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Stadtkarte Cuenca

Widerspenstige Cañari, kriegerische Inkas, goldgierige Spanier, französische Jesuiten, geborene Poeten und ein olympischer Langstreckensieger - alles starke Argumente für eine stolze Kulturmetropole mit viel Provinzcharme. Die liebenswürdigste Stadt im Andenhochland!

Das friedliebende Cuenca gilt für die meisten Einheimischen und Touristen als kulturelle und kultivierte Hauptstadt Ekuadors. Ihr gepflegter kolonialer Altstadtkern stellt neben den Galápagos-Inseln eines der sehenswertesten Reiseziele des Landes dar. In den engen Pflastersteinsträßchen mit ihren noblen Fassaden, den gedrechselten Balustraden, schmiedeeisernen Balkönchen, und frisch gestrichenen Kirchenportalen vor denen sich so manche Vorbeigehenden bekreuzigen, scheint die Zeit auf nostalgische Weise zurückgedreht worden zu sein. Fast wie in einem architektonischen Dornrößchenschlaf. Lediglich der quirlige Autoverkehr weist auf das kommende 21. Jahrhundert hin.

In keiner ekuadorianischen Großstadt werden althergebrachte Gepflogenheiten so sehr mit dem modernen Leben verflochten wie in Cuenca, wo sich innerhalb kurzer Zeit gleich mehrere Kulturen gezwungen sahen miteinander zu fusionieren, und schließlich jeder katholische Sonntag eine eigene Kirche aufweisen kann - genauer gesagt 52! Wer iberoamerikanische Städtebaukunst, geschichtsträchtige Beschaulichkeit und höfliche Menschen sucht, das verkehrslastige Quito als drückend und nervtötend empfindet, sollte unbedingt in die Hochburg des ekuadorianischen Austro reisen.

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Darüberhinaus gibt es noch einen weiteren driftigen Grund dieser südlichen Andenstadt einen Besuch abzustatten. Das traditionsreiche Cuenca ist das bedeutendste Artesanía-Zentrum von Ecuador. Anders als z. B. im nördlichen Otavalo kann der Tourist hier außer der überall angebotenen Massenware auch Qualität und Originalität antreffen. Im Umland sowie im urbanen Bereich wird mitunter das nieveauvollste Kunsthandwerk des Landes produziert. Angefangen von rustikaler bis hin zu leicht zerbrechlicher cerámica (mit feinen Pinselstrichen dekoriert), über bunte Stickereien (bordados), Schafswollpullovern (sacos de lana de borrego), Lederjacken (chompas de cuero), filigranem Silber- u. Goldschmuck (joyería), bis hin zu außergewöhnlichen Korbflechtarbeiten (cestería) und “superfeinen” Panamáhüten (sombreros de Paja Toquilla).

Das in einem 2.500m hohen Talbecken gelegene “Athen” von Ecuador wurde von den Spaniern einst auf den Namen Santa Ana de los Cuatro Ríos de Cuenca getauft. Einer dieser vier Flüsse trennt die Stadt heute in zwei Hälften: Die nördliche Altstadt und das südliche moderne Cuenca. Koloniale Fassaden stehen sich breiten Avenidas, Universitätsgebäuden und einem Flutlichtstadion gegenüber, während an den grasigen Ufern des zentralen Río Tomebamba die kunterbunten Wäschestücke einiger fleißiger cholas zum Trocknen ausliegen. Mit Glück trottet vielleicht sogar der Cuencano Jefferson Pérez das Ufer ab, stolzer Atlanta-Goldmedaillengewinner im 20 km Gehen und bisher einzigster Olympia-Sieger Ekuadors.

Die anderen drei Flüsse sind der kleinere Río Machangara, welcher die nördliche Grenze von Cuenca bildet, während der südliche Stadtrand von den Flüssen Yanucay und Tarqui durchzogen wird.

Zwischen 500 v. Chr. und 1.500 n. Chr. war die Region um die Vier-Flüsse-Stadt von den Cañari-Indianern besiedelt, welche im Gegensatz zu anderen Völkern der nördlichen Andenkette eine relativ fortschrittliche sozio-ökonomische Kulturstufe erreicht hatten. Zu ihren Errungenschaften zählten neben außerordentlichen astronomischen Kenntnissen auch eine hohe Töpfer- u. Goldschmiedekunst, sowie ein ertragreicher wohlorganisierter Ackerbau. Die Cañari nannten ihr angestammtes Gebiet Guapdondélig, was übersetzt etwa “Himmelgroßes Land voller Blumen” bedeutet. Der Begriff “Cañari” ist vermutlich eine Zusammensetzung aus “Kan” (Schlange) und “Ara” (Papagei). Diese beiden Tiere stellten für dieses Volk auch eine Art gottgleiches Heiligtum dar.

