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Schon während des 16. Jh. entstanden in den nahe umliegenden
Hügeln von Quito zahlreiche Steinbrüche, die es den Konquistadoren
erleichterten, innerhalb kurzer Zeit ihre eigenste, auf Teufel komm
raus versessene Projektion europäischen Kulturgutes über
den ausgebrannten Inkaruinen zu verwirklichen.
Von der zentralgelegenen, rechtwinkligen Plaza Mayor (Plaza Grande)
aus wurden parallel in alle Himmelsrichtungen die heutzutage abgasverstopften
Straßen angelegt. Noch im Gründungsjahr, Ende 1534, gelangten
bereits die ersten Ordensbrüder, Franziskanermönche, in
die “Stadt des ewigen Frühlings”. Ihnen folgten
Dominikaner, Augustiner und Jesuiten. Es entstanden etliche katholische
Klöster mit Dutzenden von Kirchen, Kapellen u. and. Sakralbauten,
welche im Laufe der Jhte. erweitert und verfeinert wurden. Die Orientierung
der Gotteshäuser entsprach dabei nicht unbedingt der des im
Mittelalter üblichen, d. h. Jerusalem zugewandt, sondern den
gegebenen topographischen Verhältnissen. So orientieren sich
z. B. die Kirche San Francisco und La Compañia an der aufgehenden,
Santo Domingo an der untergehenden Sonne. Prunkvolle religiöse
Architektur, unterbrochen von Plätzen, Treppen, Trinkwasserbrunnen,
Arkaden und mahnenden Kreuzen, bestimmte weitgehenst das Stadtbild.
Die ehemalige Hauptstadt des nördlichen Inkareiches verwandelte
sich praktisch in ein strenges Klostergewölbe.
Herzstück eines jeden Konvents war der von römischen Bogengängen,
und auffallend bauchigen Steinsäulen umschlossene patio (Innenhof),
letzterer Säulentyp ist übrigens ganz typisch für
den im 18. Jh. aufkommenden Barroco Quiteño. So mancher dieser
patios verbirgt einen herrlich ausgeschmückten Garten mit zentralem
Brunnen, und strömt eine fast transzendentale Ruhe aus, die
jedweden Verkehrslärm von außen völlig vergeßen
läßt.
Hinter den grösstenteils bis heute erhalten gebliebenen kolonialen
Häuserzeilen mit ihren rotbraunen Dachziegeln, nobel dekorierten
Fassaden, geschnitzten Holzbalkonen und Balustraden, verbergen sich
oft finstere lichtscheue Zimmer, die einst von spanischen Edelmännern
und ihren Angehörigen bewohnt wurden.
Während des 19. Jhs. vermischten sich neoklassizistische Elemente
unter die alte Bausubstanz, was die innere Struktur der Gebäude
jedoch nicht weiter beeinflußte. Allerdings ließ das
eine oder andere Erdbeben so manche Baulücke entstehen, welche
nicht immer adäquat geschlossen wurde.
Ein flüchtiger Blick durch die ab und zu mit einem verblaßten
Familienwappen verzierten Eingangsportale reicht meist nicht aus
um eine genaue Vorstellung von der Dimension der dahinterliegenden,
mitunter ineinander verschachtelten patios zu bekommen. Die von
pseudo-griechischen Säulen und schweren Holzbalken getragenen
Galeriengänge, welche zu den Zimmern führen, befinden
sich teils in arg renovierungsbedürftigen Zustand. Mehrköpfige
Familien, Handwerker, Studenten, Rentner, und Leute aus weniger
privilegierten Schichten, nehmen heutzutage den gleichen Wohnraum
ein, der früher meist nur von einer einzigen Familie und ihren
folgsamen Angestellten beansprucht wurde.
Zur Straße hin befinden sich neben vielerlei kleinen Einzelhandelsläden
auch billige Restaurants u. Imbißbuden, während in den
Innenhöfen oftmals Schneider, Schuster, Uhrmacher, Optiker,
Friseure, Masseure, Zahnärzte, tintenschwache Kopiergeräte,
illegale Abtreiber, oder dubiose Anwaltspraxen untergebracht sind.
Andere koloniale Gebäude, meist in recht gutem Zustand, wurden
in Museen, Hotels, oder kleine Einkaufszentren umgewandelt, sowie
Stiftungen, Bildungsinstituten, Banken und Verwaltungsämtern
überlassen. Die Stadt Quito (el municipio) hat in den letzten
Jahren zahlreiche Restaurations- u. Wiederaufbauarbeiten im Centro
Colonial in Angriff genommen, und überdies versucht, touristisch
attraktive, bisher völlig vernachlässigte Pflasterstein-Zonen,
“sicher” zu gestalten. Hilfreiche Unterstützung
finden die amtierenden Stadtvertreter des neu geschaffenen Distrito
Metropolitano de Quito bei Jamil Mahuad Witt (Bürgermeister,
alcalde), einigen wenigen privaten heimatliebenden Sponsoren, sowie
ausländischen Kultur-Institutionen (insbesonders aus Spanien).
Ein Rundgang durch Quito Colonial
Der hier vorgeschlagene, ausgedehnte Rundgang durch die Altstadt
Quitos, muß nicht unbedingt vollständig durchgezogen
werden. Manch einem wird das Rumgelaufe im Gewusel des stickigen
centro colonial vielleicht auf die Nerven gehen. Die Tour kann somit
an vielen Stellen abgekürzt, unterbrochen, oder auch anders
herum unternommen werden. Ein Altstadtbesuch gehört jedoch
mit zu den obligatorischen Leckerbissen eines Ecuador-Aufentaltes.
Wer niemals die mit eineinhalb Tonnen Gold geschmückte Compañia
- Kirche betrat, die himmlisch beflügelte Jungfrau von San
Francisco sah, die geweihte Ruhe im Innenhof des Augustinerklosters
genoß, oder die Nostalgie weckende Calle Ronda nicht durchstreift
hat, wird hinterher kaum behaupten können, daß er das
kontrastreiche Äquatorland kennengelernt hätte. Die hier
aufgeführte Route verläuft außerdem durch ganz besonders
pittoreske Strassen u. gepflasterte Gassen (wenn auch nicht immer
frei von Dieben u. Prostituierten), beinhaltet die mitunter prachtvollsten
Kirchen, Klösterhöfe, Paläste u. Plätze des
ehemaligen “Reino de Quito”, sowie mehrere Museen und
viel authentisches Marktgeschehen.
Es geht zunächst mit dem Trole-Oberleitungsbus von der Neustadt
über die langgezogene Avenida 10 de Agosto in Richtung Süden
über die Calle Guayaquil bis hin zur Plaza e Iglesia Santo
Domingo, wo wir unseren ausgiebigen Altstadt-Rundgang so früh
wie möglich starten (am besten um 8 Uhr morgens!). Ein ganzer
Tag muß dafür schon veranschlagt werden (eventuell auch
zwei), und die vorherrschend dicke Abgas-Luft in den engen steilen
Sträßchen kann mitunter leichte Kopfschmerzen oder kurzfristige
Atembeschwerden bereiten. Dabei gilt es zu bedenken, daß der
Benzingestank vor wenigen Jahren noch unerträglicher war als
heute. Der neue AEG-Elektrobus (seit Ende 1996) und zusätzliche
Verkehrsregelungen für Privatfahrzeuge konnten diesbezüglich
inzwischen Abhilfe schaffen. Weiterführende Pläne zur
Verkehrsberuhigung liegen vor.
Außerdem sollte bei diesem hochinteressanten Jahrhundert-Rundgang
durch die quirligen Altstadtgassen auch unbedingt auf die persönlichen
Wertsachen geachtet werden. In vielen Nischen, vor Kircheneingängen,
zwischen geschäftigen Marktständen und überlebenshungrigen
Menschenansammlungen, lauern fixe Taschendiebe den meist entzückt
umherspazierenden Touristengruppen auf. Darüberhinaus sollte
das koloniale Zentrum mit der einbrechenden Dunkelheit von vorne
herein gemieden werden. Siehe dazu das Kapitel “Sicherheit”!
Die Konstruktion der Iglesia de Santo Domingo wurde 1581 begonnen
und gegen 1650 beendet. Der Klosterbau wurde um 1680 fertiggestellt.
Aber lediglich die dazugehörende barocke Rosenkranz-Kapelle
El Rosario mit ihren zwei achteckigen Kuppeln (rechts vom Mittelschiff
über dem Torbogen) und die Kirchendecke sind im Originalzustand
erhalten geblieben. Im Falle von Santo Domingo wurden die barocken
Wandtäfelungen im Laufe der Zeit durch neugotische Elemente
ersetzt. Die Originalmalereien in den Kuppeln stammen hingegen von
den bekannten Escuela Quiteño - Künstlern Luis Cadena
und Brigida Salas. Die Kapellenjungfrau Virgen del Rosario über
dem Rokoko-Altar wurde der Stadt einst von König Karl V. geschenkt.
Der berühmte Bogen von Santo Domingo stellt ein Unikum im kolonialen
Quito dar. Er hat zwei Daseinsgründe: Nach Anordnung des damaligen
Stadtrates war es zum einen verboten eine Straße zu schließen,
und zum anderen war der beauftragte Architekt Francisco Becerra
auch ein großartiger Brückenbauer. Der Extremadure hatte
sich vorher bereits durch seine brillianten und bombastischen Sakralbauten
in Mexiko ausgezeichnet. Das Museum des Dominikanerklosters besitzt
neben Gemälden von Samaniego, Goríbar, Miguel de Santiago,
Padre Pedro Bedón u. Diego de Robles eine der reichhaltigsten
und ältesten Bibliotheken der Stadt. Der Klosterhof hat im
Erdgeschoß achteckige Steinsäulen und im oberen Stockwerk
Galerienbögen, die weitläufige Korridore freigeben.
