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Santuario de Guapúlo
Unterhalb des Hotel “Quito”, in einem östlichen
Ausläufer des Quito-Hochbeckens, liegt das Künstlerviertel
von Guapúlo mit seiner kolonialen Wallfahrtskirche La Virgen
de Guadalupe (1644-93), dem steilen Camino de Orellana (Weg des
Orellana) mit dem einen oder and. weiß-blauen Kolonialhäuschen
und der imposanten Mansion des spanischen Botschafters.
Außerordentliche religiöse Kunstwerke zieren das Innere
der Wallfahrtskirche, an dessen Stelle Gonzálo Pizarro u.
Francisco de Orellana 1541 ihren letzten Segen vor dem gewagten
Abmarsch ins “Land des Zimtes” ( país de la canela)
erhielten. Über 3.000 Mann stark war das Eroberungsheer der
Konquistadoren, daß sich auf der heute immernoch bestehenden
Pflastersteinstraße, dem “Weg des Orellana”, zur
Kirche hinabwälzte. Die Malereien im Zentralschiff u. der Sakristei
stammen von Miguel de Santiago (16. Jh.). Dieser Künstler verwendete
als Hintergrund seiner streng religiösen Thematiken oft Elemente
amerikanischen Ursprungs wie Berge, Täler oder Bauern. Die
Schnitzereien des Seitenaltars sind von Juan Bautista Menacho und
gelten als herausragende Beispiele der arte colonial. Die Jungfrau
von Guadalupe auf dem Hauptaltar wurde von Diego de Robles gefertigt
und Luis de Rivera (17. Jh.) bemalt. Geöffnet wird die Wallfahrtskirche
Mo - Sa v. 8-11 u. 15-18 Uhr.
Das unter Alternativkünstlern u. Nachtschwärmern beliebte
Café Guapúlo, auf halbem Wege hinunter zur Kirche,
hat meistens erst am späten Nachmittag geöffnet. Snacks,
Tees, Kaffees, Säfte, kl. Terrasse m. Blick ins Tal von Tumbaco,
und bei Sichtweite auf den Schneeriesen Cayambe.
Mitad del Mundo
Das solide, 25 km nördlich des Stadtzentrums gelegene 30m hohe
Monument, weist auf genau die Stelle hin, wo die franz.-span. geodätische
Expedition von Charles de la Condamine, Luis Godin u. Pedro Bouguer
(1736-1744) die Position des Äquators festlegte. Sie hatten
sich bei den damals limitierten Meßinstrumenten gerademal
um 180m verrechnet. Ein darin untergebrachtes ethnographisches Museum
veranschaulicht das bunte Völkergemisch der verschiedenen ekuadorianischen
Regionen. Tickets (boletos) gibt es am Schalter im Hauptgebäude,
Di - Fr 10-16h, Sa u. So 10-17h, 0.30 USD.
Drumherum wurde gleich ein ganzes Dorf im Kolonialstil nachgebaut.
Die markierte Äquatorlinie verläuft durch das gesamte
Modelldorf, vom Monument über die plaza bis zum Altar einer
Kirche.
Es ist also möglich mit einem Bein auf der Nord- und mit dem
anderen auf der Südhalbkugel zu stehen. Hochzeitspaare können
sich in der kolonialen Modellkirche das Ja-Wort geben.
Außerdem werden in einem separaten Gebäude Quito, Guayaquil
und Cuenca als detailgetreue Miniaturstädte wiedergegeben.
Weiterhin findet man eine Reihe von Restaurants, Souvenirshops,
Kunstgalerien, Eisdielen, ein Postamt, eine EMETEL- Zweigstelle
und eine Stierkampfarena.
An sonnigen Wochenenden kommen scharenweise Touristen aus den Provinzen.
Die Hinfahrt von Quito erfolgt am besten mit dem Bus MITAD DEL MUNDO,
der ständig die Avenida América in Richtung Norden befährt.
Am besten an der Ecke Colón - América oder an der
Plaza Indoaméricana warten. Acht geben wegen Taschendieben,
die Busse sind oft eng und überfüllt. Ein Taxi von der
Stadtmitte kommt auf etwa 10 USD, je nach Verhandlungsgeschick und
Ausgangspunkt.
