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Kreuzfahrten

Mehrtägige Kreuzfahrten quer durch das Inselreich sind das “A & O” eines jeden Galápagos-Aufenthaltes! Die Buchung und Organisation solch einer Kreuzfahrt erfolgt entweder auf dem Festland (Quito o. Guayaquil), oder auch direkt auf den Inseln selbst (Siehe dazu unter “Santa Cruz” o. “San Cristóbal”!). Wobei Touristen, die wenig Zeit zu verschenken haben, sicherlich besser gleich auf dem Festland buchen! Zumal sich einmal die Preise wenig von den Angeboten auf den Inseln unterscheiden, und zum anderen bereits von vorneweg der gewünschte Bootstyp sowie die Route sorgfältig ausgewählt werden können. Bei direkt auf den Inseln gebuchten Kreuzfahrten müssen Individualtouristen insbesonders zur Hochsaison Wartezeiten in Kauf nehmen, bzw. sind auf das Boot angewiesen, daß gerade einen Kajütenplatz frei hat. Budget-Reisenden sei diese Möglichkeit zumindest in der Nebensaison zu empfehlen, da die Ausflugsboote dann in der Regel unterbelegt sind, und die Preise für “Economic-Cruises” bis auf 50 USD pro Tag u. Person purzeln können.

Diese meist von Santa Cruz aus startenden “Billig-Boote” bieten aber oftmals nur sehr geringen Komfort, d. h.

Gemeinschaftskabinen und der tägliche Fisch mit Reis u. Bohnen! Auch Touren auf besseren, sprich komfortalen Doppelkabinen-Booten, sind auf Santa Cruz zur Nebensaison u. U. noch eine Spur preisgünstiger zu erstehen als auf dem Festland. Ob sich dadurch allerdings der Umstand lohnt erst auf den Inseln zu buchen bleibt dahingestellt.

Individualreisende mit viel Zeit brauchen sich darüber sicherlich weniger Gedanken machen. Nichtsdestotrotz garantiert eine bereits in Quito gebuchte 8- o. 15-tägige Kreuzfahrt zumindest feste Abfahrts- u- Ankunftstermine. Wer nach tagelangen “Island Cruising” noch länger auf dem Archipel verweilen möchte (der Abflug fällt manchem schwer), kann dann immernoch ein Weilchen Landurlaub auf Santa Cruz, Floreana o. Isabela mit dranhängen.

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Die Wahl des Bootes hängt ganz allein von den preislichen Vorstellungen des Reisenden ab. Von umgebauten alten Fischkuttern, über klassische Motorsegler und moderne Katamarane, bis hin zu luxuriösen Superyachten, die keinerlei Wünsche offen lassen, ist praktisch alles vertreten. Es gibt auf Galápagos insgesamt etwa 200 operierende Ausflugsboote und Kreuzfahrtyachten, wobei das größte unter ihnen, die geradezu prunkvolle Galápagos Explorer, sogar bis zu 90 Passagiere aufnehmen kann. In der Regel aber sind die meisten Boote lediglich für 10 bis 16 Passagiere konzipiert, wobei die Preisklasse dabei keine Rolle spielt. Bei den Booten wird zwischen vier verschiedenen Klassen unterschieden: Economic, Tourist, First Class u. Lujo (“Luxus”)! Die preiswerten Economic-Boote besitzen meist nur Mehrbettkabinen und Gemeinschaftsbad (von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen - “Economic Plus”!), während die Tourist Class - Boote bereits über Zweierkabinen mit Privatbad verfügen. First Class- und Luxus-Yachten sind dann wieder eine ganz andere Geschichte. Sie können oftmals nur gechartert, d. h. als “Ganzes” gemietet werden. Insofern muß sich bei Buchung bereits eine größere Gruppe zusammengefunden haben. Diese äußerst komfortablen Boote haben meistens nicht nur den besten Service und die sprachgewandtesten Naturführer mit an Bord, sondern unterscheiden sich bereits im Hinblick auf Essen, Schlafen, und diversen Zubehörausstattungen wie z. B. genügend vorhandene Schnorchelmasken und Taucherflossen. Viele dieser eleganten Yachten bieten zudem spezielle Tauchgang-Fahrten an, da sie über einen qualifizieren Instrukteur und die für “Divings” benötigten teueren Ausrüstungsgegenstände wie Preßluftflaschen, Neoprenanzüge, oder gar ein Speedboot verfügen. Siehe zum Thema “Tauchen & Schnorcheln” auch unter “Praktische Information” und insbesonders unter “Santa Cruz”!

Eine mehrtägige Galápagos-Kreuzfahrt beinhaltet immer sämtliche Mahlzeiten an Bord, sowie alle Führungen auf den jeweils anzusteuernden Inseln. Dies ist ganz unabhängig davon ob die Reise auf einer sophistizierten Traumyacht (mit Sonnendeck, “Zodiak” und anderen Schikanen) stattfindet, oder auf einem lauten wie langsamen “Dumping-Kahn”, bei dem schon die Farbe abblättert (eventuell auch die des Schiffkochs!). Geschlafen wird an Bord, während das Boot im Laufe einer Nacht den nächsten Insel-Besucherstandort anläuft.

