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Volker Feser

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Río Verde - La Tola

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Eine Fahrtstunde von Esmeraldas entfernt, eine dreiviertel Stunde von der Abzweigung bei San Mateo, und eine halbe Stunde vom Flughafen nördlich der Stadt, befindet sich die Mündung des Río Verde. Hier liegt auch der gleichnamige Fischerort. 500 Meter südlich vor dem Ort.

Eine aufregende, mit den großen Pelikanen wetteifernde Bootsfahrt aufs offene Meer hinaus, ist ein zweistündiger Ausflug ins winzige Fischerdörfchen Africa. Ein markanter Name, ein kleiner Strand, fünf Holzhütten, aufgehängte Fischernetze, drei dösende Hunde, und neugierige Kinderaugen, sonst gibt es nicht viel zu sehen. Aber die Fahrt selbst, in einem hölzernen Langboot mit Außenborder, ist ein Hochgenuß für Leute, die Pelikane aus nächster Nähe beobachten möchten, und ansonsten keinen Wellengang fürchten. Bei einlaufender Flut (nachmittags) springt der Bug der lancha manchmal über die sich auftürmenden Schaumkronen hinweg, und klatscht dann wieder aufs Wasser hinab.

Eine Fahrtstunde nördlich von Río Verde, etwa 300 Meter links weg von der Straße nach La Tola, befindet sich einer der schönsten Palmenstrände der gesamten ekuadorianischen Pazifikküste, La Playa de Las Peñas, welcher sich auf mehrere Kilometer hinzieht. Durch den flach abfallenden Strand ist das Baden hier ein Genuß. Leider gibt es außer dem gleichnamigen Fischerdorf mit seinen zwei einfachen comedores (sehr billige Hütten-Eßlokale), weder Übernachtungsmöglichkeiten noch Süßwasserduschen. Der Strand von Las Peñas wiegt sich noch in seinem Dornrößchenschlaf, und ganz wenige Touristen haben überhaupt auch nur von ihm gehört. Die Strommasten für zukünftige Hotels und Cabañas, stehen aber bereits am nördlichen Ende des Strandes.

Von der Hostería Pura Vida aus, ist dies ein sehr lohnender Tagesausflug, welcher ohne weiteres mit einem Besuch des privaten Mangrovenreservates Manglares de Majagual (wenige Kilometer nördlich von Las Peñas) verknüpft werden kann. Ein Badetuch, starker Sonnenschutz (zur Regenzeit Mückenschutz), und ausreichend Mineralwasser, müssen selbst mitgebracht werden. Wartezeiten auf Busse und rancheras müssen ebenso in Kauf genommen werden.

Die gallera (Hahnenkampfarena) im Dörfchen Las Peñas, bietet sonntags manchmal blutige Schaukämpfe. Bier und aguardiente (Zuckerrohrschnaps) trinkende Einheimische, die aufgeregt mit Geldscheinen herumfuchteln, und auf ihre bunt gefiederten Favoriten setzen! Die langen scharfen Stacheln, die den angriffslustigen Prachthähnen vor einem jeden Kampf erneut um die Fersen gewickelt werden, sind übrigens Fischgräten des Pescado Rayo. Nichts für Freunde und Mitglieder des Tierschutzvereins!

Das private Naturreservat von Los Manglares de Majagual, genau zwischen Las Peñas und La Tola gelegen, stellt eines der interessantesten, wenn auch kleinsten Mangrovenwaldgebiete unseres Planeten dar. Das etwa 30 ha umfassende Reservat beherbergt die höchsten Mangrovenbäume der Welt. Manche von ihnen erreichen stolze Höhen von bis zu 65 Metern. Majagual gehört sicherlich zu den bequemsten Gelegenheiten, den manglar direkt aus nächster Nähe zu bewundern. Der Zugang liegt nur wenige Meter neben der Straße (ist ausgeschildert!). In der Regenzeit, von Ende Januar bis Anfang Mai, sind die dortigen Moskitoschwärme aber fast nicht mehr zu ertragen, und das Sumpfgebiet ist oftmals völlig überflutet. Einheimische, dort stationäre Führer, erklären auf angelegten Laufstegen die Flora und Fauna.



Cangrejos, große Taschenkrebse, sind wahrscheinlich die ersten Lebewesen, über die Besucher schon fast drüberstolpern. Ein quirliges Vogeltreiben ist vor allem in den frühen Morgenstunden zu erleben.

Ein paar Kilometer nördlich von Majagual liegt La Tola. Von dort aus kann auf ein Boot nach San Lorenzo umgestiegen werden. Der blosse Anblick des dreckigen Fischerortes und ein ziemlich schlimmes Hotel vertreiben gleich jeden Gedanken an eine Übernachtung. Frauen werden oftmals belästigt! Die Bootsfahrt durch die Mangrovensümpfe nach San Lorenzo nimmt etwa zwei Stunden in Anspruch (ca. 5 USD), die Rückfahrt im Bus nach Esmeraldas etwa 4 Stunden. Wer von La Tola nach Borbón möchte kann dies per Boot oder Bus tun. Überland geht es zuerst bis zur Gabelung bei Las Peñas zurück (25 km), wo auf einen aus Esmeraldas kommenden Bus nach Borbón gewartet werden muss.

Schräg gegenüber von La Tola (östlich davon) liegt die präkolumbische Ausgrabungsinsel von La Tolita, welche für nur halbwegs archäologisch Interessierte nichts Aussergewöhnliches zu bieten hat. Viel zuviele haben auf der flachen Mangroveninsel schon seit Jahrhunderten nach wertvollen Reliquien der berühmten La Tolita - Kultur gebuddelt! Heute wachen die Militärs über die letzten verbliebenen Keramikreste im Erdreich.

 

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