An jedem 21. März und 22. September, bei absoluter Tagundnachtgleiche
(equinoccio), wird am Äquatordenkmal ein Inti Raími
Festival abgehalten. Die tiefverwurzelte, aus Inkazeiten herrührende
Zeremonie, heute allerdings mehr dem Tourismus zuliebe inszeniert,
ist dem jeweiligen Aussaat- und Erntezyklus gewidmet.
Nach etwa 4 km auf der asphaltierten Straße in Richtung Calacalí
(Nordwesten), wohin übrigens das zuerst erbaute Äquatordenkmal
von 1936 hinverfrachtet wurde, kommt rechts eine beschilderte Abzweigung,
die zum Rand des gewaltigen erloschenen Kraters von Pululahua führt.
Hier gibt es einen Parkplatz und ein paar Ramsch verkaufende indigenas.
Die kesselförmige, senkrecht abfallende Öffnung, hat einen
Durchmesser von 4-5 km und ist an dieser Stelle etwa 600m tief.
Der Kraterboden ist bewohnt und wird landwirtschaftlich genutzt
(Getreide- u. Zuckerrohrfelder).
Nachmittags ist durch rasch aufziehenden dichten Nebel manchmal
rein gar nichts mehr zu sehen. Links führt ein steiler Serpentinenpfad
hinunter (1 Std. runter und 2 rauf!). Mit einem dort kurz wartenden
Taxi kostet die Hin- u. Rückfahrt vom Mitad del Mundo - Monument
etwa 7-10 USD. Die seltsamen “Wolkenfänger” auf
den Hügeln sammeln Kondenswasser in dieser trockenen Klimanische.
Rechts oben über dem mirador (Aussichtspunkt) gibt es ein sehr
teures wie exklusives Aussichtsrestaurant namens El Cráter
(Tel. für Reservationen: 439254). Ein Schild weist kurz davor
darauf hin - es geht rechts ab!
Eine weitere Anfahrtsmöglichkeit stellt eine Schotterstraße
dar, einzige Zufahrt zum Kraterboden auf 2.300 m Höhe, welche
kurz vor Calacalí erst rechts zum Rand hoch, und dann in
den Riesenschlund hinab geht. Gleich nach dem abgeflachten Pass,
500m hinter der Texaco-Tankstelle bei einem Pinienwäldchen,
geht es rechts rein, hölzerner Wegweiser! Ein geländegängiges
Fahrzeug wird empfohlen.
Diese über 3.000 Hektar umfassende Reserva Geobotánica
Pululahua, 1978 dazu deklariert, beherbergt viele Kolibri- u. Schmetterlingsarten,
sowie eine ursprüngliche u. eigenartige Pflanzenwelt. Es gibt
ein Restaurant, eine schwer erreichbare Thermalquelle, und eine
großartige Schlucht nach Westen hin, der Quellmündung
des Río Blanco. Der Österreicher Erich Lehenbauer, Besitzer
der Pension “Parque Italia” in Quito, organisiert im
Krater Pferdetouren. Ausgangspunkt für die ein- oder auch mehrtägigen
Ausritte ist die finca Colibri, wo auch übernachtet werden
kann. Nähere Information in Quito unter Tel. 224393 o. 09 462823
(celular).
Die terrassenförmigen Steinmauern von Rumicucho stellen eine
alte Festung dar, die den Inkas als Vorposten zur Unterwerfung der
nördlichen Volksstämme diente. Das Quechua-Wort pucará
bedeutet befestigter Ort o. Festung. Damit bezeichnete man eine
von den Inkas auf Hügelgipfeln errichtete Verteidigungs-, bzw.
Eroberungsanlage. Die Pucaras befanden sich vornehmlich an strategischen
Orten mit ausgezeichneter Sicht. Auf spiralenförmigen Erdwällen
erstellt, und von Schutzmauern umgeben, waren in ihnen oft ganze
Armeen untergebracht. Im Innern dieser durch enge Portale kontrollierten
Pucaras befanden sich Behausungen unterschiedlicher Form: rund,
quadratisch, oder auch trapezförmig. Die Anlage diente ebenso
astronomischen Beobachtungen wie Opferzeremonien.
