Zurück - Home - Werbung auf ExploringEcuador - Link zu uns - URL anmelden - Englisch - Spanisch
 

Volker Feser

Ecuador Information
Ekuador auf einen Blick
Nützliche Telefonnummern
Botschaften und Konsulate
Einreise & Ausreise
Klima und Reisezeiten
Essen & Trinken
Übernachten
Zeitunterschiede
Gesundheit
Drogen
Ausrüstung / Kleidung
Feiertage und Feste
Märkte
Souvenirs & Kunsthandwerk
Toiletten & Trinkwasser
Ecuador von A - Z
Wirtschaft
Kultur
Musik
Literatur
Presse
Film, Funk & Fernsehen
Sport
Geschichte
Megadiversität
Galapagos die verwunschenen Inseln
Galapagos Meeresschutzgebiet
Naturschutzgebiete und Nationalparks
Indigene Kulturen
Ethnische Gruppen
Flora und Fauna
Alexander von Humboldt
Anden - Hochland
Quito Colonial
Quito Umgebung
Pichincha Vulkan
Panamericana Norte
Otavalo
Ibarra
Reserva Ecológica El Angel
Panamericana Sur
Nationalpark Cotopaxi
Ambato
Baños
Riobamba
Guaranda
Zug zur Teufelsnase
Inka-Trail
Cuenca
Ingapirca
El Cajas Naturschutzgebiet
Zaruma
Loja
Peruanische Grenze
Vilcabamba
Nationalpark Podocarpus
Berge & Vulkane
Cayambe (5.790m)
Las Illinizas
Cotopaxi (5.897m)
Tungurahua (5.016m)
Chimborazo (6.310m)
Vulkan Sangay (5.230m)
Altar Massiv
Amazonas - Dschungel
Naturschutzgebiet Cayambe-Coca - Vulkan Reventador
Tena
Misahuallí
Coca - "Puerto Francisco de Orellana"
Lago Agrio- "Nueva Loja"
Cuyabeno Naturschutzgebiet
Puyo
Macas
David gegen Goliath
Sucúa
Tzantza
Galapagos Inseln
Galápagos - Las Islas Encantadas
Klima und Meeresströmungen
Von Seefahrern, Siedlern, und satanischen Sagen
Evolution
Die Flora
Die Fauna
Reisen zu und zwischen den Inseln
Kreuzfahrten
Die Inseln
Küste & Strand
Guayaquil
Machala/Puerto Bolívar
Playas - Salinas
Montañita
Puerto López
Nationalpark Machalilla
Montechristi
Manta
Bahía de Caráquez
San Vicente
Canoa
Nordküste - Esmeraldas
Esmeraldas
Atacames
Muisne
Río Verde - La Tola
Borbón
San Lorenzo
La Tagua
Panamahüte
Ecuador Karten
Strassenkarte Ecuador
Galapagos Karte
Naturschutzgebiete
Indigene Gruppen
Quito Stadtkarte
Guayaquil Stadtkarte
Cuenca Stadtkarte
Ecuador Links

 

 


Ecuador > Wirtschaft

Tell a friend
 

Unternehmen Ecuador
Dank seiner reichhaltigen Naturresourcen und ganz unterschiedlicher Klima- und Anbauzonen besitzt Ecuador eine geradezu schlaraffenlandartige Palette an Exportmöglichkeiten.

Zu den vier dominierenden Devisenbringern zählen das aus dem Amazonastiefland herbeigepumpte Erdöl (etwa ein Drittel des gesamten Exportvolumens), eine äußerst variantenreiche Landwirtschaft (die etwa einem Drittel der Bevölkerung Arbeit garantiert), großflächig angelegte Shrimp-Aufzuchtfarmen, die fast einer Million Küstenbewohnern direkt oder indirekt Arbeit geben, sowie eine stetig höher schlagende Tourismuswelle, die im Jahre 2000 über 600.000 ausländische Besucher in das kontrastreiche Äquatorland schwemmte, Grenzgänger aus den beiden Nachbarstaaten Peru und Kolumbien mit eingerechnet (fast 90 % Individualreisende und der schmale Rest Pauschalreisende).

