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| Film, Funk & Fernsehen |
Auf dem heimischen Kinomarkt sind vor allem der Regisseur Camilo Luzuriaga und seine Schauspieler/innen Arístides Vargas und Lissette Cabrera hervorzuheben. Während an seiner tropisch-erotischen, um die Jahrhundertwende in den Küstenurwäldern angesiedelten Produktion La Tigra, zumindest von der internationalen Kritik kaum ein gutes Haar gelassen wurde, gewann der im kolonialen Quito gedrehte Polit-Streifen Entre Marx y una mujer desnuda gleich mehrere Auszeichnungen. Darunter den Premio Coral 1996 auf dem XVIII Festival del Cine von La Habana (Cuba), Cuatro Estrellas auf dem Filmfestival von Chicago (USA), eine Nominierung der Academia de las Artes Cinematográficas de España zum besten ausländischen Film (Premio Goya 1997), sowie andere premios auf den internationalen Filmfestspielen von Mannheim, Kalkutta (Indien) und dem XII Festival de Cine Latinoamericano in Trieste (Italien). Es bleibt gespannt zu erwarten, was die eben aus den Kinderschuhen herausgewachsene, finanziell sehr limitierte ekuad. Filmindustrie, in den nächsten Jahren noch so alles von sich gibt.
Fernsehen ist in Ecuador reine Privatangelegenheit. Gebühren sind von den Empfängern keine zu bezahlen, es sei denn jemand kann sich Cable-TV oder eine Satellitenschüssel leisten. Dafür werden die Programme von etwa 20 nationalen wie regionalen Sendern derart mit Werbespots bombardiert, dass einem Hören & Sehen vergehen kann. Absolute Einschaltquoten-Renner sind monatelange, täglich ausgestrahlte telenovelas (Seifenopern) aus Mexiko, Venezuela, Kolumbien o. Brasilien, gespickt mit hinterhältigsten Charakteren, schwachsinnigen Dialogen, skandalträchtigen Liebeleien, glänzenden Luxusschlitten u. feudalen Herrenhäusern. Die Glotzegeschichten sollen vor allem eins zu verstehen geben: Die Reichen leiden im Prinzip noch viel mehr als die armen Schweine, die nichts besseres zu tun haben als sich so einen Schmarren anzuschauen!
Radioprogramme sind in Ecuador äusserst populär. Mehrere Hundert überregionale wie lokale Sendestationen gehen dabei auf “aire”. Selbst Fussballübertragungen werden allerorts noch per Radio wahrgenommen. Die Reichweiten sind aufgrund der topographischen Gegebenheiten jedoch oftmals begrenzt. Eine Finanzierung läuft ausschliesslich über Werbespots ab. Zu den beliebtesten Musiksendern gehören Radio Planeta 91.3 FM (nur in Quito u. Ambato reinzukriegen, 70er Jahre-Rock, Roots, Reggae, Funk u.v.m., u.a. mit “M.C. Pato”), La Rumbera 99.7 FM Quito (ab 20 Uhr den weltweit besten salsa!), La Bruja 104.9 FM Quito (gemischt, Nr. 1 in Ecuador), und Metro Estación 88.5 FM Quito / 95.7 FM Guayaquil (gut abgemischter Rock, Funk, Soul, Motown etc.).
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sie mehr dazu im Reiseführer Ecuador von Volker Feser
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