|
Ecuador » Ecuador Information »
|
| Presse |
Mit der Herausgabe von Eugenio Espejos verbotenem Kulturmagazin Primicias de la Cultura de Quito im Jahre 1792, wurde in Ecuador das Pressewesen eingeläutet. Allerdings landete der oppositionelle Verleger und Unabhängigkeitspromoter bereits nach der siebten Ausgabe seines verpönten Feuilletons in einem finsteren Kerkerverliess der Landeshauptstadt, wo er auch den bitteren Rest seines bis dahin schöpferischen Lebens verbringen sollte.
Ein zweiter Versuch wurde erst nach der Unabhängigkeitserklärung mit dem Quiteño Libre im Jahre 1833 gestartet.
Aber auch die Herausgeber dieser liberalen antiklerikalen Gazette, hatten sich schliesslich der strengen Zensur der katholischen Kirche und deren weltlichen Machthebeln zu beugen. Unter den Fittichen des “heiligen” Diktators García Moreno wurde die Verfolgung der oppositionellen Wortgewaltigen noch verschärft. Erst viele Jahrzehnte später konnte mit der liberalen Revolution von 1895 eine dauerhafte Pressefreiheit garantiert werden. Von kurzfristigen Unterbrechungen aufgrund der vielen politischen Wirren einmal abgesehen, hat diese bis auf den heutigen Tag Bestand gehalten.
Zu den einflussreichsten und auflagenstärksten Unabhängigen Tageszeitungen des Landes (el periódico, el diario, la prensa) gehören heute der Comercio aus Quito (entspricht in etwa der “Berliner Morgenpost”), der Universo (relativ professionell u. übersichtlich), der Telégrafo (montags immer ausführliche Bundesliga-Ergebnisse!), und der etwas volkstümlichere Expreso - alle drei aus Guayaquil - sowie das eher links u. kulturpolitisch orientierte Hoy aus Quito. Als sensationslüsterne Boulevard- u. Revolverblätter sind Ultimas Noticias, La Hora, La Razón, und das extrem blutrünstige “Kotzblatt” El Extra einzustufen. Letzteres ist wie dafür geschaffen sich bereits vor dem Frühstück übergeben zu müssen. Guter Tip bei akuten Lebensmittelvergiftungen!
Unter den Zeitschriften (la revista) sind vor allem die 14-tägig erscheinenden 15 Dias und Vistazo erwähnenswert. Die grösste Sportillustrierte des Landes heisst Estadio und der 5 USD teure ekuadorianische Playboy nennt sich Mango.
Wirtschaftsinteressierten mit guten guten Spanischkenntnissen sei das alle 3 Monate erscheinende Magazin Criterios von der Camera de Comercio de Quito empfohlen (etwa 2,5 USD).
Eine ganze Reihe interessanter wie origineller Veröffentlichungen ist im alternativ kulturellen Bereich anzusiedeln.
Dazu gehört die skurile grossformatige Literarurzeitschrift Eskeletra, das Magazin Caspicara (Kunst, Archäologie, Architektur), sowie die revista Chasqui (Kultur & Kommunikation).
Tiempos del Mundo, eine auf ganz Lateinamerika übergreifende Wochenzeitung, erscheint seit über einem Jahr auch in Ecuador. Neben kontinentalen Themen werden in der heimischen edición spezielle ekuadorianische Schwerpunkte gesetzt. Von Profis gemacht, absolut lesenswert! Gibt es bei “Libri Mundi” u. zahlreichen anderen Geschäften zu kaufen (etwa 1 USD).
Lesen
sie mehr dazu im Reiseführer Ecuador von Volker Feser
|