Links vor der Kirche ist das Denkmal des “Befreiers”
Mariscal Sucre, dessen Geste auf den einstigen Schlachthügel
vom Pichincha zeigt, dort wo sich heute das Militärmuseum Templete
de los Heroes befindet. Auf dem Platz vor der Kirchenfassade findet
des öfteren populäres Strassen- u. Mimiktheater für
die Vorbeiziehenden statt, wozu das Bauwerk selbst dann einen schönen
Hintergrundrahmen bildet. Die Besuchszeiten für das Kircheninnere
und das Klostermuseum sind Mo - Fr von 15-17 Uhr. Somit bleibt Frühaufstehern
eine ausgiebige Besichtigung leider verwehrt. Wer es dennoch genau
wissen möchte, sollte diese Altstadt-Tour vielleicht umgekehrt
machen. Am Abend und zu noch späterer Stunde gilt die Gegend
wegen Raubüberfällen jedoch als potentiell gefahrvoll,
und früh morgens ist sicherlich die beste Tageszeit um sich
dort in aller Ruhe umschauen zu können.
Auch der nächste Programmpunkt, die frühkoloniale Calle
La Ronda (La Calle de los Milagros o. Calle Juan de Dios Morales),
gilt als relativ unsicher. Das sevillanische Gäßchen
gehört aber schlichtweg mit zu den Höhepunkten einer authentischen
Quito Colonial - Tour! Besonders hierbei ist es aufgrund des bestehenden
Risikos ausgeraubt zu werden, sehr wichtig am Morgen ohne viel Aufhebens
an den lieblich anmutenden adobe-Häuserfronten vorbeizulaufen.
Dies ist die älteste und traditionsreichste Gasse von ganz
Quito (16 Jh.), und man kann nur hoffen daß sich die Stadtväter
in Zukunft ihrer annehmen. Geranienpötte u. Lampen schmücken
beidseitig die gußeisernen Balkone, welche auf die abgewetzten
Pflastersteine hinabschauen, und auf denen sich leider auch die
abgetakelsten unter den vielen “Bordsteinschwalben”
der Gegend die Zeit mit Herumtratschen verbringen. Dabei erhielt
das Sträßchen seinen Namen “Runde” durch
längst verstummte Serenaden-Ständchen, die einst unter
jenen Balkönchen irgendeiner kokett lächelnden Jungfrau
mit elegantem Plüsch-Sonnenschirm abgehalten wurden. Trotz
angebrachter Bedenken sollte sich der Tourist die nostalgische Ronda
nicht entgehen lassen. Nach 14 Uhr ist das Gäßchen dann
aus bereits erwähnten Gründen leider nicht mehr zu empfehlen.
Es geht von der Kirche Santo Domingo zunächst rechts weg in
Richtung Süden (Terminal Terrestre), am Torbogen rechts vorbei,
und dann nur wenige hundert Meter die Avenida Pedro Vicente Maldonado
hinunter. Auf der linken Strassenseite befindet sich das frisch
renovierte Casa de la Virgen. Kurz vor der Brücke, beim Hotel
“Interamericano”, führt rechterhand eine gepflasterte
Steige in die etwas versteckt gelegene Ronda unterhalb der Calle
Maldonado.
Links durch den steinernen, nach Urin stinkendem Brückenbogen
hindurch, geht es zum Terminal Terrestre, rechts führt die
Ronda stetig ansteigend in Richtung Nordwesten (Pichincha-Vulkan),
über die Guayaquil hinweg (Calle de las Churretas o. Calle
del Comercio Bajo), unter dem Torbogen der Venezuela hindurch (hier
auch Calle de Solanda), bis hin zum breiten Gassenende in der García
Moreno (Calle de las Siete Cruces). Hier geht es dann rechts die
García Moreno leicht ansteigend bis zum Museo Historico de
la Ciudad. Das bis Redaktionsschluß noch nicht eröffnete
Museum im ehemaligen Hospital San Juan de Dios wird zukünftig
archäologische, koloniale u. republikanische Schmuckstücke
beherbergen. Der gesamte Gebäudekomplex sowie der schöne
Innenhof wurden von Grund auf renoviert.
Nach dem Museumsbesuch geht es durch den Torbogen Arco de la Reina
bei der Karmeliterkirche und dem dazugehörigen Kloster von
Carmen Alto. Dieser Durchgang bildete im 17. u. 18 Jh. die südliche
Stadtgrenze. Die Kirche hat nur ein Schiff und einen goldgeblätteten
Hochaltar. Das Mitte des 17. Jh. fertiggestellte Kloster besitzt
einen typischen Garten im Innenhof sowie Kolonnaden mit viereckigen
Säulen. Im oberen Verlauf folgen weitere Höfe, die aufgrund
des ansteigenden Terrains versetzt angelegt wurden. In ihrer Gesamtheit
enthalten diese patios zumindest für damalige Verhältnisse
geradezu meisterliche urbanische und architektonische Lösungen.
Im Konvent der Karmeliterinnen lebte einst die Stadtheilige Mariana
de Jesús, die sich insbesonders der verwaisten Strassenkinder
annahm.
Von hier aus geht es links die Rocafuerte (Calle del Hospital) zwei
cuadras hoch und dann an der Cuenca (hier auch Calle de Santa Clara)
rechts rein. An dieser Ecke befindet sich die aus dem 17, Jh. stammende
Iglesia Santa Clara mit ihrem anmutigenden Turm, den großen
Steinportalen, und den hohen weißen adobe-Mauern zur einstigen
“Straße des Steinbruchs” hin (Calle Rocafuerte).
Das dem Kirchenschiff angegliederte Nonnenkloster gilt als eines
der besten der Stadt. Um dies bestätigen zu können, müßte
man aber erst mal seine eigene Tochter dorthin schicken. Der gesamte
Komplex bleibt dem Publikumsverkehr leider meist verschlossen.
Der Calle de Santa Clara (Cuenca) einen Block folgend (bei Hausnummer
335 links gibt es einen nostalgischen patio zu sehen), erreicht
man den für koloniale Verhältnisse weltmännisch anmutenden
“Franziskaner-Platz”.
Wer aus (teils übertriebenen) Sicherheitsgründen die Calle
Ronda am liebsten meiden möchte, kann auch auf direktem Wege
von der Plaza Santo Domingo aus zur Plaza San Francisco gelangen.
Dabei geht es gegenüber der Kirche von Santo Domingo die Rocafuerte
(Calle del Hospital) vier cuadras hoch (nach 50m kommt linkerhand
ein hübsch renovierter Innenhof, Hausnummer 1459), dann über
die Venezuela rüber, an der Capilla del Hospital, dem königlichen
Torbogen und dem Karmelitenkloster vorbei, über die Benalcázar
rüber, und schräg gegenüber der Santa Clara - Kirche
rechts in die Calle Cuenca (Calle de Santa Clara) rein. Von dort
aus sind es dann nur noch wenige Schritte bis zur Plaza San Francisco.
Die morgens folkloristisch belebte Plaza de San Francisco kontrastiert
mit der klassisch-eleganten Linienführung der gleichnamigen
Iglesia und dem angrenzenden Monasterio, welche zusammen die gesamte
Nordwestseite des weitläufigen gepflasterten Platzes einnehmen.
Das wenige Jahre nach der conquista begonnene Monumentalwerk ist
eines der ältesten und sicherlich das größte Gotteshaus
des kolonialen “Reino de Quito”. Der Franziskanermönch
Jodoko Ricke begann zwischen 1536 u. 1550 (die Meinungen darüber
gehen auseinander) mit dem Bau des dreiteiligen, insgesamt mit 104
dorischen Säulen versehenen Komplexes, der aus der Kirche,
dem Kloster und der berühmten Cantuña-Kapelle besteht.
Der flämische Glaubensbruder brachte übrigens auch die
ersten Weizenkörner mit ins Land, die er auf der heutigen plaza
anpflanzte. Die herrliche Brüstung zum Platz hin ist Teil der
aufgeschütteten wie abgetragenen Fläche, die einen horizontalen
Grundriß ermöglichte. Die Kirchenwände wurden aus
dem Schutt des Inkapalastes von Huayna Capac errichtet, welcher
sich einstmals an gleicher Stelle befand. Eine phantasievolle konzentrische
Steintreppe führt zum Hauptportal der Kirche, über dessen
dunkler Spätrenaissance-Fassade zwei weiße Turmspitzen
herausragen, die von jeweils vier übereinander stehenden Kalksteinsäulen
eingerahmt sind. Rechts davon befindet sich das Kloster, daß
1605 beendet wurde, und die erste religiöse Kunstschule für
auserwählte indianische Maler u. Bildhauer - das berühmte
Colegio de San Andrés - beherbergte.
Aufgrund des einen oder anderen Erdbebenschadens wurden weite Teile
des für ganz Amerika vorbildhaften architektonischen Komplexes
im Laufe der Jahrhunderte rekonstruiert. Als letztes die beiden
Türme, sie stammen aus dem Jahre 1893. Dadurch weist San Francisco
heute eine ganze Palette von unterschiedlichen Elementen aus dem
Barock und der Renaissance auf, und verbindet diese mit dem Spätgotischen
und Klassizistischen. Die maurischen, indianischen und angeblich
auch fernöstlichen Einflüsse, verlieren sich jedoch für
den Durchschnittsbetrachter innerhalb der aufdringlichen katholizistischen
Monstrosität.
Beim Betreten der grandiosen Kirche fallen dem Betrachter zuerst
die herrlichen Blattgoldarbeiten ins Auge. Unterhalb der Chorempore
und auch entlang der Seitenschiffe sind finstere, im italienischen
Stil gehaltene Gemälde einiger Meisterschüler des Colegio
San Andrés (u. a. von Manuel Samaniego) zu bewundern. Die
tänzelnde Virgen Imaculada de Quito von Bernardo Legarda auf
dem Hauptaltar, gilt weltweit als die einzig bekannte “geflügelte”
Jungfrau. Der vergoldete, bombastisch herausgeschnitzte Tisch des
Herrn selbst, ist eine verschwenderische Stilvermischung von andalusischem
Barock und éstilo churrigueresco - überladene ornamentale
Verschnörkelungen (so benannt nach dem kastilianischen Architekten
Churriguera). Die zwölf Apostel in diesem Ehrfurcht einflößenden,
fast schwindelerregenden Altarraum, stammen von Manuel Chili Caspicara.