Wichtigste Handelspartner der Ecuadorianer sind die USA (Erdöl, Shrimps und Bananen), gefolgt von Japan, Südkorea und Taiwan (Erdöl), Kolumbien (Reis, Sardinen, montierte Autos), Venezuela, Peru, Brasilien und Mexiko (agrarische Produkte), Chile und Argentinien (Erdöl und Bananen) sowie natürlich die Europäische Union (allen voran Deutschland, Italien, Holland und Spanien).

Bodenschätze
Ecuador verfügt über weitläufige Erdöl- und Erdgasreserven, die größtenteils im Amazonasgebiet und in geringerem Umfang auch unter dem Golf von Guayaquil liegen. Die derzeitige Tagesförderung von etwa 400.000 Barrel hat bei einer der letzten Ausschreibungsrunden gleich mehrere internationale Konzerne ins Land gelockt. Die anfängliche Investition für die acht Förderblöcke im ecuadorianischen Oriente wurde auf etwa 200 Mio. US-Dollar geschätzt.

Der Exportwert des schwarzen Goldes belief sich im Jahr 2000 auf über zwei Milliarden US-Dollar, und das bei einer Ausfuhr von fast 150 Mio. Barrel. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete dies ausschliesslich aufgrund des günstigen Weltmarktpreises eine enorme Volumensteigerung, die einmal mehr die sensible und einseitige Abhängigkeit des Landes vom Erdöl verdeutlicht. Dem weiteren Ausbau des Sektor petrolero, d. h. dem Einstieg neuer Konsorten, kann dies jedoch keinen Abbruch tun – nicht einmal die Voraussage, daß im Jahr 2015 die Reserven zur Neige gehen sollen.

In Kürze ist mit einer Erweiterung der bereits bestehenden, 600 km langen transecuadorianischen Pipeline von Shushufindi/Lago Agrio bis zur Raffinerie in Esmeraldas, zu rechnen (vgl. dazu "David gegen Goliath" im Kapitel Oriente).

Zwölf der weltweit größten Bergbauunternehmen (Mining Companies) schürfen metallische Bodenschätze wie Gold, Silber, Kupfer, Zink, Blei, Magnesium und Eisen. Ihre Etablierung im Lande wurde durch die hundertprozentige Zollbefreiung für die Einfuhr von Maschinen und Betriebsmitteln sowie durch die Aufhebung von Gemeindesteuern in Konzessionsgebieten ermöglicht. Die zu bezahlenden Abgaben (Royalties) betragen lediglich 3 % der Bruttoproduktion. Als zusätzlicher Anreiz wird auf den Vertrieb mineralischer Substanzen keine Mehrwertsteuer erhoben. Das Interesse an der Ausbeutung der bisher mit primitivsten Methoden bewirtschafteten Minen ist seitdem unablässig gestiegen. Es wird damit gerechnet, daß in den nächsten Jahren alljährlich Gold im Wert von mehreren hundert Mio. Dollar exportiert wird.



La Tala de Bosques – Die Abholzung der Wälder
Eine Waldfläche von fast 15 Mio. ha (mindestens 35 % davon stehen unter Naturschutz) garantiert auf viele Jahre hinaus eine florierende Forstwirtschaft. Dabei liegen zwei Drittel des genutzten Waldes im östlichen Amazonastiefland.