Die Ruinen selbst geben für Nicht-Archäologen nicht allzu
viel her. Bis vor kurzem waren sie noch militärisches Schießgelände.
Heute kümmert sich die Banco Central um die Erhaltung der Inkastätte,
welche bei blauem Himmel eine beeindruckende Rundumsicht frei gibt.
Eintritt 1 USD. Von San Antonio de Pichincha, der einzigen Ortschaft
beim Äquatordenkmal, geht es nochmals 3 km in nördlicher
Richtung. Ein Taxi vom Monument aus kommt auf etwa 5 USD.
Papallacta
Auf der Route in den Oriente gelegen, fast zwei Stunden östlich
vom Zentrum Quitos entfernt, wird der Name des Andendorfes trotz
der für die Hauptstadt so wichtigen Station zur Trinkwasserversorgung,
meist nur mit seinen heißen Thermalquellen in Verbindung gebracht.
Die unterschiedlich temperierten Badebecken auf 3.700 Höhenmetern,
zählen zu den schönsten und saubersten des ganzen Landes.
Der Ort ist auch wegen der herben, unwirtlichen Paramo-Landschaft
sehr lohnenswert. Eine Anlage mit gemütlichen cabañas
und Restaurant, in dem es schmackhafte Forellenspeisen gibt, lädt
zum längeren Verweilen ein. Manchmal läßt sich der
Eisriese Antisana sogar beim Baden blicken (eher Dez./Jan.). Wochentags
ist es besser, da in den heilenden Quellen weniger Kinder herumspringen,
Eintr. 3 USD. Handtuch, adäquate Badekleidung oder eine Flasche
Schampus sind selbst mitzubringen! 100m rechts vor den heißen
Thermalquellen ist eine Übernachtung in der im Ranchostil erbauten
Hostal de Montaña La Posada möglich.
Reetdächer, kleine Pools m. warmem Wasser, sehr sauber. Das
Zimmer 13 hat einen privaten Whirlpool von den Thermalquellen gespeist
(pro Pers. 22 USD), ansonsten ab 11 USD (Gemeinschaftsbad). Bei
einer Übernachtung in dem Cabaña-Hotel ist der Eintritt
zu den Termas frei. Reserv. in Quito unter der Telefonnummer 548521,
Foch 635 y Reina Victoria, oficina 4 a.
Hinfahrt über die Carretera Interoceánica (Interozeanische
Straße), die an der Ausfahrt in Richtung Osten nach Tumbaco
(Partidero a Tumbaco) beginnt. Es geht gleich aus der Stadt raus,
bzw. ins breite Tal von Tumbaco hinunter. Zuerst geht es nach Cumbaya,
von vielen Quiteños an Wochenenden besucht, die erklärte
Hauptstadt des fritierten Schweinefleisches, La Capital de la Fritada.
Kurz darauf kommt auf 2.400m Höhe die Ortschaft Tumbaco mit
ihrem milden Frühlingsklima. Die Straße steigt dann rechts
am Städtchen Pifo vorbei langsam auf den Pass La Virgen hoch.
Die vor Pifo zu überquerende Eisenbrücke liegt 90m über
dem Fluß Chinche und ist die erste Bungee-Sprungbrücke
in Ecuador. Der Adrenalinspaß wird von Experten geleitet und
kostet etwa 60 USD für zwei Sprünge. Da die durchgeführten
saltos in die Tiefe viel Publikum anzogen und den Verkehr behinderten,
wurden sie einstweilig nur noch sonntags gestattet. Voranmeldung
bei Andes Bungee (Andes Adrenaline Adventures S.C.C.), Tel. in Quito
226071 o. 227896, Fax 508369, Barón von Humboldt 279.