Der versilberte Altar im linken Querschiff (Capilla del Santísimo)
ist dem Heiligen Francisco gewidmet. Sein Antlitz wurde ebenfalls
von Caspicara geschaffen. Der barocke Altar im rechten Flügel
des Querschiffs (Capilla de Villacis) gehört dem Heiligen Antonius
von Padua, über dessen Haupt Caspicaras Himmelfahrtsjungfrau
schwebt. Die großartig herausgeschnitzte Kanzel stammt aus
dem 16. Jh. und wird von anthropomorphen Pfeilern gestützt.
Die Deckenmalereien in der Kuppel stellen die Sonne dar - den Gott
der Inkas! Die Franziskanerkirche ist Mo - Sa v. 9-11 u. 15-18 Uhr
geöffnet. Ein fantastischer Quito-Höhepunkt!
Das Franziskanermuseum und der wunderschöne palmbestandene
Haupthof des Klosters (auf der rechten Seite des Gesamtkomplexes)
kann über einen Eingang rechts neben dem Kirchenportal betreten
werden. In der Mitte des von einem geradezu himmlischen Frieden
beherrschten Hofes steht ein blütenförmiger Brunnen aus
dem eiskaltes Wasser vom Pichincha-Vulkan sprudelt. Das Rascheln
der Palmwedel in der leichten Brise intuiert Glückseligkeit.
Entlang der doppelstöckigen, von dorischen Säulen getragenen
Kolonnaden, hängen große Ölgemälde und Steintafeln.
Ganz besonders erwähneswert ist hierbei der gewaltig große
Stammbaum Arból Genealógico de la Comunidad Franciscana
von einem anonymen Maler aus dem 18. Jh.. In jeder Ecke des Haupthofes
steht ein goldgeblätteter Altar. Es gibt außerdem noch
einen kleinen, sehr reizvollen Seitenhof mit ebenso hohen Palmen,
sowie insgesamt sieben Konvente.
Das im Hauptkloster untergebrachte Museum enthält unschätzbare
Werte an kolonialen Kunstwerken, welche von den bedeutendsten Meisterschülern
der Escuela Quiteña erschaffen wurden. Von Mo bis Sa finden
zw. 9 u. 18 Uhr, sonntags zw. 9 u. 12 Uhr, Führungen durch
die erhabenen Räumlichkeiten statt. Eine saubere öffentliche
Toilette gibt es auch.
Eintritt: 1,5 USD.
Links vom Kirchenportal befinden sich noch zwei weitere Kapellen,
die Capilla de San Buena Ventura o. Capilla de la Vera Cruz de los
Españoles, sowie an der äußersten Ecke zur Calle
Bolívar hin die Capilla de Cantuña o. Capilla de la
Vera Cruz de los Naturales, die reich dekorierte Kapelle der armen
indios aus dem 17. Jh. Geöffnet ist die Kapelle tägl.
v. 10-12 u. 16-18 Uhr.
Der indio Cantuña, Sohn von Hualca (einem Waffenkameraden
Rumiñahuis), gab sein Wort innerhalb einer bestimmten Zeitfrist
eine Kapelle zu errichten. Als er später feststellte, daß
dies ein menschenunmögliches Unterfangen war, bat er den Teufel
um Hilfe und bot ihm als Gegenleistung seine Seele an. Der Teufel
ging freudig auf das Tauschgeschäft ein und versprach Cantuña
die Kapelle rechtzeitig zu beenden. Aber als das Werk dann fast
fertig war, bereute Cantuña den diabolischen Pakt und flehte
die Jungfrau von Quito um Rettung an. Die Stadtheilige erhörte
seine verzweifelten Bitten.
Als die Kapelle mit dem ersten verfrühten Hahnenschrei schließlich
eingeweiht wurde, blieb dem lichtscheuen Teufel plötzlich keine
Zeit mehr den letzten Stein im Mauerwerk zu setzen. Er hatte somit
sein Wort nicht eingehalten, und Cantuña konnte seine Seele
retten.
Foto von San Francisco!
La Escuela Quiteña
Katholische Missionare familiarisierten die begabtesten unter den
indios und mestizos mit einem ausufernden religiösen Kunststil
von verklärter Erleuchtung und schwerer Symbolik. Religion
war dabei keineswegs ein Lernprozeß, sondern eine Bürde.
Die Hauptvertreter dieser sogenannten Escuela Quiteña sahen
sich gezwungen in barocken Höllenfeuern und verstümmelten
Paradiesen eine neue Form der Selbstdarstellung zu entdeckten. Dank
dieser einheimischer Meisterschüler, welche teilweise kometengleich
aus der Anonymität aufstiegen oder auch darin wieder verschwanden,
konnte das koloniale Quito innerhalb kurzer Zeit zu einer verschwenderischen
Symbiose aus christlichen Idealen, griechisch-römischen Stilelementen,
barocken Ausuferungen, sowie indianischer Kreativität und Arbeitskraft
heranwachsen.
Die geistigen Urheber der grandiosen Sakralbauten und prunkvollen
Oratorien waren Europäer, aber die Wunder vollbringenden Hände
und bewegte Seele der Eingeborenen empfingen jenen eingepflanzten
göttlichen Samen mit großer künstlerischer Begeisterung.
In der bis zu 25.000 Einwohner zählenden Hauptstadt des ehemaligen
“Reino de Quito” wurde gleichzeitig an etwa dreißig
großen Gotteshäusern gebaut. Ein Gewimmel von talleres
(Kunsthandwerkstätten) machte es sich zur Aufgabe aus der ländlich
primitiven Ansiedlung ein zweites Rom, einen neuen Nabel der Christenheit,
ein monumentales Himmelfahrtszentrum auferstehen zu lassen. Nicht
zuletzt diesen indianischen Schülern verdankt jenes “ewige”
Quito die Kirchen, Klöster, Kuppeln, Kreuze, Kolonnaden, Galerien
und Reliquenschreine, welche den unablässigen Anprall der Zeiten
und die unverhohlene Verständnislosigkeit des Menschen bis
heute überstanden haben.
Vom San Francisco - Platz, wo sich auch das von Sonnenschirmen beschattete
Café Tianguez befindet (eine Pause ist angesagt!), geht es
weiter die Cuenca (hier auch Calle del Cajón de Agua) in
Richtung Norden. Auf diesem märktlichen und vielbelebten Abschnitt
muß unbedingt auf “Langfinger” und deren trickreiche
Aktivitäten hingewiesen werden.
Haltet einfach die Augen offen und paßt auf eure Kameras auf,
dann kann eigentlich nichts passieren! Diese Straße, sowie
das nach wenigen Metern links einbiegende Sträßchen Mideros
(Calle de la Subída del Placer), gehören bereits zum
populären Ipiales-Altstadtmarkt. Es werden hauptsächlich
Gebrauchsartikel wie Kleidung, Schuhe, Shampoos, Gardinen o. Gürtel
angeboten. Darunter viele, in heimischen “Fabriken”
hergestellte Markenartikel aus den USA und Ostasien, bahnbrechend
billig versteht sich! Eine “original Levis” gibt es
bereits ab 6 USD. Sieht super aus das Teil (auf der Straße
anprobieren!), der Stoff fühlt sich aber ein wenig wie Recycling-Karton
an. Auch die bunten Strandtücher sind berauschend preisgünstig,
saugen dafür aber kaum das Wasser von der Haut. Andererseits
sind die Ein-Dollar camisetas, Zwei-Dollar Chicago Bulls - Schirmmützen
und Fünf-Dollar Klettsandalen widerum ein guter Deal. Jeder
wird hier irgendwie fündig werden, und sei dies auch nur ein
schmaler Plastikkamm für die enge Jeanstasche oder ein extra
langes Paar Schnürsenkel für die Bergstiefel. Viele Leute
leben direkt u. indirekt vom Ipiales-Markt. Arbeitsplätze sind
rar und zudem schlecht bezahlt. Der Kauf irgendeiner Kleinigkeit
gehört somit fast schon zum guten Anstand. Handeln ist angesagt!
Immer schön hartnäckig und freundlich bleiben, aber auch
nicht gerade den abschätzigen Gringo-Geizhals raushängen
lassen. Lohn der äußerst unterhaltsamen Preisdebatten
sind oftmals 30-100 prozentige Nachlässe. Bei einer Kaufabsicht
sollte in Betracht gezogen werden, daß die Gewinnspannen für
die Anbieter relativ gering sind.
Etwas versteckt hinter den Marktbuden, an der Plazoleta de la Merced
(Ecke Cuenca u. Chile), befindet sich die 1737 fertiggestellte Basílica
La Merced, welche des öfteren zu offiziellen Staatsanlässen
gebraucht wird. Ihr Turm ist mit 47m der höchste von Kolonial-Quito.
Er dient als Hintergrund um das steinerne Kreuz auf dem Vorplatz
hervorzuheben. Die Frontfassade ist mit bärtigen Gesichtern
dekoriert. Um den Eingang herum sind Abbildungen von Sonne und Mond
zu sehen - undeutliche Spuren präkolumbischer Kulturen.
Im Innern der Kirche, dem Eingang zugewandt, befindet sich eine
trennende Steinwand (ganz unüblich für die damalige religiöse
Architektur), die eine farbenprächtige, beidseitig von Manuel
Samaniego bemalte Tür aufweist (18. Jh.).
Entlang der Seitenschiffe sind die realistischen Kreuzweg - Bilder
von Joaquín Pinto zu sehen, dem herausragensten ekuad. Kunstmaler
der letzten Jahrhundertwende. Die tropisch angehauchten Gemälde
von Victor Mideros wundersamer Nuestra Señora de la Merced
(20. Jh.) hängen an den Säulen. Die aus Andesit-Gestein
erschaffene Jungfrauenskulptur über dem Hauptaltar stammt aus
dem 16. Jh.. und erhielt ihre Schaffenseingebung in der heidnischen
Küstengöttin María Meseia.
Der zweistöckige, gänzlich im maurischen Stil gehaltene
Klosterhof ist von viereckigen Wandelhallen umgeben. Er beherbergt
in seinem Innenhof einen achteckigen Steinbrunnen, auf dem sich
Neptun, einen Dreizack haltend, auf Delphine stützt. Der obere
Teil der Kirche krönt im Süden die höchste Linie
des durchgehend von Arkadenbögen umschlossenen Klosterhofes.
Dies erzeugt einen interessanten rhythmischen Kontrast (Morgenland-Abendland).
