzco (Perú) als die zweitschönste u. zweitälteste von Lateinamerika gilt, und von Juan Bautista Menacho geschaffen wurde (17. Jh.). Andere Vermächtnisse der frühen u. späteren Kolonialepoche stammen von den indianischen Meisterschülern Caspicara, Pampite u. Miguel de Santiago. Caspicaras Virgen de las Mercedes del Pichincha aus poliertem Vulkangestein, entstand bereits 1575, etliche Jahre vor der Klostergründung, und befand sich zuerst ein ganzes Jahrhundert lang auf einem Vorsprung des nahen Pichincha-Berges. Beeindruckend ist auch der gekreuzigte Jesus in der Sakristei, der sich durch seine verblüffend verwandelnde Ausdrucksweise charakterisiert: Während sich auf seinem Antlitz von vorne betrachtet ein Lächeln offenbart, zeigt er sich von der einen Seite leidend, und von der anderen schlafend, bzw. “tot”. Ebenso gibt es in einem der Gemäldesäale ein psychadelisches Original des Magiers Hieronymus Bosch zu bestaunen!

Geöffnet ist das Klostermuseum von Di bis So, jew. v. 9.30-12.30, bzw. 14.30-17.30 Uhr. Nahezu jede Führung wird von der leider nur spanischsprechenden Museumswärterin Felicia Guerra geleitet. Der Eintritt beträgt etwa 1,5 USD.

Öffentliche Verkehrsverbindungen mit der Neustadt (La Mariscal) stellt der populäre Bus Batán-Colmena (über die Av. 6 de Diciembre kommend), o. der modernere Trans Alfa dar (Av. Colón - Av. América - Universidad Central). Ein Taxi von der Mariscal kommt auf etwa 3 USD. Da das etwas abseits vom centro colonial gelegene San Diego - Kloster nicht zu einer herkömmlichen Altstadt-Tour gehört, ist hierfür ein etwa zweistündiger Extra-Abstecher einzubauen. Die Strassen um San Diego herum gelten als unsicher, zielloses Herumschlendern ist mit Vorsicht zu geniessen!

El Panecillo (das “Brötchen”), zu Inkazeiten auch Shungoloma genannt, war bereits in frühen präkolumbischen Epochen ein strategisch wichtiger Hügel gewesen (namens Anachuarqui), auf dessen runder Kuppe einst der Shyri-Sonnentempel Yavirac stand. Während der Unabhängigkeitskriege und im Vorfeld der Pichincha-Schlacht diente der vulkanische Kegel dann auch den Spaniern als wertvoller Beobachtungsposten zur Verteidigung der Hauptstadt. Die Royalisten errichteten an seinen Hängen eine Festung (deren achteckiger Turm heute noch steht), ein Pulvermagazin, einen Reitstall, und eine arabische Wasserzisterne (la olla). Letztere befindet sich genau zu Füßen der 43m hohen angeketteten Virgen de Quito. Das aus 7.000 Eisenteilen zusammengeschweißte Monument im italienischen Stil wurde 1977 beendet, und stellt eine Nachbildung der “beflügelten” Jungfrau von Bernardo Legarda dar, welche in der Kirche von San Francisco über dem monströsen Hauptaltar vor sich hintänzelt. Die Aussicht von der obersten Plattform über die roten Ziegeldächer der kolonialen Altstadt, die moderne Skyline im Norden, das Häusergewusel im Süden, und die umliegenden Schneeriesen der Andenkordillere, ist schlichtweg überwältigend. Das Monument selbst ist hingegen eher wegen seiner metallenen Häßlichkeit zu erwähnen.

Es wird eindringlich davor gewarnt den “Brötchen-Hügel” zu Fuß besteigen zu wollen. An seinen vielen steilen Treppenwegen (z. B. vom Ende der Calle García Moreno hoch) sitzen die schlimmsten unter den süchtigsten “Crack-Köpfen” der Stadt! Sie warten den ganzen Tag auf unwissende Touristen und einheimische Ausflügler, die dann bis auf die Unterhose ausgenommen werden. Die Besteigung ist daher nur per Taxi, per Leihwagen, oder mit dem Kleinbus eines der zahlreichen Reiseunternehmen möglich - und das in jedem Falle nur tagsüber! Nachts gehört der Panecillo und seine gepflasterte Serpentinenstraße ganz allein der Unterwelt!