Eineinviertel Stunden nach der Brücke erreicht die gut asphaltierte
Straße, die Quito mit dem Oriente verbindet, den 4.050 m hohen
“Paso de la Vírgen”.
uDirekt auf dem Passattel geht links ein kurvenreicher Jeepweg bis
zu den Sendeantennen auf 4.300m hoch. Von dort aus ist der Ausblick
auf das großartige Andenpanorama bei schönem Wetter unübertroffen!
uAuf der gesamten Wegstrecke nach Papallacta werden manchmal gebratene
Forellen, empanadas (Teigtaschen) und eine Sorte Hüttenkäse
vor strohbedeckten Imbißkiosken verkauft. Probieren!
Nach dem Pass windet sich dann die Straße zur Ortschaft Papallacta
hinunter. Kurz vor dem Ort befindet sich ein dunkler Bergsee, an
dem auch der Asphaltbelag endet. Wenige Kilometer weiter, kurz nach
der oberirdischen Wasserleitung Papallacta - Quito, kommt links
eine beschilderte Ausfahrt zu den termas (Thermalquellen). Weiter
oben am Weg zu den baños termales befindet sich eine große
Forellenaufzuchtanlage, die von der japanischen Regierung finanziert
wurde.
Ein Bus der COOP. REINO DE QUITO unterhält an Wochenenden eine
sporadische Verbindung direkt zu den Thermalbädern. Startpunkt
ist die Kuchenbäckerei Pastelería Chantilly an der Ecke
Roca 747 u. Av. Amazonas, Tel. 229488. Abfahrtszeiten: Sa, So u.
Feiertage 7.30 Uhr, Rückkehr 15 Uhr. Nachchecken! Kleinere
Agenturen bieten manchmal günstige Fahrten zu den Bädern
an. In den Reisebüros danach fragen!
Weiterhin ist es möglich vom Terminal Terrestre oder dem Partidero
a Tumbaco in Quito mit jedem beliebigen Bus in den Oriente nach
Papallacta zu gelangen. Täglich gibt es jede Menge Verbindungen.
Sitzplätze sind nicht immer vorhanden. Dem Fahrer Bescheid
geben, vor der Ortschaft aussteigen, und die 40 Minuten bergauf
zu den Thermalbädern zu Fuß zurücklegen.
Noroccidente
Dieses Gebiet umschreibt den Nordwesten der Provinz Pichincha. Durch
die relative Nähe zur Landeshauptstadt erfreut sich der Noroccidente
immer größerer Beliebtheit. Für ein- o. mehrtägige
Kurztrips in subtropische Gefilde, in märchenhafte Nebelwälder
und zu glasklaren Flußbadestellen, sowie als Zwischenstop
bei Fahrten an die Pazifikküste über die neue Fernstraße
Calacalí - Nanegalito - Los Bancos - Puerto Quito, hat die
bis vor wenigen Jahren kaum bereiste Region an Natureindrücken
viel zu bieten. Für Ornithologen gilt der Noroccidente als
das am einfachsten zu erreichende Vogelparadies Ekuadors. Insgesamt
600 Arten geben sich in den dichten Räuber-Hotzenplotzwäldern
dieser nordwestlichen Andenausläufer ein Stelldichein.
Die alte Strasse nach Nono
Von der mehrspurigen Avenida Occidental in nördl. Richtung
, geht 600m vor dem nach “Mitad del Mundo” führenden
Verkehrskreisel, eine kleine Strasse links den Berg hoch. Nicht
einfach zu finden! Die dort rechts von der Occidental herabführende
Strasse heisst Calle Machala, und endet im Viertel von Cotocollao.
Aufgrund der neuen Asphaltstrasse Calacalí - Nanegalito -
Puerto Quito, wird dieses verschlungene Holpersträsschen über
das Bergdörfchen Nono (25 km), und im weiteren Verlauf hinunter
bis ins subtropische Mindo (80 km), heute kaum mehr benutzt. Busse
gibt es so gut wie keine, camionetas zum Trampen nur ab u. zu, Geduld
ist gefragt! Allradfahrern, Mountain Bikern u. Enduro-Freaks sei
die kurvenreiche Ornithologen-Strecke jedoch ans Herz gelegt. Eine
sehr reizvolle Alternative um über einen alten Andenpass in
die Nebelwälder des Noroccidente zu gelangen, und das gerademal
über die “Schulter” der Hauptstadt hinweg! Erdrutsche
o. Unterspülungen sind übrigens keine Seltenheit, und
zwingen manchmal zur Umkehr.