Geöffnet wird Mo - Sa v. 15 bis 18 Uhr!
Wer jetzt noch tiefer ins Marktgeschehen eindringen möchte
(vielleicht mit Kaufabsichten), geht eine lange cuadra die Chile
hoch (Calle de la Merced). An der nächsten Ecke gibt es einen
breiten Eingang zu einem abgegrenzten, etwas anspruchsvolleren Teil
des Ipiales-Marktes. Auf einem kleinen Freiluftgelände wie
auch darunter im Tiefgeschoß eines ehemaligen Parkhauses werden
in Dutzenden von Boutiquen qualitativ gute Imitationen von Markenjeans,
Jacken, Hemden, Sweatern u. Schuhen aus Kolumbien, Panamá
u. and. Ländern Lateinamerikas angeboten. Die Preise bewegen
sich dabei über denen des Strassenmarktes, liegen aber immernoch
weit unter den Preisen für Original-Importware (z. B. aus den
USA).
Wer keine Kaufabsichten hat, folgt von der Kirche Merced aus der
Cuenca (Calle del Cajón de Agua) in Richtung Norden, wo sich
an der nächsten linken Ecke, Calle Mejía, das Museo
de Arte Colonial befindet. Das Gebäude mit seinen eingelassenen
Hunde-Rückenknochen, Perlmuscheln u. Schildkrötenpanzern
im gepflasterten Innenhof gilt als eines der herausragensten Beispiele
nobler spanischer Kolonialarchitektur. Das Museum mit seinen großen
Räumlichkeiten und langgezogenen Korridoren unterhält
eine schöne wie repräsentative Kollektion von Gemälden,
Skulpturen und Möbelstücken aus 300 Jahren religiös-fanatischem
Eroberungsfeldzug. Besonders hervorzuheben sind hierbei die Schaffenswerke
der indianischen Escuela Quiteña - Künstler Manuel Chili
Caspicara, Miguel de Santiago, Goríbar, Bernardo Legarda
o. José Olmos Pampite. Geöffnet wird Mo - Fr von 10-18
Uhr, Sa bis 15 u. So bis 14 Uhr. Eintritt 1,5 USD.
Nach dem Museumsbesuch geht es in Richtung Norden die Calle Cuenca
einen Block weiter vor bis zur Olmedo (Cuesta del Beaterio o. Cuesta
del Suspiro), und diese einen Block rechts runter. An dieser Ecke
befindet sich das Casa de Benalcázar, ehemaliges Wohnhaus
des spanischen Stadtgründers von Quito. Das vom Instituto Ecuatoriano
de Cultura Hispánica frisch renovierte und kürzlich
wiedereröffnete Gebäude, hat einen hübschen, von
11 Steinsäulen und ihren hölzernen Verlängerungen
getragenen patio. Das Gebäude stellt ein sehr repräsentatives
Modell eines frühkolonialen Wohnhauses der eben einmarschierten
Konquistadoren dar. Heute besitzt der glasüberdachte Innenhof
an einer Seite eine Shakespeare-artige Schaubühne für
historische Theateraufführungen. Eingelegte Hundeknochen zieren
die Korridore im Erdgeschoß, während der 2. Stock von
lieblichen hölzernen Balustraden umrahmt ist. Schräg gegenüber
des Benalcázar-Hauses steht ein Denkmal des bärtigen
dickbäuchigen Eroberers. Sein Schwert wurde ihm allerdings
schon vor langer Zeit von Unbekannten aus der Hand herausgebrochen
- und ist bisher auch nicht wieder eingesetzt worden.
Von hier aus geht es die Benalcázar einen Block in Richtung
Süden, dann die Mejía links hinunter, und an der García
Moreno (Calle de las Siete Cruces) rechts rein. Rechterhand zieht
sich jetzt die ursprünglich im Jahre 1577 eingeweihte Iglesia
La Conepción bis zum Unabhängigkeitsplatz hin (Ecke
García Moreno y Chile). Die Kirche der “Makellosen
Empfängnis” war einstmals eines der schönsten Gotteshäuser
der Stadt, welches 1878 durch eine Brandkatastrophe verwüstet
wurde. Das Kloster ist von außen von großer Strenge,
besitzt innen aber vier großartige Innenhöfe, die dem
Publikumsverkehr bisher leider vorenthalten geblieben sind.
Etwas weiter oben an der Ecke Chile - Benalcázar (gegenüber
dem wuchtigen Seitenflügel des Präsidentenpalastes) befindet
sich das populäre Café El Madrilón mit seinen
glänzenden Eisenrohrstühlen und den zugezogenen Vorhängen.
Der seit Jahrzehnten beliebte Treffpunkt unter der Altstadtbevölkerung
liegt etwas versteckt unter dem Korridor.
Im Bereich der Plaza Grande o. Plaza de la Independencia können
gleich eine ganze Reihe von architektonischen Sehenswürdigkeiten
bestaunt werden. Der Platz selbst wirkt sehr gepflegt, wird teils
von Palmen überschattet, und ist mit schmiedeeisernen Lampen
dekoriert. In seiner Mitte befindet sich ein Heldenmonument in Erinnerung
an die gefallenen Märtyrer der ersten Unabhängigkeitserklärung
vom 10. August 1809. Die vielen Bänke laden zu einem äußerst
genüßlichen Verweilen ein. Sie sind sehr begehrt und
daher oft besetzt. Es ist eine Freude den Vorbeiziehenden und Ausruhenden
aller Klassen und Rassen und jeden Alters zuzuschauen. Wobei die
Plaza Grande insbesonders auch von vielen ehrwürdigen Pensionären
in korrekten Streifenanzügen als Plaudertreff aufgesucht wird.
Dies hat ihr mitunter sogar die spitzbübische Bezeichnung plaza
de los pájaros caidos eingebracht - “Platz der heruntergefallenen
Vögel”.
Die quadratische Plaza wird im Osten vom Municipio (Rathaus) begrenzt,
im Norden vom Palacio Arzobispal (Bischofssitz), im Westen vom Palacio
de Gobierno (Regierungspalast), und gegen Süden hin von der
Catédral, der zweitältesten Kirche von Quito (o. a.
ältesten - die Meinungen gehen darüber auseinander). Oben
auf dem nahen semmelförmigen Panecillo-Hügel wacht derweil
die Schutzherrin von Quito (La Virgen) über die Geschicke seiner
Bewohner, und bietet jedem Fotofreund von der nordöstlichen
Ecke des Platzes aus ein reizvolles Hintergrundmotiv (Chile y Venezuela).
Hier befindet sich auch das elegante Restaurant La Cueva del Oso.
Es gibt in der ganzen Altstadt sicherlich kein angenehmeres Lokal
um einheimische u. intern. Gourmetfreuden zu köstigen. Geöffnet
wird die “Bärenhöhle” Mo - Sa von 12.30-0.30
Uhr, sonntags von 12.30-16 Uhr.
Jeden Mittwoch, direkt vor dem Regierungspalast in der Calle García
Moreno, klagt Vater Restrepo seine von der Polizei auf brutalste
Weise gefolterten u. ermordeten Söhne ein. Der Strohhut tragende
Kolumbianer wird dies nach eigenen Angaben ein ganzes Leben lang
tun, denn er hat alles verloren was ihm das Leben einst geschenkt
hatte. Bei den verzweifelten Nachforschungen der von staatlicher
Seite an-der-Nase-herumgeführten Eltern verunglückte auch
seine Ehefrau Luz Helena bei einem undurchsichtigen Autounfall.
Zusammen mit einigen seiner Leidensgenossen, alles Familienangehörige
von politischen wie versehentlichen Mordopfern sadistischer Menschenrechtsschänder,
bringt Padre Restrepo die am Präsidentenpalast vorbeifahrenden
Autos in übereinstimmendem Protest zum Hupen. Die meisten tun
dies auch ganz spontan!
Der Palacio Arzobispal besitzt gleich mehrere sehenswerte Innenhöfe
mit bis zu 2m dicken adobe-Wänden, die jeweils mit einem zentralen
Brunnen o. einem Kreuz geschmückt sind. Der Bau wurde ursprünglich
im spanischen Stil errichtet, und im 19. Jh. durch klassizistische
Elemente ergänzt. In seinen Räumlichkeiten befinden sich
die städtischen Büros der Kurie, eine Cafetería
im Erdgeschoss, sowie ein paar kleine Geschäfte.
Der Palacio de Gobierno (o. Palacio Presidencial) wird zur plaza
hin von einer langgezogenen Säulenkolonnade eingerahmt, die
ein interessantes Spiel von Licht und Schatten auf dem Steinboden
aus Quadern erzeugt. Zwei bewaffnete Wachsoldaten in schicken Originaluniformen
aus dem 19. Jh., mit königsblauen Schwalbenschwänzen,
hochglanzpolierten Stiefeln mit Silbersporen sowie weißen
Samthandschuhen, stehen vor dem Haupteingang in der Galerie. Sie
lassen sich auf freundliche Anfrage hin auch gerne fotografieren.
Die schmiedeeiserenen Geländer der Galerie stammen von den
Revolutions-Überbleibseln der Pariser Tullerien. Das Bauwerk,
daß nach seinem blaublütigen Urheber auch Palacio de
Carondelet benannt wird, wurde 1960 zum letzten Mal restauriert.
In seiner Eingangshalle befindet sich ein mural über die glorreiche
Entdeckung des Río Amazonas. Aus Sicherheitsgründen
bleibt der Zutritt für Besucher allerdings nur auf diesen Bereich
beschränkt.
Der Eingang zum Museo Municipal de Arte e Historia Alberto Mena
Caamaño befindet sich in der Calle Espejo, gegenüber
dem linken Seitenflügel des Regierungspalastes. In diesem Gebäude
war einst das Kartell der königlichen Brigade von Lima untergebracht.
In seinen finsteren Verließen wurden am 2. August 1810 die
Unabhängigkeitsausrufer vom 10. August 1809, allesamt noble
Kreolen, auf Anweisung der kolonialen Machthaber ermordet. Eine
beeindruckend realistische, in Wachs nachgestellte Szene, erinnert
auf schaurige Weise an die damaligen Ereignisse.