Der abgeholzte Rest stammt hauptsächlich aus den Provinzen Esmeraldas und Manabí sowie in bedingtem Maße auch aus dem Hochland. Nachts kann man auf den Straßen nach Esmeraldas tiefliegende Schwertransporter mit gewaltigen Rohstämmen für die Verschiffung nach Übersee beobachten. Falls der massive Holzschlag diesen beschleunigten Rhythmus beibehalten sollte (über 150.000 ha pro Jahr), wird in Ecuador außer in Naturschutzgebieten in etwa fünfzig Jahren kein einziger Baum mehr stehen. Wiederaufforstungsprogramme existieren zwar, kommen bei der derzeitigen Abholzungsquote jedoch bei weitem nicht nach.

Zu den begehrtesten Nutzhölzern gehören neben wertvollen tropischen Edelhölzern auch Balsa sowie schnell wachsende Eukalyptusbäume und leicht zu verarbeitende Pinien aus dem andinen Hochbecken. Die fertigen und halbfertigen Produkte werden in die USA, nach Korea, Japan, Peru, Venezuela, Kolumbien und in andere lateinamerikanische Länder exportiert. Die Produktpalette ist groß: Holz-, Furnier- und Preßspanplatten, Verschalungen, Fußböden, Türen und Einbauschränke. Einen besonderen Stellenwert nimmt Balsaholz ein. Es wird in den Naturwäldern und Plantagen auf über 25.000 ha geschlagen. Mehr als 45 Länder kaufen das weiche Holz blockweise, um es anschließend zu formen oder für industrielle Zwecke zuzuschneiden.

Ecuadors Landwirtschaft
Die tropisch-heißen, agrarisch genutzten Landstriche der breiten Küstenebene sind von riesigen Bananen-, Kakao-, Tabak-, Baumwoll- (algodón) oder Obstplantagen geprägt. Oft soweit das Auge reicht!

Während des 19. Jh. galt Ecuador als das Land des Kaffees. Aber die Zeit der blaublütigen Bohnenbarone gehört seit langem der Vergangenheit an. Ende dieses Jahrhunderts hat sich die rückläufige Tendenz des Kaffee-Exportes sogar noch beschleunigt. Aufgrund der qualitativ überlegenen Konkurrenz in den für Europa näher liegenden Anbaugebieten in Kolumbien, Brasilien und Mittelamerika, gefallener Weltmarktpreise und seuchenbedingter Ernteausfälle ist das Exportaufkommen der ecuadorianischen Kaffeebohne allein in den letzten zehn Jahren praktisch auf ein Drittel zusammengeschrumpft. Kleine und mittlere cafeteros (Kaffeebauern) zählen daher auch mit zu den Ärmsten unter der ohnehin notleidenden campesino-Bevölkerung. Trotzdem werden heute noch die beiden meistgekauften Kaffeesorten im Lande angebaut (Arabica und Robusta). Auf einer Fläche von etwa 300.000 ha (vornehmlich in den Provinzen Manabí, Los Ríos, El Oro und Loja) werden jährlich über eine Mio. Säcke produziert. Exportiert wird vor allem innerhalb Südamerikas, nach Europa und in die Vereinigten Staaten. Insgesamt betrachtet ging der Wert des Kaffeeexportes jedoch in verheerendem Masse zurück: von etwa 365 Mio. USD 1994 auf nur 22 Mio. USD im Jahr 2000.

Über ein Jahrhundert lang war Ecuador weltweit der bedeutendste Produzent und Exporteur von Kakao. Die ersten Krisensymptome der goldenen Kakao-Ära traten jedoch bereits mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges auf, als der Hamburger Hafen seine Pforten schloß und die Preise in den Keller purzelten. Seit dieser Zeit hat sich der ecuadorianische Kakaoexport eigentlich nie wieder richtig erholen können. Der Trend ist weiter rückläufig. Während die Handelsbilanz des traditionsreichen Produktes im Jahre 1985 noch 140 Mio. US-Dollar auf die Waagschale brachte, waren es 1996 noch 90 Mio. und im Jahr 2000 gerademal 38 Mio. Dollar.