La Cima de la Libertad / Templete de los Heroes, auf einer Anhöhe des Rucu Pichincha - Massives errichtetes Heldenmonument aus Beton und Stahlträgern, daß an die siegreiche Schlacht vom 24. Mai 1822 erinnern soll. An jenem historisch denkwürdigen Tag gelang es den “Ekuadorianern” sich vom spanischen Mutterland zu befreien (von da an begannen Briten u. Gringos das Ruder zu übernehmen). Das zumindest architektonisch peinliche Militärmuseum (geöffnet von Di - So 9-12/15-18 Uhr) ist bereits von der Altstadt aus an den westlichen Flanken des Hausberges zu sehen. Eine tolle Aussicht auf die Stadt ist garantiert! Die steile Auffahrt erfolgt über den mercado von San Roque. Nur per Taxi o. Leihwagen möglich, alles andere wäre ein Spießrutenlauf durch unsichere Gegenden!

Quito Moderno
Casa de la Cultura Ecuatoriana Benjamin Carrión: Imposanter runder Spiegelglasbau, der neben einem anspruchsvollen Kino (Filmfestivals) mit sympathischer Cafetería hauptsächlich eine riesige dreigeteilte Ausstellungsfläche aufzuweisen hat. Hervorragend präsentierter Querschnitt durch die ekuad. Kunstgeschichte!

Fantastische Sammlung archäologischer Fundstücke aller präkolumbischer Epochen, sowie der Inkazeit. Besonders erwähnenswert ist hierbei eine etwa 2.000 Jahre alte Goldmaske der Kultur La Tolita, bekannt als dios-sol (Sonnengott), dem Windeskraft einst ewiges Leben einhauchte, inzwischen Emblem der Banco Central.

Im Anschluß daran führen die oberen Stockwerke den Besucher über religiöse Kunst u. Kolonialmöbel in eine Gemäldegalerie mit den bekanntesten einheimischen Exponaten des 19. u. 20. Jh.; Ebenso ekuad. Musikinstrumente in einem Extra-Ausstellungssaal; 12 de Octubre y Patria, gegenüber dem Parque Ejído.

Bilderausstellung u. Pelota de Guante im Parque Ejído: Jedes Wochenende stellen Dutzende von Amateurkünstlern ihre Werke auf der nördl. Parkseite zur Avenida Patria aus. Es ist für jeden Geschmack was dabei. Auch wenn viele Gemälde mehr oder weniger Imitationen bekannter ekuad. Maler darstellen, tut dies ihrer Originalität keinen Abbruch.

Im Ejído, ehemals der Botanische Garten der Stadt, stehen heute noch über 100 Jahre alte Bäume. Besonders an Wochenenden zieht der nachts zu meidende Park vor allem die einfachen Bevölkerungsschichten an. Ecuavolley (einh. Version des Volleyballspiels) und Fußball werden praktiziert.

Bei dem Jahrhunderte alten trad. “Handschuhspiel” (pelota de guante), dessen genaue Herkunft meist Kontroversen auslöst, handelt es sich um zwei Mannschaften von jew. 5 Spielern. Der Gummiball ist normalerweise aus Kautschuk, während der “Handschuh” einem schweren lederüberzogenen Holzruder ähnelt.

Museo Jijón y Caamaño: Archäologisches Museum der kath. Universität. Ebenso andere Ausstellungsobjekte wie Porzellanpuppen, auch Bibliothek. Avenida 12 de Octubre y Roca, geöffnet Mo - Fr 8-12 u. 14-18h, Tel. 521834.

Planetarium & Instituto Geográfico Militar: Auf einem Hügel nordöstl. des modernen Stadtzentrums gelegen ist die Kuppel des Planetariums bereits von weitem sichtbar. Die einzige Zufahrt geht über die Avenida Gran Colombia. Bei der Militärkontrolle am Zugang muß der Ausweis hinterlegt werden.