In den oberen Räumen finden sowohl Ausstellungen zeitgenössischer
wie auch vergangener einheimischer u. internationaler Künstler
statt. Zudem wird hier das Stadtarchiv mit der Gründungsurkunde
Quitos aufbewahrt. Geöffnet ist das Museum Di bis Fr von 9-16
Uhr, Sa u. So meist nur vormittags bis 12 Uhr. Dies könnte
sich nach den gegenwärtigen Renovierungsarbeiten jedoch ändern.
Die Telefonnummer lautet 214018/210863. Sehr schöne wie preiswerte
Poster u. a. Quito Colonial - Karten werden manchmal am Eingang
verkauft.
La Catédral ist im Vergleich zu anderen Kolonialkirchen Quitos
eher spartanisch eingerichtet. Der Körper des rechteckigen
Gotteshauses besitzt drei Schiffe. Die beiden Seitenschiffe verbinden
sich und umgeben den Chor und den vorderen Altar. Bevor mit dem
Bau der Kathedrale 1566 begonnen wurde, soll vorher an gleicher
Stelle eine Kirche aus ungebrannten Lehmziegeln (adobe), mit einem
hölzernen Dachstuhl und einem Strohdach gestanden haben. Der
Erzbischof Díaz Arias machte es sich zur Aufgabe die alte
Kirche zu verändern. Nach seinem Tode führte der Kathedralenmeister
Don Pedro Rodríguez de Aguayo die Arbeiten fort.
Der Gesamtkomplex (einschl. des Sakramentshäuschens) ist das
Ergebnis von ganz unterschiedlichen Schaffensperioden. Die schöne,
im mudejar-Stil gehaltene Decke des gotischen Mittelschiffs, ist
aus feinen Zedernhölzern. Die Stützbögen sind mit
Fresken aus dem 18. Jh. verziert. Über den Kirchstühlen
des Hauptaltars hängt ein großes Gemälde der Coronación
de la Virgen von Manuel Samaniego. Der neoklassizistische Eingang
zur plaza hin wurde erst Anfang des 19. Jh. konstruiert. Über
ihn wurde ein Bogen mit einer zierlichen halbkugelförmigen
Kuppel gestülpt. Breite fächerförmige Stufen führen
vom Kordon hinunter. Das eigentliche Hauptportal führt jedoch
auf die Calle García Moreno hinaus, welche nach dem 1875
ermordeten Präsidenten benannt ist. Seine sterblichen Überreste
ruhen tief unten in den Katakomben der Kirche. Die Gruft kann einmal
pro Jahr an jedem Totensonntag besichtigt werden. In einem Seitenschiff
befinden sich auch vier Kapellen mit den Totenschreinen des Mariscal
Antonio José de Sucre (aus dem Fels des Pichincha-Vulkans
gehauen), sowie drei renommierter Kunstmaler des 19. bzw. 20. Jh.
- Joaquín Pinto, Rafael Salas u. Juan Manosalvas. Geöffnet
wird Mo - Sa v. 8-10 u. 14-16 Uhr.
In der Calle García Moreno verschmilzt die Iglesia El Sagrario
zusammen mit der Kathedrale zu einer einzigen Gebäudeeinheit.
Diese Kirche stellte einst die Hauptkapelle des gesamten religiösen
Ensembles dar. Mit der Konstruktion wurde Mitte des 17. Jh. begonnen.
Dabei wurde zum ersten Mal in der kolonialen Baugeschichte der Stadt
ein Erdbebengraben zugeschüttet, der direkt neben der Kathedrale
vorbeilief. Das Kircheninnere ist kleiner als bei anderen Sakralbauten
Quitos, jedoch nicht weniger attraktiv. Die Räumlichkeiten
des Bauwerks stellten vor knapp 200 Jahren eines der ersten heimlichen
Treffpunkte der Unabhängigkeitsverschwörer dar.
Die Kirche zählt heute zu den bevorzugten Gotteshäusern
unter frommen Hauptstädtern. Die imposante, mit Erzengeln dekorierte
Kuppel, stammt von Francisco Albán (18. Jh.) und wurde erst
kürzlich restauriert. Die hohen Deckenfenster lassen zur Mittagszeit
weiche mysteriöse Lichtstrahlen auf den üppig verzierten
Hauptaltar herabfallen. Das innere, mit Gold überzogene Eingangsportal
(la mampara), wurde von Bernardo Legarda 1747 fertiggestellt und
nahm allein sieben Jahre Arbeit in Anspruch. Es gilt als eines der
Meisterwerke quitenischer Barockkunst. Auf jeder Seite des prachtvollen
Himmelstores geben wuchtige antropomorphe Stützen auf graziöse
Weise einem geblümten Aufsatz Halt. Geöffnet wird Mo -
Sa v. 8-11 u. 13-18 Uhr.
Ganz in der Nähe liegt die aus Vulkansteinblöcken geschaffene
Iglesia La Compañia de Jesús. Mit ihrem kreuzförmigen
Grundriß, den zwei Kuppeln über Querschiff und Altarraum,
dem tunnelartigen adobe-Dach, den salomonischen Säulen und
ornamentalen Blattgoldaltären, gehört diese geradezu kompakt
wirkende Kirche nicht nur für gläubige Katholiken mit
zu den schönsten kolonialen Gotteshäusern im gesamten
hispano-amerikanischen Raum. Sie befindet sich an der Ecke García
Moreno u. Sucre, nur wenige Schritte vom Unabhängigkeitsplatz
entfernt. Wer bei der San Francisco-Kirche bereits nicht mehr aus
dem Staunen heraus kam, wird der überwältigenden Pracht
der Compañia dann vollends erliegen.
Ein absolutes Muß - auch für die hartnäckigsten
unter den Atheisten!
Mit dem Bau der illuminösen Jesuitenkirche wurde im Jahre 1605
begonnen. Urheber dieses beeindruckendsten Sakralwerkes des längst
vergangenen “Reino de Quito” war der Pater Baltazar
Piñas, der im Juli 1586 an dieser Stelle einen Orden gegründet
hatte. Die Bauleitung unterlag zunächst Francisco Ayerdy, und
ab 1636 dem Mönchsbruder Marcos Guerra. Der letzte Stein wurde
allerdings erst 162 Jahre später gesetzt, genau zu dem Zeitpunkt
als die rechtschaffenden Jesuiten in Scharen das Land verlassen
mussten. Per Dekret wurden die größten Schätze von
La Compañia dann zwecks Kriegsschuldenbezahlung nach Spanien
verfrachtet. Der restliche verbliebene Silberschmuck wurde der Bevölkerung
zum Kauf feilgeboten, aber die frommen Quiteños weigerten
sich die Stücke zu erstehen, da sie angeblich Gott gehörten.
Unglaublicherweise konnte dieser offizielle Kirchenraub der Großartigkeit
dieses Meisterwerkes der Neuen Welt heute keinen Abbruch antun.
Experten behaupten, daß sich die Erbauer in der Iglesia de
Jesú in Rom inspirierten, die für viele Jesuiten damals
als eine Art Modellvorlage für sakrale Baukunst angesehen wurde.
Die reichverzierte, maurisch-barokkige Frontfassade mit der “Unbefleckten
Jungfrau” in einer Nische über dem von jeweils drei girlandenartigen
Säulen eingerahmten Portal, wurde 1722 von dem Bamberger Pater
Leonard Deubler begonnen, und 1765 von Bruder Gandolfi fertiggestellt.
Diesen beiden Künstlern, sowie dem indianischen Genie, dass
liebvoll den Stein bearbeitete, haben wir die wunderbare Fassade
zu verdanken, in der die amerikanische Barockkunst des 18. Jh. seinen
höchsten Ausdruck findet. Das zentrale, den Haupteingang begrenzende
Element, bilden die salomonischen Säulen. Sie scheinen der
ästhetischen Stärke der verschnörkelten Bildhauereien
nicht standhalten zu können. Die Kelche und Kronen wechseln
mit Statuen von Aposteln und Heiligen aus dem harten Antisana-Gestein.
Ebenso bewundernswert sind ein symbolisches Lamm, ein Hahn, sowie
eingemeißelte Sterne, Früchte und Blätter.
Wohin das Auge auch blickt, überladen filigrane Blattgoldarbeiten
fast das gesamte im múdeja-Stil gehaltene Kircheninnere.
Kunstwerke aus der höchsten Blütezeit der Escuela Quiteña
können in der von zwei Kuppeln gekrönten Kirche bewundert
werden. Die Beichtstühle sind aus feingeschnitztem Tropenholz.
Die prachtvolle Kanzel ist ein Werk des indio Juan Bautista Menacho.
An den wuchtig quadratischen, fast morgenländisch anmutenden
Säulen des Mittelschiffs, hängen die prophetischen Gemälde
des Meisters Nicolás Goríbar. In der zweiten Kapelle
rechterhand befindet sich die Skulptur La Passión de Cristo
von Manuel Chili Caspicara. Im Zentrum des Hauptaltars ist die Statue
der “Lilie von Quito”, Mariana de Jesús, zu sehen.
Die sterblichen Überreste dieser Stadtheiligen liegen zu Füßen
des Altars. Ihre Gitarre und ihr Nähkästchen befinden
sich im linken Seitenschiff. Die “Lilie” soll die Stadt
1645 von einer Maser- u. Diphteriekatastrophe befreit haben, der
15.000 Menschen zum Opfer fielen - fast die gesamte damalige Bevölkerung!
Bei Marianas rettendem Freitod wurde ihr Blut in ihrem Garten verschüttet.
Es wird behauptet, daß dort wo das Blut die Erde berührte,
eine Lilie wuchs. Die Besuchszeiten der Compañia sind täglich
von 9.30-11, bzw. 13-18 Uhr.
Der Sucre (Calle del Algodón) hinunter folgend, gelangt man
nach einem Block an das Casa de Sucre. Dies war zwischen 1828 u.
1830 das ehemalige Wohnhaus des Marschalls Antonio José de
Sucre, welcher an jenem denkwürdigen 24. Mai 1822 die königlich
spanische Armee an den Hängen des Pichincha-Vulkans in die
Flucht schlug.
