|
Ecuador » Ecuador Information »
|
| Las Illinizas |
Etwa 15 km vor der ersten Zufahrt zum Cotopaxi-Nationalpark (40 km südl. v. Quito), ragen rechterhand die beiden 5.000er Gipfel des Illiniza Sur und Illiniza Norte aus der westlichen Andenkordillere hervor. In prähistorischen Zeiten waren die Illinizas ein einheitliches Vulkangebilde, dessen Spitzen heute durch einen fast zwei km langen Sattel getrennt sind, und im bergsteigerischen Sine ganz unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aufweisen. Ein guter Einstieg für angehende Andinisten stellt der 5.126m hohe Illiniza Norte dar, während sein 5.263m hoher, südlicher Zwillingsbruder, definitiv nur Extremkletterern vorbehalten ist.
Eine einfache, ziemlich heruntergekommene Schutzhütte auf 4.650m, etwas unterhalb des verbindenden Sattels gelegen, bietet Bergfreunden zumindest ausreichenden Unterschlupf (Hüttenwart, Kochgelegenheit, ein Dutzend Schlafstätten, 10 USD pro Pers., Schlafsack u. Matte sind mitzubringen). Frisches Trinkwasser kann von einem Bächlein ganz in der Nähe des refugio entnommen werden. Von hier aus dauert der Aufstieg zum technisch problemlosen Nordgipfel etwa 2-3 Stunden. Es geht zunächst auf dem immer schmaler werdenden Kamm entlang, bis nach ungefähr einer Stunde der sogenannte “Paso de Muerte” (Todespass) erreicht ist.
Hört sich viel schlimmer an als es in Wirklichkeit ist! Nach Umgehen einer Steilwand (rechts herum) geht es dann links zum Gipfel hoch. Da der Nordgipfel weitgehenst schneefrei ist, stellen Höhenanpassungsschwierigkeiten und mitunter lockeres Gestein auf den letzten Metern, die einzig nennenswerten Hindernisse dar. Lediglich Anfänger mit viel Schwindelgefühl werden hier ins Stocken geraten.
Ansonsten kann dieser “leichte” Aufstieg allen Normaltouristen empfohlen werden, die wenigstens einmal im Leben einen 5.000er krönen möchten.
Steigeisen sind nicht erforderlich, Ski- o. Tourenstöcke mitunter ganz brauchbar.
Absolute Laien sollten auf einen erfahrenen Führer jedoch nicht verzichten, zumal dieser eventuell auch über ein taugliches Fahrzeug verfügt, dass den relativ umständlichen Anfahrtsweg in einem Zug meistert (fast ein ganzer Tag von Quito aus). Die Abfahrt von der panamerikanischen Strasse befindet sich etwa 5 km südl. von Machachi. An einem nicht ausgeschilderten Ort namens Tarqui geht es keine 100m vor einer Brücke links weg in Richtung El Chaupi (7 km), von dort aus weiter zur Hacienda El Refugio und dem scharf umrissenen Hügel Loma Pilango. Nach etwa 16 km von der Panamericana ist der “Illiniza-Parkplatz” erreicht (bei einem Marienschrein). Ein Jeep schafft es dann vielleicht noch 2 km weiter, bevor schliesslich ein zweistündiger Fussmarsch zur Schutzhütte hochführt. Eine gemietete camioneta von Machachi zum “Parkplatz” kostet um die 20 USD.
Sporadische Busverbindungen zw. Machachi u. El Chaupi gibt es auch. Die schöne Serpentinenwanderung von El Chaupi bis zur Schutzhütte nimmt etwa 8 Std. in Anspruch!
Die südliche Illiniza-Spitze gilt hingegen als Herausforderung für jeden passionierten Bergsteiger. Sie wurde 1880 zum erstenmal von den Gebrüdern Jean u. Louis Carrel bestiegen, während der zelebrierte britisch-ekuadorianische Kletterpionier Edward Whymper im gleichen Zeitraum zweimal kehrtmachen musste. Die Normalroute geht von der Schutzhütte aus über die Nordwand. 60 Grad Steigungen, lockerer Fels, Gletscherspalten und Lawinengefahr, sind Bestandteil des gewagten Abenteuers. Im Jahre 1973 gelang den beiden Ekuadorianern Marco Cruz und Joseph Bergé sogar eine extrem schwierige Besteigung über die gefürchtete Südflanke, welche bis heute von ganz wenigen Weltklasse-Kletterern wiederholt werden konnte.
von
Volker
Feser, Reisebuchautor
Lesen
sie mehr dazu im Reisefhrer Ecuador von Volker Feser
|