Bei dem reichhaltigen wie laufend wechselndem Tourenangebot ist es nicht immer ganz einfach zuverlässige Tips zwecks Boots- und Agenturwahl zu geben. Zumal sowohl eine gutgelaunte Crew wie auch der o. die erstklassigen Naturführer austauschbar sind. Eine erfolgreich verlaufende Kreuzfahrt, die alle Beteiligten vollauf zufriedenstellt, hängt zuguterletzt nicht unbedingt nur von der Güte des Bootes ab, sondern auch von der Professionalität und der Herzlichkeit seiner Mannschaft. Prinzipiell gilt jedoch, daß die teueren Anbieter sich meistens auch die größte Mühe geben. Eine andere Frage ist sicherlich auch das Preis-Leistungsverhältnis. Dies könnte dann widerum auch bei relativ günstigen Bootstouren stimmen. Als kleine Hilfe bei der großen Auswahl sei hiermit von allen Komfortklassen zumindest ein repräsentativer Querschnitt an Ausflugsyachten vorgestellt, wobei einige dieser Kreuzfahrten bereits direkt von der “Flughafeninsel” Baltra aus starten. Die vorgegebenen Preise sind dabei ohne Gewähr, und beinhalten weder das Flugticket, noch die Nationalparkgebühr oder die Gemeindesteuer. Alkoholische Getränke müssen an Bord selbst bezahlt werden! Siehe zu “Kreuzfahrten” auch unter “Santa Cruz”!

Praktische Information
Jeder ausländische Galápagos-Besucher hat spätestens bei Ankunft am Schalter im Flughafen in Baltra eine Nationalparkgebühr von 100 USD in bar zu entrichten. Die dafür quittierte Eintrittskarte sollte wenn möglich nicht verloren gehen. Darüberhinaus ist im Flughafen von Baltra eine einmalige Gemeindesteuer (impuesto municipal) von 12 USD zu bezahlen. Besucher die auf San Cristóbal landen, müssen sogar eine Gemeindesteuer von 30 USD berappen. Hierfür erhält man eine sogenannte tarjeta de acceso a muelles municipales”. Diese Quittung, sei sie am Flughafen von Baltra oder von San Cristóbal ausgestellt, gilt jeweils für den gesamten Galápagos-Aufenthalt. Siehe dazu auch unter “Reisen zu und zwischen den Inseln - Baltra oder San Cristóbal ?”

Eine Hochsaison oder touristisch besonders vorteilhafte Reisezeit gibt es auf Galápagos eigentlich nicht. Die zahlreichen Tiere können das ganze Jahr über aus nächster Nähe beobachtet werden. Sonnenhungrigen sei jedoch die Regenzeit von Januar bis Juni zu empfehlen. Außer viel Regen gibt es dann mitunter auch den blauesten tropischen Himmel. Sehr wenig Tourismus gibt es nach Ostern, d. h. von Anfang Mai bis Mitte Juni, sowie von Ende September bis November.

Auch Anfang März rum ist recht wenig los. In dieser Zeit sinken die Preise bei den Kreuzfahrt-Überangeboten, sind die Hotels und Strände meist menschenleer, und die Tiere können lange ungestörte Stunden verbringen. Ausgebucht ist Galápagos vor allem während der Monate Juli und August, sowie um die Weihnachts-, Neujahrs- u. Osterzeit. Individualreisende, die während der Hochsaison auf eigene Faust auf das Archipel fliegen, haben dann nicht die besten Chancen sich einer Kreuzfahrt-Gruppe anzuschließen. Die Bootskajüten sind oft schon mit Pauschalreisenden belegt, von den “genießerischen” Hotels an der belebten Uferpromenade von Puerto Ayora garnicht erst zu sprechen.

Zusätzlich muß an dieser Stelle noch einmal auf die beiden auf dem Archipel vorherrschenden unterschiedlichen Jahreszeiten hingewiesen werden. Siehe dazu übrigens auch unter “Klima & Meeresströmungen”! Während der Regenzeit von Januar bis Juni ist besonders nachts und am Vormittag mit teils heftigsten Schauern zu rechnen. Das grüne Hochland der Inseln liegt dann meist unter dichten Regenwolken begraben, und vielleicht ausgerechnet der kurzfristige Besuch jenes paradiesischen Strandes in der Gardner Bay könnte förmlich ins Wasser fallen. Eine Regen- o. Gore Tex - Jacke sollte somit nicht im Tagesrucksack fehlen. Nichtsdestotrotz hat gerade auch die Regenzeit mit den schönsten und heißesten Sonnentagen aufzuwarten. Die Temperaturen sind tropisch-schwül und das Meerwasser angenehm warm. Dies ist die beste Zeit für ausgesprochene Badeurlauber! Der pudelwarme Ozean hat jedoch auch einen starken Mangel an Plankton zur Folge, wodurch sich widerum die großen Meerestiere seltener blicken lassen.