Nach etwa 2 Std. Fahrt, bei der Brücke im bereits warmen Tandayapa
(62 km), teilt sich die Strasse. Rechts geht es in Richtung Nanegalito
und Mindo weiter, wobei der alte Weg beim “Café Tiepolo”
wieder auf die neue Asphaltstrasse trifft (nach 6 km). Links führt
ein ein anderes Holpersträsschen zum 2.000m hoch gelegenen
Bambus-Dom des Bellavista Cloudforest Reserve (600 ha, 6 km v. Tandayapa),
einem kleinen Paradies für Erholungsbedürftige (Durchschnittstemp.
14-24 Grad). Nebelschwaden ziehen den Berg hinauf und durchkämmen
die “schwitzenden” Bäume mit ihren Aufsitzerpflanzen,
Kolibris umschwirren das aussergewöhnliche Domizil im Märchenwald.
Morgens meist freier Blick auf die beiden Pichincha-Vulkane u. den
Cotacachi. 8 USD im Mehrbettz., 4er cabaña 50 USD (Kochgelegenheit),
3 Tage/2 Nächte m. Vollpension, guide, u. Transport von u.
bis Quito 95 USD pro Pers., Camping 5 USD pro Pers., alle Preise
inkl. Parkeintritt. Lodge-Besitzer sind das britische Ehepaar Richard
u. Gloria Parson. Es wird auch deutsch gesprochen. Reserv. sind
vorteilhaft (“Safari-Tours” Quito). Detaillierte Infobroschüren
liegen vielerorts im Touristenviertel La Mariscal aus (z. B. im
Rest. “Superpapa”). Telefax in Quito 509255.
Reserva Biológica Maquipucuna
Das 4.500 ha umfassende Privatreservat (zusätzl. 14.000 h geschützter
Urwald) im Noroccidente der Provinz Pichincha wurde erst 1988 ins
Leben gerufen. In diesen beeindruckenden Nebelwäldern wird
auf vier unterschiedliche Biozonen, zwischen den dichtbewachsenen
und steilabfallenden Gebirgsrücken hingewiesen (1.200 bis 2.800
Höhenmeter).
Primäre Vegetation bedeckt fast die Fläche des gesamten
Reservates. Epiphyten, Bromelien, Orchideen u. seltene Baumfarne
gehören neben dem “kurzsichtigen” Brillenbären
und über 300 Vogelarten zu den vielen Sehenswürdigkeiten
dieses wenig besuchten Naturschutzgebietes. Ausgeschilderte Wanderpfade
ermöglichen es dem Naturliebhaber die wunderschöne Gegend
alleine zu durchstreifen und näher kennenzulernen. Gutes Schuhwerk
ist dazu erforderlich!
Die Fundación Maquipucuna unterhält im Reservat eine
attraktive Research Lodge, welche bis zu 22 Touristen unterbringen
kann. Das freundliche Personal gibt hilfreich Auskunft über
das Gebiet. Drei Schlafräume, Gemeinschaftsbad, Warmwasser,
drei Mahlzeiten tägl., 45 USD pro Pers. u. Tag. Schlafsack
u. Regenschutz sind mitzubringen! Umwelterziehung in den umliegenden
Gemeinden wird unter anderem durchgeführt, sowie ökotouristische
Programme angeboten. Eine Laboratorium-Station heißt Wissenschaftler
aus der ganzen Welt willkommen.
Anreise: Mit dem Leihwagen sind es von Quito etwa zwei Stunden
bis zum Reservatseingang in der Nähe des Dorfes Nanegal. Es
geht nordwestl. auf die neue Asphaltstraße zur Küste,
die am Äquatordenkmal vorbei, über Calacalí, Richtung
Los Bancos und Puerto Quito führt. Nach eineinviertel Std.
Fahrtzeit ist die Ortschaft Nanegalito erreicht. Kurz nach dem Ortskern
rechts abzweigen. Auf dem grünen Schild an der Abzweigung steht:
Pacto - Gualea - Nanegal. Weiter geht es auf einer Schotterstraße
in ein Tal hinunter in Richtung Nanegal.
