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Das heilige Tal der Langlebigkeit
40 km südl. von Loja, in einem
weitverzweigten Talkessel auf 1.700 Höhenmetern, liegt das
neue “Mekka” europäischer, nordam. u. israelischer
Rucksackreisender. Trotzdem ist der seelenruhige Luftkurort in den
letzten Jahren nicht unbedingt zur postmodernen Ausgabe einer neuen
Hippiestätte verkommen. In der Umgebung gedeiht vielerorts
der San Pedro-Kaktus. Der abgekochte Sud dieser Pflanze hat eine
starke halluzinogene Wirkung.
Die Vilcabambeños selbst betrachten die in Carlos Castañedas
halluzinogen Romanen inspirierten “Kaktuskocher” eher
skeptisch. All diejenigen, die einfach nur meditativen Frieden,
ein mildes Klima (clima delicioso) mit kaum schwankenden Temperaturen
um die 20 Grad, sowie herrlich entlegene Wander- u. Reitpfade suchen,
werden in Vilcabamba wärmstens willkommen geheißen. Entspannung
und Fitness sind garantiert, ein verlängertes Leben nur versprochen.
Übrigens sollen ein gutes Dutzend Bewohner derzeit die 100
überschritten haben. Manch einer von ihnen kann hin u. wieder
bei einem kleinen Spaziergang durchs Dorf begrüßt werden.
Miguel Carpio Mendieta, welcher vor kurzem leider verstarb, erreichte
das stolze Rekordalter von 129 Jahren. Er hinterließ 238 Kinder,
Enkel, Urenkel u. Ururenkel.
Die lang anhaltende Vitalität quillt aber keineswegs aus unterirdischen
Jungbrunnen. Ein stabiles, infektionsfreies Klima ist ein Grund,
eine ausgewogene Ernährung auf organisch traditioneller Basis
ein anderer: Mais, Bohnen, Kochbananen, Reis und viel frisches Obst.
Andererseits konsumieren die longevos (“Langlebigen”)
wenig Milchprodukte. Fleisch kommt nur sonntags auf den Teller.
Die alten Vilcabambeños sind außerdem Frühaufsteher,
gehen täglich regelmäßigen Arbeiten nach und wissen
ihre geographische Abgeschiedenheit zu schätzen. Ein freundlich,
mitleidiges Desinteresse am Rest der Welt spielt zudem eine Rolle.
Das Leben vergeht streßfrei und sorgenlos. Jedenfalls gibt
es im ganzen Valle de Vilcabamba keinen einzigen Eingesessenen mit
irgendeiner Herzkrankheit. Más años a la vida y más
vida a los años, “mehr Jahre dem Leben u. mehr Leben
den Jahren”, steht auf einem Schild am Ortseingang. Stumpen
rauchen tun die fröhlichen Knacker auch, allerdings in Tabakblättern
eingedrehte. Man kann nur hoffen, daß sie dies auch weiterhin
tun!
Am südöstlichen Ende des Ortes liegt der kl. Erholungspark
Yamburara mit dazugehörendem Zoolog. Garten;
10 km südl. von Vilcabamba, bei Masanamaca, gibt es schroffe
erosionierte Sedimentwände zu bestaunen;
Im Valle de Quinara ( 20 Min. südl.) befinden sich mehrere
archäologische Fundstätten, welche teils noch in der Erde
schlummern.
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