Tauchsportler werden somit vielleicht eher die kühlere Trockenzeit von Juni bis Januar vorziehen, wenn der mit dem kalten Humboldtstrom herbeigeführte submarine Nahrungsreichtum ganze Schulen von Riffhaien, Rochen und Meeresschildkröten anlockt. Ein wärmender Neoprenanzug ist für diver und Schnorchler dann allerdings unumgänglich.

Die Wassertemperaturen entsprechen besonders im September und Oktober eher baltischen als tropischen Verhältnissen. Auch das Meer kann zu dieser Jahreszeit sehr rauh sein. Laut Martin Bernauer, Chef der Tauchschule “Sub Aqua” in Puerto Ayora, sind die allerbesten Tauchmonate normalerweise Dezember, Januar und auch noch Februar! Wie auch immer (ob im kalten oder warmen Wasser), wer das Archipel besucht sollte sich die atemberaubende Aquariumwelt auf gar keinen Fall entgehen lassen. Selbst beim gemütlichen Schnorcheln bleibt jedem Besucher angesichts der überwältigenden Meeresfauna schlichtweg die Spucke weg! Siehe dazu auch unter “Santa Cruz - Tauchen & Schnorcheln”!

Im Küstenbereich der Inseln regnet es im Gegensatz zu den feucht-vernebelten Hochlandzonen in dieser trockenen Jahreszeit sehr selten. Aber der hartnäckige “Garúa” - Sprühregen kann dann tagelang anhalten. Viele Eilande verwandeln sich in diesen Monaten in wüstenhafte Stein-, Staub- u. Gestrüppgebilde, die zwar kaum zu längerem Bleiben einladen, hitzeempfindlichen Wandersleuten aber viele Möglichkeiten zu melancholischen Spaziergängen bieten. Der Himmel kann manchmal wochenlang bedeckt sein, und am Abend wird es mitunter empfindlich kühl. Ein Fleece-Pullover oder eine gefütterte Jacke sollte in diesen Monaten unbedingt mit ins Gepäck rein!

Die von der “Charles Darwin Station” autorisierten Naturführer besitzen entweder “nur” ein Abitur und beherrschen die englische Sprache mehr oder weniger (“nivel dos”), oder sie haben einen Studienabschluß in Biologie und sprechen zumindest ein ausgezeichnetes Englisch, wenn nicht auch noch deutsch oder französisch (“nivel tres”). Die besten Führer begleiten in der Regel auch die besten Boote! Dazu muß hinzugefügt werden, daß sich die Qualität der Galápagos-Guides im Verlauf der letzten Jahre generell stark verbessert hat. Einheimische Führer ohne Sprach- u. Biologiestudium haben bei der immer stärker werdenden Anbieterkonkurrenz heutzutage so gut wie keine Chance mehr!

Alkoholische Getränke sind auf den Galápagos-Booten recht teuer. Wer ungern auf seinen Schoppen Wein oder ein Glas Whisky zum Sonnenuntergang verzichtet, sollte bereits in Quito Vorsorge leisten. In den Geschäften von Puerto Ayora und Puerto Baquerizo Moreno kosten Spirituosen das doppelte als auf dem Festland, auf den Booten u. U. das dreifache!

Gegen Seekrankheit ist leider noch kein Kraut gewachsen. Wer noch nie gleich mehrere Tage auf Hoher See verbracht hat, sollte sich diesbezüglich in der Apotheke unbedingt ein paar Tabletten “contra mareo en alta mar” besorgen.

Obwohl diese bei besonders rauhem Seegang dann auch nicht mehr viel nützen. Es ist somit nichts außergewöhnliches bei langen Inselüberfahrten zur Mittagszeit einen leeren Speiseraum vorzufinden, oder einen bleichgewordenen Touristen wie einen Seehund röchelnd über der Reeling hängen zu sehen. Wer sich im Kopf und Magen schummrig fühlt, legt sich am besten gleich in seiner Kajüte flach. Nach kurzer Ruhepause geht es dann meist schon wieder etwas besser.

Trocken- und Naßlandungen (“dry and wet landings”) sind für Galápagos-Besucher feststehende Begriffe. Es gibt inzwischen sogar T-Shirts, die sich auf humorvolle Weise mit diesem Thema beschäftigen. Naßlandungen sind hierbei meist unkomplizierter: Man steigt einfach aus dem Beiboot (la panga) ins knietiefe Wasser und läuft die paar Meter in Klettsandalen oder barfuß (Schuhe über die Schulter!) an den Strand hoch. Trockenlandungen sind hingegen auch wirklich nur dann “trocken”, wenn der Besucher nicht auf den teils schlüpfrigen Steinen ausrutschen sollte. Dies könnte dann widerum eine ausgesprochene “Naßlandung” zur Folge haben - und die anwesenden Seelöwen hätten was zu lachen und klatschten Beifall!

von Volker Feser, Reisebuchautor

Lesen sie mehr dazu im Reiseführer Ecuador von Volker Feser

 
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