Von Nanegalito kann die Wegstrecke bis zum Reservatseingang auch
in ca. zwei Std. zu Fuß zurückgelegt werden. In dieser
Gegend besteht auch die Möglichkeit per Autostop mitgenommen
zu werden.
Kurz vor Nanegal dann nochmal rechts weg von der Hauptpiste in Richtung
des Dorfes Marianitas, bzw. Reserva Maquipucuna, Centro Ecoturístico
Thomas H. Davis. Die Abzweigung ist ausgeschildert! In den Regenmonaten
von Ende Jan. bis April/Mai ist auf diesem Abschnitt außer
mit Jeeps oder zu Fuß wahrscheinlich nichts mehr zu machen.
Die Straße zum Reservat geht zunächst an einer Fischaufzucht
vorbei, wird allmählich schlechter, und endet nach wenigen
Kilometern schließlich an einer Brücke über den
Río Guayllabamba. Von dort sind es nur noch ein paar Schritte
bis zur Lodge am Reservatseingang.
Es gibt einen Direktbus von Quito über Nanegalito nach Nanegal
(COOP. TRANSS. MINAS). Dieser fährt einmal täglich um
13 Uhr hinter der Kirche San Blas in der Calle José Antepara
ab. Uhrzeit nachchecken! Fahrtzeit: ca. 2 Stunden.
Außerdem besteht die Möglichkeit vom Terminal Terrestre
mit jedem Bus in Richtung Los Bancos o. Puerto Quito in weniger
als zwei Stunden bis nach Nanegalito zu gelangen (z. B. die COOP.
KENNEDY). Ebenso geht 5 x tägl. ein TRANSS. MINAS - Bus von
der José Antepara-Station in Quito über Nanegalito weiter
in Richtung Küste runter.
Abfahrtszeiten: 6.30h, 10h, 12h, 13h (direkt bis Nanegal!),
15h u. 17h; Neuerdings gibt es auch vom Terminal Terrestre mit der
Kooperative ALOAG / TACANDINA tägl. um 14 Uhr eine Direktverbindung
nach Nanegal!
Mindo
70 km westlich von Quito, praktisch unter dem offenen Kratermaul
des Vulkans Guagua Pichincha, liegt in einem großen subtropischen
Talkessel die Ortschaft Mindo auf 1.250 m Höhe.
Von der neuen Asphaltstraße zur Küste, Calacalí
- Los Bancos - Puerto Quito - La Independencia, geht es 20 Minunten
hinter Nanegalito, kurz nach dem Straßenkaff Santa Rosa, links
ab. Dann etwa 7 km in Serpentinen stetig bis nach Mindo runter.
Die Ausfahrt auf einem breiten Höhenrücken ist ausgeschildert!
Wie viele Dörfer zwischen Sierra und Costa, strahlt auch dieses
eine gemischte, farbenfrohe Atmosphäre aus. Die Mindeños
selbst behaupten, aus beiden Regionen das jeweils beste zu besitzen,
die Wärme der Tropen und die Nähe zur capital Quito im
kalten Hochland. Die in Mindo vorherrschenden Jahrestemperaturen
liegen zw. 18 u. 24 Grad, und die Niederschlagshäufigkeit ist
wie überall in den Andenausläufern zum Tiefland hin sehr
hoch.
Die knapp zweistündige Fahrt lohnt hauptsächlich wegen
den unberührten Nebelwäldern, dem Vogelreichtum, und den
wunderschönen natürlichen Badestellen in den Flüßchen
der Umgebung. Das ganz auf Ökotourismus eingestellte Dorf verfügt
über zwei Naturstiftungen, Amigos de la Naturaleza und Pacasso
& Pacasso. Ein paar einfache Pensionen und Restaurants sind
wahrscheinlich erst der Anfang eines zukünftig verstärkten
Touristenstroms in die idyllische Gegend. Zuckerrohr, Bananen, Kaffee,
Kakao, Yuca, Maracuya und guayabas (Guavenbirne) sind die Hauptprodukte
der Region.
