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Volker Feser

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Tungurahua (5.016m)

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Von der Besteigung des Tungurahua wird zur Zeit wegen erhöhter vulkanischer Tätigkeit dringend abgeraten.

Die schneebedeckte Spitze des Tungurahua liegt etwa 10 km südlich von Baños, und ist an einem klaren Tag von den Ufern des Río Pastaza aus zu sehen (Nordseite der Stadt). Unter Gipfelstürmern wird der rauchende Berg eher als anormal eingestuft. Er gilt einerseits als “sehr einfach” und andererseits als “einer der härtesten”. Dabei treffen beide Aussagen zu. Da es weder Gletscherspalten zu überwinden gibt noch an steilen Eiswänden hochgeklettert wird, bringt der Aufstieg vom 1.800m hohen Baños bis zum 5.000m hohen Gipfel keine besonderen technischen Anforderungen mit sich. Die Steigeisen müssen erst auf dem allerletzten Abschnitt unterhalb des Kraterrandes angelegt werden. Ein Eispickel ist bei besonders starken Windverhältnissen unabdinglich. Rein physisch betrachtet ist der Tungurahua jedoch eine ganz zähe Herausforderung. Es geht meist gnadenlos steil bergauf - sozusagen schnurstracks in den Himmel hoch! Anfänger sollten auf einen erfahrenen Führer keinesfalls verzichten. Unvorhergesehene Wetterumstürze oder heftiges Schneetreiben haben auch an diesem leichten wie populären Berg schon zahlreiche Opfer gefordert. Weit über der 3.800m hohen Schutzhütte wurde in Erinnerung an ein 1952 verunglücktes deutsches Liebespaar ein Aluminiumkreuz aufgestellt.

Die Erstbesteigung gelang den deutschen Alfons Stübel und Wilhelm Reiss im Jahre 1873. Eine letzte grosse Eruption gab es im Jahre 1918. Deren Auswirkungen zogen sich über sieben Jahre hin. Der katastrophalste Ausbruch fand jedoch 1777 statt, als gleich mehrere Dörfer an den Flanken des Vulkans zerstört wurden.

Gegenwärtig schlummert der Tungurahua sehr sanft vor sich hin. Von der einstigen Aktivität ist nicht mehr viel zu spüren. Bergsteiger können heute lediglich noch ihre nassen Klamotten über den heissen Dämpfen am kleineren der beiden Krater trocknen, und in aller Ungestörtheit die grossartige Aussicht geniessen. Zu Füssen des Betrachters streckt sich das innerandine Hochbecken mit seinen beiden Kordillerensträngen hin. Auf der gegenüberliegenden Seite der “Vulkan-Avenida” ragt der gewaltige Chimborazo hervor. Mit etwas Glück taucht vielleicht sogar der grüne Teppich des Amazonasbeckens irgendwo zwischen den Wolken auf, oder ein feuerspeiender Sangay zeigt sich in voller Aktion.



Die besten Monate für eine erfolgreiche Tungurahua-Besteigung sind Dezember u. Januar. Von Anfang Juni bis Ende August herrscht hingegen meist schlechtes Wetter vor.

 

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