Die wunderbare Frucht zur Herstellung feinster Tafelschokolade wird besonders in den Provinzen Los Ríos, Guayas, El Oro und Manabí angebaut. Die Hauptabnehmer in den USA, in Argentinien, Belgien, Japan, Holland, Ungarn, Großbritannien, Italien und Chile schätzen den exquisiten "äquatorialen" Kakao als den besten der Welt. Zumindest dieses Prädikat kann ihm auch heute keiner nehmen!

Im Schwemmland des Río Guayas und seiner zahlreichen Zuflüsse, vor allem in der dichtbevölkerten Provinz Los Ríos (um Babahoyo), wird auf weitläufigen Feuchtflächen traditionell Reis (arroz) angebaut. Aber auch großangelegte Felder nicht traditioneller Produkte wie Soja oder Sonnenblumen sind im inneren Küstenbereich inzwischen keine Seltenheit mehr. In der Region um Santo Domingo und Quevedo sowie bei Lago Agrio im Oriente sieht man auch ganze Wälder in Reih und Glied stehender Ölpalmen (palma africana).

Zuckerrohr (caña de azucar) wird hingegen seit Jahrhunderten in Manabí, Guayas, Los Ríos und Esmeraldas sowie auch in den subtropischen Tälern der westlichen Andenausläufer (zwischen 600 und 1.800 Höhenmetern) angebaut. Das pflanzliche Elfenbein Tagua und das geschmeidige Palmstroh (paja toquilla) zur kunstvollen Herstellung der berühmten Panama-Strohhüte wird vornehmlich in den Provinzen Manabí und Guayas geerntet.



Die Teeplantagen der monopolistischen Gesellschaft Té Zulay befinden sich auf der amazonischen Seite der Kordillerenkette in den extremen östlichen Andenausläufern der Provinzen Pastaza und Morona Santiago. Dort werden jährlich etwa 1000 Tonnen geerntet.

Zum Symbol für den schleichenden Untergang vieler Tabakplantagen um Esmeraldas und im Einzugsgebiet des Río Guayas wurde der Zusammenbruch der traditionsreichen einheimischen Zigarettenfabrik von El Progreso. Im Exportgeschäft spielt die Droge nur noch eine untergeordnete Rolle. Das Exportvolumen stieg jedoch innerhalb der letzten 10 Jahre um das fünffache an!

Unter den nichttraditionellen Früchten und Fruchtsaftkonzentraten verzeichnete die Passionsfrucht (maracuyá) in diesem Jahrzehnt einen geradezu phantastischen kommerziellen Erfolg. Sie kann das ganze Jahr über geerntet werden und kommt der steigenden Nachfrage aus den USA, Kanada, Frankreich, Holland und der Schweiz bei weitem nicht mehr nach.

Von Oktober bis Januar ernten viele ecuadorianische Obstanbauer auch die voll im Trend liegenden Mangos, deren Anbau in der Küstenregion inzwischen über 5.000 ha Fläche einnimmt. Einer der größten Importeure verschiedener ecuadorianischer Früchtesorten ist übrigens die Bundesrepublik Deutschland!

In den tieferen und höheren Regionen des innerandinen Hochbeckens werden traditionell Weizen (trigo), Kartoffeln (papas), Mais (maíz), Bohnen (fréjol) sowie Obst und Gemüse (legumbres) angebaut. Aber auch hier hat die Aufzucht und Ernte von nichttraditionellen Produkten in den letzten Jahren enorm zugenommen. Dies wurde vor allem durch eine effiziente exportorientierte Marktpolitik erreicht, die dem Weltmarkt Tür und Tor öffnete. Von 1986 bis 1999 wuchs der nichttraditionelle Sektor durchschnittlich um 30 % pro Jahr und macht heute fast ein Viertel des gesamten Exportvolumens aus.

