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| San Lorenzo |
Das lange Warten auf die kolumbianischen Reisebusse
Vor wenigen Jahren noch war San Lorenzo ein gottverlassenes Malariakaff im tiefgrünen Grenzbereich zu Kolumbien, Endstation für einen abgetakelten, zum Schienenbus umfunktionierten Viehwaggon. Mit der abzusehenden Fertigstellung der asphaltierten “Küsten-Panamericana”, welche für viele kolumbianische Urlauber zukünftig eine zeitsparende Alternativroute zur bestehenden Straße über Tulcán-Quito-Esmeraldas darstellt, hat sich dies inzwischen gewandelt. Eine frische Brise namens Tourismus weht heute durch die ehemalige Schmuggelhochburg auf Stelzen.
Labyrinthartige Mangrovensümpfe, feucht-heiße Regenwälder und herrliche Sandstrände, warten auf Entdeckungslustige.
Neuentstandene Hotels für übermüdete Durchreisende bieten im ansonsten trostlos tropischen San Lorenzo ausreichenden Komfort. Wer nach abenteuerlich anstrengender Schienenfahrt aus Ibarra (Hochland), zu späterer Stunde am Bahnsteig des kleinen Städtchens eintrifft, um sich zwischen Bananenstauden, Ananashaufen, aufgeregten Hühnern, grunzenden Schweinen und allgemeinem Jahrmarktgezeter einen Weg zu bahnen, weiß dies mit Sicherheit zu schätzen.
Auch die siebenstündige Busfahrt von Ibarra, auf einer teils katastrophalen Straße mit Pfützen so groß wie Schwimmbäder, ist lediglich ein absoluter Leckerbissen fürs Auge.
Ausflüge in die nähere Umgebung
Der freundliche Señor Jaime Burgos vom Restaurant La Estancia organisiert Ausflüge in die schöne Umgebung von San Lorenzo. Der gebürtige Quiteño ist ein Kenner und Liebhaber der Region. Neben hilfreichen Kontakten, hat er zwei Minibusse und auch Motorkanus bei der Hand.
Die herrlichen Strände von San Pedro und Cauchal, befinden sich auf der dem Pazifik vorgeschobenen Mangroveninsel Changuaral, im labyrinthartigen Delta des Río Mataje gelegen, nur wenige Kilometer von der kolumbianischen Grenze entfernt. Die etwa einstündige Fahrt mit dem Motorkanu (lancha), vom Anlegesteg in San Lorenzo, kostet gechartert umgerechnet 35-40 USD hin- u. zurück (grosse Gruppen zahlen bis zu 120 USD pro Boot). Ein “öffentliches” Kanu-Taxi geht um 7 Uhr morgens zur Insel, und holt die Passagiere um 15.30 Uhr wieder ab.
Das kleine, feucht-tropische Urwaldreservat Bosque de la Chiquita, liegt bei km 9 an der Straße San Lorenzo-Ibarra. Auf 4 km langen Lehrpfaden erhält man schöne Eindrücke von der einheimischen Flora und Fauna. Die Bäume sind teils beschildert. Gummistiefel, “Anti-Brumm”, sowie langärmlige Hemden u. Hosen, sind von großem Vorteil, besonders zur Regenzeit. Eintritt 2 USD. Zu erreichen ist das kleine Reservat am billigsten mit irgendeinem Bus von San Lorenzo nach Ibarra, Kostenpunkt um die 0.50 USD.
Weitere Ausflugsziele, die von San Lorenzo aus angesteuert werden können, sind das malerische Grenzdörfchen Mataje, ein paar idyllische Badestellen in den Flüßchen Tulubi und Bogotá, die neugeschaffene Reserva Ecológica Cayapas - Mataje, sowie das jungfräuliche Reservat der Awa-Indianer, wo angeblich auch das grösste unter den letzten Küstenkrokodilen zu Hause sein soll.
von Volker
Feser, Reisebuchautor
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sie mehr dazu im Reiseführer Ecuador von Volker Feser |