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| Altar Massiv |
Theodor Wolf sah im 5.320m hohen, längst erkalteten Altarmassiv, eine “meisterliche Schöpfung des Universums”. Professionelle Bergsteiger sprechen heute von “Pastoraler Erhabenheit”. So nennt sich der höchste Gipfel dieses würdevollen Ungetüms der Ostkordillere (Cordillera Real o. Oriental), El Obispo, “Der Bischof”. In Quetchua-Sprache heisst der Altar Cápac Urco, “Herrscher der Berge”. Indianische Legenden behaupten, dass er zu Urzeiten einmal höher als der Chimborazo war. Ein unvorstellbares Mega-Beben hätte den Krater zum Einsturz gebracht, und ein “neunzackiges Halbrund” hinterlassen.
Der östlich von Riobamba gelegene Altar gilt aus technischer Sicht als problematisch. Seine vereiste “C-Krone” weist insgesamt neun scharfkantige Gipfel auf. Wobei inzwischen alle bestiegen wurden, zuletzt die 5.160m hohe La Monja Grande im Jahre 1979, “Die Grosse Nonne”.
Eine Erstbesteigung des letzten unbezwungenen ekuadorianischen Andenkolosses, der bereits erwähnten “Bischofsspitze”, gelang einer von Marino Tremonti geleiteten italienischen Expedition am 7. Juli 1963. Die Gruppe kehrte zwei Jahre später wieder zurück, und krönte die 5.260m hohe Canonigo-Spitze, den “Domherrn” des Altar.
Garantiert nichts für begeisterte Kletteranfänger, und lediglich echten Profis vorenthalten! Trekking-Freunden hingegen kann z. B. eine mehrtägige Wandertour zu einer herrlich grünen Kraterlagune empfohlen werden, welche sich merkwürdigerweise Laguna Amarilla nennt. Dort kann dem titanischen Knacken, Bersten, und Brechen des überhängenden Gletschers gelauscht werden. Enorme Eisstürze und kreisende Kondore sind keine Seltenheit!
Der Altar, welcher dem Nationalpark Sangay angehört, ist von Riobamba über die Dörfer Químiag und Puelazo zu erreichen (von Baños aus über Penipe). Von dort aus geht es entweder bis zur Hacienda Inguisay, oder zur Hacienda Releche bei Candelario weiter. Maultiere können gemietet werden. Ohne einen erfahrenen Führer ist so ein aufregendes Unternehmen jedoch von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Seriöse Tourveranstalter in Riobamba, Baños, u. Quito, haben den Altar in ihrem Programm. Die besten Monate hierfür sind Dezember und Januar.
von
Volker
Feser, Reisebuchautor
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