Als der Inka Tupac Yupanqui bei seinem raschen nördlichen Eroberungsfeldzug in die grünen Täler um Tomebamba (Cuenca) vorstieß, traf er dort auf heftigste Gegenwehr. Es brauchte schliesslich zwölf Jahre um die widerspenstigen Bewohner zu besiegen, wobei sich der Inka wiederholt nach Süden in die Gegend um Saraguro zurückziehen mußte. Die Sonnensöhne benannten die Region Paucarbamba - “Hochebene der Vögel” - und bauten sie nach ihrer Zerstörung durch die Kriegswirren zur wichtigsten Stadt des Chinchasuyo aus, des nördlichen Teils des riesigen Inka-Reiches Tahuantinsuyo.

Selbst nach der Eroberung des fruchtbaren Cañari-Landes, daß im Westen einst bis zur Pazifikküste und im Osten bis in die feucht-tropischen Andenausläufer des Amazonasbeckens reichte, sah sich Tupac Yupanqui gezwungen der geschmähten Urbevölkerung einen gewissen Autonomiestatus zuzugestehen.

Im Bruderkrieg zwischen dem Quiteño Atahualpa und dem Cuzqueño Huascar spielten die widerspenstigen “Cuencanos” dann eine mit entscheidende Rolle. Sie schlugen sich auf die Seite der Cuzqueños, was die vernichtenden Kampfhandlungen auf Jahre hinaus verzögern sollte. Nach dem Sieg Atahualpas über seinen verfeindeten Bruder Huascar übte dieser schließlich grausame Rache am angeblichen Verrat der Cañari. Über 50.000 von ihnen sollen auf Befehl des siegreichen Inka-Kaisers massakriert worden sein. Ihre herausgerissenen Herzen wurde überall im Lande verstreut, und die Stadt wurde bereits zum zweitenmal in ihrer Geschichte Opfer wutentbrannter Zerstörung. Die meisten Überlebenden konnten in die Gegend um das heutige Zaruma oder in den Oriente fliehen.

Die Inka-Herrschaft sollte jedoch nur 80 Jahre anhalten. Um das Jahr 1533 herum fielen die Spanier auf ihrem goldgepflasterten Weg ins sagenhafte Quitus-Land auch in Tomebamba ein. Es dauerte schliesslich keine 20 Jahre bis die von Yupanquis Sohn Huayna Capac so prachtvoll ausgebaute Stadt in Ruinen lag. Auf Initiative des im kastillischen Cuenca (Spanien) geborenen Vizekönigs von Perú, Diego Hurtado de Mendoza, wurde die Stadt im Jahre 1557 von Gil Ramírez Dávalos wiedergegründet. Mit den vielen Steinresten der Inka und nicht zuletzt auch der Cañari erstand das umstrittene Tomebamba wiederholt aus den Trümmern auf. Aufgrund der zahlreichen Goldminen im Umland und dem später einsetzenden cascarilla-Export (Chinarindenbaum zur Chininherstellung - südl. Oriente) stieg die indianische Handels- u. Kulturmetropole zu ganz neuem Glanz auf. Die Bezeichnung China leitet sich hierbei von dem indianischen Wort “Quina” für Rinde ab.

Die Spanier sollten wiederum nicht die letzten Invasoren in Cuenca bleiben, und ihre architektonischen Hinterlassenschaften nicht die einzigen Sehenswürdigkeiten in der ciudad vieja. Vier Jahrzehnte nach der Unabhängigskeitserklärung vom 3. November 1820 invadierten über 2.000 französische Jesuitenmönche auf friedliebende Weise die Stadt. Ihr prägender Einfluß ist heute auch im verspielten Dekor vieler Decken und Wände zu vernehmen. Wobei das reizvolle barrio “afrancesado” von Barranco im nördlichen Uferbereich des Río Tomebamba einen ganz besonderen Leckerbissen darstellt. Das Viertel besteht aus einem armen Teil zwischen den Brücken Puente del Vado u. Puente del Centenario, sowie einem noblen Teil zwischen der Puente del Centenario u. del Vergel. Bei einem Spaziergang sollten die pittoresken Jahrhundert-Häuser entlang des Flusses sowohl einmal von der Straße (Calle Larga) als auch vom Ufer aus betrachtet werden.