Bestes Beispiel hierfür sind im nördlichen Hochland (Pichincha und Imbabura) unter langgezogenen Foliendächern gezüchtete Blumen (flores). Im Laufe weniger Jahre hat die Rosen-, Nelken-, Margariten- und Chrysanthemenzucht dank eines ausgeglichenen Frühlingsklimas in diesen und anderen Gebirgsregionen Ecuadors einen sehr hohen Entwicklungsstandard erreicht. Schnelle Luftfracht sorgt für die reibungslose Verteilung auf nordamerikanischen, europäischen und asiatischen Märkten. Die duftende Ware geht vor allem in die USA, nach Kanada, Europa, Chile, Argentinien, Hongkong und Rußland. Die hervorstechenden Eigenschaften der stachellosen, geruchsstarken, in Größe und Farbe scheinbar unübertroffenen Rosen aus Cayambe konnten auf Fachmessen offiziell bestätigt werden. Die mittelfristige Zukunft der geblümten Handelspartnerschaft Ecuador-Deutschland soll sich hierbei mehr als rosig dargestellt haben. So hat sich die Handelsbilanz von 1991 bis zum Jahr 2001 von etwa 20 Mio. auf über 200 Mio. US-Dollar gesteigert.

Besonders erwähnenswert sind vor allem auch die ecuadorianischen Erdbeeren (frutillas), die dem Land hinsichtlich neuer, in Expansion begriffener Produkte zu internationalem Ruf verhalfen. Ihr Aroma, ihre Farbe und ihr Duft erfreuen sich vor allem in Ländern mit vier Jahreszeiten immer größerer Beliebtheit. In Ecuador können Erdbeeren ohne Ausfallzeiten das ganze Jahr über geerntet werden.

In der Gegend um Cuenca und Papallacta werden Regenbogenforellen (truchas) für den Export gezüchtet. Rein geschmacklich können es diese mit einigen freilebenden Prachtexemplaren aus entlegenen Andenlagunen natürlich nicht aufnehmen. Zu einem ausgesprochenen Mode-Zuchtfisch hat sich auf dem Binnenmarkt der Tilapia gemausert, ein eingeführter afrikanischer Süßwasserfisch mit recht vielen Gräten, der heute in manchen Restaurants des Oriente, an der Küste und im Noroccidente auf dem Menüplan steht.

Alles Banane !
Der weltweit größte Exporteur von Bananen (bananos, die Einheimischen sagen auch guineo oder seda) verfügt durch die Äquatorlage und der zum Pazifik hin flachen Küstenebene über ein ideales Klima, das den Anbau der nährstoffreichen Staudenfrucht das ganze Jahr über garantiert. Über 150.000 ha Bananenplantagen sorgten im Jahr 2000 für über 4 Mio. Tonnen der süßen Schiffsfracht im Gesamtwert von über 820 Mio. US-Dollar. Hauptziele der qualitativ als superior eingestuften ecuadorianischen Banane sind vornehmlich die USA, Kanada, Deutschland, Belgien, Holland und Italien sowie neuerdings auch Japan, Korea, Perú und Chile.

Zwanzig Jahre nachdem das Erdöl die Banane vom ersten Rang unter den heimischen Exportschlagern verdrängt hatte, eroberte sich die Frucht im Juli 1997 diesen Platz zumindest für kurze Zeit wieder zurück. Dabei hatte sie in vorangegangenen Jahren schon mehr als einmal ihre heilsame Wirkung bei Wirtschaftsflauten gezeigt.



Die Geschichte des ecuadorianischen Bananenexportes geht auf die auslaufenden vierziger Jahre zurück, als der mächtige US-Konzern United Fruit Company sich der gewinnträchtigen Frucht annahm. Innerhalb der ersten drei Erntejahre (1948-51) stieg ihr Anteil am Exportvolumen um das Zehnfache an, was zu diesem Zeitpunkt etwa der Hälfte der gesamten Wirtschaftseinnahmen gleichkam. Den ersten "Ausrutscher" gab es dann bereits 1956, als der anfänglich heftige Boom zunächst so schnell zu Ende ging, wie er begonnen hatte.

