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Loja - Dornrößchen des Südens
Der Geologe u. Botaniker Theodor Wolf (1841-1924) nannte die 2.100m hoch gelegene, 1548 gegründete Provinzhauptstadt einmal den “Botanischen Garten Ekuadors”. Er war dabei vielleicht am meisten von den lila-blühenden Arupo-Bäumen angetan, die an vielen Orten die teils nackten Abgründe zieren. Tatsächlich besitzt die Provinz Loja (sprich: Locha) gleich eine ganze Palette von andinen, subtropischen und trockenen Landschaftsformen und ökologischen Nischen.
Ähnlich wie Quito in einem Hochtal eingebettet, parallel zu den Hügelkämmen, zieht sich die Stadt wie ein langer Finger von Norden nach Süden hin. Das Klima ist mild, die Menschen haben Zeit, und im Zentrum sagen sich des nachts Fuchs und Hase Gute Nacht. Die niedlich schmalen Bürgersteige könnten dann genauso gut hochgeklappt werden. Niemand würde sie zu später Stunde noch vermissen. Fazit: Nichts los in Loja, sodoch ein exzellenter Ausgangspunkt für alle Naturschönheiten des südlichen Ekuadors. Für Sprachschüler: Hier wird das reinste Castellano in Ecuador gesprochen!
Sehenswertes
Das Museo de la Historia y la Cultura Lojanas der Banco Central unterhält in einem schönen Kolonialgebäude wechselnde sowie permanent laufende Ausstellungen von präkolumbischer Archäologie bis hin zu ultramoderner Malerei. Direkt am Parque Central. Geöffnet v. Mo - Fr 9-17h.
Die Catédral u. die Kapelle v. El Rosario de Santo Domingo i.d. Nähe des Hauptplatzes sind ebenso sehenswert, zumindest was religiöse Kolonialarchitektur angeht. Das Kloster Monasterio de las Conceptas soll diesbezüglich etwas ganz besonderes sein. Der Zutritt ist jedoch leider nur mit einer persönlichen Erlaubnis des Bischofs möglich. Vom Besuch der Aussichtskirche El Pedestal wird aus Sicherheitsgründen abgeraten! Von Überfällen wurde berichtet.
Der Botanische Garten Reinaldo Espinosa der Universidad Nacional de Loja, wenige Kilometer nördl. der Stadtmitte gelegen, ist ein Muß für Pflanzenkundler und ein schöner Zeitvertreib für alle anderen. Öffnungszeiten vorher abchecken!
Ausflüge in die Umgebung
Die neogotische Wallfahrtskirche El Cisne befindet sich 70 km nordwestl. v. Loja. Die alljährlich dort am 17. Aug. beginnende Prozession endet zwei Tage später in Loja. Eine kilometerlange Gläubigermasse marschiert devotisch der Schwanenjungfrau hintendrein, die irgendwo hoch über den Häuptern der Pilger schwebend getragen wird. Die Statue der Virgen stammt aus dem 16. Jh. und die durchaus beeindruckende, tiefst religiöse Wallfahrt gilt als eine der imposantesten in ganz Amerika.
70 km nördlich v. Loja, direkt a.d. Panamericana, liegt das Dorf Saraguro (2.520m), dessen Bewohner ursprünglich von den Inkas aus der Umgebung des Titicaca Sees zwangsumgesiedelt wurden. Tatsächlich fallen die “bolivianisch” anmutenden Trachten aus dem Rahmen. Die Saraguros sind stolz auf die Reinheit ihrer Rasse und tragen dies anhand ihrer traditionellen Bekleidung täglich zur Schau. Bei den Männern sticht besonders der schwarze Poncho und die kurzen Hosen hervor, bei den Frauen reich bestickte Blusen, Faltenröcke, Silberohrringe u. Broschen, sog. tupos.
Die mit Maismehl gestärkten, hartgepreßten Wollhüte sind ein weiteres typ. Merkmal dieser eigenständigen Bevölkerungsgruppe.
Der Ort verfügt über zwei einfachste Hotels, ein schlechtes Restaurant, eine EMETEL-Zentrale u. viele kleine Kunsthandwerksstätten. Gewebte Decken, Ponchos, Wollhüte, Keramik u. Schmuck werden verkauft. Einer der angesehensten artesanos ist Encarnación Quizhpe, welcher seinen almacén (Laden) schräg gegenüber der Dorfkirche hat.
Das traditionelle Baño del Inca befindet sich wenige Kilometer nördl. von Saraguro. Die alten Inkas sollen sich dort im Fluß ein erfrischendes Bad gegönnt haben.
Verschiedene Kooperativen starten mehrmals täglich vom Terminal Terrestre in Loja nach Saraguro (Fahrzeit etwa eineinhalb Stunden). Von Saraguro aus bietet es sich gleich nach Cuenca weiterzureisen.
von Volker
Feser, Reisebuchautor
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sie mehr dazu im Reiseführer Ecuador von Volker Feser |