Das originalgetreu restaurierte Gebäude enthält eine bescheidene
Sammlung von Möbeln, Uniformen, Waffen, Reitsätteln, Dokumenten,
eine Ahnengalerie, sowie eine am 27. Februar 1829 in der Schlacht
von Tarqui eroberte peruanische Flagge. Ein kurzer Spaziergang durch
die prachtvollen kolonialen Räumlichkeiten lohnt sich allemal.
Die Pflastersteine im Museumseingang sind mit Hundeknochen verziert.
Der quadratische Innenhof wird von einem Münzbrunnen geschmückt.
Eine öffentliche Toilette gibt es auch (event. kein Klopapier!).
Die Öffnungszeiten variieren ein wenig. Von Di bis Fr ist das
Museum meistens von 8-12.30 Uhr bzw. 13.30-16 Uhr geöffnet,
an Samstagen nur vormittags (Eintrittspreis 1,5 USD). Im Parterre
befindet sich auch ein kleines kartographisches Geschäft, wo
Stadtpläne und andere mapas erstanden werden können. Tel.
512860.
Es geht die Sucre zwei Blocks weiter bergab in Richtung Osten, und
dann nochmal die Flores (Calle de la Centaveria) drei Querstraßen
links runter. Auf diesem Abschnitt liegt rechterhand die orangefarbene
Kirche und das gleichnamige Kloster von Santa Catalina, welche in
den Anfängen des 17. Jh. eingeweiht wurden. Um das Problem
der Abhänge zu lösen, wurden eine Reihe von Gewölben
und Bögen angelegt, die im Erdgeschoß einen Komlex von
Hallen bilden. Die Kirche und das Kloster haben seit ihrem Bestehen
tiefgreifende Veränderungen erfahren. Erstere bekam später
eine neoklassizistische Fassade und ein Seitenportal, letzteres
Fenster mit Gesims, daß diese in Form von kleinen gotischen
Bögen einrahmt. Der zentrale Klosterhof mit seinem schlichten
Kreuz aus Stein und dem altertümlichen Wasserbecken ist in
Quito einzig in seiner Art. Er besitzt weder Korridore, Bögen
noch viereckige Säulen. Die Besuchszeiten des lieblichen Ensembles
sind sehr unregelmäßig!
Beim Hotel “Vienna” an der Ecke Flores u. Chile geht
es links hoch bis zum Kloster und der Iglesia de San Augustín.
Wer spätestens an dieser esquina (östlich von der Kirche)
überhaupt keine Lust mehr auf sakrale Paläste und koloniale
Häuserfronten zeigt, läßt San Augustín einfach
links liegen und folgt der Trolebus-Oberleitung von der Calle Flores
bis zur darunter gelegenen Calle Montúfar. Dort befindet
sich neben einer Haltestelle auch der interessante “Diebesmarkt”
(Calle Bustamante). Frisch geklaute Kameras und andere mechanisch-elektronischen
Dinge können an den Flohmarkt-gleichen Ständen eventuell
wiederentdeckt und erneut gekauft werden. Reklamationen wie “Das
da gehört mir!” sind völlig zwecklos. Der Verkäufer
hat das Teil schließlich nur erstanden und nicht gestohlen.
Garantiescheine werden genauso wenig ausgestellt. Auf dem Mercado
de los Ladrones gibt es nur Hehlerware! Auch jede Menge Kisten mit
entwendeten Compact Discs können dort in aller Ruhe durchstöbert
werden. Ein Toleranzpunkt im ansonsten sittenstrengen Kolonialzentrum!
Der Bau der an maurischer und gotischer Architektur orientierten
Konvente und Iglesia de San Augustín (an der Ecke Chile u.
Guayaquil) wurde vom berühmten Kolonialarchitekten Francisco
Becerra um das Jahr 1580 eingeleitet, gegen 1627 beendet, und 1868
wiederhergestellt - nachdem ein Erdbeben die Konstruktion stark
erschüttert hatte. Die dicken Mauern haben im unteren Teil
eine Stärke von zwei Metern. Die westliche Außenfassade
der Kirche wurde niemals getüncht. Der breite Turm weist eindeutig
manieristische, neoklassizistische und arabeske Züge auf, während
die Giebelseite und die blattvergoldeten Altaraufbauten der Seitenschiffe
aus der höchsten Blütezeit des Barock zu stammen scheinen.
Wobei Gold in der San Augustín - Kirche eine viel geringere
Rolle spielt als in anderen Sakralbauten des religiös berauschenden
“Reino de Quito”.
Das Kircheninnere ist mit heiteren aquarellfarbenen Blau-, Grün-
u. Gelbtönen an der Decke und den ionischen Säulen übertüncht.
Große Gemälde des zwielichtigen Schattenmeisters Miguel
de Santiago schmücken die Bögen des Mittelschiffes. Besonders
hervorzuheben sind hierbei die monumentalen Werke La Regla, daß
die streng zu befolgenden Normen des Augustinerordens widergibt,
sowie die “Erscheinung des Heiligen Augustus”. Beide
Gemälde wurden durch Stiche des flämischen Künstlers
Schelte Bolswert inspiriert. Andere Arbeiten des düsteren Escuela
Quiteña - Schülers schildern in den Seitenschiffen das
Leben des Santo Augustín. Das Kirchengebäude ist tägl.
v. 9-13 u. 15-18 Uhr geöffnet.
Der großartige Klosterinnenhof (viel intimer als bei San Francisco),
mit seinen teils dreistöckigen Wandelhallen, den schlanken
Säulen und dem mitunter herrlichen Deckenschmuck, wird von
drei außerordentlichen Tagua-Palmen überschattet. Er
gilt als einer der schönsten des christlichen Amerika. Seine
Mitte ziert ein viereckiger Brunnen. Die Transparenz der unteren
Wandelhallen steht im Kontrast zu den höheren Kolonnadengängen
mit ihrer massiven Brüstung, worüber sich breite und kurze
Steinsäulen erheben, zwei für jede Säule des unteren
Stockwerks. In dem rechtwinkligen, an der Ostseite des patio gelegenen
Kapitelsaales, wurde am 10. August 1809 die erste Unabhängigkeitsurkunde
unterzeichnet. Sein beispielloses, im hojarasca-Stil gehaltenes
Mobiliar (wie “gefallenes Laub”), stammt aus dem 18.
Jahrhundert. Der gekreuzigte Christus des patriotischen sala capitular
wurde von José de Olmos Pampite herausgemeißelt, einem
indianischen Escuela Quiteña - Künstler des 17. Jahrhunderts.
Hinter der prachtvollen Altarwand versteckt befindet sich der Friedhof
der Augustinermönche. In den Katakomben unter der Kapelle ruhen
schließlich die Reste der Unabhängigkeitsmärtyrer.
Die Gruft kann manchmal zu bestimmten Anlässen besichtigt werden.
Die Eröffnung eines Museums, welches ausschließlich Bilder
von Miguel de Santiago beinhalten wird, ist für das Jahr 2.000
geplant. Das Kloster ist tägl. v. 9-13 u. 15-18 Uhr geöffnet.
Von San Augustín geht es die Calle Guayaquil einen Block
weiter in Richtung Norden, und an der nächsten Ecke die Mejía
links hoch. An der Venezuela dann wieder rechts bis vor zur Olmedo
(Cuesta del Suspiro o. Cuesta del Beaterio).
An dieser esquina erhebt sich fast wie eine Trutzburg über
einem Kordon zur schmalen absackenden Straße hin die Kirche
und das Kloster von El Carmen Bajo, welche um das Jahr 1723 begonnen
wurden. Das anfangs von einem Gewölbe bedeckte Schiff wurde
bei dem Erdbeben von 1868 zerstört. Erst danach wurde das flache
Dach errichtet. Von dem früheren Dach existiert nur noch die
Kuppel, welche den Voraltar krönt.
Das Kloster bildet ein schönes Zusammenspiel von ganz unterschiedlichen
Proportionen, wie man es von außen niemals vermuten würde.
Es besteht aus zwei Wandelhallen, einer Terrasse über dem Haupteingang,
einer hübschen gewölbeartigen Treppe, dicken Säulen
und winzigen Bögen, sowie einem rechtwinkligen Innenhof mit
Obstgarten.
Besonders auffallend ist eine herrschaftliche Galerie im Erdgeschoß,
die von großartiger Einfachheit bestimmt ist.
Einen Block weiter der Venezuela folgend (hier Calle de los Plateros)
biegt der koloniale Rundweg dann links in die Manabí hoch
(Calle del Teatro). Oben an der Kreuzung mit der García Moreno
(Calle de las Siete Cruces) führt die weißblau getünchte
Iglesia de Santa Barbara im Vergleich mit den anderen Sakralbauten
ein sehr bescheidenes, geradezu stiefmütterliches Dasein. Vom
Originalbau aus dem Jahre 1550 blieben durch Erdbebenkatastrophen
allerdings nur noch die Grundmauern erhalten. Nichtsdestotrotz ist
das im Vergleich lieblich erscheinende Kirchlein mit seinem von
Schmiedeeisen eingefassten Miniatur-Vorplatz zumindest von außen
ein sehenswerter Programmpunkt. Eine typische Kirche des barrio
im damaligen Kleinstadt-Quito. Genau um die Ecke in der abfallenden
Calle Manabí, gibt es eine öffentliche Toilette!
Von Santa Barbara aus geht es teils vier steile Blocks die García
Moreno hoch, und dann die stark abfallende Calle Carchi hinunter.
Einen Block vor der Carchi, auf dem linken Eckvorsprung über
der Calle García Moreno mit Calle Galápagos, thront
über wuchtig hohen adobe-Mauern das uralte Casa de la Peña,
welches einen immens großen Garten verbergen muß.
Die gänzlich in neugotischem Stil gehaltene, 140m lange u.
35m breite Básilica del Voto Nacional (Calle Carchi), ist
im entfernteren Sinne eine Mischung aus dem Kölner Dom und
der Notre Dame in Paris. Das riesige Gotteshaus aus Kalksandstein
gehört zwar nicht zu den alten Baudenkmälern Quitos, stellt
jedoch eine Fortführung althergebrachter Kirchenbautradition
dar, ein modernes Beispiel religiöser quitenischer Architektur.