Cuenca ist im Vergleich zu anderen Städten im südlichen Ecuador nicht gerade das billigste Pflaster, zumindest was Hotels anbelangt. Preisgünstige Absteigen gibt es freilich schon, aber die sind manchmal gnadenlos heruntergekommen bis hin zu völlig verdreckt. Bei besseren u. pikkobello sauberen Hotels muß meist etwas tiefer als sonstwo in die Tasche gegriffen werden. Die schönsten Nostalgie-Herbergen befinden sich in der Altstadt. Manche haben beeindruckende koloniale oder klassizistische Innenhöfe und Frontfassaden, andere wiederum herausgestanzten französischen Decken- u. Wandschmuck, knarrende Treppenaufgänge und Galeriengänge aus längst vergangenen Tagen. Viele dieser lieblichen Hotels wurden ohne Beeinträchtigung ihrer alten Baustruktur nach Originalvorlagen renoviert. In der Stadt Cuenca gibt es daher nur eins: Ein Hotel mitten im casco colonial, alles andere würde einem kulturellen Attentat gleichkommen! Zudem ist die niveauvollste Altstadt Ekuadors meist ruhig und friedlich, ganz im Gegenteil zum kolonialen Zentrum von Quito. Das Angebot an attraktiven Hotels unter Denkmalschutz ist groß und die Auswahl fällt nicht gerade leicht. Wobei nicht alle der hier aufgeführten Unterkünfte koloniale Gebäude sind.

Sehenswürdigkeiten in Cuenca
Es gibt zwei wichtige Märkte in Cuencas Altstadt: Der tägliche mercado vor der San Francisco-Kirche (Pres. Córdova y Padre Aguirre) und der donnerstags u. sonntags stattfindende Haushaltsmarkt am Rotary-Platz (Gaspar Sangurima y Vargas Machuca). Ebenso gibt es auf dem kleinen Vorplatz vor der Carmen-Kirche täglich einen sehenswerten Blumenmarkt.

Der Parque Abdón Calderón ist einem gleichnamigen Kriegshelden gewidmet, der am 24. Mai 1822 in der Schlacht vom Pichincha einer freien Republik zuliebe sein Leben opferte. Um das Monument herum stehen acht riesige Akazien, die zusammen mit verschiedenen Palmenarten und anderen Bäumen eine harmonische Einheit bilden und den Platz überschatten. Dies ist ein sehr angenehmer Ort um das geruhsam koloniale Cuenca mit seinen noch geruhsameren Menschen auf sich einwirken zu lassen. Um den Platz herum liegen sowohl die alte wie auch die neue Kathedrale.

La Nueva Catedral oder Catedral de la Inmaculada befindet sich am zentralen Parque Abdón Calderón und kann bis zu 10.000 Gläubigen Platz bieten. Sie sollte ursprünglich zum größten sakralen Bauwerk Lateinamerikas auferstehen (Baubeginn 1886), aber ein architektonischer Fehler wußte dies angeblich zu verhindern. Die Cuencanos selbst schwören jedoch darauf, daß es sich hierbei sehr wohl um die größte Kirche auf dem Kontinent handelt: Länge 105m, Breite 55m, Kuppelhöhe 55m, Turmhöhe 65m! Initiator der Kathedrale war der 1829 in Dächingen-Württemberg geborene Geistliche Hermano Juan Bautista Stiehle. Der bauwütige Schwabe entwarf auch die gesamten Pläne für den Wiederaufbau der 1893 von einem Erdbeben durchgeschüttelten Stadt. Er starb im Jahre 1899 in seiner Wahlheimat Cuenca.

Beim Betreten des monumentalen Gottespalastes kommt sich wahrhaftig jeder wie ein irdisches Würmchen vor. Ein bombastisches Gewölbe aus hellem Alabaster und rosafarbenem Marmor, sowie drei himmelsblaue Mosaikkuppeln die das Gewand der “unbefleckten” Stadtheiligen symbolisieren, stimmen die Besucher sprachlos. Die vergoldete freistehende Halbkuppel über dem Altar, von “tropisch-salomonischen” Säulen gestützt, stellt eine Art himmlischer Lobgesang auf das christliche Amerika dar. Sie wurde in den Kunstwerkstätten des Salesianerordens geschaffen. Die Kathedrale ist tägl. v. 6.30-16.30 Uhr geöffnet.