Neben einer simulierten “Reise durchs Universum” im Planetarium, werden im geographischen Institut nebenan auch detaillierte wie preisgünstige Karten sämtlicher Landesregionen verkauft. Die Kartenausschnitte gehen bis zu 1:25.000!

Parque de la Circasiana: Hübscher kleiner, von hohem Schmiedeeisen umgebener, fast südeuropäisch anmutender Park, welcher sich dem Instituto Nacional del Patrimonio Cultural anschließt. Palmen u. hohe Araukarien, sowie einige mit bunten Mosaiksteinen versehene Kunstpferde. 10 de Agosto y Colón.

Plaza Indoaméricana: Auf der chaotischen Verkehrsinsel vor der Universidad Central gelegen. Die steinernen Köpfe um den Wasserbrunnen herum stellen sämtliche indianische Freiheitshelden des Kontinents dar und wurden der Stadt Quito von den jeweiligen Herkunftsländern geschenkt.

Vivarium: Harmlos schöne, sowie gemeingefährlichste einheimische Schlangen. Boas, Iguanas, Schildkröten u. knallbunte Frösche, alles unter einem Dach. Eine importierte thailändische Königskobra lauert hinter dickem Glas vor sich hin. “Vorsicht, nicht zu nahe treten, Schlange könnte sich irritiert fühlen!” steht auf einem Schildchen. Der Unterschied zwischen giftigen u. ungiftigen Schlangen wird anhand von Schaubildern erklärt. Ein franz. Herpetologe, bzw. Schlangennarr, managt den Reptilien-Zoo, fängt die Biester teilweise selbst. Reina Victoria y Santa María, Di - So 9-13/15-18.30 Uhr, Eintr. 1.5 USD.

Fundación Guayasamín: Das moderne Museum des gleichnamigen Malers ist in drei Epochen eingeteilt. Beeindruckende präkolumbische Keramiksammlung, sehr repräsentativer Kolonialteil sowie moderne Kunsthalle, wo sich der “Picasso” unter den ekuad. Malern in erster Linie selbst verehrt. Neben Radierungen des maestro werden auch selbstentworfene Guayasamín-Parfüms u. -Armbanduhren zum Verkauf angeboten. Ein Muß für Museumfreunde! Am besten mit dem Taxi zu erreichen, da steil u. abgelegen beim Canal 4. José Bosmediano, Tel. 242779/244373, Mo - Fr 9-12.30/15-18.30h, Sa 9-12.30h, Eintr. 1.5 USD.

Parque de la Carolina: Großer populärer Vergnügungspark der Quiteños, der sich an Wochenenden mit eisschlürfenden Kindern, Volleyballspielern, Joggern, Rollerskatern, Frisbeespielern, Hundeherrchen und deren folgsamen Maskottchen bevölkert. Manchmal trainiert sogar eine ganz bestimmte Erst-Liga-Mannschaft aus Guayaquil für das kurz bevorstehende Schlagerspiel auf 2.800m Höhe, oder ein inzwischen zum Fernsehstar aufgestiegener Carlos Michelena, in der Sierra vielgeliebter folkloristischer Bauernwitzereißer, “verarscht” Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben.

Außerdem Tretboote, Ponies und ein ausgedienter Flieger. Beherbergt ebenso das Naturkundemuseum. Nördl. der Av. Eloy Alfaro u. südl. der Av. Naciones Unidas, bzw. zw. Amazonas u. Los Shyris. Nachts meiden, da neben bevölkerungsstarken Straßenköterbanden auch noch andere finstere Gestalten durch den Park streunen könnten.

Das Museo de Ciencias Naturales liegt auf der Ostseite des Parkes (Av. Los Shyris). Recht interessante botanisch-zoologische Dauerausstellung, ausserdem Vivarium, Herbarium u. Trockenblumen-Service. Mo - Fr 9-17h, Sa 10-14h, Eintritt. um die 2 USD, Tel. 449824.

 

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