Die Basilika enthält insgesamt 21 Altare, einen für jede
ekuad. Provinz. Nach über 100 Jahren Bauzeit wurden die Arbeiten
daran erst kürzlich beendet. Der linke der beiden 115m hohen
Türme kann bestiegen werden (Panorama-Cafetería). Die
Besichtigungszeiten sind tägl. v. 9-17 Uhr.
Unterhalb des Hügels, auf dem sich die Kirche und ein kleiner
verwahrloster Park befinden, breitet sich zu Füßen des
Betrachters die gesamte koloniale Altstadt in Richtung Süden
aus. Das gymnasiale Gebäude mit dem großen Innenhof im
vorderen Blickfeld ist das ehrwürdige Colegio La Salle.
Wer jetzt überhaupt keine Lust mehr hat die paar Ecken bis
zum Theater-Platz (dem letzten Programmpunkt) runterzulaufen, kann
mit einem herbeigewunkenen Taxi oder auch der populären Buslinie
3 Batán - Colmena, welche über die Av. Patria und die
Av. 6 de Diciembre verläuft, wieder zurück in die Neustadt
gelangen.
Zum Theaterplatz geht es zunächst die Venezuela drei Querstraßen
hinunter (Hausnr. 1357 auf der rechten Seite hat einen “Knochen-Eingang”)
und an der Esmeraldas (Calle de la Soledad) links rein. In dem kolonialen
Gebäude an der Ecke war vor wenigen Jahren noch das städtische
Museo Camilo Egas untergebracht. Heute befindet sich dort die Künstlerorganisation
Fundación Cinco (Venezuela 1302 y Esmeraldas). Es stellt
ein typisches, mit Innenhöfen und Springbrunnen versehenes
Wohnhaus der damaligen nobleza dar, in dessen Salon zeitgenössische
Bilder o. a. archäologische Schausstücke ausgestellt werden.
Die Öffnungszeiten sind von Di bis So 10-18 Uhr, Tel. 514511.
Von hier aus führt die Esmeraldas schnurstracks auf die Guayaquil
hinunter (rechterhand befindet sich das Hare Krishna - Restaurant
“Govinda”). Unten an der Calle Guayaquil angekommen,
sind es bis zum Theaterplatz jetzt nur noch ganz wenige Schritte
nach rechts in südlicher Richtung. Vorsicht vor dem lautlosen
Oberleitungsbus aus nördlicher Richtung - von links kommend!
La Plaza del Teatro war zwischen 1540 u. 1790 ein Schlachthof und
Marktplatz. Solche Handelsplätze wurden selbst im damaligen
Kolonialstaat noch mit dem indianischen Wort tianguez bezeichnet.
Ende des 18. Jh. u. fast im gesamten Verlauf des 19. Jh. wurden
auf dem rechteckigen Platz die ersten corridas de toro (Stierkämpfe)
des Landes ausgetragen. Im Jahre 1887 wurde dann das neoklassizistische
Teatro Sucre eingeweiht, dessen Bauzeit insgesamt sieben Jahre in
Anspruch nahm. Heute ziehen viele Passanten über den gepflasterten
Platz mit seinem runden Steinbrunnen in der Mitte. Schuhputzer,
Zeitschriftenverkäufer, Strassenmusiker u. Mimikkünstler
tummeln sich vor der weißen griechisch-römischen Fassade
des Gebäudes, daß einst vom Ex-Diktator Veintimilla in
Auftrag gegeben wurde. Die Sphinx über den ionischen Säulen
ist ein Abbild seiner Ehefrau.
Hier endet der marathonische Altstadt-Rundgang. An der Ecke Flores
u. Manabí kann ein Taxi herangewunken werden, mit dem man
für schlappe 2 USD wieder zurück in die Neustadt gelangt.
Andere Sehenswürdigkeiten im Altstadtbereich:
Der Parque Alameda ist die älteste Parkanlage von Quito. Er
bildet seit jeher eine grüne Grenze zwischen dem kolonialen
Zentrum und der Neustadt. Das astronomische Observatorium in seiner
Mitte stammt a.d. 19. Jh. und wurde einst von García Moreno
in Auftrag gegeben. Die Steinspirale El Churo (Schnecke) an der
nordwestlichen Ecke stammt ebenfalls aus dem 19 Jh., und liegt schräg
gegenüber der 1787 fertiggestellten Iglesia de El Belén.
An dieser Stelle fand unter freiem Himmel die erste katholische
Messe statt, nur wenige Tage nach der Stadtgründung und im
Beisein der Indios. Der Cristo und die Skulpturengruppe über
dem Hauptaltar sind Werke eines der vielgerühmtesten Exponenten
der schaffensfreudigen Escuela Quiteña, Manuel Chili Caspicara.
Convento / Museo de San Diego (auch “la casa de las monjitas”,
“Nönnchenhaus”, wie es oftmals ältere Taxifahrer
namentlich kennen), ist ein 1597 von Franziskanermönchen gegründetes
Kloster, dass sich direkt beim Hauptfriedhof (cementerio central),
auf einer Anhöhe zwischen dem Panecillo-Hügel und den
Ausläufern des Pichincha befindet (über dem Mercado San
Roque in südl. Richtung). Der ansehliche Gebäudekomplex
war anfangs eine “sakrale” Hazienda, die den Franziskanern
unter dem Namen La Recoleta als eine Art Zufluchtssort zur Busse
u. Sühne diente (penitencia).
Kirchen- u. Kolonialkunstbegeisterte werden in den meist original
erhaltenen, mitunter etwas muffigen Räumlichkeiten, vielerlei
hochinteressante Dinge entdecken, die das damalige Leben im geistlich-verklärten
Quito auf einzigartige Weise zum Ausdruck bringen. Sowohl Kirche
u. Kloster sind praktisch uneingeschränkt dem Besucherverkehr
zur Besichtigung freigegeben.
Der im Vergleich zur monumentalen Iglesia de San Francisco niedliche
Kirchenbau, weist verschiedene, zeitlich überlappende Einflüsse
auf. So ist z. B. die Deckenverzierung über dem Altarraum im
mudejar-Stil gehalten, während die Oberlichtschächte im
Schiff rundherum mit goldigen Sonnenstrahlen versehen wurden, indianische
Reminiszenzen an einen längst “vergewaltigten”
Götterglauben. Rechts hinter dem Altar, einer kostbaren Verschmelzung
aus tiefreligiösen Kunststilen dreier Jahrhunderte, führt
eine extrem niedrige, fast rechteckige Steintüre, zum ehemaligen
Friedhof und den nicht einsehbaren Grabstätten einer unterirdischen
Katakombe. Die 25cm dicke Tür wiegt etwa eine Tonne!
Es gibt insgesamt vier Innenhöfe, wobei der liebliche patio
de la pila mit seinem Brunnen (pileta), den gepflegten Blumenbeeten,
und den kleinen, für das 17. Jh. so typischen Fensterchen,
der hübscheste ist. Im vorangehenden patio de la cruz stürzte
1973 eine uralte Treppe ein, und schabte hierbei bislang unbekannte
Wandmalereien aus dem 17. Jh. frei. Nach einer verherrenden Pest-Epidemie
wurden diese grossartigen erzählerischen Fresken anscheinend
aus Ansteckungsängsten weiss übertüncht. Ebenso zu
besichtigen sind eine Kerzen-Werkstatt, die dunklen Holzbohlengänge
im 2. Stock, ein echtes Nonnenschlafzimmer mit von Kuhhaut bespannten
Bettgestellen, der ehrwürdige Speise- u. Empfangssaal, die
Gemeinschaftsküche mit ihrem sensationellen “ojo del
buey”, einem trichterförmigen “Büffelauge”
in einer nahezu 2m dicken adobe-Wand, sowie die Bäckerei mit
ihrem Ofen, den Holzfässern, Getreidemahlsteinen u. Bronzekrügen.
Zu den herausragenden Besonderheiten dieses “lebenden”
Klostermuseums gehören neben wertvollen Gemälden u. Skulpturen
der Escuela Quiteña auch eine ganze Reihe von ausdrucksstarken
Kunstwerken der zeitlich analogen Escuela Cuzqueña, wie z.
B. die überaus prachtvolle Kanzel, welche nach dem púlpito
der Iglesia de San Blas in Cuzco (Perú) als die zweitschönste
u. zweitälteste von Lateinamerika gilt, und von Juan Bautista
Menacho geschaffen wurde (17. Jh.). Andere Vermächtnisse der
frühen u. späteren Kolonialepoche stammen von den indianischen
Meisterschülern Caspicara, Pampite u. Miguel de Santiago. Caspicaras
Virgen de las Mercedes del Pichincha aus poliertem Vulkangestein,
entstand bereits 1575, etliche Jahre vor der Klostergründung,
und befand sich zuerst ein ganzes Jahrhundert lang auf einem Vorsprung
des nahen Pichincha-Berges. Beeindruckend ist auch der gekreuzigte
Jesus in der Sakristei, der sich durch seine verblüffend verwandelnde
Ausdrucksweise charakterisiert: Während sich auf seinem Antlitz
von vorne betrachtet ein Lächeln offenbart, zeigt er sich von
der einen Seite leidend, und von der anderen schlafend, bzw. “tot”.
Ebenso gibt es in einem der Gemäldesäale ein psychadelisches
Original des Magiers Hieronymus Bosch zu bestaunen!
Geöffnet ist das Klostermuseum von Di bis So, jew. v. 9.30-12.30,
bzw. 14.30-17.30 Uhr. Nahezu jede Führung wird von der leider
nur spanischsprechenden Museumswärterin Felicia Guerra geleitet.
Der Eintritt beträgt etwa 1,5 USD.
Öffentliche Verkehrsverbindungen mit der Neustadt (La Mariscal)
stellt der populäre Bus Batán-Colmena (über die
Av. 6 de Diciembre kommend), o. der modernere Trans Alfa dar (Av.
Colón - Av. América - Universidad Central). Ein Taxi
von der Mariscal kommt auf etwa 3 USD. Da das etwas abseits vom
centro colonial gelegene San Diego - Kloster nicht zu einer herkömmlichen
Altstadt-Tour gehört, ist hierfür ein etwa zweistündiger
Extra-Abstecher einzubauen. Die Strassen um San Diego herum gelten
als unsicher, zielloses Herumschlendern ist mit Vorsicht zu geniessen!