La Catédral Vieja oder El Sagrario liegt gegenüber der neuen Kathedrale. Sie stammt aus den spanischen Gründertagen der Stadt. Mit ihrem Bau wurde bereits 1557 begonnen. Ihr Fundament besteht aus den Resten des einstigen Pumapungo-Palastes der Inkas. Im Jahre 1739 wurden die Kirchtürme von der franz.-span. geodäsischen Expedition als Referenzpunkt zur Ausmessung des Erdumfangs benutzt. Die Öffnungszeiten der frühkolonialen adobe-Kirche sind aufgrund anhaltender Restaurationsarbeiten unregelmässig.

Das Kloster und die Kirche von Carmen de La Asunción wurde 1682 gegründet. Die Kirche kann tägl. v. 6-8 Uhr morgens besucht werden. Das Kloster bleibt dem Publikum jedoch fest verschlossen. Lediglich der Eingang zum monasterio kann besichtigt werden. Hinter den Mauern leben 20 Nonnen, die sich ganz und gar dem Herrgott verschrieben haben. Sie halten keinen Kontakt zur Außenwelt und können das Kloster ein Leben lang nicht mehr verlassen. So zumindest lauten die strengen Ordensregeln. Ihr Köpfe sind völlig kahl geschoren und sie tragen niemals Schuhe!
Vor der Kirche befindet sich auf der Plazoleta del Carmen ein kleiner, jedoch sehr attraktiver Blumenmarkt. Für ein paar sucres kann dort für die freundliche Hotelrezeptionistin oder den sympathischen Stadtführer ein herrlich duftender Riesenstrauß erstanden werden!

Für ausgesprochene Kirchenfans gibt es noch eine ganze Reihe weiterer beeindruckender Gotteshäuser in Cuencas Altstadt:

Nur zwei Bocks vom zentralen Calderón-Platz entfernt befindet sich die Iglesia de Santo Domingo, mit deren Bau bereits in den ersten Jahren nach der spanischen Stadtgründung begonnen wurde. Padre Aguirre y Gran Colombia. Öffnungszeiten: Mo, Di, Mi, Fr u. Sa 7-12/15-17/18-19.30 Uhr, Do u. So den ganzen Tag über!

Ebenso zwei Blocks vom Calderón-Platz liegt die süßlich barocke Iglesia de San Francisco, in der einige Werke des cuencanischen Künstlers Figueroa zu bewundern sind. Padre Aguirre y Pres. Córdova. Öffnungszeiten: Mo - Mi 7.30-8.15 Uhr, Do - Sa 6.30-7.15 Uhr, So 7.30-9.30 u. 16-17 Uhr.

La Iglesia de San Sebastián wurde erst 100 Jahre nach der Stadtgründung Cuencas begonnen. Sie besitzt zwei schöne Kuppeln und ist der “Heiligen Jungfrau des Schnees” gewidmet. Sie befindet sich 6 Querstraßen westl. vom Calderón-Platz in der Calle Simón Bolívar u. Coronel Talbot. Öffnungszeiten: sonntags v. 8-9 u. 18-19 Uhr.

La Iglesia de San Blas mit dazugehörigem Vorplatz stammt aus dem späten 16. Jh. und wurde teilweise mit Steinen des zerstörten Pumapungo-Palastes errichtet. Sie befindet sich in der Calle Manuel Vega u. Simón Bolívar.

An der gleichen Stelle wo sich heute die weißgetünchte Iglesia de Todos Los Santos erhebt, fand bereits wenige Tage nach der Stadtgründung die erste christliche Messe statt. Calle Larga y Mariano Cueva. Öffnungszeiten: Mo - So 7-8 Uhr.

Die Ruinen von Todos Los Santos sind ein hochinteressantes archäologisches Monument dreier zeitlich miteinander verknüpfter Kulturen: Cañari, Inca und Español. Es wurde erst 1972 freigelegt. Bei genauer Betrachtung wird die unterschiedliche Bearbeitung der Steine deutlich. Die rundlich abgeflachten Blöcke stammen von der Cañari-Kultur, die nahezu fugenlose u. puzzlemässig zusammengesetzte Mauer stammt von den Inkas, während der charakteristische Steinbogen für die Mühle von den Spaniern aus den Resten beider Kulturen errichtet wurde. Die Allerheiligen-Ruinen befinden sich zwischen dem östlichen Ende der Calle Larga und der Bajada de Todos Los Santos (am nördlichen Tomebamba-Ufer). Die Anlage ist bereits vom Gehsteig aus nicht zu übersehen.