Nach den zahlreichen Auf- und Abschwüngen der letzten fünf Jahrzehnte ist die Banane heute jedoch nicht mehr aus der Exportwirtschaft wegzudenken. Der hohe Entwicklungsstandard und die ausgefeilten Schutz- und Frischhaltetechniken der heimischen Bananenproduktion erfüllen weltweit die strengsten Anforderungen. Ihr wiederholtes Comeback gilt als Musterbeispiel für eine zukünftige innovative Produktpalette.

Dutzende von traditionellen Gerichten und Halbfertigprodukten aus insgesamt zwölf eßbaren Bananensorten (plátanos) erfreuen sich unterdessen im Binnenland größter Beliebtheit – angefangen bei gerösteten Bananenchips (chifles) über ballaststoffreiche Bananenpuffer (patacones) und käsegefüllte Bananenknödel (bolo de verde) bis hin zu Kaubananen oder vitaminhaltigem Bananenpüree. Letzteres wird aus der reifen Cavendish-Sorte gewonnen. Gelbe Bananen werden guineo oder auch seda genannt. Grüne, sehr schwer zu schälende Kochbananen heissen verde genannt. Sie können auf jede erdenkliche Art und Weise zubereitet werden. Es wurden schon ganze Bananenkochbücher darüber geschrieben.

Weich gebratene Bananenschnitten heißen maduro, tiefgefrorene orangefarbene oritos ergeben wiederum ein leckeres Speiseeis. Weitere 18 wilde Unterarten sind schlichtweg ungenießbar. Diese krummen Verwandten der niveauvoll kultivierten manos (Stauden) werden jedoch von Affen und anderen vierbeinigen Säugern hochgeschätzt.

Shrimpzucht und Fischfang
Auch beim beim Shrimpexport stand Ecuador bis vor kurzem noch an der Spitze. Das Zusammenspiel aus hervorragenden klimatischen Verhältnissen und modernen Aufzuchtmethoden hatte das Land Mitte der 90ziger zum größten Shrimp-Produzenten und viertgrößten Exporteur der Welt gemacht. Die ecuadorianischen Krabben werden wegen ihrer Größe, Festigkeit und Farbe sowie ihres hervorragenden Geschmacks gerühmt. Überzüchtung und damit verbundene Krankheiten führten jedoch zu einer negative Wende. Während 1998 noch über 100.000 Tonnen im Gesamtwert von fast 900 Mio. USD exportiert wurden, fiel das Exportvolumen im Jahre 2000 auf etwa 35.000 Tonnen (unter 300 Mio. USD) zurück. Die Garnelen gehen hauptsächlich in die USA, die 75% der Gesamtausfuhr erwerben. Der Rest verteilt sich auf die Märkte der EU. Die camarones werden in etwa 1.500 Farmen gezüchtet, die eine Gesamtfläche von über 130.000 ha einnehmen.

Andererseits sind die groß angelegten Camaronera-Becken für das massive Sterben der Mangrovenwälder verantwortlich.

Da in den Aufzuchtanlagen selbst nur wenig Personal benötigt wird, herrscht in den Dörfern am Rande der schwerbewachten Shrimpfarmen oft bittere Armut. Für viele Bewohner ist Diebstahl mitunter die einzige Möglichkeit, an die kostbaren Krabben heranzukommen.

Seit 1950 wird vor der ecuadorianischen Pazifikküste industrieller Fischfang betrieben. Aufgrund des Zusammentreffens des kalten Humboldtstromes mit dem warmen Panamastrom verfügt das Land über einen mannigfaltigen Fischreichtum.

Nach Bananen sind Meeresprodukte seit 1985 zum zweitgrößten "erneuerbaren" Exportartikel avanciert. Ganzjährige Fangzeiten und eine moderne exportorientierte Konserven- und Fischmehlindustrie ermöglichen die dauerhafte Weiterverarbeitung von Seezungen (lenguado), Sardinen (sardinas), Schwert- und Thunfischen (picudos und atún).

