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Das gerademal zwei Stunden von Machala entfernte, auf 1.200 Höhenmetern
gelegene Goldgräberstädtchen, ist vom internationalen
Tourismus bislang völlig verschont geblieben. Nicht mal die
weitgereistesten Globetrotter haben den kurvenreichen Weg in diesen
wunderbaren Winkel unseres Planeten gefunden. Dabei ist das “Freiluftmuseum
Zaruma” sicherlich ein ganz grosser Geheimtip, ein kleines
architektonisches Juwel Südamerikas, bewohntes Zeugnis einer
blühenden goldgelben Vergangenheit. Reich dekorierte Häuserzeilen
aus dem letzten Jahrhundert prägen heute noch den einstigen
Zufluchtsort der aufmüpfigen Cañari, welche nach der
Zerstörung der Inka-Festung Tomebamba (Cuenca) der Rache Atahualpas
entfliehen konnten. 50.000 von ihnen sollen dabei den Massakern
des Sonnenkönigs zum Opfer gefallen sein. Andere ließen
sich an diesem Ort nieder.
Laut Schulbüchern wurde Zaruma im Jahre 1549 durch den Capitán
Alonso de Mercadillo gegründet, und erlangte seine Unabhängigkeit
von der span. Krone am 26. Nov. 1820. Dabei war die Ausbeutung des
gelben Metalls seit jeher seine Wirtschaftsgrundlage. Selbst heute
lebt 90% der Bevölkerung direkt o. indirekt von den meist prekären,
d.h. mit einfachsten Methoden ausgebeutete Minen in der Umgebung.
Das kleine Bergstädtchen, auf halbem Wege zwischen Machala
und Loja gelegen (zumindest in Kilometern ausgedrückt), lädt
trotz all seiner infrastrukturellen Mängel zum Bleiben ein.
Die Leute sind friedliebend u. freundlich, das Frühlingsklima
mehr als angenehm, und fürs Fotoalbum ist die ehemalige Opernstadt
ein absolutes Muß! Wenn schon Zeit für einen kurzen Zwischenaufenthalt
im Süden Ecuadors bleibt, dann am besten dort!
Neben den vielen herrlichen Kolonialhäusern in mehr oder weniger
gutem Zustand sind die Kirche und das urige Museo beim Municipio
weitere Sehenswürdigkeiten. Das schönste Fotopanorama
hat man übrigens oben vom städtischen Schwimmbad. Der
Blick auf Zaruma und die umliegenden Berge ist schlichtweg ergreifend!
Die mit modernerer Technik arbeitende Goldmine der Bira S.A. (ein
paar hundert Meter vor dem Ort links) erlaubt manchmal Besuchern
den Zugang zu den Stollen. Nicht vor den schwerbewaffneten guardias
zurückschrecken! Freundlich um Erlaubnis bitten u. den Ausweis
hinterlegen! Die Mine gilt im Gegensatz zu den anderen als sicher
vor Einsturzgefahr.
In Malvas, etwa 20 Min. nordwestl. v. Zaruma, schön auf einem
Talvorsprung gelegen (COOP. PACCHA), gibt es eine Kirche mit naiv-religiösen
Wandmalereien im Innern. Ein barfüßiger “Pförtner”
schließt jedem Besucher gern die Tür auf, auch Fotos
sind kein Problem. Ein bescheidenes Trinkgeld für Restaurationsarbeiten
an den religiösen Fresken besiegelt dann die Freundschaft und
garantiert ein gutes Gewissen. Diese Kirche ist bei näherer
Betrachtung was besonderes, wenn auch nur von innen. Ein typisches
Stück Südamerika, auch für Glaubensmüde!
Wenige Kilometer vor Zaruma, unten im Tal auf etwa 600m Höhe
an der gleichen Zufahrtsstraße, liegt ein weiterer Goldgräberort:
Portovelo. Wirklich nichts besonderes sollte man meinen, wenn es
da nicht den unglaublichen Magner Turner gäbe, welcher dort
ein Museo Mineralógico besitzt, daß jedes Geologenherz
zum hüpfen bringt. Mister Turner, Ekuadorianer nordam. Abstammung,
wurde sozusagen in den Minen geboren. Teile seiner Kollektion aus
insgesamt über 3.000 Fundstücken bestehend, wurden bereits
auf mehreren intern. Ausstellungen vorgeführt. Der angesehene
Geologe u. Minenarbeiter ist außerdem der Entdecker einer
antiken, im Urwald verschollenen Ruinenstadt bei Zamora, welche
vor wenigen Jahren weltweites Aufsehen erregte.
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