Das gepflegte Kulturbewußtsein vieler Cuencanos kommt nicht nur in seiner künstlerisch wertvollen artesanía, im alltäglichen Straßenbild oder den zwischenmenschlichen Umgangsformen und Höflichkeitsfloskeln zum Ausdruck, sondern spiegelt sich auch in den zahlreichen Museen, Expositionen und Galerien wieder. Nicht zuletzt dadurch wurde die Stadt zum permanenten Ausstellungssitz einer alljährlich stattfindenen Bilderausstellung erklärt, der sogenannten Bienal International de Pintura, an der Künstler aus aller Welt teilnehmen.

Im Museo de Las Conceptas werden in 18 Räumen ausschließlich religiöse Reliquien aus vier Jahrhunderten zur Schau gestellt. Als wertvollste Arbeit zählt hierbei das Bildnis der “Heiligen Lucía” von Fray Tomás del Castillo aus dem Jahre 1652. Das im 17. Jh. gegründete Kloster ist allein schon aufgrund seiner kolonialen Architektur einen Besuch wert. Wobei natürlich nur der Museumsteil besichtigt werden kann. Calle Hermano Miguel 6-33, zw. Pres. Córdova u. Juan Jaramillo. Die Öffnungszeiten sind von Di - Fr 9-17.30 Uhr, montags von 14.30-17-30 Uhr u. samstags von 10-13 Uhr (Eintritt 1,5 USD).

Das Museo del Banco Central hat sowohl mit Keramik - Kollektionen aus Cañari - u. Inkazeiten als auch kolonialen Schaustücken aufzuwarten. Darüberhinaus gibt es ein ethnografisches Museum, alte Fotografien, sowie auf internationalen Ausstellungen preisgekrönte Kunstgemälde. Das grausige Bauwerk wurde neben den traurigen Überbleibseln des Pumapungo-Palastes errichtet, welcher sich einstmals bis zum Río Tomebamba hinstreckte. Heute grasen lediglich noch ein paar Lamas zwischen den weitläufigen, vom deutschen Archäologen Max Uhle im Jahre 1923 entdeckten Steinreihen. Im Vergleich zum Zentralbank-Museum in Quito fällt diese Zweigstelle trotz aller Empfehlungen jedoch etwas bescheiden aus. Calle Larga u. Huayna Capac, Tel. 830625. Öffnungszeiten: Mo - Fr 9-18 Uhr, samstags 9-13 Uhr.

Eine interessante Kollektion von ethnografischen, kolonialen u. präkolumbischen Exponaten enthält das Museo Municipal Remigio Crespo Toral. Das schön renovierte Gebäude ist ganz u. gar dem italienischen Missionar Padre Crespi gewidmet, der die Stücke im Verlauf seiner weiten Reisen durch Amerika sammelte. Calle Larga 2-23 y Pres. Borrero, Tel. 833208. Die Öffnungszeiten sind von Mo - Fr 9-13/15-19 Uhr, Sa u. So 10-13 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Die in einem alten Kloster untergebrachten Schaustücke zeitgenössischer Künstler kontrastieren im Museo de Arte Moderno auf interessante Weise mit ihren kolonialen Räumlichkeiten. Es gehört mit zu den meistbesuchtesten Museen der Stadt. Hier können viele Werke der Bienal International de Pintura bewundert werden. Calle Sucre 15-27 y Talbot, Tel. 831027. Der Eintritt ist frei.

Das Museo de Las Culturas Aborigenes besitzt über 5.000 Stücke präkolumbischer Keramik und Metallwerkzeuge. Sehr interessant für Archäologen u. Anthropologen. Avenida 10 de Agosto 4-70 y Paucarbamba, Tel. 811708. Öffnungszeiten: Mo - Fr 8-12.30/14.30-18.30, Sa 8-12.30. Die Eintrittsgebühr beträgt 2 USD.

Das Museo de Artes Populares wird vom Centro Interamericano de Artesanias y Artes Populares (CIDAP) verwaltet. Es liegt etwas versteckt bei den breiten Treppenstufen zum Río Tomebamba hinunter (in der Calle Hermano Miguel 2-23) und stellt in erster Linie Kunsthandwerksarbeiten lokaler und nationaler artesanos aus. Tel. 831450. Öffnungszeiten: Mo - Fr 9.30-14.30 Uhr, Sa 10.13 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Im neueröffneten Museo de Historia de la Medicina werden neben antiquierten chirurgischen Werkzeugen auch moderne Gemälde ausgestellt. In seinem Innern befindet sich zudem ein kleiner botanischer Garten. Das Museum ist im ehemaligen Hospital “San Vicente de Paul” auf der südlichen Uferseite des Río Tomebamba untergebracht. Av. 12 de Abril, zw. Federico Malo u. Fray Vicente Solano. Öffnungszeiten: Mo - Fr 9-13/15-19 Uhr.