Ideale Wassertemperaturen schaffen zudem die optimalen Voraussetzungen für die Entwicklung von Meeresfrüchten wie Langusten, Kalamar, Herz- oder Miesmuscheln (conchas), die sich in Deutschland, Spanien, Japan, Kolumbien und Mexiko steigender Nachfrage erfreuen. Insgesamt wurden im Jahre 2000 fast 80.000 Tonnen an Fisch und Meeresfrüchten im Gesamtwert von 364 Mio. USD exportiert.



Per Rückenflopp über die Jahrtausendhürde
Von Beginn der 50er Jahre bis etwa Mitte der 80er war die ekuadorianische Wirtschafts- u. Außenhandelspolitik gänzlich der Regie des Staates unterstellt. Von der Etatzuteilung für die entfernt gelegenste Gesundheitsbehörde bis hin zur Festlegung der transnationalen Investitions-, Handels- u. Industrialisierungspolitik, übernahm Vater Staat die Rolle des größten Geldgebers u. -verteilers, allgegenwärtiger Überwacher des gesamten wirtschaftlichen Wachstums.

Wobei diese Art von patriarchalischer Einmischung vielmehr mit einer Art von verbohrtem Protektionismus und “vetterlicher” Anteilnahme als mit sozialen oder gar sozialistischen Sympathiezuwendungen zu tun hatte. Das tropische Andenland bildete somit zumindest im lateinamerikanischen Kontext keinerlei Ausnahme.

Dadurch entstanden und entwickelten sich die wichtigsten Sektoren unter den Fittichen des Staates. Dies führte zwangsläufig zu einer willkürlichen, selektiven und konsequenterweise auch korrupten Subventionspolitik. Die Folgen waren mitunter monströse unbewegliche Staatsmonopolgesellschaften und ein bürokratisch gelenkter Privatsektor, der an Leistungsschwäche, exzessiven Kosten und wettbewerbsunfähigen Betrieben krankte. Diese waren zwar einerseits durch hohe Zölle geschützt, andererseits aber durch mangelnde Produktivität gekennzeichnet. Das strategische Bündnis aus Staat und staatlich gelenkten Unternehmen verzögerte dringend benötigte Reformen, da zuviele der daran beteiligten Akteure wirtschaftlichen Profit und politische Vorteile genossen.

Während der ersten Hälfte der 90er Jahre, und teilweise auch schon unter León Febres Corderos Regierungszeit Mitte der 80er, begann sich dann langsam eine neue Tendenz abzuzeichnen. Anhand von kurz- u. mittelfristigen metas económicas (Wirtschaftszielen) versuchte sich das Land ein weitaus dynamischeres wie auch weltoffenes Modernisierungsprogramm einzuverleiben. Im großen und ganzen ist dies auch gelungen, selbst wenn klamaukenhafte Kabinettskrisen der Durchsetzung einer wirtschaftlichen Neustrukturierung heute noch so mancherlei Schnippchen schlagen können.

Von Herbst 1992 an erfuhr die chronisch stagnierende ekuadorianische Wirtschaft nach den “verpassten Chancen” der 80er Jahre ein bemerkenswertes Wachstum (bzw. nach der “Abzockerei” eines völlig vergeudeten Jahrzehnts für die meisten lateinamerikanischen Länder). Die Inflationsrate ging deutlich von weit über 60% Ende 1992 auf 23% Ende 1995 zurück. Ein Trend der heute wieder rückläufig ist. Das Realeinkommen konnte leicht verbessert und die Arbeitslosenquote gesenkt werden. Auch diese hat inzwischen wieder einen Anstieg zu verzeichnen. Der wirtschaftspolitische Stil der neoliberalen Sixto-Regierung (1992-96) unterschied sich dabei deutlich von den improvisierten und kleinkarierten Stabilisisierungsprogrammen demokratischer und militärisch gewählter Vorgänger.