Das Biospektrum des 19.200 Hektar umfassenden Naturschutzgebietes
Bosque Protector Mindo-Nambillo reicht von feuchtwarmem subtropischem
Regenwald über bosque neblina (Nebelwald) bis hin zu den schroffen
Kraterwänden des Guagua Pichincha auf über 4.000 m Höhe.
Etwa 500 Vogelarten, darunter der brilliantrote Andenfelsenhahn
(gallo de la peña), welcher seine schwindelerregenden Nester
gewöhnlich in die Steilwände der schmalen Urwaldcanyons
baut. Tukane, Papageien, Bergfasane, Reiher, Haubenspechte, Habichte,
Eulen, Wildenten, Eisvögel, Quetzales, Tangaren, Mirlos, Kolibris,
Kaziken u. and. Webervögel geben sich in den “Hänsel
& Gretel”-Wäldern um Mindo ein Stelldichein. Mit
sehr viel Glück stößt man auf das eine oder andere
Säugetier, wie einem Vielfraß, einem Stachelschwein,
einer Affenhorde, Brillenbären oder Raubkatzen (Pumas u. Ozelots).
Neben vielen Medizinalpflanzen, azurblauen Morphofaltern, schmarotzenden
Epiphyten und fabelartigen Orchideen, wachsen eine Vielfalt von
Baumsorten in dem geschützten Wald: Zedern, Eichen, Zimt- u.
Gummibäume, sowie tangaré, teme, colorado oder motilón.
Die Fundación Amigos de la Naturaleza, die ihre Umweltprogramme
eng mit dem Ministerio de Agricultura y Ganadería MAG koordiniert,
unterhält vier Kilometer von Mindo entfernt eine rustikale
Urwald-Lodge (Refugio Enrique Grosse Lümmern). Ein Aufenthalt,
inkl. drei Mahlzeiten u. Führer, kostet pro Pers. u. Tag 25-30
USD. Eigener Schlafsack muß mitgebracht werden! Das Büro
in Mindo befindet sich auf der Hauptstraße fast an der plaza.
Die Fundación Pacasso & Pacasso ist eine private Stiftung
und so etwas wie ein Konkurrenzunternehmen zu den “Naturfreunden”.
Ein- bis dreitägige Wanderungen m. passionierten Ornithologen,
drei Mahlz. plus Übern. in einem Räuber Hotzenplotz-Haustyp
im Dorf (bzw. in der Waldhütte neben einem Wasserfallpool)
kosten 25-30 USD täglich. Schlafsack, Wanderschuhe u. Regenponcho
mitbringen! Zu kontaktieren im Hostal San Francisco.
Puerto Quito
140 km, bzw. 3 Busstunden nordwestlich von Quito, liegt die ökologische
Cabaña-Siedlung Aldea Salamandra. Die rustikale Tropen-Lodge
befindet sich etwa 300 Meter links von der Hauptstraße Hochland-Küste,
keine 2 km vor dem Ort Puerto Quito, ist ausgeschildert! Tageswanderungen
durch das kleine Regenwald-Reservat, Kayakfahrten u. LKW-Schlauch-Rafting
auf dem Río Caoni, sowie etwa 300 Vogelarten, sorgen für
seelisch-körperliche Abwechslung. Ein erholsamer Ort zum ausspannen
u. rumhängen. Auch als Zwischenübernachtung auf der Fahrt
nach, bzw. von Esmeraldas (105 km) sind die Baum- u. Strohdach-Hütten
geeignet. Vegetarisches Frühstück u. Abendessen. Eine
Taschenlampe, Badezeug, Insektenschutz u. event. Gummistiefel sind
mitzubringen. Eine Übernachtung kostet 7 USD, eine Mahlzeit
3-4 USD, eine kl. geführte Exkursion 3 USD. Ebenso werden Übernachtungspakete
inkl. Essen u. Führung angeboten. Ein vierwöchiger Aufenthalt
(alles inbegriffen) kostet 285 USD pro Person. Studenten mit Ausweis
erhalten 5 % Rabatt. Tel. in Quito: 222333 (Mi-Fr). Für kl.
Gruppen sind Reservierungen von Sonntag bis Donnerstag nicht nötig.
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