Ausflüge in die Umgebung
Baños
Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Wallfahrtsort Ort bei Ambato. Selbst wenn es sich hier ebenso um heiße Thermalquellen handelt die von einem (erloschenen) Vulkankrater gespeist werden. Die 8 km südwestlich vom Stadtzentrum gelegenen termas mit dazugehörigem Freizeitgelände zählen mit zu den saubersten des Landes, und ziehen an Wochenenden sehr viele einheimische Ausflügler an. Es gibt in nächster Nähe gleich mehrere preiswerte wie auch eine teure Unterkunft.

Gualaceo
Eine Fahrtstunde (35 km) östlich von Cuenca auf knapp 2.400 Höhenmetern liegt in einem breiten frühlingshaften Tal das Städtchen Gualaceo. Mit seinen sehenswerten engen Pflastersteingäßchen im Zentrum gleicht der geruhsame Ort einer Art Miniaturausgabe von Cuenca. Der durch Gualaceo führende Río Gualaceo erinnert in gewisser Hinsicht sogar an den Río Tomebamba der nahen Provinzhauptstadt. Bei angenehmen Durchschnittstemperaturen zwischen 16 u. 17 Grad erwartet den Touristen neben einer sehr schönen Umgebung auch ein altes Äquadukt (siehe zu “San Juan de Gualaceo”), einen großen Indio-Markt (keine Artesanía außer sonntags!), eine hübsche plaza mit hohen Araukarien, sowie ein erstklassiges Panorama-Restaurant, daß über einen langen von Palmen gesäumten Zufahrtsweg erreicht wird.

Zudem bietet sich Gualaceo auf sehr bequeme Weise für kleine Entdeckungsfahrten zu anderen interessanten Ortschaften im Umland an, die sich vor allem durch ihre schönen Kunsthandwerksarbeiten auszeichnen. Hierbei können Silber- u. Goldschmuck, Panamáhüte und andere Flechtarbeiten, sowie Lammwollpullover, Keramik u. Gitarren erstanden werden. Die Busse nach Gualaceo starten laufend vom Terminal Terrestre in Cuenca. Einen Ticketschalter gibt es nicht, bezahlt wird unterwegs (0,5 USD).

Wer die Absicht hat von Cuenca aus in den Oriente nach Sucua o. Macas weiterzureisen, kann in diesem Falle problemlos in Gualaceo zusteigen. Der Ort liegt genau auf dem Weg dorthin! Ein bereits vorher am Terminal Terrestre in Cuenca erstandenes Ticket für einen bestimmten Abfahrtstag (COOP. ORIENTAL) garantiert für die traumhaft halsbrecherische Strecke einen nummerierten Sitzplatz. Die Fahrtzeit beträgt mind. 9-10 Stunden! Der aus Cuenca kommende Bus hält direkt vor dem Restaurant “Oriental” an der asphaltierten Durchgangsstraße, genau vier Blocks vom kleinen Busbahnhof zurück in Richtung Cuenca gelegen. Der rote “Oriental” - Bus ist etwa eine Stunde nach Abfahrt in Cuenca am Restaurant und hält dort kurze Zeit. Auch hier können dann noch Tickets erstanden werden, vorausgesetzt es gibt noch Sitzplätze. Landschaftlich betrachtet zählt dieser Andenpass zur tropischen Provinz Morona-Santiago hinunter mit zu den aufregensten Strassen des Landes. Schwindelfreie sollten unbedingt links sitzen, allen anderen wird dringend geraten auf die sich meist rechterhand befindliche Felswand zu starren - oder die Augen zu schließen und beten!

Chordeleg
Nur zehn Busminuten von Gualaceo entfernt liegt weiter oben in den Bergen das ekuadorianische Zentrum für Gold- u. Silberschmuck. Der wohlhabende Ort trägt für viele Cuencanos auch heute noch den Beinamen chorro de oro, was übersetzt etwa soviel wie “sprudelnde Goldquelle” bedeutet. Nicht zuletzt sorgten die einst ergiebigen Goldminen von Chordeleg für den Reichtum Cuencas zu Cañari-, Inka- u. Kolonialzeiten. Dieser lang anhaltende Goldrausch ist auch an Chordeleg nicht spurlos vorübergegangen. Innerhalb des Ortes schmiegt sich ein Juweliergeschäft an das andere.