El Panecillo (das “Brötchen”), zu Inkazeiten auch
Shungoloma genannt, war bereits in frühen präkolumbischen
Epochen ein strategisch wichtiger Hügel gewesen (namens Anachuarqui),
auf dessen runder Kuppe einst der Shyri-Sonnentempel Yavirac stand.
Während der Unabhängigkeitskriege und im Vorfeld der Pichincha-Schlacht
diente der vulkanische Kegel dann auch den Spaniern als wertvoller
Beobachtungsposten zur Verteidigung der Hauptstadt. Die Royalisten
errichteten an seinen Hängen eine Festung (deren achteckiger
Turm heute noch steht), ein Pulvermagazin, einen Reitstall, und
eine arabische Wasserzisterne (la olla). Letztere befindet sich
genau zu Füßen der 43m hohen angeketteten Virgen de Quito.
Das aus 7.000 Eisenteilen zusammengeschweißte Monument im
italienischen Stil wurde 1977 beendet, und stellt eine Nachbildung
der “beflügelten” Jungfrau von Bernardo Legarda
dar, welche in der Kirche von San Francisco über dem monströsen
Hauptaltar vor sich hintänzelt. Die Aussicht von der obersten
Plattform über die roten Ziegeldächer der kolonialen Altstadt,
die moderne Skyline im Norden, das Häusergewusel im Süden,
und die umliegenden Schneeriesen der Andenkordillere, ist schlichtweg
überwältigend. Das Monument selbst ist hingegen eher wegen
seiner metallenen Häßlichkeit zu erwähnen.
Es wird eindringlich davor gewarnt den “Brötchen-Hügel”
zu Fuß besteigen zu wollen. An seinen vielen steilen Treppenwegen
(z. B. vom Ende der Calle García Moreno hoch) sitzen die
schlimmsten unter den süchtigsten “Crack-Köpfen”
der Stadt! Sie warten den ganzen Tag auf unwissende Touristen und
einheimische Ausflügler, die dann bis auf die Unterhose ausgenommen
werden. Die Besteigung ist daher nur per Taxi, per Leihwagen, oder
mit dem Kleinbus eines der zahlreichen Reiseunternehmen möglich
- und das in jedem Falle nur tagsüber! Nachts gehört der
Panecillo und seine gepflasterte Serpentinenstraße ganz allein
der Unterwelt!
La Cima de la Libertad / Templete de los Heroes, auf einer Anhöhe
des Rucu Pichincha - Massives errichtetes Heldenmonument aus Beton
und Stahlträgern, daß an die siegreiche Schlacht vom
24. Mai 1822 erinnern soll. An jenem historisch denkwürdigen
Tag gelang es den “Ekuadorianern” sich vom spanischen
Mutterland zu befreien (von da an begannen Briten u. Gringos das
Ruder zu übernehmen). Das zumindest architektonisch peinliche
Militärmuseum (geöffnet von Di - So 9-12/15-18 Uhr) ist
bereits von der Altstadt aus an den westlichen Flanken des Hausberges
zu sehen. Eine tolle Aussicht auf die Stadt ist garantiert! Die
steile Auffahrt erfolgt über den mercado von San Roque. Nur
per Taxi o. Leihwagen möglich, alles andere wäre ein Spießrutenlauf
durch unsichere Gegenden!
Quito Moderno
Casa de la Cultura Ecuatoriana Benjamin Carrión: Imposanter
runder Spiegelglasbau, der neben einem anspruchsvollen Kino (Filmfestivals)
mit sympathischer Cafetería hauptsächlich eine riesige
dreigeteilte Ausstellungsfläche aufzuweisen hat. Hervorragend
präsentierter Querschnitt durch die ekuad. Kunstgeschichte!
Fantastische Sammlung archäologischer Fundstücke aller
präkolumbischer Epochen, sowie der Inkazeit. Besonders erwähnenswert
ist hierbei eine etwa 2.000 Jahre alte Goldmaske der Kultur La Tolita,
bekannt als dios-sol (Sonnengott), dem Windeskraft einst ewiges
Leben einhauchte, inzwischen Emblem der Banco Central.
Im Anschluß daran führen die oberen Stockwerke den Besucher
über religiöse Kunst u. Kolonialmöbel in eine Gemäldegalerie
mit den bekanntesten einheimischen Exponaten des 19. u. 20. Jh.;
Ebenso ekuad. Musikinstrumente in einem Extra-Ausstellungssaal;
12 de Octubre y Patria, gegenüber dem Parque Ejído.
Bilderausstellung u. Pelota de Guante im Parque Ejído: Jedes
Wochenende stellen Dutzende von Amateurkünstlern ihre Werke
auf der nördl. Parkseite zur Avenida Patria aus. Es ist für
jeden Geschmack was dabei. Auch wenn viele Gemälde mehr oder
weniger Imitationen bekannter ekuad. Maler darstellen, tut dies
ihrer Originalität keinen Abbruch.
Im Ejído, ehemals der Botanische Garten der Stadt, stehen
heute noch über 100 Jahre alte Bäume. Besonders an Wochenenden
zieht der nachts zu meidende Park vor allem die einfachen Bevölkerungsschichten
an. Ecuavolley (einh. Version des Volleyballspiels) und Fußball
werden praktiziert.
Bei dem Jahrhunderte alten trad. “Handschuhspiel” (pelota
de guante), dessen genaue Herkunft meist Kontroversen auslöst,
handelt es sich um zwei Mannschaften von jew. 5 Spielern. Der Gummiball
ist normalerweise aus Kautschuk, während der “Handschuh”
einem schweren lederüberzogenen Holzruder ähnelt.
Museo Jijón y Caamaño: Archäologisches Museum
der kath. Universität. Ebenso andere Ausstellungsobjekte wie
Porzellanpuppen, auch Bibliothek. Avenida 12 de Octubre y Roca,
geöffnet Mo - Fr 8-12 u. 14-18h, Tel. 521834.
Planetarium & Instituto Geográfico Militar: Auf einem
Hügel nordöstl. des modernen Stadtzentrums gelegen ist
die Kuppel des Planetariums bereits von weitem sichtbar. Die einzige
Zufahrt geht über die Avenida Gran Colombia. Bei der Militärkontrolle
am Zugang muß der Ausweis hinterlegt werden.
Neben einer simulierten “Reise durchs Universum” im
Planetarium, werden im geographischen Institut nebenan auch detaillierte
wie preisgünstige Karten sämtlicher Landesregionen verkauft.
Die Kartenausschnitte gehen bis zu 1:25.000!
Parque de la Circasiana: Hübscher kleiner, von hohem Schmiedeeisen
umgebener, fast südeuropäisch anmutender Park, welcher
sich dem Instituto Nacional del Patrimonio Cultural anschließt.
Palmen u. hohe Araukarien, sowie einige mit bunten Mosaiksteinen
versehene Kunstpferde. 10 de Agosto y Colón.
Plaza Indoaméricana: Auf der chaotischen Verkehrsinsel vor
der Universidad Central gelegen. Die steinernen Köpfe um den
Wasserbrunnen herum stellen sämtliche indianische Freiheitshelden
des Kontinents dar und wurden der Stadt Quito von den jeweiligen
Herkunftsländern geschenkt.
Vivarium: Harmlos schöne, sowie gemeingefährlichste einheimische
Schlangen. Boas, Iguanas, Schildkröten u. knallbunte Frösche,
alles unter einem Dach. Eine importierte thailändische Königskobra
lauert hinter dickem Glas vor sich hin. “Vorsicht, nicht zu
nahe treten, Schlange könnte sich irritiert fühlen!”
steht auf einem Schildchen. Der Unterschied zwischen giftigen u.
ungiftigen Schlangen wird anhand von Schaubildern erklärt.
Ein franz. Herpetologe, bzw. Schlangennarr, managt den Reptilien-Zoo,
fängt die Biester teilweise selbst. Reina Victoria y Santa
María, Di - So 9-13/15-18.30 Uhr, Eintr. 1.5 USD.
Fundación Guayasamín: Das moderne Museum des gleichnamigen
Malers ist in drei Epochen eingeteilt. Beeindruckende präkolumbische
Keramiksammlung, sehr repräsentativer Kolonialteil sowie moderne
Kunsthalle, wo sich der “Picasso” unter den ekuad. Malern
in erster Linie selbst verehrt. Neben Radierungen des maestro werden
auch selbstentworfene Guayasamín-Parfüms u. -Armbanduhren
zum Verkauf angeboten. Ein Muß für Museumfreunde! Am
besten mit dem Taxi zu erreichen, da steil u. abgelegen beim Canal
4. José Bosmediano, Tel. 242779/244373, Mo - Fr 9-12.30/15-18.30h,
Sa 9-12.30h, Eintr. 1.5 USD.
Parque de la Carolina: Großer populärer Vergnügungspark
der Quiteños, der sich an Wochenenden mit eisschlürfenden
Kindern, Volleyballspielern, Joggern, Rollerskatern, Frisbeespielern,
Hundeherrchen und deren folgsamen Maskottchen bevölkert. Manchmal
trainiert sogar eine ganz bestimmte Erst-Liga-Mannschaft aus Guayaquil
für das kurz bevorstehende Schlagerspiel auf 2.800m Höhe,
oder ein inzwischen zum Fernsehstar aufgestiegener Carlos Michelena,
in der Sierra vielgeliebter folkloristischer Bauernwitzereißer,
“verarscht” Persönlichkeiten aus dem öffentlichen
Leben.
Außerdem Tretboote, Ponies und ein ausgedienter Flieger. Beherbergt
ebenso das Naturkundemuseum. Nördl. der Av. Eloy Alfaro u.
südl. der Av. Naciones Unidas, bzw. zw. Amazonas u. Los Shyris.
Nachts meiden, da neben bevölkerungsstarken Straßenköterbanden
auch noch andere finstere Gestalten durch den Park streunen könnten.
Das Museo de Ciencias Naturales liegt auf der Ostseite des Parkes
(Av. Los Shyris). Recht interessante botanisch-zoologische Dauerausstellung,
ausserdem Vivarium, Herbarium u. Trockenblumen-Service. Mo - Fr
9-17h, Sa 10-14h, Eintritt. um die 2 USD, Tel. 449824.
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