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| La Tagua |
Tagua, das “pflanzliche Elfenbein” (marfil vegetal), nennt sich die Frucht einer 5-6m hohen Palme (Phytelephas aequatorialis im Küstenbereich, Phytelephas macrocarpa, microcarpa o. tenuicaculis im Oriente), welche im tropischen Nordwesten Südamerikas auf einer Höhe von bis zu 1.800m anzutreffen ist. Die meist vereinzelt stehenden Tagua-Palmen, auch Cadi, Mococha o. Yarina genannt, deren 4-8m lange und bis zu einem Meter breite Blätter auch zur Abdeckung der Hausdächer dienen, wird in Ecuador vor allem in den Provinzen Manabí und Esmeraldas wirtschaftlich genutzt. Die Fruchtballen der weiblichen Tagua-Palme (Mococha) hängen wie eine große krustige Faust am Palmstamm, und sind nur mit Zuhilfenahme von Axt und Machete zu ernten. Die elfenbeinfarbigen, fast steinharten Samen der Frucht, werden schon seit Jahrhunderten von der einheimischen Bevölkerung zur Herstellung von allerlei Produkten wie Schmuck, Kämme, Zahnstocher oder Sägen verwendet.
In den 20-ziger Jahren gewann die Tagua-Frucht insbesonders durch den tonnenweisen Export nach Deutschland und Italien an Bedeutung. Dort dienten die mehrere Zentimeter dicken, eiförmigen Samen hauptsächlich zur industriellen Verarbeitung von Knöpfen, Knäufen, Spielchips oder Schachfiguren. Nach dem 2. Weltkriege nahm die Verwendung von Tagua dann drastisch ab. Synthetische Materialien begannen den widerstandsfähigen Naturstoff zu ersetzen.
Während der 80-ziger Jahre erlebte die Frucht im Zuge der Ökowelle einen erneuten Boom, als internationale und auch einheimische Organisationen einen Feldzug zur “Rettung” der Tagua-Nuß begannen. Die verarmten Tagua-Sammler der letzten feucht-tropischen Waldflecken der Küste fanden in den diversen Selbsthilfe-Organisationen eine Überlebensformel. Durch direkte Beteiligung an der Kommerzialisierung, und zusätzliche Designer-Wettbewerbe (z. B. mit Tierfiguren), wurde der ländlichen Küstenbevölkerung ein entscheidender Anreiz zum Erhalt dieser autochthonen Palmenart gegeben. Die talentiertesten unter den Tagua-Künstlern kreieren heute einzigartige Miniatur-Schmuckstücke aus den pepas. Die Zentren der Tagua-Verarbeitung befinden sich in Riobamba, Manta, Guayaquil, Salinas, Quito und Esmeraldas. Aber auch in Kolumbien, Panamá, und Brasilien, hat die Frucht ein phänomenales “Comeback” erlebt.
von
Volker
Feser, Reisebuchautor
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sie mehr dazu im Reisefhrer Ecuador von Volker Feser
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