An Wochenden und zu Ferienzeiten wird das für ekuadorianische Verhältnisse extrem aufgeräumte Städtchen von Ausflüglern aus Cuenca u. Guayaquil, sowie chilenischen u. brasilianischen Touristen aufgesucht. Saubere Straßen ohne Papierschnipsel und weggeworfene Fruchtschalen, sowie nagelneu konstruierte Einfamilienhäuser, zeugen von der wirtschaftlichen Lage seiner ganz auf joyas (sprich “choyas”) eingestellten Bewohner.

Den schönsten Filigranschmuck in Form von Pfauen, Schmetterlingen, Blumen o. Miniatur-Hüten, teils als Anstecker o. Brosche, findet man u. U. in der Joyería Dorita, etwa 50m vor bzw. unterhalb der plaza auf der Haupstraße Juan Bautista Cobos. Aber auch eine ganze Reihe weiterer Geschäfte offerieren hochwertigen Gold- u. Silberschmuck, der sich von der ausgelegten Massenware in den Schaufenstern abhebt. Zu den Verkaufsfavoriten zählen Ketten, Armreife, Ringe, Medaillons und eingearbeitete Markenuhren. Sich umschauen macht Spaß, da man dabei von den Verkäufern nicht gedrängt wird. Eine Wertgarantie wird ebenso ausgestellt.

Ausser Schmuck werden vor allem am Ortseingang schöne Keramikarbeiten angeboten. Somit sei auch Freunden der Töpferkunst ein Grund gegeben dem Städtchen einen Besuch abzustatten. Darüberhinaus lebt in Chordeleg und Umgebung auch der eine oder andere Hutmacher (Strohhüte), sowie Hersteller von künstlich verziertem Schmiedeeisen (herrero).

Vom Busbahnhof in Gualaceo gehen die rot-weißen Busse der EMPRESA ASTUDILLA alle halbe Stunde nach Chordeleg (rechts sitzen). Der Fahrpreis beträgt 0,3 USD. Auch vom Busbahnhof in Cuenca fahren ständig Direktbusse in den gebirgigen Ort (Fahrtzeit über eine Stunde). Bezahlt wird unterwegs im Bus (knapp 1 USD), einen Ticketschalter gibt es nicht.

Für den Rückweg nach Gualaceo o. Cuenca muß der Bus einen Häuserblock oberhalb der plaza an der Ecke der Bótica San Francisco abgepasst werden.

San Juan de Gualaceo
Dieses winzige Dörfchen liegt eine halbe Stunde südlich von Gualaceo, auf einem von Chordeleg aus gesehen gegenüberliegenden Hügel, zu Füßen einer mützenförmigen Bergkuppe. Das besondere an diesem herrlich abgelegenen und nahezu touristenfreien Dorf sind die von der trachtentragenden indianischen Dorfbevölkerung in mühevoller Heimarbeit erstellten Panamáhüte und Lammwollpullover. Verkauft wird die authentische Ware an zwei Punkten: In dem alten weißen Haus mit blauen Tür- u. Fensterrahmen rechts neben der Kirche (Sociedad San Juanense Luz y Progreso), sowie im stubenartigen sala de exposición y ventas, der sich ebenfalls direkt an der Plaza befindet. Falls diese “Geschäfte” gerade mit einem Vorhängeschloß versehen sein sollten, muß nach dem Besitzer Ausschau gehalten werden. Der oder die können nicht allzu weit sein, da schliesslich mit überraschend aufkreuzenden Kunden gerechnet werden muß.

Auch die Fahrt von Gualaceo nach San Juan gibt allein schon viel her. Die Ausblicke auf das baumbestandene Maändertal des Río Gualaceo und die sanfte Hügellandschaft mit ihren winzigen ziegelbedeckten Lehm-Fincas sind einfach großartig (links sitzen). Dies ist eine sehr pittoreske und noch zu entdeckende Nische im südlichen Ecuador!

Wandertouren in die Umgebung, mit Übernachtungen und Mahlzeiten bei indianischen Bauernfamilien, organisiert María Dolores Quituisaca. Ihr grün-beiges Haus befindet sich ebenso an der Plaza direkt an der Bushaltestelle.