Eine der Hauptstützen des aggressiven, vom Parlament teils stark abgebremsten Modernisierungsplanes, war die Inflationsbekämpfung, die auf einer Kombination aus rigoroser Haushaltsdisziplin und massenhaften Privatisierungen (bzw. Privatbeteiligungen) basierte. Dabei wurden nahezu 170 Industrie-, Handels- u. Dienstleistungsbetriebe zum Verkauf feilgeboten. Die Regierung setzte voll auf Investitionsfreiheit, was eine Aufhebung von Restriktionen, Zöllen, Steuern, Verwaltungs- u. Wechselkursschranken, sowie eine vorteilhafte Umverschuldung zur Folge hatte. Der Staat begann zum erstenmal die Rolle eines Förderers zu übernehmen, in der Absicht die protektionistischen Modelle aus dem Weg zu räumen.

Seitdem werden die Benzinpreise im freien Spiel von Angebot und Nachfrage bestimmt. Die Strom-, Telefon- und Lebensmittelkosten schossen kometenhaft in die Höhe, und ein “geleaste” Auto-Importwelle überschwemmte das Land.

Einer effizienteren Bürokratie zuliebe wurden allein während Sixtos Amtszeit 73.000 staatliche Stellen gestrichen.

Subventionen wurden weitgehendst abgeschafft oder lediglich im Rahmen eines (unzureichenden) Armutsplanes für Gas und Transport beibehalten. Andererseits zeigte die Aufnahme Ekuadors in die Welthandelsorganisation WTO im August 1995, daß sich das Land dazu verpflichtet fühlt ein wettbewerbsfähiges und transparentes Handelssystem aufzubauen.

Die Umprogrammierung der ekuadorianischen Staatsschulden im Rahmen des sogenannten Brady-Planes bringt dem Auslandsschuldendienst bis zum Jahr 2.000 zumindest eine Erleichterung, auch wenn sich allein die jährlichen Zinszahlungen seit 1995 auf über 250 Millionen Dollar belaufen. Mit dem Brady-Abkommen, daß auf einer bedeutenden Kapitalreduzierung und der Umlenkung der Schuldenzahlungen bei einer 30-jährigen Frist beruht, wurde ausländischen Investoren und Bankiers die Möglichkeit gegeben frisches Kapital ins Land fließen zu lassen und feste Kreditlinien für die Produktion aufzunehmen. Dies wurde in Wirtschaftskreisen als großer Erfolg angesehen, nachdem Ecuador 1987 die Schuldenzahlungen - pro Kopf einer der höchsten der Welt - aufgrund gescheiterter Umschuldungsmaßnahmen einstellen mußte. Nur wenige Jahre nach der inoffiziellen Bankrotterklärung begannen multilaterale Kreditorganismen als auch private Instanzen wieder für das Land zu bürgen. Die interamerikanische Entwicklungsbank und der internationale Währungsfond kamen zur Ansicht, daß Ecuador mit seiner vollen Aufnahme in das internationale Kreditsystem viel Terrain zurückgewonnen hat.

Lesen sie mehr dazu im Reiseführer Ecuador von Volker Feser

 

Tell a friend
 
Ecuador Galapagos
Ecuador - Categories
Ecuador Travel & Tourism
Entertainment
Galapagos
Handcrafts & Souvenirs
Lodging
Restaurants and Bars
Spanish Schools
Tour operators
Transportation
Travel guidebooks
Virtual Tours
Ecuador Arts & Culture
Arts Ecuador
Events in Ecuador
Museums in Ecuador
Music Ecuador
Ecuador Business
Professional Services in Ecuador
Trade and Industries in Ecuador
Zurück - Seitenanfang - Werbung auf ExploringEcuador - Link zu uns - URL anmelden

© & ® 1997 - 2007 ExploringEcuador
Legal Terms