Vom Busbahnhof in Gualaceo aus startet die COOP. SAN JUAN jede volle Stunde in den gleichnamigen Ort (Fahrpreis 0.5 USD). Auf der Fahrt fällt dem Besucher linkerhand, kurz hinter Gualaceo, ein altes Äquadukt ins Auge. Dieses könnte z. B. auf der Rückfahrt von San Juan besichtigt werden. Es liegt keine halbe Stunde Fußweg von Gualaceo entfernt. Anlaufpunkt in San Juan ist der riesige, von einem gähnend leeren Basketballspielfeld dominierte Kirchenvorplatz. Von hier aus fährt der Bus wieder zurück nach Gualaceo.

Eine weitere Ortschaft, die von Gualaceo (bzw. Cuenca) aus leicht erreicht werden kann, ist San Bartolomé. Dieses Dorf befindet sich etwa 20 km südlich von Gualaceo und 30 km südöstlich von der Provinzhauptstadt auf knapp 3.000 Höhenmetern. Es ist bekannt für seine qualitativ hervorragenden Gitarren u. Bandolinen, welche ausschließlich von Ortsansässigen hergestellt werden. Als bester Besuchstag erweist sich der 16. April, an dem die fiesta des “Apfels” u. der “Gitarre” stattfindet. Die Busse nach San Bartolomé starten jeweils vom Terminal Terrestre in Gualaceo (über Chordeleg) als auch von Cuenca (über Santa Ana). Eine kleine Rundreise bietet sich an!

Kleiner und authentischer als der mercado von Gualaceo ist der sonntägliche Indiomarkt von Sigsig, etwa 25 km südlich von Chordeleg und 62 km südöstlich von Cuenca entfernt. Wenige Touristen haben sich bisher in den 2.400m hoch gelegenen Ort verirrt, der sich einst durch seine vielen Goldminen auszeichnete. Heutzutage werden in Sigsig und Umgebung Panamáhüte hergestellt. Auch archäologische Fundstücke der Kulturen Chobshi u. Shabalula werden dort manchmal unter der Hand verkauft. Mit dem EXPRESS SIGSIG ist der Ort sowohl von Cuenca als auch von Gualaceo aus leicht zu erreichen.

Biblián und Azogues
Diese beiden Kleinstädte befinden sich nördlich von Cuenca an der Panamericana Norte, auf dem Weg in Richtung Ingapirca, den bedeutendsten Ruinen des Landes. Bei einem Ausflug zur berühmten Inkastätte können somit ohne weiteres zwei kleine Zwischenstops mit eingelegt werden. Biblián u. Azogues liegen keine 10 km auseinander, und sind von Cuenca aus über die neue Autobahn in einer halben Stunde zu erreichen. Botanikerfreunden werden entlang der Strecke die vielen Capuli-Bäume auffallen, eine Wildkirschenart, die ebenso unter dem Namen “Humboldt-Kirsche” bekannt ist. Bei dieser Gelegenheit können auch am Straßenrand angebotene cascaritas probiert werden, fritierte Schweinehäute die meist mit llapingachos, d. h. käsegefüllten Kartoffelpuffern serviert werden.

Am östlichen Berghang über Azogues, dessen Bevölkerung von Seiten der Cuencanos als eine Art Ostfriesen betrachtet wird, fällt in erster Linie die gewaltige Franziskaner-Kirche der “Jungfrau des Nebels” ins Auge (La Virgen de la Nube), welche schützend über der 35.000 Einw. zählenden Hauptstadt der Provinz Cañar thront. Der Aufstieg lohnt vor allem wegen der prächtigen Aussicht. Azogues und Umgebung hat heute übrigens die höchste Auswanderungsquote des Landes zu verzeichnen. Ziel der nicht immer wiederkehrenden Heimatflüchtigen sind dabei ausschliesslich die Vereinigten Staaten und Kanada.

Ebenfalls sehr beeindruckend ist die schöne, an einem Hang über Biblián thronende, und gänzlich im gotischen Stil gehaltene Wallfahrtskirche der “Jungfrau des nachmittäglichen Sprühregens” (Virgen del Rocío), welche vor einen Grotteneingang gebaut wurde. Nicht selten können dort ehrfürchtige Pilger angetroffen werden, die sich auf ihren Knien den steilen Weg bis zur Kirche hoch quälen und inbrünstig vor sich hinjammern. Gilt unter den “biblischen Bewohnern” als nachahmenswerte Empfehlung für alle großen und kleinen Sünderlein auf Reisen!

von Volker Feser, Reisebuchautor

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